Köpfe der Kommunikation

Kai Rose


Status: Kai Rose ist als Co-Erbe des Klambt-Verlags Mitbesitzer zahlreicher Yellows.

Geboren am 23. Januar 1972 in Speyer

Bio: Kai Rose studiert in Nürnberg und Erlangen. Als Diplom-Kaufmann sammelt er anschließend erste Job-Erfahrungen bei Gruner + Jahr, Lycos und web.de. 2002 wechselt Rose in den familieneigenen Klambt-Verlag, wo er zunächst für die Rästelhefte verantwortlich ist. 2006 wird er in sechster Generation geschäftsführender Gesellschafter der gesamten Mediengruppe.

Das Geburtstagskind der Branche im Januar 2018:
Wir graturilieren: Kai Rose wird 46.

Alle Köpfe im turi2-Index unter turi2.de/koepfe

Kai Rose bei turi2:

    • Willkommen im Club: Andreas Lampersbach.

      Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Andreas Lampersbach kommuniziert als Group-Chefsprecher für den Versicherungs­riesen Munich Re. Lampersbach ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Sandra Immoor, Kai Rose und Christian Vollmann.
      turi2.de/koepfe (Profil Lampersbach)

    • turi2 edition #13: Gabor Steingart über Politik und Populismus.


      Canale grande:
      Gabor Steingart will in Berlin der wichtigste Kanal für Politikberichterstattung werden. Der große Welterklärer und Selbstdarsteller spricht in der turi2 edition #13 mit Peter Turi über Populismus, peinlichen Journalismus und Steingarts Platz in der Welt. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen.

      Käpt’n Steingart, sagen Sie als großer Welterklärer und Metaphernschmied uns Leichtmatrosen doch bitte mal: Was war 2020 für ein seltsames Jahr?
      Das Leben wird nach vorne gelebt, aber nach hinten verstanden. Der Satz stammt nicht von mir, sondern von dem dänischen Philosophen Søren Kierkegaard. Aber er ist trotzdem wahr. Und er trifft in besonderer Weise auf dieses Pandemiejahr zu.

      Das heißt? In welche Fahrwasser sind wir geraten?
      Es gibt zur Zeit keine funktionierende Fahrrinne und die Sicht nach vorne ist getrübt. Nebel, überall Nebel. Begleitet vom Gesang der Sirenen, die auch dann Sirenen bleiben, wenn sie sich selbst “Querdenker“ nennen.

      Wo ist die Not am größten?
      Diese Pandemie spaltet in einer nie dagewesenen Weise. Der Staatsdienst dreht mächtig auf und steht dicke da. Er hat Geld, Personal und Executive-Power. Aber überall da, wo Menschen schon vorher in prekären Arbeitsverhältnissen lebten, ist die Not zurückgekehrt. Tagelöhner, Leiharbeiter, Geringqualifizierte und Millionen von Soloselbständigen sind die Verlierer einer wirtschaftlichen Kontraktion, die – durch den doppelten Lockdown verschärft – zu ihrer Aussteuerung führt. Wir erleben den größten Diebstahl von Lebenschancen seit Gründung der Bundesrepublik.

      Was läuft schief auf der MS Deutschland?
      Die heimliche Verehrung von Regierung und Staatsgewalt scheint bei vielen Zeitgenossen im Gencode gespeichert. In der Krise kommt diese autoritäre Prägung durch, leider auch bei vielen Journalisten. Sie trauen sich den Gedanken, dass es anders gehen könnte als von Angela Merkel vorgegeben, gar nicht mehr zu. Jeder Lockdown wird medial wie die Erlösung gefeiert. Zuweilen könnte man meinen, Heinrich Manns “Der Untertan“ wird in der Schule gelesen und im Leben nachgespielt.

      Einspruch! Heinrich Manns Untertan Diederich Heßling ist ein kaisertreuer Opportunist am Ende des Wilhelmismus. Was hat das damit zu tun, dass eine Mehrheit der Deutschen den Regierungskurs in der Pandemie unterstützt?
      “Wie wohl man sich fühlte bei geteilter Verantwortlichkeit und einem Selbstbewusstsein, das kollektiv war.“ So beschreibt Mann den Prototypen des Wendehalses. Der deutsche Opportunismus, leider auch der Opportunismus der Medien, hat das Kaiserreich überlebt; oder wie mein zu früh verstorbener Spiegel-Kollege Jürgen Leinemann zu sagen pflegte: “In der Bundespressekonferenz besitzt ein jeder Kanzler die absolute Mehrheit.“ Damit beschrieb er den selben Sachverhalt, nur höflicher.

      Was läuft super?
      Die Welt kooperiert. Gott sei Dank. Über alle geografischen, politischen und religiösen Grenzen hinweg arbeiten Mediziner, Politiker und Pharmaforscher zusammen, um den Anti-Corona-Impfstoff zu entwickeln, zu produzieren und schließlich zu verteilen. Kein Populist, sondern der wissenschaftlich-technische Fortschritt wird uns retten.

      Viele könnten über 2020 schreiben: Mein Jahr in der Niemandsbucht. Wie war’s für Sie persönlich?
      Ich habe das Jahr nicht nur, aber auch als beglückend empfunden. Weniger Flughafen, mehr Denkraum. Der Familie und dem Aufbau der Firma Media Pioneer hat die Abwesenheit von Routinen gut getan. Die Rituale der gehetzten Gesellschaft vermisst doch kein Mensch.


      Käpt’n Gabor Steingart hält an einem sonnigen Novembertag auf der Spree im Berliner Regierungsbezirk Wache an Bord der Pioneer One. Das “Patrouillenboot eines unabhängigen Journalismus“ (O-Ton Steingart) soll 2021, im Jahr der Bundestagswahl, über Elbe, Rhein, Oder und Inn auf Deutschlandreise gehen. (Foto: Holger Talinski)

      Wie wird 2021?
      Ich hoffe auf ein Jahr der Transformation. Die Welt von gestern verabschiedet sich. Ich freue mich auf die Welt von morgen. Meine Tür ist angelehnt.

      Was ist Ihr mentaler Rettungsring in schweren Zeiten?
      Keine Dramatisierung, bitte. Ich persönlich habe in 2020 keine Sekunde gelitten. Wir erleben eine Gesellschaft in einer historisch einmaligen Extremdrucksituation. Alles wird getestet: Unsere demokratische Verfasstheit, unsere Institutionen, unser Geldsystem, der Bildungskomplex. Es klingt frivol, aber diesem Echtzeitexperiment wohnt ein journalistischer Zauber inne.

      Was haben Sie 2021 vor? Wohin steuern Sie Ihren Spreekahn?
      Sie meinen unsere stolze Pioneer One? Die werden wir in 2021 auch quer durch Deutschland bewegen. Das Patrouillenboot eines unabhängigen Journalismus geht auf Deutschlandreise. Es gibt überall in Deutschland Pioniere, auch entlang von Elbe, Rhein, Oder und Inn. Und es gibt in 2021 überall eine Bundestagswahl.

      Kommen wir mal mental zum Landgang: Ich bewundere den Mut, mit dem Sie sich in neue Abenteuer stürzen und dabei stets das größtmögliche Rad drehen. Zugleich fürchte ich, Sie könnten dem Übermut anheimfallen. Wie unterscheiden Sie Mut, Tollkühnheit und Übermut?
      Ich empfinde das Rad, das wir deutsche Unternehmensgründer insgesamt drehen, nicht als zu groß. In Amerika wurden Google und Facebook erfunden – und hier? Im Medienbereich sehen wir Politico, HuffPost und Axios. Das sollte uns stimulieren und nicht ängstigen. Das Neumacher-Rad in Deutschland ist eher zu klein als zu groß.

      Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #13 – direkt hier im Browser als E-Paper oder bestellen Sie das Buch.

      In welcher der drei Kategorien verorten Sie Ihr Handeln?
      Ich sage, was ich denke und versuche zu liefern, was ich verspreche. Wenn das schon tollkühn ist, dann Gute Nacht, Marie.

      Was wäre in Ihren Augen Übermut?
      Wenn ich mich als Selfmademan bezeichnen würde. Den gibt es nämlich nur als Wort, nicht aber als realexistierendes Wesen. Ich arbeite im Team mit herausragenden Journalisten, mit wunderbaren Technikern und Marketingmenschen und einem CEO, der den Laden und seine Kasse zusammenhält. Mit Axel Springer, die 36 Prozent der Anteile halten, und unseren Leseraktionären, denen zum Ende des Jahres 10 Prozent von Media Pioneer gehören werden, haben wir leidenschaftliche Investoren an unserer Seite. Auch das ist für den gemeinsamen Erfolg eine wichtige Zutat.

      Sie haben Ihren Morgennewsletter mit Podcasts gepimpt und zum Canale Grande der Hauptstadt-Berichterstattung gemacht. Sie fangen gerade erst an, Fahrkarten zu verkaufen. Ist es Mut oder Übermut, bei 50 Mitarbeitern und tiefroten Zahlen jetzt auf 70 Köpfe zu erhöhen?
      Diese “tiefroten Zahlen“ sind das, was man in der Betriebswirtschaftslehre “Investition“ nennt. Wir investieren in einen neuen, unabhängigen, werbefreien Journalismus und haben für das Erreichen der Gewinnzone einen realistischen Businessplan. Ob Sie es glauben oder nicht: Trotz Covid-19 haben wir unsere Auflagen-, Erlös- und Ergebnisziele in 2020 erreicht und teilweise überschritten. Unser Bezahlmodell, das wir im Frühsommer gestartet haben, funktioniert. Das ist die Grundlage für unsere verstärkten Investitionen in 2021.

      turi2.tv: Gabor Steingart im Videofragebogen.

      Sie lieben die amerikanischste aller Business-Philosophien: eine Marke mit Investorengeld groß machen und erst später profitabel. Hat das nicht einen entscheidenden Nachteil?
      Welchen?

      Sie müssen nach und nach Anteile abgeben, Sie sind irgendwann nicht mehr Herr im eigenen Haus.
      Für mich ist das altes Denken. Schon aus biologischen Gründen ist kein Gründer auf Dauer “Herr im Haus“. Jeder sollte schon deshalb über sich hinausdenken. Rudolf Augstein, das nur nebenbei, hatte zuletzt mit 25 Prozent eine starke und vernehmbare Stimme. Bis der Herr ihn rief. Wir sind alle nur Mieter.

      … auf Erden, Amen! Tatsache ist: Springer hat den größten Gesellschafteranteil bei Ihren jungen Pionieren und bei Springer hat die Heuschrecke KKR das Sagen. Die werden schwarze Zahlen von Ihnen verlangen. Sie haben Ihre Freiheit gegen die Kapitänsmütze auf einem Spreeschipper eingetauscht.
      Vorsicht Irrtum: die absolute und relative Mehrheit der Kapitalanteile und damit auch der Sitze im Aufsichtsrat halten der Gründer und sein Management-Team. Und: Ich habe die Freiheit des Privatmannes gegen die Freiheit eines Gründers getauscht; eines Gründers mit professionellen Partnern, mit leidenschaftlicher Mannschaft, mit ehrgeizigen Zielen. Insofern handelt es sich um eine Freiheit mit Verantwortung.

      Wann haben Sie gespürt, dass die Zukunft der Tageszeitung der Morgennewsletter ist und die adäquateste Form des Interviews die Ohrenzeugenschaft?
      Meinen Newsletter habe ich im Jahr 2010 gestartet, nachdem ich als Washington-Korrespondent des “Spiegel“ erlebt hatte, wie Barack Obama mit diesem einfachen, sehr direkten und maximal persönlichen Instrument eine Massenkommunikation gestartet hatte. Heute nennen wir intern Steingarts Morning Briefing ein pre-breakfast-medium, der heimliche Claim lautet: Mehr Tageszeitung braucht kein Mensch. Das ist übertrieben, aber die Rückmeldung, die wir von unseren Leserinnen und Lesern bekommen. Zuweilen erreichen wir mit einem einzigen Briefing eine Million Menschen pro Tag. Der Morning Briefing Podcast ist das perfekte Drive-Time-Medium für mobile Menschen. Hier erzielen wir derzeit fast 800.000 Streams pro Woche. Beide Produkte legen weiter zu.


      Spreekommando: Nahezu lautlos schippert die elektrisch angetriebene Pioneer One zwischen Hauptbahnhof und Reichstag. (Foto: Holger Talinski)

      Was planen Sie an Live-Events post corona?
      Der Live-Journalismus hat eine große Zukunft, weil er den bisher passiven Zuschauer in eine aktive Rolle versetzt. Er ist nicht nur Konsument, sondern auch Produzent. Er undsie schauen zu, hören mit, fragen nach – und widersprechen. Wir erleben in den Medien die Demokratisierung der Demokratie. Wir wollen helfen, diese Partizipation der Bürger zu ermöglichen, auch mit neuen Formaten, gerade im Wahljahr. Wir brechen uns bei dem, was die Amerikaner “Citizen Journalism“ nennen, keinen Zacken aus der Krone, denn die Krone gehört den Bürgern sowieso, auch medial.

      Viele haben Ihre Vermarktungsstrategie nicht verstanden, ich finde sie logisch: Sie bauen eine Bühne, lenken das Scheinwerferlicht auf Ihre Gäste. Das Publikum zahlt nicht dafür, im Zuschauerraum zu sitzen, sondern gelegentlich auf die Bühne zu dürfen. Gabor, der Bühnenvermieter?
      Der Bühnenbauer, würde ich sagen. Derjenige aber auch, der die Bühne anderen überlässt. Die Zeit des medialen Frontalunterrichts ist vorbei.

      Beim “Handelsblatt“ haben Sie Ihren Bühnengästen Live-Event-Pakete und Werbung verkauft, heute lassen Sie sich Strom und Bier spendieren, vergeben sauteure Mitgliedschaften und vermieten Ihren Spreekahn als Event-Location. Völlig in Ordnung, finde ich. Aber warum beschimpfen Sie Kolleg*innen, die Ihr Geld weiter mit Werbung verdienen?
      Ich beschimpfe niemanden, ich glaube nur inzwischen, dass die Werbefinanzierung von Medien keine gute Idee ist. Die Werbeindustrie wird immer dreister in ihrem Anspruch, Redaktion und Werbung zu vermischen. Dem sollten wir Einhalt gebieten. Es dient unserer Glaubwürdigkeit, wenn das Gehalt eines Chefredakteurs nicht zur Hälfte von Daimler, Deutsche Bank, Aldi und Unilever stammt. Wir sind keine Influencer. Es stärkt die geistige, die innere Beziehung zu den Lesern, Hörern und Zuschauern enorm, wenn wir nur für sie arbeiten. Das setzt allerdings voraus, dass wir ehrlich mit ihnen kommunizieren – auch über die Kosten des Qualitätsjournalismus.

      Einspruch! Sie verkaufen Ihr spezielles Geschäftsmodell als das einzig richtige und werten Kolleg*innen ab, die ein anderes haben. Was zum Beispiel ist falsch daran, dass turi2 eine Bühne baut, auf der kluge Köpfe die Zukunft der Kommunikationsgesellschaft diskutieren – und das mit sauber gekennzeichneter Werbung finanziert?
      Wir sollten nicht drumherum reden und auch nicht drumherum denken: Das klassische Werbegeschäft ist seit mehr als einer Dekade rückläufig, die Printanzeige verliert an Bedeutung, die Online-Werbung konnte das bisher nicht kompensieren. Das ist Fakt Nummer 1. Fakt Nummer 2: ein zunehmend selbstbewusstes Publikum mag die Werbung nicht und gibt uns darauf deutliche Hinweise, zum Beispiel durch Werbe-Blocker. Im Podcast ist die von Journalisten verlesene Werbung eine einzige Peinlichkeit. Wir sollten von den Demokraten in den USA lernen, die sich von den großen Spendern losgesagt haben – kein big oil, kein big pharma und nicht mehr die fat cats der Wall Street. Stattdessen nur noch die Unterstützung von Wählerinnen und Wählern. Das hat mich überzeugt.

      Wann haben Sie bemerkt, dass Sie zu Höherem berufen sind?
      Der Mensch hat sich mit der Aufklärung aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit befreit, sagt Kant. Damit hat er, Kant, uns – auch Sie übrigens – zu Höchstem berufen, nämlich zur Mündigkeit. Diesem Imperativ sollten wir beide versuchen, gerecht zu werden. Meine Kollegin Chelsea Spieker sagt: “Go big or go home.“

      Mir hat ein Ex-Chefredakteur aus Düsseldorf mal eine Anekdote aus den späten 80er Jahren erzählt. Die erste Frage des damaligen Journalistenschülers Gabor Steingart beim ersten gemeinsamen Kantinenessen lautete: Wie wird man Chefredakteur?
      Ich liebe diese Frage bis heute. Ich frage einen VW-Chef, “wie wird man VW-Chef“ und einen Chefarzt “wie wird man Chefarzt“? Von nichts versteht der Chefredakteur mehr, als davon, wie er es geschafft hat. Auch mein damaliger Gesprächspartner in der Kantine sprudelte beglückt vor sich hin.

      Was hat die Erkenntnis, dass Sie deutlich schneller und präziser denken und formulieren als die anderen, mit Ihnen gemacht?
      Ich kenne viele, die präzise denken, die es verstehen, schnell und scharf zu formulieren. Auch viele Nicht-Journalisten. Angefangen bei der Kanzlerin bis hin zu meinen drei Kindern. Ich habe nicht das Gefühl von Singularität, leider.

      Ein schneller Kopf neigt dazu, zu überziehen. Kennen Sie das bei sich?
      Klar überziehe ich auch, immer wieder und immer wieder gern. Ich mag mich nun mal ungern bremsen lassen, auch wenn der Konformitätsdruck zum Teil enorm ist. Es gibt eine ganze Spezies von Medienmenschen, die wissen ganz genau, was man nicht denken und nicht sagen darf. Die Folgekosten meiner Unbotmäßigkeit trage ich mit Fassung.

      Der viel zu früh verstorbene Johannes Groß hat einmal gesagt: “Die Grundregel des Journalismus lautet: erst vereinfachen, dann übertreiben.“ Folgen Sie dieser Regel?
      Ich mag den Satz von Einstein lieber: “Mache die Dinge so einfach wie möglich. Aber nicht einfacher.“

      Bekennen Sie sich schuldig, gelegentlich zu viele, zu starke, manchmal widersprüchliche Sprachbilder zu verwenden?
      Verantwortlich, nicht schuldig.

      Verantwortlich auch dafür, manchmal zu viel emotionale Sauce und kitschige Musik über Ihren Content zu gießen?
      Noch einmal: verantwortlich, nicht schuldig.

      Waren Sie nicht eine Weile in Gefahr, im Morning Briefing zu überziehen? Erst war Corona nur ein Medienphänomen, eine Grippe, plötzlich hatte die Bundesregierung die Menschheitsbedrohung verpennt.
      Oh, dieser Frage liegt ein dickes Missverständnis zugrunde: Positionen werden bei mir nicht verkündet, sondern gesucht. Und alle sind dabei und suchen mit. Nur wer das Morning Briefing als Gedankensplitter liest, als Fragment, als gemeinsame Dehnübung für den Kopf, der trägt einen Gewinn davon. Alle anderen werden sich immer nur ärgern.

      Sagen Sie manchmal mit Adenauer: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?
      Ich sage mit Keynes: Wenn sich die Fakten ändern, dann ändere ich meine Meinung.

      Sie werden geliebt oder gehasst – es gibt wenig dazwischen. Wann immer Sie bei turi2 auftauchen, sind Sie der meistgeklickte Link. Zu Recht?
      Ich glaube schon: Bei mir wissen Ihre Leserinnen und Leser, der serviert keine von anderen vorgedachte Konserve, sondern der denkt und würzt noch selber. So gesehen bin ich ein Bio-Journalist.

      Welcher Vorwurf trifft Sie?
      Wenn einer schreibt, der Steingart sei langweilig.

      Welcher gar nicht?
      Wenn einer sagt: Gabor, damit stehst du aber alleine da. Für mich ist der natürliche Platz eines Journalisten der zwischen den Stühlen.


      (Foto: Holger Talinski)

      Alle Geschichten aus der turi2-edition #13 lesen: turi2.de/edition13

    • turi2 edition #13: 20 junge Journalist*innen, die uns 2020 aufgefallen sind.

      1. Mona Ameziane
      Jahrgang 1994, ist die Elke Heidenreich der Insta-Welt. Funk zieht ihrem Literaturkanal “Stories“ Ende 2019 den Stecker. Die gleichnamige Büchersendung läuft auf 1Live weiter – und gibt Autor*innen die Bühne, die sie 2020 coronabedingt nicht betreten dürfen. Auf ihrem privaten Instagram-Account rezensiert und empfiehlt Ameziane nach wie vor Bücher. 16.000 Menschen folgen ihr dort.

      2. Aminata Belli
      Jahrgang 1992, talkt seit 2020 “deep und deutlich“ für den NDR. Für Funk geht sie auf YouTube mit der Marine auf U-Boot-Tauchfahrt, begleitet eine Studentin ans Grab der ermordeten Schwester und kuschelt mit Fremden. Im Black-Lives-Matter-Jahr gibt die Moderatorin zu Protokoll, dass sie People of Color im deutschen TV vermisst.

      3. Shammi Haque
      Jahrgang 1993, startet als feministische Bloggerin in Bangladesch. Als sie wegen ihrer Texte und Posts bedroht wird und um ihr Leben fürchten muss, geht sie 2015 ins deutsche Exil. Nach einem Springer-Volo fängt sie 2020 fest bei “Bild“ an – und schreibt dort über Geflüchtete oder Islamismus in Europa.

      4. Esra Karakaya
      Jahrgang 1991, macht mit Karakaya Talk die diverseste Talkshow Deutschlands, bis ARD und ZDF sie 2020 canceln. Dann räumt das Format den Grimme Online Award ab. Jetzt trommelt Karakaya um Crowd-Geld, damit Gäste wieder bei einem Glas Çay über Politik und Privilegien diskutieren können.

      5. Levin Kubeth
      Jahrgang 1998, ist Medienjournalist der Gen Z. In seinem Podcast “Unter Zwei“ führt er lehrreiche Gespräche mit Vertreter*innen von “Tagesschau“ oder “Bild“ – wenn er nicht gerade Uni-bedingt pausiert. Dass der “Spiegel“ den Titel abgekupfert hat, hält Kubeth hoffentlich nicht davon ab, bald wieder neue Folgen aufzunehmen.

      6. Nhi Le
      Jahrgang 1995, macht zu Beginn der Pandemie lautstark auf Corona-Rassismus gegen asiatische und asiatisch gesehene Menschen aufmerksam. Le, die in Thüringen aufgewachsen ist, übt auch sonst intelligent-fundierte Gesellschaftskritik. Zum Beispiel in ihrer Kolumne “The Female Gaze“ für das junge “Süddeutsche“-Angebot Jetzt.

      7. Yasmine M‘Barek
      Jahrgang 1999, bloggt als Teenie über Mode und mausert sich zur Politik-Podcasterin. Heute gießt sich die Studentin in jeder Folge frischen “Polittee“ ein – und erklärt, analysiert, prognostiziert. M’Barek, die auch frei für die “Zeit“ schreibt, schafft es, selbst den Streit um den CDU-Vorsitz locker und verständlich aufzudröseln.

      8. Sebastian Meineck
      Jahrgang 1992, wühlt sich erst für “Vice“ durch Pornoseiten und rechte Telegram-Gruppen. Heute baut er den YouTube-Kanal “So Many Tabs“ für Funk auf, der sich mit Meinecks Spezialgebiet beschäftigt: Technik. In seinem Newsletter stellt er etwa Tools für Instagram-Recherchen vor.

      9. / 10. Niklas Münch und Tobias Hausdorf
      Jahrgang 1990 (links) und 1993 (rechts), podcasten bei “Hinter den Zeilen“ kurzweilig über und für den Journalismus-Nachwuchs, sprechen dabei über Ausbildungswege und ziehen Lehren aus ihren eigenen missglückten Interviews. Ausgebildet werden die beiden an der Evangelischen Journalistenschule in Berlin.

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      11. Marvin Schade
      Jahrgang 1990, gründet 2020 mit Matthias Bannert Medieninsider und haut dort seither Exklusivmeldungen raus, die die Branche liest. Chefredakteur Schade geht mit dem Selbstbewusstsein seines Ex-Chefs Steingart vor. Doch das braucht es bekanntlich, um einen Mediendienst hochzuziehen.

      12. Eva Schulz
      Jahrgang 1990, führt unter dem Dach von ARD und ZDF immer noch smarte Talks mit coolen Leuten. (Notiz an ARD-Programmdirektor Volker Herres: Das geht auch ohne Kai Pflaume.) 2020 gewinnt Schulz mit “Deutschland 3000“ den Deutschen Podcast Preis als beste Interviewerin.

      13. Hannah Schwär
      Jahrgang 1992, recherchiert für Springers Business Insider eifrig in der Startup- und Wirtschaftswelt. Mit ihrem Vize-Chef Kayhan Özgenç springt Schwär Ende 2020 auf den True-Crime-Podcast-Zug und bespricht seitdem in “Macht und Millionen“ berühmte Wirtschaftsverbrechen.

      14. Judyta Smykowski
      Jahrgang 1989, schreibt für das Online-Magazin “Die neue Norm“ über Menschen mit Behinderung. Für sie fordert die Journalistin, die selbst im Rollstuhl sitzt, mehr mediale Sichtbarkeit. Ihr hehres Ziel: das Thema “raus aus der Charity- und Wohlfahrtsecke“ und in die “Mitte der Gesellschaft“ zu holen.

      15. Oskar Vitlif
      Jahrgang 1996, versorgt als Stellen-Guru junge Journalist*innen per Newsletter alle zwei Wochen mit Jobangeboten für Praktikum, Volo und Berufseinstieg. Vitlif ist freier Journalist, u.a. im TikTok-Team der “Tagesschau“. Außerdem coacht er WDR-Volos in Sachen Social Media.

      16. Vanessa Vu
      Jahrgang 1991, erklärt Politik und Publikum bei Anne Will im November 2020, warum Deutschland bei der Corona-Politik versagt – und was Länder in Südostasien besser machen. Über ihre vietnamesischen Wurzeln podcastet die “Zeit“-Journalistin mit Minh Thu Tran bei “Rice and Shine“.

      17. Sara Weber
      Jahrgang 1987, steigt 2020 zur Leiterin der Linked-in-Redaktion in Deutschland und Benelux auf. Kuration ist ihr Tagesgeschäft. Dabei beschäftigt sich die deutsch-amerikanische Netzwerk-Expertin thematisch vor allem mit Digitalisierung, Arbeitswelt und Diversität.

      18. Peter Wilke
      Jahrgang 2001, traut sich im Spätsommer was für “Bild“ und berichtet von einer Anti-Corona-Demo in Berlin. Der Springer-Volo kassiert viel Twitter-Häme, als er in der Live-Schalte einen Herrn namens Harry Krischner hinter dem Mantra “Hare Krishna“ vermutet. Shit happens!

      19. Hengameh Yaghoobifarah
      Jahrgang 1991, ruft mit einer trashigen Polizei-Kolumne Horst Seehofer und die Werte-Wächter der “Welt“ auf den Plan. Presserat und Staatsanwaltschaft lassen den Text stehen. Die “taz“ kostet er Genoss*innen. Yaghoobifarah modelt danach für Luxusklamotten.

      20. Xifan Yang
      Jahrgang 1988, schreibt aus Peking für die “Zeit“. Mit einer Reportage über eine chinesische Pflegerin, die in Deutschland ihr Job-Glück sucht, aber auf einer Demenzstation Windeln wechseln muss, gewinnt Yang 2020 den Reporterpreis. Auf Twitter teilt sie Eindrücke ihres Korrespondentinnen-Lebens zwischen China und Deutschland. Folgenswert!

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    • turi2 edition #13: 21 Frauen, die wir 2021 im Auge behalten.

      1. Marylyn Addo
      Andere Promis ihrer Zunft zoffen sich mit der “Bild“ oder machen wirre PR-Stunts. Marylyn Addo steuert ohne viel Krach, aber mit viel Kompetenz durch die Krise. Die Hamburger Infektiologin hat schon an einem Impfstoff gegen Ebola geforscht. Jetzt ist ein Corona-Mittel dran. 2020 wird sie für ihre Arbeit als Medizinerin des Jahres ausgezeichnet. Chapeau!


      2. Sahra Al-Dujaili
      Dass sie jungen Leuten selbst Staubsauger per Insta-Story vermitteln kann, hat Sahra Al-Dujaili schon beim Versandhändler Otto bewiesen. Als neue Markenchefin bei TikTok bleiben lustige Hochkant-Videos ihr Job. Die Viral-Karriere von Dyson kann also kommen. Kätzchen oder Hundewelpen auf Saugrobotern funktionieren im Zweifel immer.


      3. Lilly Blaudszun
      Die 19-jährige Ostdeutsche wird als Zukunftshoffnung der SPD gehandelt. Lilly Blaudszun postet Selfies mit Manuela Schwesig und Frank-Walter Steinmeier, der sie mit 15 für die SPD gewann. 2021 wird Blaudszun die SPD-Spitze im Bundestagswahlkampf beraten – Social Media kann sie schon mal.


      4. Niddal-Salah Eldin
      Die Internet-Kriegerin springt zurück: Niddal Salah-Eldin wird nach dpa-Exkurs und Elternzeit die neue FreeTech Academy von Springer leiten. Als Schulleiterin darf die Fachfrau fürs Innovative weiter interdisziplinär denken – und Brücken zwischen Journalismus- und Tech-Azubis bauen.


      5. Mala Emde
      Sie verkörpert zuerst Anne Frank, verarztet dann in “Charité“ ihre Nazi-Sympathien. 2020 spielt die 24-Jährige eine Jura-Studentin, die ins linksradikale Milieu gerät. Der Film “Und morgen die ganze Welt“ ist 2021 Oscar-Kandidat. Egal, wer gewinnt: Den Namen Mala Emde merken wir uns.


      6. Belén Garijo
      Anfang der 80er geht Belén Garijo in Madrid demonstrieren, weil sie Medizin studieren will. Kämpfen ist ihr Ding: Den lädierten Pharma- und Chemie-Konzern Merck saniert sie erfolgreich. Die Belohnung fällt üppig aus: 2021 wird Garijo Merck-Boss und damit einzige Dax-Vorstandschefin.


      7. Susanne Glasmacher
      Die RKI-Sprecherin hat in 20 Jahren viel gesehen: EHEC, SARS, Ebola. Dann kommt das Corona-Virus – und mit ihm Hunderte Presseanfragen pro Tag. Wir drücken Glasmacher die Daumen, dass bald wieder bessere Zeiten kommen. Auch sportlich: Ihr Lieblingsclub ist der 1. FC Kaiserslautern.


      8. Alice Hasters
      Der Augenöffnerin in Sachen Feminismus und afrodeutscher Identität kann Dieter Nuhr nix anhaben: Alice Hasters spricht aus, “was weiße Menschen nicht hören wollen, aber wissen sollten“. Hasters ist Buchautorin, Podcasterin – und neuerdings Geschichtenerzählerin bei DLF Nova.


      9. Dunja Hayali
      Anfeindungen gegen ihre Person veröffentlicht die “Jeanne d’Arc des ZDF“ konsequent auf Social Media –und zieht gegen Hass-Kommentator*innen auch mal vor Gericht. Allein 2020 bekommt Hayali drei Preise für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus und Rassismus. To be continued in 2021.


      10. Korinna Hennig
      Die studierte Germanistin wird 2020 mit ihrem mehrfach ausgezeichneten NDR- und Drosten-Podcast “Coronavirus-Update“ bekannt. Auch wenn sich alle wünschen, bald keine Corona-Updates mehr zu brauchen: Auf weitere gute Wissenschafts-Podcasts von Hennig und ihrem Team freuen wir uns.

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      11. Carolin Kebekus
      Bergisch-Gladbach hat Heidi Klum hervorgebracht – und Carolin Kebekus. Shoppen und Prosecco? Lieber Bier und Mett. Kebekus kann deutlich mehr als nur witzig sein: Sie nutzt ihr Standing, um auf Geschlechterungleichheit aufmerksam zu machen und positioniert sich gegen Rechts.


      12. Katja Krasavice
      Die selbsternannte “Boss Bitch“ zeigt ihren 2,5 Mio Insta-Fans tiefe Dekolletees und viel Silikon. In ihren Songs besingt Katja Krasavice Sexpraktiken. Ihre “Bitch Bibel“ wird “Spiegel“-Bestseller. Zu einer Feministin macht sie, dass sie trotz einiger devoter Zeilen voll auf Selbstbestimmung setzt.


      13. Ninia LaGrande
      In kurzer Zeit viel sagen – Ninia “LaGrande“ Binias, 1,40 groß, beherrscht diese Kunst meisterhaft. Binias slammt Poesie und podcastet für Aktion Mensch über Inklusion. Seit 2020 ist sie YouTube-Reporterin für “Wiso“. Taktvoll, aber schlagfertig – eine Frau mit “Rampensau-Gen“, der wir gerne weiter folgen.


      14. Joana Mallwitz
      2020 ist Mallwitz die erste Frau in der Geschichte der Salzburger Festspiele, die eine Oper dirigieren darf. Publikum und Kritik umjubeln das Orchester-Wunderkind. Noch wichtiger: Die Musiker*innen unter ihrem Taktstock schätzen sie – als disziplinierte Arbeiterin mit tiefem Musik-Verständnis.


      15. Mai Thi Nguyen-Kim
      Dass Chemie und YouTube eine gute Kombi sind, beweist Nguyen-Kim 2020 ein für alle Mal: Ihr Corona-Video geht durch die Decke. Für ihre Arbeit gibt es das Bundesverdienstkreuz. Von Nguyen-Kim lernen wir, wie die Welt funktioniert. Und dass die Politik auch auf YouTuber*innen ohne blaue Haare schaut.


      16. Samira El Ouassil
      Sie nennt sich “Cheerleaderin der Medienwelt“. Anfeuern tut El Ouassil mit klugen, scharfen Analysen in Medien und Politik. Die Alleskönnerin mit einem IQ über 130 war mal “Partei“-Kanzlerkandidatin. Ihre politischen Ambitionen sind hoffentlich Geschichte. Wir brauchen sie in der Medienkanzel.


      17. Sophie Passmann
      Die Autorin fordert “Body-Gleichgültigkeit“ statt Schlankeitswahn und versucht schon mal, einem Drogendealer ein Praktikum anzudrehen. 2020 fällt sie auf, als sie für Joko und Klaas durch “Männerwelten“ führt. Damit setzt sie ein starkes Zeichen gegen sexuelle Gewalt an Frauen.


      18. Verena Pausder
      Die Frontfrau der deutschen Digitalwirtschaft kämpft dagegen, dass AG-Vorstände ihr Mandat niederlegen müssen, wenn sie Kinder bekommen. Als Nichte und Urenkelin zweier Ex-Bundespräsidenten ist ihr eigener Wechsel in die Politik nur noch eine Frage der Zeit: Pausder dürfte 2021 erstmals mit Parteibuch in der Hand anzutreffen sein.


      19. Andrea Petkovic
      Weil sie nicht aufs Tennisspielen reduziert werden will, wird Andrea Petkovic ZDF-Moderatorin und Buchautorin. Eine Zeit lang zählt sie zu den besten Spielerinnen der Welt. Mit dieser Karriere soll 2021 Schluss sein. Auf die Zeit danach ist sie vorbereitet: Der Aufschlag in der Medienwelt ist gemacht.


      20. Dörte Spengler-Ahrens
      Auf ihre erste ADC-Kongress-Party schmuggelt sich Spengler-Ahrens noch über das Klofenster. Seit 2020 ist sie Präsidentin des Kreativclubs – als erste Frau im Amt. Verdient: Spengler-Ahrens engagiert sich seit 18 Jahren in dem Verein. Ihr Motto: “Ich schmecke nicht nur ab, ich koche auch!“


      21. Katja Wildermuth
      Vom MDR zum NDR und zurück geht es für Katja Wildermuth in mehr als 25 Jahren öffentlich-rechtlicher Karriere. Vorläufiger Reise-Höhepunkt: der BR, für den sie 2021 als erste Intendantin antritt. Die Journalistin kündigt an, den Sender “möglichst plural“ aufzustellen. Wir wünschen möglichst viel Erfolg dabei.

      Alle Geschichten der turi2 edition #13 lesen: turi2.de/edition13

    • turi2 edition #13: 21 Video-Kanäle, auf die wir 2021 ein Auge werfen.

      Aurel Original
      punktet auf Instagram mit Videos und Memes über Alltagssituationen, aber auch Themen wie Gleichstellung und Polizeigewalt. Comedian Aurel Mertz hat Humor. Wir trauen ihm Großes zu.
      @aureloriginal

      Browser Ballett
      schafft 2020 den Sprung von YouTube und Instagram in die ARD. Zurecht. Satire ist Programm, das verraten schon Videotitel wie „Boulevard ist Krieg“ und „Rettet die Arier!“.
      @browserballett

      DAZN
      macht Videos in Endlosschleife. Das kann nicht nur die „Tagesschau“: Auf TikTok teilen die Streamer Fußballmomente und nehmen die Kreisliga aufs Korn („Jeder kennt diesen Spieler…“).
      @dazn_de

      Ehrenpflaume
      ist der YouTube-Name von Kai Pflaume, nach Oli Geissen unverwüstlichster Moderator Deutschlands. Er verbringt regelmäßig „einen Tag mit“ Sternchen – etwa Fitness-Ikone Pamela Reif.
      @ehrenpflaume

      The Fitness Marshall
      bringt sogar die Lockdown-geschwächtesten Couch-Potatoes wieder in Form. Caleb Marshall lehrt via YouTube ganze Tanz-Choreographien zu angesagten Popsongs.
      @thefitnessmarshall

      Max Foster
      ist einer von wenigen Journalist*innen, die sich an TikTok herantrauen: Der Londoner CNN-Korrespondent erklärt Politikgeschehen und Medien, während er lustig Playback singt.
      @maxfostercnn

      Journalistic Pioneers
      checkt auf YouTube Journalismus-Startups, die an neuen Erzählformen und Geschäftsmodellen schrauben. Bisher unter anderem mit dabei: The Story Market aus München.
      @journalisticpioneers

      Last Week Tonight
      klotzt mit Kult-Moderator John Oliver. Die Satire-Show kommentiert die jüngsten (US-) Nachrichten auch auf YouTube – wobei Donald Trump bisher die Steilvorlagen für Witze bot.
      @LastWeekTonight

      MIZ Babelsberg
      interessiert sich jüngst vor allem für Künstliche Intelligenz im Journalismus. Kurze Ein- bis Zweiminüter auf YouTube erklären Machine Learning – oder die Frage, was eine KI ausmacht.
      @MIZBabelsberg

      National Geographic
      achtet als YouTube-Institution auf Ordnung: Bis Mittwoch laufen Natur und Umwelt, donnerstags Naturwissenschaften, freitags Fun Facts. Am Wochenende gibt’s Reisen und Abenteuer.
      @NatGeo

      Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #13 – direkt hier im Browser als E-Paper oder bestellen Sie das Buch.

      The Nerdwriter
      macht YouTube-Feuilleton vom Feinsten. Evan Puschak erklärt zum Beispiel, warum Mr. Bean Meister der Körperkomik oder „Das Nachtcafé“ van Goghs hässlichstes Bild ist.
      @Nerdwriter1

      Netscripter
      alias Frank Krause dreht für YouTube unregelmäßig, dafür mit Liebe. Solide recherchiertes TV-Wissen zum Rundfunkbeitrag findet ebenso Platz wie die Frage, was ein Piratensender ist.
      @netscripter

      Die News-WG
      des BR erklärt bei Instagram Politik in Bildern und 15-Sekunden-Häppchen. Ob Brexit, Moria oder Corona-Impfstoff: Über 100.000 Abonnent*innen verfolgen das WG-Leben.
      @news_wg

      OnionDog
      ist ein heißer YouTube-Tipp für heimliche Trash-TV-Gucker: Die besten Ausschnitte von „Bauer sucht Frau“ oder „Bachelorette“ werden kommentiert. Fremdschämen nicht ausgeschlossen.
      @OnionDog

      Pasta Grannies
      Kochen mit Oma, Italian Style: Oft über 90-jährige Großmütter zeigen auf YouTube ihre gut gehüteten Traditionsrezepte – auf Italienisch, aber mit englischen Untertiteln. Buon Appetito!
      @PastaGrannies

      Quer
      ist ein satirisches TV-Format des BR. Für alle Menschen nördlich des Weißwurstäquators gibt es auf dem gleichnamigen YouTube-Channel ganze Folgen und Clips zu Kuriosem aus dem Freistaat.
      @quer

      So many Tabs
      von Funk dröselt auf YouTube kompakt die Technik-Fragen auf, die wir alle haben: Was weiß Netflix über mich? Und hört Instagram mich für passende Werbung etwa heimlich ab?
      @somanytabs

      Useful Charts
      analysiert Herrschergeschlechter – von Preußen bis Ägypten. Römische Kaiser oder die Charaktere von „Game of Thrones“: Alles lässt sich auf YouTube in einen Stammbaum packen.
      @UsefulCharts

      Varion
      heißt eigentlich Florian Kiesow und ist gelernter Metallbauer. Seinen Job hängte er für kurze Sketch-Videos auf YouTube an den Nagel. Mit Erfolg: Er hat fast 1,5 Millionen Abonnent*innen.
      @Varion

      Ranga Yogeshwar
      hat in ein Studio für YouTube-Produktionen investiert und gibt zu, dass er die Plattform noch nicht ganz verstanden hat. Wir freuen uns trotzdem auf spannende Wissenschafts-Themen.
      @rangayogeshwar

      Zapp – Das Medienmagazin
      bereichert seit 2002 die deutsche Medienberichterstattung. Zu finden ist Zapp nicht nur im linearen TV, sondern – klar – auch auf YouTube. Old but gold und immer wieder sehenswert.
      @Zapp

      Alle Geschichten der turi2 edition #13 lesen: turi2.de/edition13

    • Klambt lässt sich künftig weitgehend von Burda vermarkten.

      Klambt lässt die Anzeigen seiner Zeitschriften und digitalen Plattformen künftig vom Burda-Vermarkter BCN vermarkten. Dazu zählen Titel wie z.B. “Für Sie”, “Jolie”, “OK” und OK.de. Nur “Grazia” und Graziamagazin.de sind nicht Teil der Kooperation. Die BCN-Geschäftsführer Burkhard Graßmann und Michael Samak gestalten die Kooperation gemeinsam mit der bisherigen Klambt-Sales-Leitung Jan Magatzki und Carmen Kleinfeldt.

      Bei BCN wird im Bereich “Publisher Management” ein eigenes Team für Klambt in Hamburg entstehen. Die Klambt-Verleger Kai und Lars Rose führen Burdas “klares Bekenntnis zu Printmedien-Marken und deren Bedeutung für den Leser- und Werbemarkt” als verbindendes Element beider Unternehmen an. Im September war bekannt geworden, dass beide Verlage eine Trading-Vereinbarung auf Probe geschlossen haben, bei der BCN Media von Klambt an seine Kunden weiterverkauft.
      burda.com, turi2.de (Background)

    • turi2 Termin-Tipp: Gamescom, Werbewirkungsgipfel, Campfire.


      turi2 Termin-Tipp: Die Gamescom diskutiert über staatliche Subventionen für die Spielebranche, der Werbewirkungsgipfel von “Horizont” spricht über die Trends der Werbeforschung, Correctiv und die “Rheinische Post” laden zum Campfire-Festival für Journalismus ein. Das sind unsere drei Termin-Tipps für die kommenden zwei Wochen. Außerdem werfen wir einen Blick über den Sommer hinaus und schlagen Ihnen 38 Veranstaltungs-Highlights aus dem September vor – zum Vernetzen, Weiterbilden und Feiern. Alle Termine für das restliche Jahr finden Sie auch auf turi2.de/termine.

      20. bis 24. August: Gamescom
      Veranstalter: Koelnmesse
      Köln
      gamescom.de

      29. bis 30. August: “Horizont” Werbewirkungsgipfel 2019
      Veranstalter: “Horizont”
      Frankfurt
      conferencegroup.de

      31. August bis 1. September: Campfire – Festival für Journalismus und neue Medien
      Veranstalter: Correctiv, “Rheinische Post”, Stadt Düsseldorf
      Düsseldorf
      campfirefestival.org

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      Die Wissenschaftlerin Zeynep Tufekci (UNC) eröffnet in diesem Jahr die MEDIENTAGE MÜNCHEN (23.-25.10. im ICM). Im Programm diskutieren Expert*innen über TV- & Streaming-Trends, Audio & Podcasts, Medien- & Netzpolitik, Journalism, Künstliche Intelligenz, Publishing und Werbung & Marketing. Infos & Anmeldung.

      – September 2019 –

      2. September: Best of CMCX
      Veranstalter: Contilla GmbH
      Köln
      cmx.com

      3. September: manager lounge mit Christoph Seeger, Chefredakteur “Harvard Business” und Jennifer & Christoph Behn, Gründer der Kartenmacherei
      Veranstalter: manager lounge, Businessclub des “manager magazins” und “Harvard Business Manager”
      Frankfurt am Main
      xing-events.com

      5. September: Mailingtage 2019
      Veranstalter: Ariane Rieger Medienberatung
      Frankfurt am Main
      mailingtage.de

      5. bis 6. September: VDZ Distribution Summit
      Veranstalter: VDZ Akademie
      Hamburg
      vdz-akademie.de

      5. bis 9. September: Dokumentarfilme drehen für Einsteiger_innen (Seminar)
      Veranstalter: Friedrich-Ebert-Stiftung
      Hamburg
      fes.de

      6. September: 11. “Zeit” Wirtschaftsforum
      Veranstalter: Convent Kongresse GmbH
      Hamburg
      zeit-wirtschaftsforum.de

      6. bis 11. September: Ifa – Internationale Funkausstellung
      Veranstalter: Messe Berlin
      Berlin
      ifa-berlin.de

      9. September: DLD Europe
      Veranstalter: Burda
      Brüssel
      dld-conference.com

      9. September: Digitalradiotag 2019
      Veranstalter: Die Medienanstalten ALM GbR
      Berlin
      die-medienanstalten.de

      11. bis 12. September: Dmexco
      Veranstalter: Koelnmesse GmbH
      Köln
      dmexco.de

      12. September: Zahltag für den Journalismus?!
      Veranstalter: Landesanstalt für Medien NRW
      Köln
      medienanstalt-nrw.de

      12. September: 7. VDZ Umsatzsteuertag 2019
      Veranstalter: VDZ Akademie
      Berlin
      vdz-akademie.de

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      Der Vertrieb der Zukunft – am 5.&6.09 auf dem VDZ Distribution Summit
      Mit Stefan Buhr (FAZ), Tobias Henning (Bild), Sigrun Kaiser (Blue Ocean), Kai Rose (Klambt), Florian Rothfuss (Porsche), Enrique Tarragona (Zeit), Dr. Karl Ulrich (Süddeutscher Verlag), Oliver Wurm und vielen mehr – jetzt anmelden!

      12. bis 13. September: Kommunikationskongress
      Veranstalter: Bundesverband deutscher Pressesprecher
      Berlin
      kommunikationskongress.de

      14. September: Besser Online Kongress
      Veranstalter: DJV
      Leipzig
      besser-online.info

      Logo-turi2tv-150 turi2.tv17. bis 18. September: Grosso-Jahrestagung
      Veranstalter: Bundesverband Presse-Grosso
      Wiesbaden
      pressegrosso.de

      17. bis 18. September: Digital Leader Camp
      Veranstalter: Handelsblatt Fachmedien
      Berchtesgaden
      fachmedien.de

      18. September: Screenforce Planning Summit
      Veranstalter: Screenforce Gattungsmarketing
      München-Ismaning
      screenforce.de

      18. September: “Zeit” Ideengipfel – Wissen für die Welt
      Veranstalter: Convent Kongresse GmbH
      Berlin
      convent.de

      18. September: manager lounge mit Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de
      Veranstalter: manager lounge, Businessclub des “manager magazins” und “Harvard Business Manager”
      München
      manager-lounge.com

      18. bis 19. September: DLD Tel Aviv
      Veranstalter: Burda
      Israel, Tel Aviv
      dld-conference.com

      19. September: Künstliche Intelligenz in der Gesundheitsforschung – German Angst oder American Dream
      Veranstalter: manager lounge, Businessclub des “manager magazins” und “Harvard Business Manager”
      Hamburg
      manager-lounge.com

      19. September: Innovation Day Food
      Veranstalter: G+J EMS
      gujmedia.de

      19. September: Google Cloud Summit
      Veranstalter: Google
      München
      docs.google.com

      19. bis 20. September: Next Conference
      Veranstalter: Faktor 3
      Hamburg
      nextconf.eu

      19. bis 20. September: Deutscher Druck- und Medientag
      Veranstalter: Bundesverband Druck und Medien
      Berlin
      bvdm-online.de

      20. bis 21. September: Creative Bureaucracy Festival
      Veranstalter: “Tagesspiegel”-Verlag
      Berlin
      creativebureaucracy.net

      20. bis 22. September: Gorus Atelier – Das Festival der Selbstvermarktung
      Veranstalter: Gorus Media
      Konstanz
      gorus-campus.de

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      Botschaften, die etwas bewegen: Schauen Sie sich hier dieses redaktionelle Video-Interview an – wie schon über 14.000 Menschen vor Ihnen. Es kam auch deshalb zustande, weil ein kluger Kopf es durch eine Bannerschaltung ermöglicht hat. Wie auch Ihr Agendasetting digital, viral und nachhaltig funktioniert, erklärt turi2 Ihnen hier: turi2.de/tv

      24. September: Influencer-Marketing-Konferenz Inreach
      Veranstalter: Territory
      Berlin
      inreach.com

      24. September: Innovation Day Living
      Veranstalter: G+J EMS
      gujmedia.de

      25. September: Scoopcamp 2019
      Veranstalter: nextMedia.Hamburg, Standortinitiative Hamburger Medieninnovation, dpa
      Hamburg
      scoopcamp.de

      25. September: Bei LinkedIn zu Gast: Die Struktur der Geschwindigkeit – Wie funktionieren digitale Organisationen?
      Veranstalter: “manager magazin” Business Club
      München
      manager-lounge.manager-magazin.de

      25. September: Serviceplan Innovationstag
      Veranstalter: Serviceplan
      München
      innovationstag.de

      Logo-turi2tv-150 turi2.tv25. bis 26. September: Boma Germany Summit
      Veranstalter: Boma Germany
      Berlin
      boma.global

      25. bis 29. September: Global Investigative Journalism Conference
      Veranstalter: Netzwerk Recherche
      Hamburg
      netzwerkrecherche.org

      Logo-turi2tv-150 turi2.tv26. September: AGF Forum
      Veranstalter: AGF Videoforschung
      Frankfurt am Main
      agf.de

      Logo-turi2tv-150 turi2.tv26. September: Innovation Day Finance
      Veranstalter: G+J EMS
      gujmedia.de

      26. September: “FAZ”-Kongress – Zwischen den Zeilen
      Veranstalter: “FAZ”
      Frankfurt am Main
      fazkongress.de

      26. September bis 5. Oktober: Filmfest Hamburg
      Veranstalter: Filmfest Hamburg GmbH
      Hamburg
      filmfesthamburg.de

      29. September bis 1. Oktober: Bitz & Pretzels
      Veranstalter: Start-Up Events UG
      München
      bitsandpretzels.com

      29. September bis 1. Oktober: “Zeit” meets Bits
      Veranstalter: Convent Kongresse GmbH
      München
      convent.de

      30. September: Wiesn Brand Talk
      Veranstalter: Voycer
      München
      voycer.com

      turi2.tv vor Ort


      “Kicker”-Chefredakteur Jörg Jakob im großen turi2-Interview.
      Anstoß: “Kicker”-Chef Jörg Jakob spricht im Interview von Peter Turi über die Kommerzialisierung des Fußballs und wirft den Fundamentalkritikern des Business Ballsport Heuchelei vor. Das Gespräch gibt es hier als 37-Min-Video und hier als Podcast.

    • Hör-Tipp: Kai Diekmann erzählt von früher – und ein bisschen von Storymachine.

      Hör-Tipp: Kai Diekmann ist Gast im New-Work-Podcast von Michael Trautmann und Christoph Magnussen. Der Ex-“Bild”-Chef erzählt vor allem von früher, angefangen bei seinen Eltern, die glaubten, der Junior habe eine Profilneurose, über seine rebellische Phase bei der Bundeswehr bis zu “Bild”. Er erklärt das Geschäftsmodell von Storymachine als Social-Media-Ghostwriting, Details zu seiner Agentur-Arbeit nennt er nicht.
      soundcloud.com (67-Min-Audio)

      Aktuell bei turi2.tv: “Richtig in die Fresse gekriegt” – Michael Trautmann über die Höhen und Tiefen seines Werber-Lebens.

    • Klambt bleibt auch nach 175 Jahren ein Familienbetrieb.

      Klambt verkauft 100 Mio Zeitschriften pro Jahr mit “Unterhaltungsjournalismus”. Jan Hauser porträtiert den Verlag, der seinen 175. Geburtstag begeht und bis heute ein Familienunternehmen ist. An die Spitze komme aber nur, wer Leistung zeige. Wachstum erziele Klambt vor allem durch Zukäufe, die den Umsatz halten und Jobs sichern sollen. Verleger Lars Joachim Rose sieht sich dank schlanker Strukturen und Mehrfach-Redaktionen gut aufgestellt, um viele weitere Blätter zu kaufen.
      “FAS”, S. 24 (Paid)

      Aus dem Archiv von turi2.tv: Klatschblatt-König Kai Rose: Sind Sie Vater der Fake News?