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turi2 edition #19: Das Allgäu verpasst sich einen Sound.

1. Oktober 2022

Auf die Kuh gekommen: Das Allgäu hat jetzt ein Sound­logo. Rind­viecher und Profi­musiker übersetzen dafür die Marken­werte der Region in Melodie. Die Ergebnisse reichen vom Allgäu-Logo als Sekundenton über einen Wellness-Wecker bis zur Langversion. Das “erzeugt Emotionen”, ist Stefan Egenter überzeugt.

Von Roland Karle

Wie Musik die optische Wahrnehmung verändern kann, beweist Rainer Hirt an einem Frühlingstag in Kempten, als der neue Markensound für das Allgäu vorgestellt wird. Der Klangspezialist zeigt ein Bild von Schloss Neuschwanstein, einem der berühmtesten Wahrzeichen der Region, und unterlegt es mit drei verschiedenen Melodien. An den Gesichtern im Publikum lassen sich die unterschiedlichen Reaktionen und Emotionen ablesen. “Wir können wegsehen, aber nicht weghören”, sagt Hirt. Als Chef von Audity, einer auf akustische Markenführung spezialisierten Agentur, kennt er sich damit aus.

Das Allgäu hat jetzt also einen Markensound. Und wie klingt der? Stark nach Kuhglocke. Wer kaum überraschend findet, dass das Allgäu auf die Kuh gekommen ist, dem sei gesagt, dass “bisher keine andere Region dieses Geläut in ihrem Markensound verwendet”, so Hirt. Der Allgäuer Markensound begnügt sich allerdings nicht mit den zwei Kuh-Utensilien. Klänge gebräuchlicher Musikinstrumente, typische Tonfolgen und Rhythmen, von Menschen erzeugtes Glockengeläut sowie Naturgeräusche von Wind und Wasser sind die Zutaten fürs akustische Logo.

Entwickelt haben den Markensound Allgäu einheimische Profimusiker, unter anderem Ernst Hutter, Leiter der bekannten Egerländer Musikanten und der Musik-Professor Daniel Mark Eberhard. Ihre Expertise war auch deshalb gefragt, weil es galt, Allgäuer Markenattribute wie ehrenwert, originell, friedlich, heilsam, frisch, in Töne, Geräusche und Melodien zu übersetzen. Allgäu-Markenmanager Christian Gabler hört “in dem akustischen Erscheinungsbild der Marke viel mehr als eine Melodie”, und hofft auf eine breite Nutzung, in Industrie, Hotels und Gastronomie, Kommunen und Vereinen.

Stefan Egenter ist überzeugt, dass sich der Allgäu-Sound durchsetzen wird. “Mit dem neuen Markensound ist es uns gelungen, Emotion zu erzeugen. Mehr als es die Wort-Bild-Marke, die weiße Schrift im blauen Quadrat, vermag”, so der Marketingleiter der Allgäu GmbH. Die Region klingt in drei unterschiedlichen Varianten – original, progressiv, traditionell. Und das in der Langversion jeweils über stolze drei Minuten. Daneben gibt es akustische Kurz- und Mittelstreckler: Das Allgäu-Logo ist ein Sekundenton, der Alp-Klingelton und der Wellness-Wecker bringen es auf jeweils 57 Sekunden.

Wichtiger als die Dauer ist den Allgäu-Vermarktern, dass die Tracks, Klingel- und Funktionstöne fleißig genutzt werden. Unter markensound.allgaeu.de lassen sich die Audiodateien herunterladen. Sogar ein “Allgäu Music Mixer” ist nach vorheriger Registrierung online abrufbar, um die Markensound-Varianten für eigene Zwecke und individuell gemixt zu nutzen.

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #19 Audio – alle Geschichten hier im E-Paper:

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