Köpfe der Kommunikation

Sahra Al-Dujaili

Status Sahra Al-Dujaili ist Teamleiterin Brand bei TikTok in Deutschland.

Bio: Nach dem Abi studiert Sahra Al-Dujaili zunächst Amerikanistik an der Uni Bremen und American Studies am Dickinson College in Carlisle, USA, bevor sie ihre Kommunikations-Karriere beginnt. Sie absolviert Praktika beim Auswärtigen Amt in Los Angeles und bei Hit Radio Antenne, ab 2010 arbeitet sie als Kommunikationsmanagerin an der Medizinischen Hochschule in Hannover. Drei Jahre später wird sie Social-Media-Managerin beim Modekonzern Hugo Boss. 2016 wechselt sie in gleicher Position zur Otto Group und steigt 2019 zur Social-Media-Chefin auf, ehe sie im Oktober 2020 ins Deutsche Team von TikTok wechselt.

E-Mail: sahra.al-dujaili@ottogroup.com

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Sahra Al-Dujaili verrät im Oktober 2019, wie Otto Vertikal-Werbung auf Instagram und TikTok macht:

Sahra Al-Dujaili in der turi2 edition #9, TV:

Alle Köpfe im turi2-Index unter turi2.de/koepfe

Sahra Al-Dujaili bei turi2:

    • Willkommen im Club: Christian Pfennig.

      Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Als Kind wollte Christian Pfennig Fußballprofi oder Journalist werden, als DFL-Kommunikationschef steht er beiden Traumberufen sehr nah. Pfennig ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Harald Hamprecht, Anna Kraft und Sahra Al-Dujaili.
      turi2.de/koepfe (Profil Pfennig)

    • turi2 edition #13: 21 Frauen, die wir 2021 im Auge behalten.

      1. Marylyn Addo
      Andere Promis ihrer Zunft zoffen sich mit der “Bild“ oder machen wirre PR-Stunts. Marylyn Addo steuert ohne viel Krach, aber mit viel Kompetenz durch die Krise. Die Hamburger Infektiologin hat schon an einem Impfstoff gegen Ebola geforscht. Jetzt ist ein Corona-Mittel dran. 2020 wird sie für ihre Arbeit als Medizinerin des Jahres ausgezeichnet. Chapeau!


      2. Sahra Al-Dujaili
      Dass sie jungen Leuten selbst Staubsauger per Insta-Story vermitteln kann, hat Sahra Al-Dujaili schon beim Versandhändler Otto bewiesen. Als neue Markenchefin bei TikTok bleiben lustige Hochkant-Videos ihr Job. Die Viral-Karriere von Dyson kann also kommen. Kätzchen oder Hundewelpen auf Saugrobotern funktionieren im Zweifel immer.


      3. Lilly Blaudszun
      Die 19-jährige Ostdeutsche wird als Zukunftshoffnung der SPD gehandelt. Lilly Blaudszun postet Selfies mit Manuela Schwesig und Frank-Walter Steinmeier, der sie mit 15 für die SPD gewann. 2021 wird Blaudszun die SPD-Spitze im Bundestagswahlkampf beraten – Social Media kann sie schon mal.


      4. Niddal-Salah Eldin
      Die Internet-Kriegerin springt zurück: Niddal Salah-Eldin wird nach dpa-Exkurs und Elternzeit die neue FreeTech Academy von Springer leiten. Als Schulleiterin darf die Fachfrau fürs Innovative weiter interdisziplinär denken – und Brücken zwischen Journalismus- und Tech-Azubis bauen.


      5. Mala Emde
      Sie verkörpert zuerst Anne Frank, verarztet dann in “Charité“ ihre Nazi-Sympathien. 2020 spielt die 24-Jährige eine Jura-Studentin, die ins linksradikale Milieu gerät. Der Film “Und morgen die ganze Welt“ ist 2021 Oscar-Kandidat. Egal, wer gewinnt: Den Namen Mala Emde merken wir uns.


      6. Belén Garijo
      Anfang der 80er geht Belén Garijo in Madrid demonstrieren, weil sie Medizin studieren will. Kämpfen ist ihr Ding: Den lädierten Pharma- und Chemie-Konzern Merck saniert sie erfolgreich. Die Belohnung fällt üppig aus: 2021 wird Garijo Merck-Boss und damit einzige Dax-Vorstandschefin.


      7. Susanne Glasmacher
      Die RKI-Sprecherin hat in 20 Jahren viel gesehen: EHEC, SARS, Ebola. Dann kommt das Corona-Virus – und mit ihm Hunderte Presseanfragen pro Tag. Wir drücken Glasmacher die Daumen, dass bald wieder bessere Zeiten kommen. Auch sportlich: Ihr Lieblingsclub ist der 1. FC Kaiserslautern.


      8. Alice Hasters
      Der Augenöffnerin in Sachen Feminismus und afrodeutscher Identität kann Dieter Nuhr nix anhaben: Alice Hasters spricht aus, “was weiße Menschen nicht hören wollen, aber wissen sollten“. Hasters ist Buchautorin, Podcasterin – und neuerdings Geschichtenerzählerin bei DLF Nova.


      9. Dunja Hayali
      Anfeindungen gegen ihre Person veröffentlicht die “Jeanne d’Arc des ZDF“ konsequent auf Social Media –und zieht gegen Hass-Kommentator*innen auch mal vor Gericht. Allein 2020 bekommt Hayali drei Preise für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus und Rassismus. To be continued in 2021.


      10. Korinna Hennig
      Die studierte Germanistin wird 2020 mit ihrem mehrfach ausgezeichneten NDR- und Drosten-Podcast “Coronavirus-Update“ bekannt. Auch wenn sich alle wünschen, bald keine Corona-Updates mehr zu brauchen: Auf weitere gute Wissenschafts-Podcasts von Hennig und ihrem Team freuen wir uns.

      Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #13 – direkt hier im Browser als E-Paper oder bestellen Sie das Buch.

      11. Carolin Kebekus
      Bergisch-Gladbach hat Heidi Klum hervorgebracht – und Carolin Kebekus. Shoppen und Prosecco? Lieber Bier und Mett. Kebekus kann deutlich mehr als nur witzig sein: Sie nutzt ihr Standing, um auf Geschlechterungleichheit aufmerksam zu machen und positioniert sich gegen Rechts.


      12. Katja Krasavice
      Die selbsternannte “Boss Bitch“ zeigt ihren 2,5 Mio Insta-Fans tiefe Dekolletees und viel Silikon. In ihren Songs besingt Katja Krasavice Sexpraktiken. Ihre “Bitch Bibel“ wird “Spiegel“-Bestseller. Zu einer Feministin macht sie, dass sie trotz einiger devoter Zeilen voll auf Selbstbestimmung setzt.


      13. Ninia LaGrande
      In kurzer Zeit viel sagen – Ninia “LaGrande“ Binias, 1,40 groß, beherrscht diese Kunst meisterhaft. Binias slammt Poesie und podcastet für Aktion Mensch über Inklusion. Seit 2020 ist sie YouTube-Reporterin für “Wiso“. Taktvoll, aber schlagfertig – eine Frau mit “Rampensau-Gen“, der wir gerne weiter folgen.


      14. Joana Mallwitz
      2020 ist Mallwitz die erste Frau in der Geschichte der Salzburger Festspiele, die eine Oper dirigieren darf. Publikum und Kritik umjubeln das Orchester-Wunderkind. Noch wichtiger: Die Musiker*innen unter ihrem Taktstock schätzen sie – als disziplinierte Arbeiterin mit tiefem Musik-Verständnis.


      15. Mai Thi Nguyen-Kim
      Dass Chemie und YouTube eine gute Kombi sind, beweist Nguyen-Kim 2020 ein für alle Mal: Ihr Corona-Video geht durch die Decke. Für ihre Arbeit gibt es das Bundesverdienstkreuz. Von Nguyen-Kim lernen wir, wie die Welt funktioniert. Und dass die Politik auch auf YouTuber*innen ohne blaue Haare schaut.


      16. Samira El Ouassil
      Sie nennt sich “Cheerleaderin der Medienwelt“. Anfeuern tut El Ouassil mit klugen, scharfen Analysen in Medien und Politik. Die Alleskönnerin mit einem IQ über 130 war mal “Partei“-Kanzlerkandidatin. Ihre politischen Ambitionen sind hoffentlich Geschichte. Wir brauchen sie in der Medienkanzel.


      17. Sophie Passmann
      Die Autorin fordert “Body-Gleichgültigkeit“ statt Schlankeitswahn und versucht schon mal, einem Drogendealer ein Praktikum anzudrehen. 2020 fällt sie auf, als sie für Joko und Klaas durch “Männerwelten“ führt. Damit setzt sie ein starkes Zeichen gegen sexuelle Gewalt an Frauen.


      18. Verena Pausder
      Die Frontfrau der deutschen Digitalwirtschaft kämpft dagegen, dass AG-Vorstände ihr Mandat niederlegen müssen, wenn sie Kinder bekommen. Als Nichte und Urenkelin zweier Ex-Bundespräsidenten ist ihr eigener Wechsel in die Politik nur noch eine Frage der Zeit: Pausder dürfte 2021 erstmals mit Parteibuch in der Hand anzutreffen sein.


      19. Andrea Petkovic
      Weil sie nicht aufs Tennisspielen reduziert werden will, wird Andrea Petkovic ZDF-Moderatorin und Buchautorin. Eine Zeit lang zählt sie zu den besten Spielerinnen der Welt. Mit dieser Karriere soll 2021 Schluss sein. Auf die Zeit danach ist sie vorbereitet: Der Aufschlag in der Medienwelt ist gemacht.


      20. Dörte Spengler-Ahrens
      Auf ihre erste ADC-Kongress-Party schmuggelt sich Spengler-Ahrens noch über das Klofenster. Seit 2020 ist sie Präsidentin des Kreativclubs – als erste Frau im Amt. Verdient: Spengler-Ahrens engagiert sich seit 18 Jahren in dem Verein. Ihr Motto: “Ich schmecke nicht nur ab, ich koche auch!“


      21. Katja Wildermuth
      Vom MDR zum NDR und zurück geht es für Katja Wildermuth in mehr als 25 Jahren öffentlich-rechtlicher Karriere. Vorläufiger Reise-Höhepunkt: der BR, für den sie 2021 als erste Intendantin antritt. Die Journalistin kündigt an, den Sender “möglichst plural“ aufzustellen. Wir wünschen möglichst viel Erfolg dabei.

      Alle Geschichten der turi2 edition #13 lesen: turi2.de/edition13

    • Sahra Al-Dujaili wird Marken-Chefin bei TikTok.

      TikTok kauft seine neue Marken-Chefin beim Versandhändler Otto ein: Sahra Al-Dujaili, bislang Social-Media-Chefin bei Otto, übernimmt den neuen Posten der Teamleiterin Brand. Bei Otto übernimmt ihren Job künftig Irina Zeiger allein. Sie teilte sich die Position bisher mit Al-Dujaili. Schon bei Otto setzte Al-Dujaili für das Marketing stark auf mobile Bewegtbild-Inhalte bei Instagram und TikTok.
      horizont.net (Paid), turi2.de/koepfe (Profil Al-Dujaili)

      Aus dem Archiv von turi2.tv: Sahra Al-Dujaili verrät, wie Otto Vertikal-Werbung auf Instagram und TikTok macht (10/2019):

    • Video-Tipp: Sahra Al-Dujaili, Social-Chefin von Otto, im TV-Fragebogen.


      Video-Tipp:
      Sahra Al-Dujaili setzt Versand-Händler Otto in den Sozialen Netzwerken in Szene. Wenn sie an die Fernsehwelt von früher denkt, fällt ihr als erstes Thomas Gottschalk ein, den sie als “frühen Hipster” wahrgenommen hat. Im TV-Fragebogen zur turi2 edition #9 verrät sie außerdem, dass sie heute am liebsten bei Netflix einschaltet, oder – ganz analog – am Strand liegt. Wenn mal ein Film über ihr Leben gedreht würde, sähe sie am liebsten Superstar Jennifer Lopez in der Hauptrolle.
      turi2.tv (1-Min-Video)

      Mehr von Sahra Al-Dujaili bei turi2.tv: Wie Otto vertikale Videos macht.

    • “Mitarbeiter emotional ansprechen”: Sun-Kwang Park über die Otto-Group-App OG2GO.


      Otto… find’ ich App: Der Otto-Konzern aus Hamburg ist ein Dino in der Handelswelt – aber ein durch und durch digitaler Dinosaurier. Das gilt auch für die interne Kommunikation: Mehr als 50.000 Mitarbeiter können die hauseigene App Otto Group to Go, kurz OG2GO, als Nachrichten-Stream, Messenger und Event-Planer nutzen. Projektleiterin
      Sun-Kwang Park stellt im Video die multimediale Mitarbeiter-Kommunikation vor.

      Park erläutert, dass OG2GO die Mitarbeiter emotionaler erreichen will, als es ein gedrucktes Magazin machen können. Die App enthält deshalb auch viel Video. Besonders gut geklickt werden Formate, in denen sich die obersten Bosse äußern, “denn wir sehen unsere Vorstände ja nicht jeden Tag”, sagt Park. Auch längere Livestreams laufen gut, sagt sie. In der gerade erschienenen turi2 edition #9 zeigen weitere Otto-Mitarbeiter, wie sie ihre Kommunikation digitalisieren und mit bewegten Bildern arbeiten.
      turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Otto-Story im E-Paper der edition #9)

      Sahra Al-Dujaili zeigt im Hochkant-Video, wie Otto mit Hochkant-Videos Kunden erreicht:

    • Sahra Al-Dujaili von Otto: So machen wir vertikal Werbung auf Instagram und TikTok.


      Social Media First: Das ist die Werbe-Strategie bei Otto – und
      Sahra Al-Dujaili füllt die Kanäle mit Bewegtbild-Inhalten. Im handyfreundlichen Hochkant-Video von turi2.tv erklärt Al-Dujaili, wie ihr Team die Kampagnen gestaltet. Die Instagram Story sei das Herzstück aller Überlegungen. Mit kleinen optischen Tricks versucht Otto, die Nutzer auf die eigene Seite zu locken.

      Al-Dujaili verbucht eine Staubsauger-Story als Erfolg: Otto zeigte den Tag eines Staubsaugers aus dessen Perspektive und erreichte damit nach eigenen Angaben Millionen Nutzer. Stärker in den Fokus rückt nun TikTok. Über die bunte und junge Kurzvideo-App rief der Handelskonzern zur “Mach dich zum Otto”-Challenge auf und zeigte so Präsenz beim Hurricane Festival. Noch mehr Geschichten zu den Bewegtbild-Strategien bei Otto stehen in der turi2 edition #9, die am 25. Oktober erscheint.
      turi2.tv (5-Min-Hochkant-Video, am Handy auf Vollbild gucken)

      Sahra Al-Dujaili im TV-Fragebogen

    • turi2 edition #9: Otto find’t sich gut.


      Otto wird zum Medium: Der TV-Slogan “Otto-Versand, Hamburg” klingt Älteren noch im Ohr. Heute soll Bewegtbild auf allen Ebenen helfen, Otto als europäische Alternative zu Amazon zu positionieren. Der Konzern spielt die volle Bewegtbild-Klaviatur, für die
      turi2 edition #9 begleitet Peter Turi vier Protagonisten: Sahra Al-Dujaili lässt Otto bei Instagram cool aussehen, Thomas Voigt moderiert einen Chef-Talk, Sun-Kwang Park integriert Videos in die Otto-App und Alexander Wiegand holt die Kamera immer öfter aus dem Schrank. (Fotos: Johannes Arlt)

      Kommunikationschef Thomas Voigt, 59, ist so etwas wie die Brücke zwischen zwei Firmen, die in Hamburg-Bramfeld ineinander verschlungen existieren und miteinander ringen. Da ist auf der einen Seite der traditionsreiche Otto-Versand, der früh aufs Internet gesetzt hat, aber noch mit klassischer Hierarchie funktioniert. Und auf der anderen Seite die agile, voll digitalisierte und neue Gruppe, die gern cool und nachhaltig sein will – und die beiden großen Herausforderungen der neuen Zwanzigerjahre meistern soll: die Digitalisierung und den Wertewandel.

      Voigt kommuniziert den Generationswechsel bei Otto. In die Fußstapfen der Überfigur Michael Otto, 76, der das Unternehmen seit 1981 prägt, tritt mehr und mehr Benjamin Otto. Als “gestaltender Gesellschafter” will Benjamin, laut “manager magazin” ein “Freigeist”, Otto als “Amazon in nett” positionieren, als europäische, nachhaltige Alternative zu den globalen Plattformen.

      Dezent, aber wirkungsvoll zieht Kommunikationschef Voigt die Strippen. Mit dem “manager magazin” hat er gerade ein Bravourstück abgeliefert: Ein halbes Jahr lang durfte Redakteur Martin Mehringen den Juniorchef Benjamin Otto in der Firma, privat und bei seinen sozialen Projekten begleiten. Heraus kam ein einfühlsames Porträt, das ein differenziertes, letztlich positives und vor allem wahrhaftiges Bild von Benjamin Otto zeichnet. Beste PR – und ein klares Signal nach innen und außen.

      Die Otto Group ist eine der vielen Marken, die sich neuerdings wie ein Medium benehmen und die Tools, die früher den Medien eigen waren, selbst nutzen. Thomas Voigt, einstmals Chefredakteur von “W&V”, “Horizont” und “Impulse”, moderiert eine Videoreihe namens “In a nutshell”, eine Art CEO-Interview mit angeschlossener Mitarbeiter-Fragerunde. Voigt talkt im Firmenfernsehen lässig wie ein Journalist, aber das Vokabular verrät den PR-Mann: Alles ist “wunderbar” – der Chef, die Etage, die Kollegen. Otto find‘t sich gut.

      Thomas Voigt beantwortet den TV-Fragebogen.

      Immerhin: Im Lauf der Sendung dürfen Mitarbeiter den CEO Alexander Birken befragen. Kommunikationschef Voigt wünscht sich Dialog statt Frontalbeschallung, ein Firmenfernsehen mit Rückkanal. Noch löst die Videoreihe zu wenig Dialog aus: “Wir wünschen uns mehr Kommentare, Nachfragen, Posts dazu”, sagt Voigt. Es sei “jede Art von Kritik” willkommen – Denkanstöße “in kleinen und großen Runden, online und offline”. Denn: “Ja-Sager-Mentalität führt ins Verderben.”

      Ein anderes Problem treibt Voigt um: “Die Wirtschaft fehlt im gesellschaftlichen Dialog – gerade im Fernsehen”. Bis 2008 seien Top-Manager gern gesehene Gäste in Talkshows gewesen. Doch “Übermut und Überheblichkeit” seien den Managern in der Finanzkrise auf die Füße gefallen. “Jetzt kommt Wirtschaft im TV kaum noch vor”. Und wenn, dann suchten TV-Redaktionen “eher die Konfrontation, statt sich vorurteilsfrei anzuhören, was die Wirtschaft zu sagen hat”, klagt Voigt.

      Überhaupt, der Zustand der Medien: “Zu viel Social-Media-Wetterleuchten, zu wenig Analyse und Auseinandersetzung”. Voigt wünscht sich Journalisten, die kritisch-konstruktiv nachfragen. “Wir suchen den Dialog mit Medien, NGOs und der Politik”. Der Versuch, unangenehme Fragen auszusparen, sei “zum Scheitern verurteilt”.

      Wenn die Grünen den Retourenbetrieb besuchen, erfährt der Otto-Mitarbeiter das zuerst in der firmeninternen Smartphone-App. Die heißt OG2GO, was vorwärts wie rückwärts lesbar ist. Das hübsche Pallindrom steht für Otto Group to Go – also praktisch die Firmenblase für die Hosentasche. Dr. SunKwang Park ist dafür zuständig, dass hier Videos, Podcasts und Live-Streams genauso integriert werden wie die OG2GO-Community, bei der CEO Alexander Birken durch Anwesenheit mit Profilfoto glänzt. News über Events und Groups mit trendigen Namen wie Meet2Lead und FutureWork finden sich hier ebenso wie der Gründungsaufruf für “MORE – das neue queere Netzwerk der Otto Group”. 30.000 Mitarbeiter haben die App runtergeladen, die Gesprächsreihe mit CEO Birken ist die meistgeklickte Rubrik.


      Rund 30.000 Mitarbeiter der Otto Group haben sich die Mitarbeiter-App OG2GO runtergeladen. Projektleiterin Sun-Kwang Park erklärt im Video, was die App kann und warum Videos besonders wichtig sind.

      Die Bewegtbildwelt der Sahra Al-Dujaili ist hochkant, denn: “Die Generation Z will das Handy gar nicht quer drehen.” Die Social-Media-Chefin soll Strategie und Marke verjüngen, indem sie für Otto coole Bewegbilder für angesagte Kanäle wie Instagram und TikTok produziert. Instagram Stories sind das Herzstück: “kurz, knackig, entertainig – wie in einer Bar, in der alle unterhalten sein wollen.”

      “Social first” lautet inzwischen das Motto für die gesamte Bewegtbild- und Markenwelt von Otto. “Social Media ist das gesellschaftliche Leitmedium und deshalb das Herzstück jeder Otto-Kampagne”, sagt Al-Dujaili, die 2016 von Hugo Boss kam. “Die Instagram-Optik taugt auch für TV-Werbung”, alle anderen Kanäle seien nur noch Verlängerungen. Wichtig sei “relevanter Content mit Aha-Effekt”, gefolgt von “Interaktion durch Abstimmungen mit Emoji-Slidern”. Out seien dagegen Hochglanz-Formate, denn “klassische Werbung wird als störend empfunden”.


      Sahra Al-Dujaili, Social-Media-Chefin von Otto, hält das Handy hochkant und konzentriert sich aufs Instagram-Marketing. Wie sie so viele junge Nutzer anspricht, erklärt sie im Hochkant-Video

      Alexander Wiegand ist inzwischen so selbstverständlich bei allen internen Otto-Events dabei, dass es niemanden mehr stört. Als Video-Consultant hält Wiegand die Bilder am Laufen: “Ich treibe das Bewegtbild voran”, sagt er von sich selbst. Die Kamerausrüstung hat der studierte Media-Manager praktischerweise gleich im Schrank. Kleinere Events filmt Wiegand selbst, für aufwändigere Formate wie das Chefgespräch “In a nutshell” holt er externe Teams. Künftig will Wiegand verstärkt Live-Streams einsetzen.


      Die Otto Group stellt ihren CEO Alexander Birken regelmäßig vor die Kamera – und lässt in in einer Art Talkshow mit Mitarbeitern sprechen. Video-Experte Alexander Wiegand erklärt das Format “In a nutshell”.

      Kommunikationschef Thomas Voigt lässt lustvoll Bewegtbildformate produzieren und findet es gut, dass Unternehmen selbst zu “Sendern und Dialogpartnern” werden. Das sei eben “Teil eines Demokratisierungsprozesses”. Es sei aber “ein Trugschluss”, zu glauben, Unternehmen könnten die Funktion der Medien selbst übernehmen. “Das würde unserem Verständnis einer demokratischen Gesellschaft widersprechen.”

      Hat er Mitleid mit den Medien, die im Niedergang sind? Denen macht Otto das Leben schwer, indem der Händler seine klassische Werbung reduziert, Kunden auf digitalen Wegen direkt anspricht und neuerdings auch noch Werbung auf den Otto-Seiten verkauft – Fachleute nennen es Retail Media. Voigt verneint. “Wir stehen überall im Wettbewerb.” Handelsmarken “monetarisieren ihre Nähe zum Kunden”. Amazon macht es vor. “Wenn Medien nicht willens und in der Lage sind, ihre Communities zu monetarisieren, kann Otto nichts dafür.”

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