“Bike Bild” und “Focus E-Bike” eröffnen die Schlacht um die Straße.

Bike Bild Focus E-Bike-600
Zwei(rad)kampf: “Bild” und “Focus” duellieren sich ab heute auf dem Fahrradweg. Springer lässt “Bike Bild” mit sportlichen 200.000 Auflage zum gelben Trikot radeln, Burda tritt beim E-Bike-Spezial mit 80.000 Exemplaren gemächlicher in die Pedalen. Beide Hefte erscheinen mit je 132 Seiten, aber verschiedenen Konzepten: “Bike Bild” spricht das Lebensgefühl Fahrrad an – und scheitert daran. “Focus E-Bike” beschränkt sich auf eine Sparte und liefert geballten Service.

Bike Bild Kinderfahhrad-600

Bike Bild positioniert sich “Bild”-typisch als Massenmagazin fürs ganze Fahrradvolk. Die Redakteure Jörg Maltzan, Andrea Reidl und Christian Steiger schreiben, ein Magazin für alle Zweirad-Nutzer machen zu wollen: für E-Biker, Mountainbiker, Pendler, Carbon Racer und Faltrad-Treter. Die Heftstruktur ist eindeutig in Trend-, Test- und Lese-Rubriken eingeteilt – wen genau das Magazin ansprechen soll, ist alles andere als eindeutig.

Bike Bild Versicherungen-600

Die spitze Zielgruppe breit zu halten, mag für die hohe Auflage logisch sein. Für viele Leser und Anzeigenkunden gilt das nicht. Viele Radler suchen Rat in bestimmten Fragen, Werbekunden spezielle Umfelder. “Bike Bild” aber versucht, alles auf 132 Seiten zu bannen: Pedelecs und Pendler-Bedürfnisse, Kinderräder und Cargobikes, BMX, Versicherungen und Mountainbike sowie die Frage, ob radfahren rattig macht. So sehr auf Masse zu setzen kann schnell im Sturz über den Lenker enden. In allen Bereichen des Print-Markts tun sich Massenblätter schwer.

Focus E-Bike Geschichte-600

Focus E-Bike bringt ebenfalls 132 Seiten auf die Straße – jedoch deutlich spitzer zugeschnitten auf Zweiräder mit elektrischer Unterstützung. Kern des Hefts sind Tests von 58 Modellen, ähnlich wie in den drei Beilagen, mit denen Burda das Thema im April und Mai auf dem Markt ausprobiert hatte. Der freie Redaktionsleiter Marcus Degen, Chefredakteur von Velomotion, und Artdirector Manfred Brey versuchen, E-Fahrräder als cooles Trendthema zu präsentieren, nicht als Bewegungsalternative für pedalmüde Senioren. Im ersten Heftteil laden große Fotos mit Model-Protagonisten und luftigen Optiken zum Blättern und Staunen ein, wenig zur intensiven Lektüre. Die meisten Headlines klingen leider nach abgedroschenen Werbetexten (“Platz sparen und Spass haben!”, “Der Ferrari unter den E-Bikes”).

Focus E-Bike Produktvorstellung-600

Die ausführlichen Testseiten und Listen mit sämtlichen neuen Modellen, die weit mehr als das halbe Heft ausmachen, sind zwar eintönig wie ein alter Katalog von Möbel Meier, erfüllen aber ihren Zweck. “Focus E-Bike” will Kaufberater für Interessierte und Sehnsuchten-Wecker für Anhänger der E-Bike-Bewegung sein. Das Burda-Blatt verkauft für das Sonderheft zwölf Anzeigenseiten – wie viel Seiten “Bike Bild” vermarktete, lässt sich noch nicht sagen, weil Springer vorab nur Auszüge herausgibt.

“Bike Bild” ist ab heute für 3,50 Euro am Kiosk. Für 2017 sind vier Ausgaben geplant. “Focus E-Bike” gibt es zunächst einmalig für 5,90 Euro, ab heute als E-Paper für 3,90 Euro und ab Samstag bundesweit gedruckt. (Foto: Patrick Seeger/dpa; Montage: turi2)

2 Gedanken zu „“Bike Bild” und “Focus E-Bike” eröffnen die Schlacht um die Straße.

  1. In-teressant

    Ach so, der Rezensent beurteilt ein Medium anhand von Auszügen. Ziemlich unseriös. Und nein, ich hab mit Springer nichts zu tun.

    1. Jens Twiehaus Artikelautor

      Lieber anonymer Kritiker,
      aus diesem Grund verzichte ich auf eine ausführliche inhaltliche Beurteilung und mache das Fehlen des gesamten Heftes transparent. Einzelne Artikel, Editorial und Inhaltsverzeichnis aus “Bike Bild” lagen mir vor. Sie verstehen aber, dass ich es nicht von Versandproblemen bei der zuständigen PR-Agentur abhängig mache, ob ich darüber Berichte oder nicht.
      Herzliche Grüße
      Jens Twiehaus

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