turi2 edition #7: Martina Koederitz im Porträt.


Fast forward: Martina Koederitz, Topmanagerin bei IBM, ist immer in Bewegung, wusste schon früh, dass sie ins Management will und hat es aktiv eingefordert. Tatjana Kerschbaumer trifft die Managerin auf der Cebit und begleitet sie einen Messetag lang. Dabei erzählt Koederitz, dass sie die KI "Watson" sogar in ihre vier Wände lassen würde und erklärt, dass top ausgebildete IT-Damen der Branche oftmals flöten gehen. (Foto: Johannes Arlt)

Der Cebit-Tag von Martina Koederitz beginnt nicht gerade optimal. Smartphone vergessen, "das ist schon eine Ewigkeit nicht mehr passiert". Am Eingangs-Drehkreuz ist erstmal Schluss, denn das Online-Ticket für die IT-Messe wäre natürlich auf dem Handy gewesen. Und Koederitz, Global Industry Managing Director von IBM – schwarze Flatterhose, weiße Sneakers mit Plateausohlen, vollbepackte Handtasche – ist den Ordnern völlig unbekannt. Obwohl sie in einer Stunde die Eröffnungsrede beim "Women in Digital Business"-Summit halten soll. Martina wer?

Da, die Rettung! Der VIP-Pass von gestern taucht an einem Schlüsselband auf, und eine Very Important Person müssen die Ordner nun einmal reinlassen, egal, ob sie ihnen bekannt vorkommt oder nicht. Koederitz ist drin, im Eiltempo geht es über das riesige Hannoveraner Gelände, links, rechts, geradeaus. Die Flatterhose flattert noch ein bisschen mehr, fast, als hätte sie Mühe, Schritt zu halten. Wenn Martina Koederitz unterwegs ist, hat sie es meistens eilig, was nicht mit Stress zu verwechseln ist. Sie ist schlicht eine Person, deren körperliche, geistige und berufliche Bewegungsabläufe sich am besten mit dem amerikanischen Ausdruck "fast forward" beschreiben lassen.

Allein ihre Karriere spricht Bände: Mit 20 beginnt sie ein duales Studium der Betriebswirtschaft bei IBM, mit 23 ist sie Systemadministratorin, es folgen verschiedene Vertriebsstationen für Finanzen und Großrechner. Dabei hätte sich Koederitz nicht auf den Weg gemacht, wenn sie nicht ein ganz klares Ziel gehabt hätte: WMir war wichtig, bis 40 ins Management zu kommen. Das habe ich auch meinen jeweiligen Managern gesagt.W Der Plan ist mehr als nur aufgegangen: Koederitz arbeitete sieben Monate direkt mit IBM-Boss Sam Palmisano in den USA zusammen, leitete danach das IBM-Geschäft für den Mittelstand, anschließend IBM Deutschland, das D-A-CH-Geschäft und trägt seit 2018 ein schickes "Global" im Titel.

Aber warum eigentlich IBM? Management-Etagen gibt es schließlich auch bei anderen Konzernen. Koederitz, im schwäbischen Sindelfingen geboren, überlegt kurz – was ihren Stechschritt aber auch nicht bremst. "Ich wollte damals auf keinen Fall in ein schwäbisches Unternehmen, auch nicht zu einem Autohersteller oder zu einer Bank. IBM war spannender und internationaler." Schon ihr Vater arbeitete dort, da fiel die Wahl nicht so schwer. Koederitz verschwindet in der Maske, ein bisschen Puder vor der Bühnenrede. Auf der Bühne geht es anschließend um Frauen in der IT. Verrät schon der Name, "Women in Digital Business", eine rare Spezies. Immer noch.

Koederitz parliert in perfektem Englisch aus dem Stegreif ein bisschen über ihren eigenen Werdegang, ein bisschen über ihren Arbeitgeber IBM, ein bisschen über Frauen, die die IT mit ihrer Kreativität und ihrem Können besser machen könnten – wenn sie sich denn endlich einmal trauten.
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Fast forward: Martina Koederitz, Topmanagerin bei IBM, ist immer in Bewegung, wusste schon früh, dass sie ins Management will und hat es aktiv eingefordert. Tatjana Kerschbaumer trifft die Managerin für die turi2 edition 7 auf der Cebit, begleitet sie einen Messetag lang. Dabei erfährt sie u.a., warum Koederitz die KI "Watson" sogar in ihre vier Wände lassen würde und weshalb top ausgebildete IT-Damen der Branche oftmals flöten gehen.
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