turi2 edition #7: Jens Vögele im Porträt.


Mit dem Radl da: Jens Vögele, bis Anfang November als Chefredakteur von vier Bike-Magazinen fest im Sattel, fuhr mit Tatjana Kerschbaumer für die turi2 edition #7 acht Stunden mit dem Rad durch Südtirol. Genug Zeit, um u.a. über Vögeles Weg zur Motor Presse, Antworten auf die Printkrise und Marken im Special-Interest-Bereich zu sprechen.

Es ist ein leicht bewölkter, etwas regnerischer Tag in Welschnofen in Südtirol. Das Rosengartenmassiv und der Latemar liegen weit oben in den Wolken; durch den 2.000-Seelen-Ort kriechen nur wenige Autos. Jens Vögele, der sich hier vor ein paar Jahren "in einer Bierlaune" eine Ferienwohnung angelacht hat, biegt mit seinem VW-Bus auf den Parkplatz. Outdoor-Klamotten, breites Grinsen. Zum Mountainbiken ist kühles Wetter nicht das Schlechteste.

Herr Vögele – wie viele Knochen brechen wir uns heute?
Hoffentlich gar keine. Wir haben einen Testfahrer bei „Mountainbike“, der hat sich wirklich schon jeden Knochen gebrochen. Aber der fährt auch Downhill-Rennen. Ich hab‘ mir nur mal das Fernsenbein gebrochen. Das ist aber fast 20 Jahre her.

Klingt ja total beruhigend.
Noch nie auf einem Mountainbike gesessen? Macht nichts. Wir nehmen E-Mountainbikes, das macht extrem viel Spaß.

Fünf Stunden später: Alles tut weh, das letzte Stück einer Abfahrt ist ein Trail. Enge Spur und Steilwände, die Profis wie Vögele Spaß und Amateuren wie mir Angst machen. Wird schon, sagt Vögele – und ist schon wieder drei Kurven weiter. Plötzlich verkantet sich mein Vorderreifen, ich bin viel zu schnell, der Boden kommt trotzdem in Zeitlupe näher. Keine Chance, das Bike zu kontrollieren – es ist fast so schwer wie ein kleines Mofa. Mit der linken Körperhälfte schreddere ich über Schlamm, Steine und Brombeeren. Das Rad fällt mit seinem ganzen Gewicht auf meine Beine.

Scheiße! Mich hat‘s über den Lenker gehauen.
Oh je, tut mir leid! Geht‘s? Ist was passiert?

Kurze Bestandsaufnahme: Mein Ellenbogen ist aufgeschlagen, das Blut suppt durch mein Shirt und meine Jacke. Ich spüre meine linke Hand nicht mehr, kann die Finger kaum bewegen. Zusätzlich bin ich von oben bis unten voll Dreck, sogar im Gesicht – von meinem Bike ganz zu schweigen. Vögele hat nur ein paar lässig wirkende Matschspritzer an der Hose.

Naja, immerhin nichts gebrochen, so wie‘s aussieht.
Nein, so schnell geht das nicht. Hey, nichts dabei denken: Das passiert jedem. Am Anfang.
…weiterlesen in der turi2 edition Unterwegs.

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Jens Vögele ist als Chefredakteur von vier Bike-Magazinen fahrerprobt – im Gegensatz zu Tatjana Kerschbaumer. Für die turi2 edition7 Unterwegs unternehmen beiden eine 8-Stunden-Tour in Südtirol. Fotos: Frank Bauer / turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)