Politik berät über Werbeverbot bei ARD und ZDF.

ARD, ZDF, Logos, TV-Bildschirm

Mainzelmännchen vor der Arbeitslosigkeit? ARD und ZDF müssen in Zukunft womöglich ganz ohne oder zumindest mit weniger Werbung auskommen. Wie “Bild” berichtet, wollen die Ministerpräsidenten der Länder darüber bei einer Tagung im Juni entscheiden. Die reguläre Kostenanmeldung der Sender bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) wurde daher extra auf August verschoben, schreibt “Bild”.
 
Einen Ausgleich für ein mögliches Werbeverbot sollen die Mehreinnahmen aus der Haushaltsabgabe bringen. Laut “Bild” hat die KEF ein Papier erarbeitet, das den Politikern als Entscheidungshilfe dienen soll und zeigt, welche Auswirkungen ein Werbeverbot hätte.
 
Derzeit nehmen ARD und ZDF durch Werbung und Sponsoring rund 500 Mio Euro im Jahr ein, ein kompletter Verzicht würde bedeuten, dass der Rundfunkbeitrag um 1,25 Euro pro Monat steigt. Ein “totales Werbe-Aus” ist daher “nicht garantiert”, so “Bild”. Denkbar sei ein Verzicht auf Radiowerbung und weniger Werbung im TV.
“Bild”, S. 1, bild.de/bild-plus (Paywall)

3 Gedanken zu „Politik berät über Werbeverbot bei ARD und ZDF.

  1. peter bachstein

    ich hätt ja nicht unbedingt was dagegen, da mich werbung prinzipiell nervt. andererseits möchte ich keine reduzierung von umfang und inhalt bei den öffentlichen, sondern möglichst noch eine erweiterung öffentlicher angebote. ohne die öffentlichen gäbe es keine qualität bei rundfunk und fernsehen

    1. Peter

      @peter bachstein (11. Februar 2015 um 1:31)

      ohne die öffentlichen gäbe es keine qualität bei rundfunk und fernsehen
      Bitte? Welche unsichtbare Hand führt denn bei den “öffentlichen” zu einer (hohen – ist sicher gemeint) Qualität des Angebotes?
      Wenn über 8 Milliarden zwangsweise eingetriebener Euro pro Jahr zur Verfügung stehen, kommt dabei natürlich hin und wieder auch mal eine Sendung heraus, die man sehen und/oder hören kann. Obwohl Lesen oder sich bewegen dann noch immer die bessere Freizeit-Betätigung wäre.
      Aber im Wesen der Sache geben die Anstalten das Geld vor allem für folgendes aus: a) emotionalisierende, verdummende Unterhaltung b) eine ineffiziente Verwaltung c) eine herausragende finanzielle Absicherung der Führungspersonals.

      Dabei liegt dies absolut im Interesse der öffentlich-rechtlichen Medien-Anstalten, denn ein abgelenkter und verdummter Mensch wehrt sich nicht so heftig dagegen, wenn man ihm ungefragt Geld aus der Tasche zieht.

      Im übrigen produziert der öffentlich-rechtliche Funk in Deutschland so viele Programme zeitgleich, dass es überhaupt nicht mehr von einzelnen Personen bewertet werden kann. Wie sie in diesem Zusammenhang darauf kommen, von “Qualität” zu schreiben, ist mir ein Rätsel. Natürlich kommt bei dieser schier unüberschaubaren Menge Qualität auch mal vor. Dies rechtfertigt aber niemals a) Zwang überhaupt b) diese unglaublichen Summen, die den Menschen abgepresst werden und an anderer Stelle fehlen.
      Die öffentlich-recht
      lichen Sendeanstalten betreiben 22 Fern
      sehkanäle sowie 67 Radioprogramme
      4
      und
      entfalten Aktivitäten im Bereich des Inter
      nets. Weiteren Aufschluss über das Angebot
      gibt der Bericht der Kommission zur Ermitt
      lung des Finanzbedarfs der Rundfunkan
      stalten (KEF). Ein normales Jahr hat 525.600
      Minuten. Das Jahr 2012 verzeichnete dem
      gegenüber 10,2 Millionen Fernsehsendemi
      nuten im Bereich der öffentlich-rechtlichen
      Sender, was in etwa 19 Fernsehjahren ent
      spricht.
      5
      Von dieser Sendeleistung waren
      etwa 493.400 Sendeminuten im Bereich der
      ARD und 487.900 Sendeminuten im Bereich
      des ZDF (jeweils ohne Werbung, KEF 2014,
      S.
      32). Über 90 Prozent der Sendeminuten
      entfielen auf Spartenkanäle und dritte Pro
      gramme. Hinzu kommen 32,5 Millionen
      Sendeminuten im Bereich des Radios. Die
      ses Angebot wird ganz überwiegend durch
      Zwangsbeiträge finanziert.

      Quelle:
      http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Broschueren_Bestellservice/2014-12-15-gutachten-medien.html

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