“TV Spielfilm” will Fernsehprogramm streamen.

 

Appdate: "TV Spielfilm" zeigt das Fernsehprogramm künftig gleich selbst

Appdate: “TV Spielfilm” zeigt das Fernsehprogramm künftig gleich selbst

Update: Burda hat die turi2-Meldung inzwischen bestätigt.
 
Burda plant den Streaming-Scoop: Nach turi2-Infos soll aus dem Programmführer TV Spielfilm via App und mit Hilfe des Schweizer Startups Zattoo ein ProgrammVORführer werden. Möglich macht’s die Streaming-Technologie von Zattoo, die dem Nutzer via Smartphone, Tablet und Notebook Zugriff auf Dutzende von Fernsehprogrammen und deren Webstreams bietet. Mit Zattoo, dem führenden Anbieter für gebündelten Zugriff auf diese Kanäle, wird Burda eine enge Partnerschaft eingehen – und eventuell mehr. Burda und Zattoo werden die Verbandelung in den nächsten Tagen bekanntgeben.

 

Zattoo“TV Spielfilm” wird künftig also nicht nur gedruckt, online und per App aufs TV-Programm hinweisen, sondern auf Basis seiner 16 Millionen mal installierten App das Fernsehprogramm gleich direkt zeigen. Aus Programm-Orientierung wird Programm-Bündelung – eine fundamental neue Rolle für einen TV-Guide. Mit “TV Spielfilm” erfand Dirk Manthey, der innovativste Verleger der 90er, vor 25 Jahren das Programmie-Segment praktisch neu. Nach Jahren des Auflagenverfalls versucht Burda nun, mit der immer noch starken Marke “TV Spielfilm” erneut eine TV-Revolution anzuzetteln – diesmal digital.

 

Gratis gibt’s via “TV Spielfilm”/Zattoo für die Nutzer nur die Programme der Öffentlich-Rechtlichen. Wer alle Programme sehen will, der zahlt 7 oder 8 Euro 9,99 Euro pro Monat. Damit wäre das Angebot, das wir mal “TV Spielfilm TV” nennen wollen, billiger als der Original-Dienst von Zattoo. Der kostet in der werbefreien Ich-seh-alles-Version um die 10 Euro pro Monat. Bisher nutzen laut Zattoo über 800.000 Deutsche das Angebot, vorwiegend kostenlos – da bleibt ein weites, unbestelltes Feld. Dies wollen Zattoo und Burda nun gemeinsam unter den Pflug nehmen.

 

Zatto Werbung 600

 

Aus einer Position der Stärke heraus hat Zattoo den Deal vermutlich nicht abgeschlossen. Eher im Gegenteil: 2014 startete der schwedische Konkurrent Magine TV in den deutschen Markt – mit Kampfpreisen und einer Kooperation mit Bild.de. Zattoo-Content-Chef Jörg Meyer hofft, dass Zattoo durch die Kooperation mit Burda eher gestärkt als geschwächt wird. Gegenüber turi2 betont Meyer: “Zattoo bleibt bestehen und wird noch weiter ausgebaut.” Was Meyer nicht sagt: Gerüchten zufolge plant Burda einen Kauf oder Einstieg bei Zattoo. Dazu würde passen, dass Zattoo gerade erst eine Image-Kampagne mit teuren TV-Spots gestartet hat.

 

Jonas Grashey 150Post Scriptum: Burda-Sprecher Jonas Grashey bittet uns, folgende Formulierung, die nur Unbedarfte als Dementi lesen, zu veröffentlichen: “Sicher ist bei all diesen Spekulationen nur, dass wir mit ‘TV Spielfilm’ deshalb souveräner Marktführer geworden sind, weil wir unsere Marke crossmedial ständig weiterentwickelt haben und auch künftig alle Optionen prüfen, um Konsumenten neue Angebote machen zu können.”

 

turi2 – eigene Infos, itunes.apple.com (Zattoo-App), itunes.apple.com (TV-Spielfilm-App), infosat.de (TV-Kampagne), youtube.com (20-Sekunden-Spot), wikipedia.de (Zattoo), wikipedia.de (TV Spielfilm), golem.de (Magine TV)

2 Gedanken zu „“TV Spielfilm” will Fernsehprogramm streamen.

  1. Quehl

    ist TV-Spielfilm dann legal? Besteht die Legalität durch Verträge mit den Sendern oder mit Zattoo?
    Wird die katastrophal niedrige Geschwindigkeit von Zattoo übernommen oder entsteht eine eigene App, mit der ich flüssig fernsehen kann?
    Kann die App für Android auch als *.APK Datei zur Verfügung gestellt werden?

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  2. burdafan

    Gutes Projekt. Da hat sich Hubert Burda einmal wieder von seinem Vorbild Sumner Redstone (“Content is king”) inspirieren lassen, der schon vor Jahren seinen gedruckten TV Guide erst in einen Onlinedienst und dann in einen Kabelsender umgewandelt hat. Burda gewinnt damit Zeit für die Marke TV Spielfilm und Welte ist wieder im Gespräch, nachdem focus.de konzernintern zu Winners Digitalgruppe durchgereicht wurde für 30 Mio. statt zu seiner Burda News Group wo Focus Magazin erscheint. Der interne Kampf um die Digitalkompetenz geht also weiter … Werden spannende Zeiten.

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