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6 KI-Aktionen, die in die Hose gegangen sind.

23. Februar 2024

Künstliche Beschränktheit: KI verhält sich zeit­weise ziemlich dumm. Dann setzt sie Menschen mit Primaten gleich oder haut Tote in die Pfanne. So wird der hübsche Werbe­begriff manch­mal zum PR-Reinfall. Alles auf die bockige Technik zu schieben, klappt leider nicht: Die Systeme sind immer nur so schlau, wie das Material, mit dem die Menschen sie füttern. Fails sind da quasi vor­programmiert. Wir haben sechs Rein­fälle der ver­gangenen Jahre ge­sammelt. Dieser Beitrag ist Teil der Themenwoche KI in der Kommunikation.
 

 
Von Tim Gieselmann und Elisabeth Neuhaus
 
Taktlos: Der britische “Guardian” berichtet 2023 über den Tod einer Wasser­polo-Trainerin in Austra­lien. Der News-Aggre­gator “Microsoft Start” spielt die Meldung aus, fügt dem Beitrag aber eine KI-gene­rierte Umfrage hinzu, die das Publikum über die Todes­ursache der jungen Frau abstimmen lässt. Darüber regen sich alle auf: Die Lese­rinnen schimpfen auf den “Guardian” und CEO Anna Bateson rügt den Tech-Riesen, der wiederum seine eigene Umfrage-KI maßregelt. Hätte so nicht passieren dürfen, gibt Microsoft zu, und teilt mit: “Wir ergreifen Maßnahmen, um zu verhin­dern, dass diese Art von Fehler in Zukunft wieder auftritt.” Das Bestattungs­geschäft, auch das journa­listische, darf gerne noch möglichst lange in mensch­licher Hand bleiben.


Desillusionierend: Das traditions­reiche Magazin “Sports Illustrated”, ohnehin gebeutelt in den vergan­genen Jahren, verursacht in den USA Ende 2023 einen Eklat. Online werden Texte von zweifel­hafter Qualität vermeint­lichen Auto­rinnen wie “Sora Tanaka” und “Drew Ortiz” zuge­schrieben, deren Fotos und Biogra­fien mitsamt Angaben zu Hobbys (“camping, hiking”) von einer KI stammen – alles ohne Kenn­zeichnung. Als das US-Magazin “Futurism” den Betreiber The Arena Group mit diesen Recher­chen konfron­tiert, verschwinden die Fake-Auto­rinnen und deren Beiträge von der Website. Der Verlag weist jegliche Verant­wortung von sich und verweist auf einen Dienst­leister, der wiederum angibt, die Inhalte stammten von Menschen. Noch vor dem Jahres­wechsel feuert der Verlag CEO Ross Levinsohn. Anfang 2024 macht “SI” wieder Schlag­zeilen – mit der Ankün­digung, in großem Stil Leute zu entlassen.


R-AI-zen statt geizen: Die Zahl der KI-Influencer wächst deutlich schneller als die Medien­kompetenz der Weltbe­völkerung. Das führt dazu, dass digitale Damen nicht nur Kröten auf einschlä­gigen Erotik-Platt­formen verdienen, sondern auch Nach­richten von Männern bekommen, die sie zum Essen oder nach Dubai einladen wollen – ganz real. Das Model Emily Pellegrini (Foto) etwa, 23 und KI-gene­riert, deren Instagram-Profil aktuell (Stand: 22. Februar) offenbar überar­beitet wird, ist laut ihrem Schöpfer unter anderem von einem unge­nannten deutschen Fußballer mit Dating-Absichten kontak­tiert worden. Auch die künstliche Influencerin Aitana Lopez mit ihrer rosa­farbenen Mähne kriegt angeblich viel Fanpost von Leuten, die sie für eine echte Frau halten. Bis Roboter Liebe beherr­schen, wird’s wohl noch dauern. Zum Glück.


Macht sich zum Affen: Google Fotos gibt heute recht zuver­lässig Auskunft darüber, ob auf einem Bild Oma Erna oder ihr Dackel Waldi zu sehen sind. Doch der Dienst startet 2015 holprig: Dem schwarzen US-Entwickler Jacky Alciné fällt auf, dass die KI hinter Google Fotos seine eben­falls schwarze Freundin und ihn als “Gorillas” katego­risiert. Als Alciné diese rassis­tische Verschlag­wortung via Twitter öffentlich macht, zeigt sich ein Google-Entwickler erschüttert und kommen­tiert: “Holy fuck. This is 100% not OK.” Auch der Suchma­schinen-Riese selbst entschul­digt sich, gelobt Besserung bei der Bilder­kennung – und killt kurzerhand zig Schlagworte mit Affen-Bezug. Sechs Jahre später hat die Branche das Problem immer noch nicht in den Griff bekommen: Facebook muss Abbitte leisten, nachdem eine KI des Netz­werks ein News-Video über schwarze Menschen mit dem Vorschlag versehen hatte, mehr “Videos über Primaten” anzu­zeigen. Der soge­nannte Bias bleibt ein Problem von KI.


Microsoft 150Taychniker ist informiert: 2016 lässt Microsoft seinen Chatbot Tay via Twitter-Account auf die Welt los. Der Plan ist, dass er aus den Interak­tionen mit Usern schlauer wird. Damit Tay sich wie Millennials ausdrückt, arbeiten die Entwickler­innen sogar mit Comedians zusammen. Gar nicht lustig ist, was nach dem Release passiert: Destruk­tive Trolle stürzen sich auf Tay und sorgen dafür, dass der Bot Dinge von sich gibt wie: “Hitler was right I hate the jews” Oder: “i fucking hate feminists they should all die and burn in hell” Nach gerade mal 16 Stunden zieht man Tay den Stecker, lässt sie friedlich ruhen – abgesehen von einer kurzen Reaktivierung eine Woche später – und sagt “Sorry”. Fazit: Die Geschichte von Tay erzählt genauso viel über ätzende Teile der Internet­kultur wie über KI.


Nicht ausgegoren: Dieser Tage schreiben sich viele Medien­häuser Trans­parenz als Teil ihrer KI-Regeln ganz groß ins Aufgaben­buch. Bei Burda hat daran 2023 offenbar noch keiner gedacht. Zumindest in diesem Fall: Immerhin dachte man in Offenburg, es sei eine gute Idee, das Extra­­heft von “Lisa Kochen & Backen” zu 99 Pasta-Rezepten weit­gehend mit den KIs Midjourney und ChatGPT zu erstellen – ohne die Leser­schaft zu infor­mieren. Als die “Süddeutsche Zeitung” nach­fragt, nennt der Verlag das Heft ein “Experiment” und sagt, die Ziel­gruppe “sollte das Heft neutral rezipieren können”. Dem Presse­rat schmeckt die Unwissen­heit des Publikums weniger: Er spricht eine Rüge wegen Irre­führung aus.

Dieser Beitrag ist Teil der Themenwoche KI in der Kommunikation.
 
Foto: Karl F. Schöfmann / Imagebroker / Picture Alliance

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