Julian Reichelt will Interview-Autorisierungen bei der "Bild" vermeiden.


Es gilt das gesprochene Wort: "Bild"-Chef Julian Reichelt will in seiner Zeitung keine von Beratern glatt-autorisierten Interviews mehr lesen, sagt er dem Deutschlandfunk. Gegenüber Live-Medien sehe er durch die Praxis der Autorisierung einen "ganz massiven Wettbewerbsnachteil". Reichelt sagt: "Nachrichten, Interviews, Analysen werden in allererster Linie und besonders, wenn sie interessant sind, live geführt und live konsumiert."

Um die in Deutschland im Printjournalismus übliche Autorisierung zu umgehen, will der "Bild"-Chef künftig noch stärker auf live gestreamte Interviews setzen und sich aus diesen für Texte bedienen. Die Autorisierung von Interviews ist immer wieder umstritten. Gegner kritisieren, durch sie werde Journalisten die Arbeit erschwert und wichtige Aussagen gingen verloren. Befürworter halten dagegen, die Autorisierung helfe bei der Verständlichkeit und beuge rechtlichen Auseinandersetzungen vor.
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