"Tichys Einblick" und Achse des Guten beklagen Anzeigenboykott.

achse-des-guten-tichys-einblich-600
Kein Geld für Tichy & Freunde? Das "liberal-konservative" Online-Portal Tichys Einblick und das erzkonservative Blog Achse des Guten beklagen einen massiven Anzeigen-Einbruch. Grund sei ein Boykott durch die Werbe-Branche. Am vergangenen Freitag hätten alle Kunden von Achgut.com ihre Buchungen zurückgezogen, in Gesprächen sei die Rede von einer schwarzen Liste gewesen, auf der das Medium angeblich stehen soll. Bei Tichys Einblick sehe es ähnlich aus.

Vorwürfe erheben Tichy und Achse des Guten gegen die Agentur Scholz & Friends. Strategy-Manager Gerald Hensel habe unter dem Motto "Kein Geld für rechts" zum Boykott aufgerufen. Die Macher der Blogs beklagen den Verlust der Anzeigen wortreich in zahlreichen Einträgen. Achgut-Autor Henryk M. Broder etwa spricht von der "billigsten Form des Ablasshandels seit Luther". Gerald Hensel kontert bei Twitter: "Es gibt ein Recht auf freie Meinungsäußerung. Aber es gibt kein Grundrecht auf Werbeeinnahmen."
tichyseinblick.de, achgut.com18 Kommentare

18 Gedanken zu „"Tichys Einblick" und Achse des Guten beklagen Anzeigenboykott.

  1. Benjamin Andre

    Bitte zitieren Sie Herrn Hensel korrekt:
    "Es gibt ein recht auf freie Meinungsäußerung. Aber es gibt kein Grundrecht auf Werbeeinnahmen."

    Ihre korrekte Schreibweise in Ehren, aber Herrn Hensel scheint das deutsche Recht wohl nicht eines Majuskels wert.

    Antworten
  2. Anderer Max

    Wer kontroverse Aussagen macht, muss mit den Konsequenzen rechnen.
    Dass Werbekunden keine Lust haben, auf reaktionären und identitären Webseiten zu erscheinen, ist durchaus nachvollziehbar, denn es ist meinst weder deren Zielgruppe, noch ist das förderlich für das Markenimage.
    Nicht vergessen, 4/5 der deutschen Bevölkerung können mit dem ganzen Rechtsaußen-Gelaber sowieso nichts anfangen, also gehen dem Werbetreibenden Umsätze durch die Lappen, wenn sie auf diesen Seiten werben.

    Hat alles nichts mit "Denunzierung" zu tun.
    Das nennt sich Kapitalismus und der bereiningt unpopuläre Marktteilnehmer nun mal, auch wenn sie Populisten sind (pun intended).

    Antworten
      1. parker

        naja, ist schon klar, das rechtspopulistisch und faschistisch denkende menschen, tischys einblick und achgut nichts als rechtsaußen zu erkennen. gehen sie einfach mal auf beide seiten, lesen sie ein zwei artikel, und wenn sie darin keinerlei rechtsextremen und diskriminierenden aussagen finden: herzlichen glückwunsch, sind sind rechts!

        Antworten
        1. Benjamin Andre

          @parker:
          Bitte öffnen Sie uns die Augen!

          Wenn es so einfach ist bei "tischys einblick und achgut" rechtsextreme und diskriminierende Aussagen zu finden, dann können Sie sicher auf die Schnelle mit zwei bis drei Zitaten belegt werden. Bitte nennen Sie Ihre zwei oder drei Lieblingszitate, die allen anderen klar zeigen: "das sind Rechtsaußen".

          Noch eine kurze Frage: Gibt es einen Unterschied zwischen "rechts" und "rechtsextrem"?

          Sie kennen sich so gut mit der Politik aus. Bitte helfen Sie uns durch eine kurze Erklärung weiter diesen Sachverhalt besser einzuordnen. Danke im Voraus!

          Antworten
  3. Hartmut

    So schlimm ich diese neue Denuntiation und politische Korrekten Boykott auch finde: Um Achgut tut es mir nicht leid. Es war Henrik M. Broder persönlich der beim SFB massiv intervenierte damit Ken Jebsen Berufsverbot bei den klassichen Medien bekommt. Broder bekommt hier seine eigene Medizin zu schmecken.
    Dass Ausgerechnet KenFM auf der selben Boykott-Liste ist wie Achgut finde ich geradezu Realsatire.

    Antworten
  4. Jörg Franke

    Hensel und seine (wenigen) Claqueure treiben einen Keil in die Gesellschaft.

    Die öffentlich-rechtlichen Medien verlieren an Vertrauen, die Zahl der Tageszeitungsabonnenten sinkt kontinuierlich, junge Menschen rezipieren kaum mehr Printmedien. Auf der anderen Seite gewinnen Filterblasen und Fake News an Bedeutung. Brauchen wir in dieser Situation eine Kampagne, die Deutschland noch weiter spaltet? Nichts aus den Propagandaschlachten der Weimarer Republik gelernt?

    Auch dieser Beitrag von Markus Trantow ist tendenziös: Die "erzkonservative … Achse des Guten" beklagt "wortreich" – und Gerald Hensel "kontert".

    Erbärmlich.

    Antworten
  5. Bernd Blau

    Eine üble Hetzkampagne des Scholz@Friends-Managers Henseler, die von seiner Firma unverständlicherweise immer noch geduldet wird. Es ist ein Angriff auf die Pressefreiheit, denn Medien (auch online-Medien) brauchen natürlich Werbeeinnahmen. Und zur Demokratie und Pluralität gehören auch rechte Medien (so wie linke, grüne etc.). Wer durch Boykotts solche Medien kaputtmachen will, ist alles andere als ein Demokrat oder Pressefreund. Schlimm ist, dass sich Figuren wie Henseler sogar offen zu ihrem schmierigen Denunziationswerk bekennen und dabei ihre Tätigkeit in der Werbebranche nutzen. Genauso schlimm und für das Klima bezeichnend ist aber auch, wie schnell und angsterfüllt Firmen hierzulande parieren und Werbung auf Medien wie Tichyseinblick oder der Achse des Guten blocken, offenbar ohne dies Medien zu kennen. Würden sie das auch tun, wenn es um Kampagnen gegen taz etc. geht? Eine schlimme Entwicklung, die nichts Gutes ahnen lässt.

    Antworten
  6. thomas weber

    § 9

    (1) Periodische Druckschriften können verboten werden,
    1. wenn durch ihren Inhalt die Strafbarkeit einer der in den §§ 81 bis 86, 92 Nr. 1 des Strafgesetzbuchs oder in den §§ 1 bis 4 des Gesetzes gegen den Verrat militärischer Geheimnisse bezeichneten Handlungen begründet wird;

    2. wenn in ihnen zum Ungehorsam gegen Gesetze oder rechtsgültige Verordnungen oder die innerhalb ihrer Zuständigkeit getroffenen Anordnungen der verfassungsmäßigen Regierung oder der Behörden aufgefordert oder angereizt wird;

    3. wenn in ihnen zu Gewalttätigkeiten aufgefordert oder angereizt wird oder wenn in ihnen Gewalttätigkeiten, nachdem sie begangen worden sind, verherrlicht werden;

    4. wenn in ihnen zu einem Generalstreik oder zu einem Streik in einem lebenswichtigen Betriebe aufgefordert oder angereizt wird;

    5. wenn in ihnen Organe, Einrichtungen, Behörden oder leitende Beamte des Staates beschimpft oder böswillig verächtlich gemacht werden;

    6. wenn in ihnen eine Religionsgesellschaft des öffentlichen Rechts, ihre Einrichtungen, Gebräuche oder Gegenstände ihrer religiösen Verehrung beschimpft oder böswillig verächtlich gemacht werden;
    7. wenn in ihnen offensichtlich unrichtige Nachrichten enthalten sind, deren Verbreitung geeignet ist, lebenswichtige Interessen des Staates zu gefährden;

    Bei dem entsprechenden Gesetz handelt es sich um die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes, vom 4. Februar 1933.
    Das Gesetz wurde von den Nationalsozialisten nach ihrer Machtergreifung, also nachdem Hitler von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde, erfolgreich angewendet, um die deutsche Presselandschaft gleichzuschalten.

    Um die Presse gleichzuschalten und bürgerliche Freiheiten zu beseitigen, hat Wilhelm Frick zunächst einmal eine Bestandsaufnahme der Presseerzeugnisse gemacht, die nicht dem entsprachen, was sich die Nationalsozialisten als Deutsche Presse vorgestellt haben. Auf Grundlage dieser Liste war es problemlos und schnell möglich, die entsprechenden Zeitungen per Notverordnung vom 28. Februar 1933 komplett zu verbieten oder schlicht zu nationalsozialisieren.

    Antworten
  7. Uwe Venus

    Das ist ja die Masche der Reaktionären, dass sie sich einen konservativen Anstrich geben. Es geht ihnen um das leise, stetige Verschieben der Grenze zwischen konservativ und reaktionär.

    Antworten
  8. Aljoscha Walser

    Ich bitte doch sehr darum weder Herrn Tichy oder ähnliche Rückwärtsfahrer mit der Ehrenbezeichnung "konservativ" zu bezeichnen.
    Die dort vorherrschende Meinung ist häufig schlich "reaktionär". Allgemein gültige Werte werden dort nicht wirklich nicht verteidigt.

    Antworten
    1. Ronald Fein

      Bei Stalinisten und anderen Massenmördern wurde das Wort "reaktionär" dazu missbraucht, um die eigenen Gegner politisch und auch real zu meucheln.

      Antworten
    2. Jörg Franke

      "Reaktionär", aha.
      Mein Lesetipp: Alexander Solschenizyns Archipel Gulag.
      Und nach der Lektüre werfen Sie einen Blick auf die Webseite des umstrittenen Werbers, der für sich eine gesellschaftspolitische "Haltung" reklamiert.
      Roter Stern, davai-davai – sind das "Werte", die über der Meinungs- und Pressefreiheit stehen?

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.