"Welt am Sonntag" druckt umstrittenes Gedicht auf 15 Seiten.



Protest für Poesie: "Welt am Sonntag" druckt auf satten 15 Seiten ein Gedicht des Künstlers Eugen Gomringer. Das kurze Stück prangt in Klebezettel-Optik auf Zeitungsseiten verschiedener Ressorts. Gomringers Gedicht "Avenidas y Flores" soll nach Studierenden-Protesten wegen Sexismus-Verdachts von einer Hausfassade entfernt werden. Sein Text erinnere an die alltägliche sexuelle Belästigung von Frauen.

"Welt am Sonntag"-Chefredakteur Peter Huth wettert in einem Editorial gegen den Versuch, Sprache um jeden Preis zu politisieren. Huth nennt es eine Unterwerfung vor der Sprachpolizei, das Gedicht zu entfernen. Poesie verschwinde unter Burkas aus Wandfarbe, die Gedicht-Gegner seien Tugendterroristen.

Gomringers Gedicht lautet: "avenidas / avenidas y flores / flores / flores y mujeres / avenidas / avenidas y mujeres / avenidas y flores y mujeres y /un admirador". Die deutsche Übersetzung: "Alleen / Alleen und Blumen / Blumen / Blumen und Frauen / Alleen / Alleen und Frauen / Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer".
"Welt am Sonntag" (Paid), zeit.de (Background)

4 Gedanken zu „"Welt am Sonntag" druckt umstrittenes Gedicht auf 15 Seiten.

  1. Kati

    Ich bin eine Frau und finde es schön, wenn meine Schönheit bemerkt wird. Ich bin selbstbewusst genug, um Lächeln zu erwidern, einen Blick, ein Wort richtig zu deuten und ich liebe es sichtbar zu sein. Emanzipation heißt dazu zu stehen, dass ich eine Frau bin. Ich genieße es und stecke die Grenzen selbst ab. Wie mich es nervt, dass im Wort “Frau” schon Belästigung gesehen wird?! Wer desk sich das aus??!!

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