Zahl des Tages: München ist laut Bitkom digitalste Stadt Deutschlands.

Zahl des Tages: Mit 84,5 von 100 möglichen Punkten verdrängt München im Smart City Index Hamburg als digitalste Stadt Deutschlands. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst attestiert deutschen Städten ein steigendes Tempo bei der Digitalisierung, sieht aber auch ein starkes  Leistungsgefälle. Das Sorgenkind sei ausgerechnet die Startup-Hochburg Berlin, die in "allen Bereichen nachgelassen" habe.
rnd.de

Bundeskartellamt und Google einigen sich im Streit um mehr Kontrolle bei Datenverarbeitung.

Mehr Kontrolle: Nutzende bestimmter Google-Dienste wie Gmail erhalten nach einer Einigung zwischen dem Bundeskartellamt und Alphabet mehr Mitspracherecht bei der Weiterverarbeitung ihrer Kundendaten. Das Kartellamt hatte den Google-Konzern zuvor abgemahnt, ursprünglich aber die Begrenzung von deutlich mehr Google Diensten angepeilt, als der Kompromiss nun umfasst.
tagesschau.de

Meta plant Abo-Modell für werbefreie Facebook-Nutzung.


Abo statt Werbung: Der Social-Media-Konzern Meta denkt offenbar über ein werbefreies Bezahl­angebot für Facebook und Instagram nach, berichtet das "Wall Street Journal". Meta reagiere damit auf schärfere Daten­schutz­bestimmungen für personalisierte Werbung in der EU. Die Hoffnung sei, dass eine werbefreie Version die Bedenken von Regulierungs­behörden eindämmen könnte. Im Gespräch seien 10 Euro im Monat. Für ein Abo am Smartphone würde Meta 3 Euro aufschlagen, die Apple und Google vom Kauf­preis einbehalten. Für jeden weiteren verknüpften Account sollen weitere 6 Euro anfallen. Ob die Regulierer in Brüssel und am europäischen Meta-Hauptsitz in Irland sich darauf einlassen, sei unklar.
wsj.com (€), spiegel.de, tagesschau.de

Basta: ZDF ist offline.

Mit dem Zweiten ist man offline: Bauarbeiten in Mainz haben eine Hauptleitung gekappt, die das ZDF ans Internet anschließt. Webseiten und Mediathek sind nicht erreichbar, auch das TV-Programm war betroffen. Die größte Hoffnung ruht nun wohl darauf, dass bei "Bares für Rares" jemand vorbeikommt, der ein altes Modem loswerden will.
dwdl.de

Wegweisender Prozess gegen Google in den USA hat begonnen.

Google steht in den USA wegen möglicher Wett­bewerbs­verstöße vor Gericht. Die Regierung wirft dem Tech-Konzern vor, durch Verträge mit Handy­herstellern sicher­gestellt zu haben, dass seine Such­maschine zur Standard­einstellung auf den Geräten gehört. Ein Schuld­spruch könnte laut Expertinnen weitreichende Folgen für die Branche haben.
cnn.com, zeit.de

Ein Drittel der Minderjährigen hat schon mal Pornos gesehen.

Nackte Tatsachen: Mehr als ein Drittel der Minder­jährigen in Deutschland zwischen 11 und 17 Jahren hat online schon mal porno­grafische Fotos oder Videos gesehen, sagt eine Umfrage der Medien­anstalt NRW. Bei Mädchen zwischen 14 und 17 sind es 45 %, bei gleich­altrigen Jungs sogar 59 %. Ihren ersten Porno hätten die meisten Befragten zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr gesehen. 25 % geben an, dass ihnen die Fotos oder Videos unfreiwillig gezeigt oder zugeschickt wurden.
n-tv.de, medienanstalt-nrw.de

X überlegt, automatische Überschriften von Artikel-Links zu entfernen.

Aufmacher-Thema: Der Kurz­nachrichten­dienst X spielt mit dem Gedanken, Überschriften von geteilten Artikeln nicht mehr automatisch anzuzeigen, berichtet das US-Magazin "Fortune". Posts würden dann nur noch Aufmacher­bild und Link enthalten. Nutzerinnen müssten Überschriften und Teaser händisch einfügen.
fortune.com (€), theverge.com

Zahl des Tages: Hessen drängt auf Verlängerung der Speicherfrist für IP-Adressen.

Zahl des Tages: Auf mehr als 80 % würde die Auf­klärungs­­quote für Fälle von Kinder­porno­grafie steigen, würde die Speicher­pflicht für IP-Adressen auf 14 Tage erhöht werden, sagt eine BKA-Unter­suchung. Bisher sind es maximal sieben Tage – oft zu kurz, um Täter nach Bekannt­werden eines Falls zu ermitteln. Hessen will in der Sache nun den Druck auf Justiz­minister Marco Buschmann und Innen­ministerin Nancy Faeser erhören.
faz.net (€)

Auf X erscheint Markenwerbung neben Nazi-Inhalten.

Kein gutes Umfeld: Auf dem Kurz­nachrichten­dienst X taucht Werbung von bekannten Marken neben Nazi-Content auf, berichten die NGO Media Matters for America und der Nachrichten­sender CNN. Ein Account, der entsprechende Inhalte verbreitet, sei inzwischen gelöscht worden. Erst vergangene Woche hatte X ein Tool vorgestellt, mit dem Werbe­kunden regulieren können, nicht neben kontroversen Inhalten aufzutauchen.
spiegel.de, cnn.com

Jack Dorsey gibt seinen Instagram-Account auf.

Jack ist weg: Twitter-Mitgründer Jack Dorsey verabschiedet sich von Instagram und gibt seinen Nutzernamen @jack frei. Beim dezentralen Netzwerk Primal schreibt Dorsey, er sei einer der ersten zehn Nutzer und einer der ersten Investoren von Instagram gewesen, habe die Plattform seit der Übernahme durch Facebook aber nicht mehr genutzt. Er sei gespannt, was mit dem Namen passiert – aktuell zeigt Instagram noch eine Fehler­meldung an.
techcrunch.com

Zahl des Tages: 136.865 Cyberverbrechen 2022 sind nur “die Spitze des Eisberges”.

Zahl des Tages: Insgesamt 136.865 Fälle von Cyber­kriminalität registriert das BKA im Jahr 2022. Das ist zwar ein Rückgang um 6,5 %, sei aber nur "die Spitze des Eisberges", weil bis zu 90 % der Cyber­verbrechen im Dunkeln blieben, sagt BKA-Vize­präsidentin Martina Link bei der Vorstellung des Bundes­lage­bildes Cybercrime.
tagesschau.de

Google Street View zeigt neue Panorama-Ansichten deutscher Städte.

Neue Perspektiven: Google schaltet bei seinem Panorama-Dienst Street View neue Bilder für die 20 größten deutschen Städte frei. Die Aufnahmen stammen von 2022. Bisher waren die Bilder auf dem Stand von 2008 und 2009, weil Google nach dem Ärger um verpixelte Häuser entschieden hatte, die Ansichten nicht zu aktualisieren. Seit Juni sind Kamera-Autos in weiteren Regionen unterwegs.
spiegel.de, blog.google

Tech-Firmen verpflichten sich zur Kennzeichnung von KI-Inhalten.

KI-Sticker: US-Techunternehmen wie Amazon, Google, Meta und Microsoft verpflichten sich dazu, durch Künstliche Intelligenz generierte Inhalte künftig zu kennzeichnen. Sie kommen damit einer gesetzlichen Regelung zuvor. Zur Selbst­verpflichtung gehören u.a. auch externe Sicherheits­prüfungen sowie die Veröffentlichung von Schwach­stellen.
spiegel.de

Apple, Google und Microsoft wollen Anmeldung per Passwort 2024 abschaffen.

Passwort 12456: Die US-Tech-Riesen Apple, Google und Microsoft wollen die An­meldung per Pass­wort 2024 ab­schaffen. Das neue Fido-Ver­fahren soll besser vor Hacker­angriffen schützen. Die An­meldung wird dann am Smart­phone ab­ge­wickelt und soll auch über mehrere und neue Geräte hin­weg funktionieren.
t-online.de

Neue BSI-Chefin sieht verstärkte Cyber-Angriffe aus Russland.

Hacker-Grüße aus Moskau: Die neue BSI-Chefin Claudia Plattner sieht Deutschland als "attraktives Ziel" für von Russland gelenkte Hacker-Gruppen. Die Bedrohungs­lage im Netz sei "so groß wie nie", sagt sie der "Süddeutschen Zeitung". In den Sicherheits­behörden wachse die Sorge, dass sich pro­russische Aktivisten, Cyber-Kriminelle und Hacker der russischen Geheim­dienste verbünden könnten. Daher sei es notwendig, Angriffe "stoppen und abwehren" zu können. "Nur die Hände hoch­halten reicht nicht."
sueddeutsche.de (Zusammenfassung), sueddeutsche.de (€, Interview)

Offene regulatorische Fragen hindern Threads noch am Start in der EU.

Ohne EUch: Der Twitter-Klon Threads von Meta ist zum Start am Donnerstag noch nicht in der Europäischen Union verfügbar. Instagram verweist auf noch offene regulatorische Fragen. Threads gilt als potenziell größter Twitter-Konkurrent, weil alle Instagram-User den neuen Dienst mit ihrem Account nutzen können.
handelsblatt.com

BDZV-Umfrage gibt Verleger-Verband Argumentationshilfe gegen öffentlich-rechtliche Textangebote.

An die Leine nehmen: Der Verleger-Verband BDZV fordert von der Politik eine Neu-Definition des Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dieser solle "nicht mehr die Markt­chancen und Vielfalt der privaten Presse einschränken". Eine vom BDZV beauftragte Online-Befragung komme – ganz im Sinne der Argumentation des Verbands - zu dem Ergebnis, dass 62 % der Befragten bei öffentlich-rechtlichen Online-Portalen "immer oder häufig" Textangebote aufrufen. Würde es diese nicht geben, würden fast 40 % gedruckt oder digital mehr Presse-Angebote nutzen. Darüber hinaus hätten 44 % der Befragten angegeben, sie könnten sich private Medien­angebote "wegen des hohen Rundfunk­beitrags" nicht oder weniger leisten als in der Vergangenheit.
bdzv.de

Zahl des Tages: Angebot an KI-generierten News-Seiten wächst rasant.

Zahl des Tages: Bis zu 25 neue "KI-Content-Schleudern" entstehen jede Woche, schreibt Roland Eisenbrand bei OMR. Im Mai hatte der Tool-Anbieter Newsguard noch 49 durch KI generierte News-Seiten entdeckt, zuletzt waren es bereits 217. Die Website World-Today-News etwa soll zuletzt 8.600 Artikel in nur einer Woche veröffentlicht haben.
omr.com

Studie: Jugendliche verbringen knapp 64 Stunden pro Woche im Internet.

Digital Natives: Knapp 64 Stunden verbringen Jugendliche pro Woche im Internet, sagt die Jugend-Digitalstudie der Postbank. Das sind 5,7 Stunden mehr als vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019, allerdings weniger als 2022 mit 67,8 Stunden pro Woche. Junge Frauen sind demnach häufiger online als junge Männer und nutzen stärker Smartphone und Tablets anstatt PCs.
horizont.net

Mutmaßlich russische Hacker greifen SPD-Parteivorstand an.

Genosse Hacker: Der SPD-Partei­vorstand ist bereits im Januar Opfer eines Hacker-Angriffs geworden, teilt die Partei erst jetzt mit. Betroffen war "eine ein­stellige Zahl von E-Mail-Accounts. Es sei nicht auszu­schließen, dass dabei Daten abgeflossen sind. General­sekretär Kevin Kühnert sagt, es gebe "fundierte Anhalts­punkte dafür, dass die Attacke durch Angreifer aus Russland ausgeführt wurde".
tagesschau.de

EU-Kommission wirft Google Bevorzugung eigener Werbedienste vor und fordert Teilverkauf.

Gegen Googles Gelddruckmaschine: Die EU-Kommission fordert Google auf, Teile seiner Werbe­dienste zu verkaufen. Wettbewerbs­kommissarin Margrethe Vestager befürchtet, "dass Google seine Marktstellung genutzt haben könnte, um seine eigenen Vermittlungs­dienste zu begünstigen." Google wider­spricht den Vorwürfen, sie bezögen sich auf einen "eng ein­gegrenzten Aspekt des Werbe­geschäfts".
faz.net

Zitat: Whistleblowerin Frances Haugen warnt vor der Gefahr sozialer Medien für Kinder.

"Ich erinnere gerne daran, dass wir gerade ausrasten, weil KI irgendwann mal Kinder töten wird, dabei haben wir doch schon eine KI, die Kinder tötet."

Whistleblowerin Frances Haugen warnt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" vor den Gefahren sozialer Medien. Die Suizid­raten für Kinder und Jugendliche gingen in den USA "steil nach oben".
sueddeutsche.de (€)

YouTube entfernt keine Videos mehr, die Falschbehauptungen über US-Wahlen verbreiten.

YouTube entfernt künftig keine Videos mehr von seiner Plattform, die Falsch­behauptungen zu US-Wahlen verbreiten. Das Löschen entsprechender Inhalte berge die Gefahr, "politische Äußerungen einzuschränken, ohne das Risiko von Gewalt oder anderen realen Schäden signifikant zu verringern", teilt der Konzern mit. YouTube hatte nach der US-Wahl 2020 angekündigt, Videos zu löschen, die u.a. den Wahlsieg von Joe Biden anzweifeln.
huffpost.com, turi2.de (Background)

Twitter verlässt freiwilliges EU-Abkommen gegen Desinformation.

Twitter kehrt einer freiwilligen EU-Vereinbarung gegen Desinformation den Rücken, teilt EU-Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton mit. Schon zuletzt hatte der Kurz­nachrichten­dienst deutlich weniger Infos über Fake-Accounts und Faktenchecks geliefert als andere Unternehmen wie Google oder Meta. Am 25. August tritt das EU-Gesetz über Digitale Dienste in Kraft. Breton mahnt, Twitter könne sich davor nicht verstecken.
tagesschau.de, reuters.com

Zitat: Medienregulierung muss künftig “noch schneller und flexibler reagieren” als bisher, erwartet BLM-Präsident Thorsten Schmiege.

"Wir werden in Zukunft die gleichen Fragen unter noch komplexeren Bedingungen beantworten müssen."

BLM-Präsident Thorsten Schmiege erwartet im turi2-Interview zur Themenwoche TV & Streaming, dass der Aufwand für die Medien­regulierung künftig "wahrscheinlich nicht geringer" wird. Die Landes­medien­anstalten müssten "noch schneller und flexibler reagieren" als bisher.
turi2.de (Interview), turi2.de/tv-und-streaming (alle Beiträge)

Dazn will seine Quoten von der AGF messen lassen.

Quoten-Vergleich: Der Sport-Streamer Dazn will in die Quoten­messung der AGF aufgenommen werden, berichtet DWDL. Aktuell laufe bereits eine Testphase. Erklärtes Ziel sei "volle Transparenz und Vergleich­barkeit für den Werbe­markt". In Deutschland ist Dazn damit Vorreiter unter den Streaming­diensten – die ihre Reichweite bisher wie ein Staats­geheimnis behandeln.
dwdl.de

Zahl des Tages: WhatsApp ermöglicht Bearbeitung von Nachrichten bis 15 Minuten nach dem Versand.

Zahl des Tages: Bis zu 15 Minuten nach dem Versand können WhatsApp-Nutzer ihre Nachrichten künftig bearbeiten. Die Empfänger können zwar sehen, dass die Nachricht bearbeitet wurde, aber nicht konkret was. Die Neuerung soll in den kommenden Wochen weltweit für alle verfügbar sein.
tagesschau.de, blog.whatsapp.com

Zitat: Fast-Channels verlängern erfolgreiche Format nachhaltig, beobachtet Joyn-Chef Tassilo Raesig.

"Wir verlängern die Nutzung vieler Formate nachhaltig, bringen erfolgreiche Formate zurück ins Gedächtnis vieler Nutzer*innen und ermöglichen dadurch eine bestmögliche Verwertung unseres Contents und Inhalte-Angebots."

Joyn-Chef Tassilo Raesig erklärt im turi2-Interview zur Themenwoche TV & Streaming, wie lineare, werbe­finanzierte Themen-Kanäle, so genannte Fast-Channels, eine "noch spezifischere Ziel­gruppen­ansprache" ermöglichen.
turi2.de (Interview), turi2.de/tv-und-streaming (alle Beiträge)

Zitat: Streaming boomt weiterhin, aber der Markt ist breiter geworden, beobachtet Magnus Gebauer.

"Was sicherlich ein Stück weit vorbei ist, gerade mit Blick auf die Nutzerzahlen, ist dieses goldene Netflix-Zeitalter, wo sich ein oder zwei Anbieter den Markt teilen und es im Endeffekt nur Wachstum gibt. Aber Streaming generell boomt weiterhin."

Magnus Gebauer, Trend-Experte beim Mediennetzwerk Bayern, erklärt im turi2-Interview zur Themenwoche TV & Streaming, wie sich Streaming-Anbieter mit neuen Geschäftsmodellen auf veränderte Bedingungen einstellen.
turi2.de, turi2.de/tv-und-streaming (weitere Beiträge)

Foto von Explosion am Pentagon ist ein Fake.

Falscher Alarm: Ein gefälschtes Foto einer angeblichen Explosion am Pentagon lässt die US-Aktienmärkte für einige Minuten taumeln. Das Bild, das über soziale Medien Verbreitung fand, zeigt eine große Rauchwolke neben dem US-Verteidigungs­ministerium und wurde vermutlich von Künstlicher Intelligenz generiert. Das Pentagon stellt klar, dass es keine Explosion gegeben hat.
rp-online.de, n-tv.de, twitter.com

“Noch nischiger als klassische Spartensender” – Joyn-Chef Tassilo Raesig über den Trend zu FAST-Channels.


Mag es speziell: “Manche Menschen fühlen sich von dem großen Inhalte-Angebot im VoD-Bereich überfordert und sehnen sich wieder nach klassischen Lean-Back-Möglich­keiten”, sagt Tassilo Raesig, Chef des Streaming­dienstes Joyn im turi2-Interview zur Themenwoche TV & Streaming. Genau dort setzen FAST-Channels mit ihren linearen Ausspiel­wegen an. Joyn bietet z.B. Streams an, die nur Programme von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf zeigen oder einzelne Serien wie “Baywatch” in Dauerschleife. FAST-Channels ermöglichen eine “noch spezifischere Zielgruppen­ansprache” und verlängern nachhaltig die Nutzung von Formaten, sagt Raesig. Über die Strategie von Joyn spricht er auch im großen Streaming-Report von XPLR: MEDIA in Bavaria. Weiterlesen >>>

Zitat: Medienanstalten agieren mit Streaming-Anbietern auf Augenhöhe, sagt BLM-Präsident Thorsten Schmiege.

"Das Bewusstsein für die deutsche Medien­regulierung ist bei internationalen Streaming-Anbietern inzwischen vorhanden und wird zudem immer größer. Wir können durchaus auf Augenhöhe agieren."

Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Thorsten Schmiege, stößt bei Netflix, Amazon und Co auf Gehör – nicht zuletzt, weil Deutschland und Europa für die Streaming-Anbieter wichtige Märkte sind. Im Interview zur Themenwoche TV & Streaming sagt er: "Wir sollten uns deshalb nicht kleiner machen als wir sind."
turi2.de (Interview), turi2.de/tv-und-streaming (alle Beiträge)

Zitat: Streamingdienste brauchen zum Überleben mehr als Serien und Filme, beobachtet Trend-Experte Magnus Gebauer.

"Es ist interessant zu sehen, wie die Streaming-Plattformen in den Sportrechte-Wettbewerb mit eingestiegen sind und da wirklich um die großen Rechte mitbieten. Das zeigt wiederum, dass man es schwer hat, allein mit diesen klassischen, eigenproduzierten Originals am Markt zu bestehen."

Magnus Gebauer, Bewegtbild-Experte beim Mediennetzwerk Bayern, beobachtet im turi2-Interview zur Themenwoche TV & Streaming, dass Streaming-Dienste sich inhaltlich zunehmend breiter aufstellen.
turi2.de, turi2.de/tv-und-streaming (weitere Beiträge)

Gericht: Deutsche Telekom darf keine Nutzer-Daten an Google in die USA übermitteln.

Begrenzter Datenschutz: Die Deutsche Telekom darf keine personen­bezogenen Daten an Google in die USA übermitteln, entscheidet das Landgericht Köln zu einer Klage der Verbraucher­zentrale NRW. Konkret geht es um Infos zu IP-Adresse, Browser und verwendeten Endgerät, die beim Aufruf von www.telekom.de für die Nutzung von Google Ads an US-Server gingen. Die Zustimmung "Alles akzeptieren" im Cookie-Banner reiche dafür nicht.
verbraucherzentrale.nrw, basicthinking.de

Norman Wagner leitet Deutschland-Geschäft europäischer Telko-Werbe-Allianz.

Deutscher Botschafter: Telekom-Mann Norman Wagner, bisher Head of Group Media, leitet das Deutschland-Geschäft des Joint-Ventures der führenden europäischen Netz­betreiber Deutsche Telekom, Orange, Telefónica und Vodafone. Das bisher als TrustPid geplante Bündnis für digitale Werbung soll künftig Utiq heißen. Zum Start wird die Firma in Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und UK tätig sein, ab 2024 auch in den übrigen Ländern Europas.
adzine.de, horizont.net (€), turi2.de (Background)

ZDF Digital liefert mehr Online-Inhalte zu Fußball-Spielen.

ZDF baut ab der Saison 2023/24 seine Online-Sport­berichterstattung aus. Die 100%-ige Tochter ZDF Digital wird Zusammen­fassungen für zahl­reiche Fußball­spiele der 1. und 2. Bundes­liga, der Frauen-Bundes­liga, des DFB-Pokals, der Champions League und der Nations League produzieren, die u.a. bei YouTube und in der ZDF-Mediathek abrufbar sind. Bereits seit 2016 beliefert ZDF Digital die digitalen Kanäle und Social-Media-Plattformen des "Aktuellen Sport­studios" mit Inhalten.
per Mail

ProSiebenSat.1 bringt Joyn nach Österreich.


Zappn Duster: ProSiebenSat.1 macht die beliebte österreichische Streaming-App Zappn wie erwartet dicht und ersetzt sie mit der Streaming-Plattform Joyn. Zum Start sind alle relevanten österreichischen TV-Sender mit Live-Programm und Mediatheken vertreten – neben den Programmen der eigenen ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe sind auch der ORF und Servus TV sowie Lokal- und Spartenprogramme dabei, insgesamt mehr als 50 Kanäle. Dazu kommen über 30 Radiosender sowie Filme, Serien und Eigenproduktionen auf Abruf.

Auch die Mediatheken aller beteiligten Partner bündelt Joyn in Österreich auf einer Plattform. Manche Inhalte werden dabei eingebettet, die Reichweite wird jeweils dem Content-Owner zugerechnet. Werbung in Live-TV-Programmen ersetzt Joyn digital durch eigene Spots, die Erlöse gehen abzüglich einer Vermarktungs­provision an die Partner-Sender. Die Programme von RTL sind – wie beim deutschen Joyn – nicht dabei, spielen in Österreich laut DWDL aber "allenfalls eine Nebenrolle". Österreich könnte eine Blaupause für Deutschland sein: Auch hierzulande würde P7S1-Chef Bert Habets Joyn gerne zur zentralen Plattform ausbauen.
dwdl.de, derstandard.at, prosiebensat1puls4.com

ORF bekommt Limit für Textbeiträge.

ORF darf künftig nur noch 350 reine Textbeiträge pro Woche veröffentlichen, 70 % der Online-Beiträge müssen audiovisuell sein, beschließt die österreichische Regierung mit der ORF-Digital­novelle. Dafür darf der Sender nun auch Inhalte produzieren, die zuerst oder nur online erscheinen, was ihm bisher verboten war. Geplant ist zudem ein Online-Kinderkanal. Das in seiner Existenz bedrohte Radio-Symphonie­orchester bleibt erhalten und bekommt bis 2026 Geld aus Bundesmitteln.
derstandard.at, medianet.at

Ebay Kleinanzeigen setzt Rebranding am 16. Mai um.

Ebay Klein­anzeigen verbannt Ebay aus dem Namen und firmiert ab dem 16. Mai mit neuem Logo nur noch als Kleinanzeigen. Mitte 2021 hatte Ebay sein Klein­anzeigen-Geschäft an die norwegische Adevinta-Gruppe verkauft, die nun das schon länger angekündigte Rebranding umsetzt. Bestehende Accounts bleiben erhalten, die App erscheint nach dem nächsten Update mit neuem Logo.
golem.de

Zahl des Tages: WhatsApp-Account lässt sich nun auf vier Geräten nutzen.

Zahl des Tages: Auf bis zu 4 Smartphones können Nutzer künftig WhatsApp verwenden – bisher war ein Account an ein Gerät und eine Nummer gebunden. Als Einsatz­beispiel nennt WhatsApp etwa Klein­unternehmen, bei denen mehrere Beschäftigte von ihren Geräten Zugriff auf einen Geschäfts­account haben.
welt.de, techcrunch.com

EU-Kommission legt fest, welche großen Webseiten besonderer Kontrolle unterliegen.

Größe verpflichtet: Die EU-Kommission definiert zunächst 19 Online-Dienste als "Very Large Online Platforms", kurz Vlops, für die künftig besonders strenge Regeln gelten, berichtet das "Handelsblatt". Die Anbieter müssen u.a. offenlegen, nach welchen Kriterien sie Inhalte an ihre Nutzer ausspielen. Betroffen sind Dienste mit mindestens 45 Mio aktiven Nutzern, z.B. Amazon Marketplace, Facebook, Instagram, Tiktok und Twitter, aber auch Booking.com und Zalando.
handelsblatt.com (€)

Twitter entfernt kostenlose Verifikationshäkchen.

Abgehakt: Der Kurznachrichtendienst Twitter entfernt wie angekündigt blaue Häkchen, mit denen bisher Promi-Accounts verifiziert wurden. Ab sofort erhalten nur noch zahlende Abonnenten das Symbol, ohne dass Twitter allerdings die Echtheit der Profile überprüft. Eine tatsächliche Verifizierung gibt es nur noch für Unternehmensprofile.
rp-online.de, theverge.com, turi2.de (Background)

NRW verschiebt Abi-Prüfungen wegen Download-Problem bei den Aufgaben.

Informatik ungenügend: Das Schulministerium NRW verschiebt die für diesen Mittwoch geplanten Abitur-Prüfungen auf Freitag. Grund sei ein "massives technisches Problem", wodurch die zentral gestellten Aufgaben nicht überall verlässlich herunterzuladen seien. Gemeinsam mit dem externen Dienstleister will das Ministerium die Störung intensiv aufarbeiten und daraus die notwendigen Konsequenzen ziehen, damit die weiteren Prüfungen störungsfrei erfolgen können.
wdr.de, t-online.de

Zitat: Erik Tuchtfeld findet Eckpunkt zu Hasskriminalität im Netz zu weit gefasst.

"Eine wahrheitswidrige Restaurant-Kritik hat nichts mit digitaler Gewalt zu tun."

Rechtswissenschaftler Erik Tuchtfeld, der zugleich Co-Vorsitzender des SPD-nahen digital­politischen Vereins D64 ist, findet die Eckpunkte von Justiz­minister Marco Buschmann zur Bekämpfung von Hass­kriminalität im Netz zu weit gefasst. "Unter dem Deckmantel des sehr löblichen Ziels, werden ganz andere Interessen verfolgt", sagt Tuchtfeld der "Welt".
welt.de (€)

Instagram erlaubt jetzt bis zu fünf Links im Profil.

Gelinkt: Instagram ermöglicht künftig bis zu fünf Links im Profil – bisher war nur einer möglich. Damit gräbt die Foto-App "Link in Bio"-Anbieter wie Linktree ein Stück weit das Wasser ab: Bisher müssen Nutzer auf Dritt­anbieter ausweichen, um mehrere Links in ihrem Profil zu platzieren. Instagram begründet die Erweiterung mit der Nachfrage von Content Creatorn.
techcrunch.com, mediapost.com

Justizministerium plant richterliche Account-Sperren gegen Hass im Netz.

Sperrung als letztes Mittel: Das Bundes­justiz­ministerium legt Eckpunkte für ein "Gesetz gegen digitale Gewalt" vor, berichtet das ARD-Haupt­stadt­studio. Menschen, die in den sozialen Netzwerken angegriffen werden, sollen "unter gewissen Voraus­setzungen" per Gericht eine Account-Sperre verlangen können, wenn sich nicht heraus­finden lässt, wer hinter einen Account steckt. Es müsse sich jedoch um "schwer­wiegende Persönlichkeits­verletzungen", zudem müsse die Sperre "verhältnismäßig" sein.
tagesschau.de