Bundeskartellamt untersucht Verhältnisse im Online-Werbemarkt.


Walled-Garden-Schau: Das Bundeskartellamt startet eine Sektoruntersuchung im Online-Werbemarkt. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, begründet den Schritt mit der "großen wirtschaftlichen Bedeutung für Werbetreibende sowie für Inhalteanbieter im Netz" und mit Diskussionen um ein schwieriges wettbewerbliches Umfeld. Unternehmen wie Google und Facebook käme erhebliche Marktbedeutung zu. Das Kartellamt wolle überprüfen, ob sie tatsächlich sogenannte Walled Gardens etablieren können. Auch den Zugang zu Daten und deren Verarbeitung, etwa bei der Sichtbarkeitsmessung und der Betrugsprävention, will die Behörde untersuchen. Neben der aktuellen Markstruktur will das Kartellamt auch absehbare technische Entwicklungen berücksichtigen.

In einem ersten Schritt wollen die Wettbewerbshüter Gespräche mit verschiedenen Unternehmen aus den betroffenen Wirtschaftskreisen führen. Wie lange die Prüfungen der Behörden andauern werden, ist noch unklar. Eine Sektoruntersuchung ermöglicht es dem Kartellamt bei begründetem Verdacht, die Verhältnisse in einem kompletten Markt zu untersuchen, ohne dabei gegen ein einzelnes Unternehmen zu ermitteln. Das Instrument existiert seit Mitte 2017. Aktuell laufen auch Untersuchungen in der Milchbranche und zu Preisabsprachen an Tankstellen.
bundeskartellamt.de, spiegel.de, horizont.netKommentieren ...

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