"Bild" lässt seine Reporter von Nico Hofmann filmen.

Bild-EgoreporterEgo-Reporter auf YouTube: Helden des Journalisten-Alltags wollen die "Bild"-Reporter Paul Ronzheimer (Ausland), Kai Psotta (Sport) und Dora Varro (Klatsch) sein – Filmchen, die "Behind the Story" heißen, sollen das in den nächsten Monaten beweisen, indem sie auf YouTube den Alltag der rasend wichtigen Reporter zeigen. Die Stücke filmt nicht irgendein Praktikant, sondern ein Team von Produzent Nico Hofmann und dessen Firma Ufa Fiction. Hofmann, die "Allzweckwaffe der deutschen Fernsehfilmproduktion" (wie lexikon2 schreibt), ist Spross zweier Journalisten und wird als Event-Kino-Produzent ("Dresden", "Unsere Mütter, unsere Väter") von journalistischer Neugier und einem nicht zu kleinen Ego angetrieben – von daher eine logische Verbindung zu "Bild" und deren flamboyanten Vorturner Kai Diekmann.

 

Springer stellt seine Reporter also auf die größtmögliche Bühne – sicher ein gangbarer Weg, um die Marke "Bild" in Zeiten schwindsüchtier Print-Auflagen im Web zu promoten. Dass die YouTube-Videos vor allem aufs eigene Image einzahlen sollen, zeigt die unverhohlene Selbstberühme, mit der "Bild" die Videos verkauft. Vom "Mythos BILD-Reporter" ist da die Rede. Und: "Wir zeigen Ihnen, wie unsere Journalisten wirklich arbeiten", das Projekt begleite "stellvertretend drei unserer 500 Reporter mit der Videokamera". Als ob nicht die Mehrheit auch der 500 "Bild"-Schreiber sesselpupsende Durchschnittsredakteure fleißige Sitzredakteure wären. Die hypertrophe Selbsteinschätzung kumuliert in der Behauptung "So wird Journalismus gemacht".
bild.de, presseportal.de, youtube.com/channel

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