#NetzfragtMerkel: Merkel hat LeFloid im Griff.

Stichwortgeber 2.0: YouTube-Star LeFloid, alias Florian Mundt, schafft es bei seinem #NetzfragtMerkel-Interview nicht, die Bundeskanzlerin aus der Reserve zu locken – kritische Nachfragen oder die Möglichkeit, Aussagen etwa zur Homoehe zuzuspitzen, lässt Mundt aus, Angela Merkel hat weitgehend leichtes Spiel. Selbst bei hoch umstrittenen Themen wie dem Freihandelsabkommen TTIP darf Merkel sich unwidersprochen auf Allgemeinplätze flüchten, wie etwa “So geheim sind die Verhandlungen ja gar nicht”. Als LeFloid lobt, “So konkret habe ich das noch niemanden sagen hören”, punktet Merkel mit “Vielleicht hören Sie mir nicht immer zu”.

Das Kapitel über Whistleblower Edward Snowden gerät gar zur Blamage, als Mundt die Kanzlerin allen Ernstes fragt, ob Whistleblower ein Job für sie wäre. Auch die Versuche, der Kanzlerin ein paar persönliche Worte zu entlocken, zünden nicht. Fazit: Alles schon mal gehört. Als Mundt sich zum Schluss für die “ehrlichen Antworten” bedankt, darf sich der Zuschauer fast sicher sein, dass Merkel einen neuen Fanboy gewonnen hat.

Im Netz ist das 30-Minuten-Video ein Hit: Inzwischen haben knapp 900.000 Zuschauer das Interview bei YouTube geklickt – fraglich, ob die sonst Häppchenware gewöhnten LeFloid-Fans auch bis zum Ende durchhalten. Die Kommentare bei YouTube sind recht gnädig, von Twitter-Nutzern hagelt es dagegen scharfe Kritik.
youtube.com (30-Min-Video), tagesspiegel.de, manager-magazin.de, sueddeutsche.de, netzpiloten.tv, handelsblatt.com, twitter.com (#NetzFragtMerkel)

Mitarbeit: Markus Trantow

Ein Gedanke zu „#NetzfragtMerkel: Merkel hat LeFloid im Griff.

  1. P. H. Anser

    Wenn jemand im Vorfeld bereits derart eigen-arrogant für Publicity sorgt, ist Vorsicht geboten!
    Und wenn jemand mit solch´ einem Künstlernamen, der zuvor bestenfalls bei seiner Generation oder der “Generation doof” argumentativ punkten konnte, allen Ernstes glaubt, die Kanzlerin aufs Glatteis führen zu können, sollte schnellstens in sich kehren und das erste gute Buch seines Lebens lesen…
    Doch nichts für ungut. Es ist und bleibt wie immer: Hochmut kommt vor dem Fall!

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