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Wie viel Glamour steckt in Jogginghosen, Kerstin Weng?

7. Januar 2021

Jogginghosen-Blues: Wer in formeller Kleidung arbeitet, bringt bessere Leistungen, sagt eine Studie, aus der “InStyle”-Chefredakteurin Kerstin Weng in ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #13 zitiert. So ganz tageslichtuntauglich sind die legeren Lümmel-Klamotten aber nicht, meint sie – wenn man sie richtig kombiniert. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen.

Glamour? Keiner. Muss auch nicht sein. Eignung fürs Homeoffice? Kommt auf die Arbeitsmoral der Träger*in an. Style? Jede Menge! Potenziell zumindest. Glamour ist für Jogginghosen so notwendig wie Sexappeal für Flanellschlafanzüge. Bei beiden Kleidungsstücken geht es primär um etwas anderes, nämlich den Tragekomfort. Eine Jogginghose sollte so bequem sein, dass man darin laufen gehen könnte. Betonung auf den Konjunktiv, denn die Laufstrecke der meisten Jogginghosen beschränkt sich auf den Weg zwischen Sofa, Bad und Kühlschrank. Oder, im Homeoffice, auf den zwischen Sofa, Bad, Kühlschrank und Schreibtisch.

Womit wir schon beim ausschlaggebenden Punkt wären: der Arbeitsmoral. Man kann auch in Jogginghose oder Schlafanzug effizient und konzentriert arbeiten. Aber es fällt schwerer. Studien belegen, dass unser Outfit einen erheblichen Einfluss auf unsere Einstellung und unsere Leistung hat. Beispielsweise wurde 2015 an der Columbia University gezeigt, dass sich Personen in formellen Outfits besser auf abstrakte Denk-Aufgaben konzentrieren konnten als in legerer Kleidung. Wenn das Outfit sagt: “Hier ist jemand bei der Sache!“, sind wir also tatsächlich mehr bei der Sache als wenn das Outfit sagt: “Hier würde sich jemand gerne die 4. Staffel von The Crown in einem Rutsch ansehen.“

Lesen Sie alle Geschichten der turi2 edition #13 – direkt hier im Browser als E-Paper oder bestellen Sie das Buch.

Bedeutet das also, Jogginghose und Homeoffice vertragen sich nicht? Nein. Es kommt auf den Gesamtstyle an. 2020 boomten Coords, wie Looks aus zusammenpassenden Ober- und Unterteilen im Fashionslang heißen. Diese Sets waren vor allem bei Jogginganzügen beliebt. In einem solchen Outfit ist man schon besser angezogen als in einer wahllosen Kombination. Bei Jogginghosen funktioniert aber auch sogenanntes “Updressing“. Also Blazer/Sakko zur Jogginghose stylen. Oder Bluse/Hemd und dazu ein leicht spießiger V-Neck-Pulli. So mixt man Bequemlichkeit mit Seriosität und sieht bei Video-Konferenzen im Portrait-Anschnitt gut aus. Was auf Flanellschlafanzüge übrigens nicht zutrifft. Egal, wie man sie kombiniert. (Foto: Thomas von Aagh)

Alle Geschichten aus der turi2-edition #13 lesen: turi2.de/edition13

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