Jesper Doub steuert den “Spiegel” durch den digitalen Umbruch.


Innovation von oben: Mit Jesper Doub hat der “Spiegel” einen IT-Mann als Verlagsleiter. Und der liest sein Blatt nur noch selten auf Papier, sondern auf dem iPad. Doub nimmt den digitalen Wandel sportlicher als viele Kollegen aus der Branche, sieht den “Spiegel” von heute auch als Tech-Unternehmen. Im Video-Interview zur neuen turi2 edition5 sagt Doub: “Die normale, neue Realität ist: Wir sind ständig in einem Transitionsprozess.” In dem Prozess kann der “Spiegel” wieder wachsen – abseits der Kernmarke.

Doub will die Marke “Spiegel” dehnen und so Kunden-Nachwuchs gewinnen. “Wir haben unter dem Strukturwandel zu leiden, wir erreichen aber auch ganz neue Zielgruppen, die vorher nichts mit unserer Marke zu tun haben”, sagt Doub, auch mit Blick auf die Snapchat-Redaktion von Spiegel Online. Neue Kanäle sichern dem Verlag eine hohe Reichweite, auch wenn die Auflage des Ur-Produkts “Spiegel” weiter schrumpft.

Auch die digitale Tageszeitung Spiegel Daily könnte neue Kundengruppen erschließen. Zu Frage nach Erfolg und Misserfolg bleibt Doub aber vage. Es sei zu früh, Daily zu beurteilen. Vorsichtshalber sagt Doub aber: “Ich schließe nicht aus, dass wir in unseren Produkten einen Pivot hinlegen, Dinge verändern.” Heißt: Spiegel Daily könnte in einem Jahr ganz anders aussehen. Das ist die digitale Realität, wie Doub sie sieht. Nichts ist je fertig: “Wir werden konstant in einem Zwischenstadium sein”, sagt er.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Wo der “Spiegel” seine digitale Zukunft sieht – der Text von Jens Twiehaus jetzt in der: