Deutsche Post testet seltenere Zustellung.


Wenn der Postmann kaum noch klingelt: Die Deutsche Post hat das Pilotprojekt "Meine Zustellung" gestartet, berichtet der Bonner "Generalanzeiger". Ausgewählte und einverstandene Kunden bekommen Briefe dann nur noch am Samstag, dafür bekommen sie eine "kostenlose Warenprobe", schreibt der "Generalanzeiger". Alternativ können Empfänger sich die Post an nur drei Wochentagen nach Hause oder an fünf Wochentagen ins Büro liefern lassen.

200 "Top"-Austräger sollen gezielt bei Empfängern für das Modell werben. Das Unternehmen strebe damit die "Modernisierung der Universaldienstvorgaben", die eigentlich vorschreiben, dass Briefe bundesweit an jedem Werktag zugestellt werden. Arbeitnehmervertreter sind empört. Verdi-Bundesvorsitzende Andrea Kocsis sagt dem Bonner "Generalanzeiger": "Als Absender würde ich mir dann gut überlegen, ob ich das Briefnetz noch nutze, weil ich ja gar nicht weiß, wann mein Schreiben ankommt." Die Post dürfe nicht eigenmächtig entschieden, ob sie die Zustellung ausdünnt. Portohöhe und dieser Universaldienst stünden gesetzlich im Zusammenhang: "Weil die Post die flächendeckende Grundversorgung sicherstellt, darf sie überhaupt die Preise verlangen, die sie nimmt."

Post-Sprecherin Sarah Preuß hält dagegen, das Unternehmen wolle herausfinden, ob die Empfänger als Kunden inzwischen andere Wünsche haben und neue Zustellvarianten bevorzugen. Die Post testet auch, ob die Empfänger zunächst nur eine elektronische Kopie von den Briefen und nur einmal pro Woche die Originale per Auslieferung geschickt bekommen wollen. Der Test läuft drei Monate, danach wertet das Unternehmen die Meinungen der Projektteilnehmer aus. Die Post habe die Bundesnetzagentur vorab informiert.
general-anzeiger-bonn.de, augsburger-allgemeine.de

2 Gedanken zu „Deutsche Post testet seltenere Zustellung.

  1. Richard Elmerhaus

    Warum eine Testphase?
    Im ländlichen Raum, wie beispielsweise in Balve (Sauerland), stellt die Post schon heute nicht mehr jeden Tag die Briefe zu. Selbst Magazine, wie der Kicker, der am Montag im Briefkasten sein sollte, wird nicht immer an diesem Tag zugestellt. Trotz Beschwerde.

  2. emailfan

    Es gibt ja bereits ein elektronisches Verfahren, das der Staat nutzt und das zumindest die Steuerzahler unter den Bürgern abdecken kann: die el. Steuererklärung mit ihrem el. Postfach. Das Verfahren können doch gleich alle staatlichen Akteure, Banken und Versicherungen nutzen für Transaktionsbriefe, was steuerlich relevant ist würde automatisch berücksichtigt. 1Reine Werbesendungen können ruhig nur einmal pro Woche geliefert werden, am besten in meinen Wunschablageplatz (die Papiermülltonne).

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