Schockierte “taz” zeigt Mitarbeiter Heiser an.

taz 375Der Spion, der mich loggte: Die “taz” geht zum Gegenangriff über und stellt Strafanzeige gegen Noch-Mitarbeiter Sebastian Heiser. Chefredakteurin Ines Pohl spricht von einer “Spionageaffäre” und “einem tief sitzenden Schock”. “Das Grundvertrauen ist in der vergangenen Woche in der ‘taz’ erschüttert worden”, so Pohl. Zu einem für gestern geplanten Gespräch mit der Chefredaktion ist Heiser nicht erschienen. Er wird dringend verdächtigt, Kollegen mithilfe eines Key Loggers digital ausgespäht zu haben.
 
Die “taz” zeigt in einer Dokumentation, dass seit mindestens Anfang 2014 von insgesamt 16 Accounts innerhalb der Redaktion Daten geraubt wurden. Experten sind sich einig, dass der Einsatz eines Key Loggers in der Redaktion nicht vom Presserecht gedeckt ist. Volker Lilienthal sieht “keinen journalistischen Hintergrund, der zu rechtfertigen wäre”.  Medienanwalt Markus Kompa meint, kein Journalist könne “monatelange im NSA-Stil mitschnorcheln”. Kompa verweist aber auch darauf, dass sich Heiser als Investigativ-Journalist durch seine Recherchen “etliche Feinde” gemacht hat und der Schuldige außerhalb der “taz” zu suchen sein könnte.
taz.de (Chronologie), taz.de (Stellungnahme), heise.de (Kompa), “FAZ”, S. 13 (Lilienthal), turi2.de (Background)

Ein Gedanke zu „Schockierte “taz” zeigt Mitarbeiter Heiser an.

  1. Peter

    Wie kann es sein, dass jemand, der lediglich unter einem Verdacht steht (von dem noch nicht mal die Tat selbst bekannt ist, sondern lediglich ein Werkzeug, mit dem irgendeine Tat möglich gewesen wäre), hier mit vollem Namen genannt wird?!! Bei angeklagten Mördern wäre das ein Fall für den Presserat.

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