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23 Verlierer des Jahres 2023.

8. Dezember 2023

Doof gelaufen: Für diese Menschen und Marken aus Medien, Wirt­schaft, Politik und Gesell­schaft ging es auf der Karriere­leiter 2023 teils richtig weit nach unten. Mal wegen falscher Ent­scheidungen, mal wegen seltsamer Auf­fassungen von Gut und Böse. Mal fehlte das Publikum, mal der gesunde Menschen­verstand. Dabei stolperten sie alle über ganz unter­schiedliche Dinge, von Hundekot bis Bier-Werbung. Dieser Bei­trag ist Teil der Agenda-Wochen 2024.

Von Tim Gieselmann und Elisabeth Neuhaus

1. René Benko
Der Immobilien- und Einzel­handels­unternehmer verabschiedet sich von der Spitze seiner Signa Holding, die in der Insolvenz steckt. Steigende Zinsen und sinkende Immobilien­preise lassen die Gruppe ab­stürzen. Die ohne­hin schon gebeutelte Kauf­haus-Kette Galeria Karstadt Kaufhof, weitere Firmen­töchter und etliche Bestlage-Projekte wie der Hamburger Elbtower geraten mit in Schief­lage. Die deutschen Innen­städte drohen weiter aus­zusterben.

2. Bud Light
Die US-Biermarke wirbt die trans Influencerin Dylan Mulvaney für einen Sponsored Post an. Nach Boykott-Aufrufen von Rechten duckt sich die dahinter­stehende Brauerei Anheuser-Busch weg und lässt Mulvaney sitzen. Die berichtet von Hass und Verfolgung. Dass Budweiser den größten Wert­verlust aller Marken im Interbrand-Ranking hin­nehmen muss, ist da redlich verdient.

3. Nancy Faeser
Quasi neben­beruflich will die SPD-Innen­ministerin der CDU um Boris Rhein die Wiesbadener Staats­kanzlei abjagen und scheitert mit Pauken und Trompeten. Auf Bundes­ebene dürfte Nancy Faeser die Ab­setzung des BSI-Chefs Arne Schönbohm nach Vor­würfen im “ZDF Magazin Royale” Ende 2022 wohl noch über das Jahr 2023 hinaus verfolgen.

4. Sam Bankman Fried
Der Gründer der Ende 2022 insolvent gegangenen Krypto­börse FTX fällt tief. Der Prozess gegen den einstigen Krypto-König ist eine Schlamm­schlacht: Er wird des Finanz­betrugs und der Geld­wäsche für schuldig befunden. Nun drohen bis zu 110 Jahre Haft. Promis wie Tom Brady, die einst für FTX getrommelt hatten, dürften sich wünschen, dass es nun ruhiger um SBF wird.

5. Maurice Gajda
Der RTL-Reporter will einen rassistischen Tweet von Ex-AfD-Chefin Frauke Petry gesehen haben, findet ihn aber nicht. Also baut er das Ganze für einen Beitrag nach. RTL macht Schluss mit ihm, Petry mahnt ab. Dabei ist die Aktion von vorn­herein reich­lich un­nötig: Auf X steht so viel Stuss, dass wirklich keiner peinliche Posts nachbauen muss.

6. Marco Goecke
So viele Schlag­zeilen wie 2023 hat die Staats­oper Hannover noch nie produziert. Der Ballet­chef beschmiert eine ihm miss­liebige Journalistin mit Hunde­kot und muss nach langem Hin und Her gehen. Der wohl absurdeste Angriff auf die Presse­freiheit seit Langem.

Jesu-Kreuz 150 (Foto: dpa)7. Gott
Die Katholische Kirche verliert 2022 so viele Mitglieder wie nie, bei der Evangelischen sieht es nur un­wesentlich besser aus. Gerade einmal 6 % der Deutschen praktizieren ihren Glauben überhaupt noch. “Seid frucht­bar und mehret euch”? Für die Kirche geht diese Rechnung in Deutsch­land nicht mehr auf.

8. Karl Lauterbach
Die Pandemie ist zu Ende, bei Gesundheits­minister Karl Lauterbach ist trotzdem alles andere als heile Welt. Die Apotheken laufen Sturm wegen Versorgungs­lücken, das kontrollierte Klinik­sterben steht in der Kritik und die Menschen spüren den Ärzte­mangel. Da löst auch die zähe Cannabis-Legalisierung keine Party-Stimmung mehr aus.

9. Die Linke
Nach dem Austritt einer ihrer wenigen Galions­figuren und mehreren Mit­zügler­innen verliert die Partei im Bundes­tag den Fraktions­status. Auch wenn Genossin Sahra die Linken zuletzt eher geknechtet hat, erscheint ihr Abgang nicht als Befreiungs­schlag. Die Partei gewinnt neue Mitglieder, trotzdem kriselt es: Bei allen Land­tags­wahlen verliert sie 2023 Wähler­stimmen.

10. Looping Group
Plot Twist: Die Agentur­gruppe um den ehemaligen “stern”-Chef­redakteur Dominik Wichmann verpasst ihrer eigenen Geschichte einen unerwarteten Dreh und stellt 2023 Insolvenz­antrag. Querelen mit der Agentur von Großkunde BMW und Kündigungen sowie angeblich nicht gezahlte Rentenbeiträge im Londoner Büro fahren den Laden in die Schlag­zeilen. Ein möglicher Verkauf muss zeigen, ob Looping noch die Kurve kriegt.

11. Sigrid Nikutta
Als BVG-Chefin startet die Managerin einst richtig durch, auch dank kluger Selbst­vermarktung. Damit gewinnt sie 2023 den German Diversity Award. Die seit 2020 von ihr gemanagte Güter­sparte der Deutschen Bahn bleibt derweil mit roten Zahlen ein Sorgen­kind. Nun muss Sigrid Nikutta bei DB Cargo statt großer Visionen unangenehme Spar­maßnahmen ver­kaufen.

12. Gil Ofarim
Via Instagram macht der Sänger 2021 einen vermeintlichen anti­semitischen Vorfall in einem Hotel in Leipzig öffentlich. Die Staats­anwaltschaft zweifelt an seiner Version. Im Verleumdungs­prozess bekennt Ofarim sich 2023 schuldig, gelogen zu haben. Der Zentral­rat der Juden sagt es am treffendsten: “Gil Ofarim hat all denen, die tat­sächlich von Anti­semitismus betroffen sind, großen Schaden zugefügt.”

13. Malcolm Ohanwe
Nach dem Über­fall der Hamas auf Israel äußert der Journalist Verständnis für den grausamen Terror­akt. Ehe­malige Auftrag­geber wie Arte und der BR machen darauf­hin sehr deutlich, dass sie nicht mehr mit ihm zusammen­arbeiten werden. Malcolm ist jetzt out of the middle, in der er wohl nie war.

14. Postbank
Die Marke macht mit miesem Service von sich reden. Die IT-Probleme sind so massiv, dass sich der Chef der Mutter Deutsche Bank öffentlich dafür entschuldigt. Fast die Hälfte der insgesamt 550 Filialen sollen in den nächsten zwei­einhalb Jahren dicht­machen. Paket­versand und Brief­markenkauf sollen aus weiteren 100 Standorten ver­schwinden. So verliert der Marken­name seinen Witz.

15. Richard David Precht
Im ZDF-Podcast mit Markus Lanz haut der Philosoph Aus­sagen zu orthodoxen Juden raus, die Anti­semitismus-Vor­würfe nach sich ziehen. Richard David Precht ent­schuldigt sich mehr­fach, eine Honorar­professur in Lüne­burg legt er nach Protesten der Studis nieder. Um es mit Sokrates zu sagen: Am klügsten sind die, die wissen, was sie nicht wissen.

16. Rammstein
Presse­rechtlich lässt sich allen­falls ein Zwischen­fazit ziehen. Außerhalb des Gerichts­saals und der treuen Fan­base haben die Meldungen über ein Casting-System für Frauen die ohnehin polarisierende Band und ihren Front­mann Till Lindemann allerdings nicht gerade sympathischer gemacht.

17. Til Schweiger
Getuschelt wurde über seinen Alkohol­konsum schon lange. Die Schikane- und Gewalt­vorwürfe waren neu. Dem “stern” gesteht der Schau­spieler und Regisseur im Herbst, den Herstellungs­leiter des Films “Manta, Manta 2“ alkoholisiert geohr­feigt zu haben. “Eine Katastrophe”, für die sich Schweiger “heute noch schäme”. Er sei nun in Therapie.

18. Hubert Seipel
600.000 Euro “Sponsoring” von einem Putin-nahen Oligarchen legen andere Ein­kommens­quellen trocken. Der NDR lässt Seipels Filme u.a. von Ex-“Spiegel”-Chef Steffen Klusmann checken, das Grimme-Institut prüft seine Preis­vergabe, das Netzwerk Recherche will Seipel loswerden, Hoffmann und Campe stellt den Buchverkauf ein. Aua.

19. Greta Thunberg
Jahrelang versuchen viele, die Aktivistin zu diskreditieren. Das schafft die Schwedin nun selbst, indem sie sich im Krieg zwischen Hamas und Israel ein­seitig mit Palästina solidarisiert. Der Keil bei Fridays For Future ist da, der deutsche Ableger geht auf Abstand und leckt seine Wunden.

20. X
Zur einstigen Zwitscher­bude scheint alles gesagt: Milliardengrab von Elon Musk, Werbegeld-Wüste. Die Kommunikations­bubble bleibt der Platt­form oft in nüchterner Träg­heit treu, während ihr Besitzer Verschwörungen und Hass teilt. Ein Konkurrenz-Check (Elefant oder Blauer Himmel) klingt nach einem guten Vorsatz für 2024.

21. Cawa Younosi
Sein Image als Karriere-Macher pflegt der damalige SAP-Mann sorg­sam in Inter­views und bei Linked-in. Das abrupte Ende der Aufstiegs­story vom Geflüchteten zum Kiosk­betreiber zum Vorzeige-Personaler bringt anscheinend eine interne Unter­suchung. Das “Manager Magazin” berichtet darüber. Bei SAP arbeitet Cawa Younosi nicht mehr.

22. Zeitschriften
Sie sind der Dauer­brenner unter den Verlierern: Für viele Magazine wird die Luft auch 2023 dünner – und mit ihr Erscheinungs­frequenz und Umfang. Klambts “Grazia” kommt nur noch alle zwei Wochen, die “Glamour” von Condé Nast nur noch quartals­weise. Ganz verschwinden u.a. “Shape”, “Joy” – und natürlich etliche Titel von Gruner + Jahr.

23. Zervakis & Opdenhövel
2021 wirbt ProSieben die beiden wichtigen ARD-Promis ab. Anfangs bespielt das Duo zwei Stunden die Prime­time, zuletzt laufen nur noch 45 Minuten – nach “TV Total”. Ende 2023 ist nach 77 Folgen Schluss. Unter­föhring macht zwar wieder selbst News, die Info-Offensive scheint trotz­dem gebremst – Linda Zervakis und Matthias Opdenhövel brauchen neue Formate.

Dieser Beitrag ist Teil der Agenda-Wochen 2024. Bis 17. Dezember blickt turi2 in Interviews, Podcasts und Gastbeiträgen zurück auf 2023 und voraus auf 2024.

Fotos: Wolfgang Stahr, Picture Alliance (NTB / Alf Simensen, dpa / Annette Riedl), Holger Talinski

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