“SZ” und NDR: Alexa, Siri & Co zeichnen häufig ohne Aufforderung auf.


Große Ohren: Sprachassistenten in Smart Speakern oder Handys zeichnen Gespräche von Nutzer*innen oft auf, ohne absichtlich aktiviert zu werden, recherchieren das NDR-Format "STRG_F" und die "Süddeutsche Zeitung". Drei Ex-Mitarbeiter*innen von Firmen, die für Apple und Amazon Aufnahmen überprüft haben, berichten, sie hätten Gespräche von medizinischem Personal, Geschäftsbesprechungen und intime Privatsituationen mitgehört. Eine Forschergruppe der Uni Bochum und des Max-Planck-Instituts hat elf Smart Speaker untersucht: Modelle von Apple, Google, Amazon, Microsoft, der Telekom und den chinesischen Firmen Xiaomi, Tencent und Baidu. Sie haben die Lauschsprecher tagelang dauerbeschallt, etwa mit Nachrichtensendungen, Fernsehsendungen und Störgeräusche.

Sie schalteten sich in dieser Zeit Hunderte Male fälschlicherweise ein – und verarbeiteten Aufnahmen, die gar nicht existieren dürften. Besonders Geräte von Amazon starteten bei deutschsprachigen Systemen häufig ungewollte Aufnahmen. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sagt gegenüber "STRG_F" und "Süddeutscher Zeitung", man müsse vom Hersteller erwarten, "dass er die Verbraucher im datenschutzrechtlichen Sinne aufklärt und darauf hinweist, dass es eben ein entsprechendes Risiko der Privatsphäre ist". Caspar glaubt aber auch, dass die Speaker besser werden und aus Fehlern lernen.
tagesschau.de, projekte.sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Social Media begünstigt “parasoziale Beziehungen”.

Lese-Tipp: Claudia Wegener, Expertin für Mediensozialisation, erklärt, warum der Tod einer Influencerin Follower, die sie nur aus dem Internet kennen, so trifft – wegen der "parasozialen Beziehung". Sie entsteht, wenn Medien-Personen auch im Alltag der Nutzer*innen eine Rolle spielen. Social Media verstärkt sie, weil Influencer*innen verlässlich und oft täglich "so eine große, intime Nähe herstellen". Gegen die Trauer helfe wiederum das Internet als gemeinsamer Ort, um den Tod zu verarbeiten.
sueddeutsche.de (Paid)

Auch Volkswagen schließt sich Facebook-Boykott an.

Volkswagen will zumindest im Juli seine Werbeaktivitäten auf Facebook aussetzen. Damit schließt sich der Autokonzern einer ganzen Reihe an Firmen an, die mit ihrem Boykott gegen Missstände bei Facebook im Hinblick auf Hasspostings protestieren. Aus Deutschland beteiligen sich u.a. bereits Henkel, Puma und SAP an der Aktion.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Dmexco plant mit Hygienekonzept und Digital-Ableger.

Dmexco stellt ihr Hygienekonzept zur Durchführung am 23. und 24. September vor. Eine angepasste Hallenplanung in der Koelnmesse mit gezielter Wegeführung, Desinfektionsmöglichkeiten und optimierte Eingangskontrollen sollen die behördlichen Vorschriften garantieren. Das Vor-Ort-Programm wird auf drei Hallen aufgeteilt. Parallel findet ein Großteil des Programmes digital im Internet statt. Bei der sogenannten Dmexco @home sind Live-Streams, interaktiven Kurse und Video-Chaträumen geplant, ebenso wie Roadshows von Ausstellern.
dmexco.com

Spotify startet seinen ersten deutschen, fiktionalen Podcast “Susi”.

Spotify bringt mit dem fiktionalen Podcast "Susi" ab dem 7. Juli eine Eigenproduktion mit prominenten Stimmen an den Start. Die Hauptrolle spricht Komikerin Martina Hill. Auch Bastian Pastewka wirkt mit. Bei "Susi" handelt es sich um eine deutsche Adaption des US-Podcasts "Sandra", einer Produktion des Labels Gimlet, das Spotify 2019 übernommen hat.
meedia.de, spotify.com

Der frühere VW-Kommunikations-Chef Stephan Grühsem startet eine KFZ-Auktionsplattform.

Wieder am Steuer: Stephan Grühsem macht sich mit der KFZ-Auktionsplattform rexcar.com selbstständig. Das Angebot will Autohäuser und Händler zusammen bringen, um den Handel mit Gebrauchtwagen zu vereinfachen. Grühsem war bis Oktober 2015 Kommunikations-Chef von Volkswagen, ehe er sich in Folge des Dieselskandals aus dem (Fein)staub machen musste.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Reddit sperrt Gruppe von Trump-Anhängern, Twitch legt Trumps Kanal lahm.

Social Media vs. Trump: Reddit macht die Gruppe "The_Donald" dicht, in der sich mehr als 800.000 Anhänger Trumps - teils rassistisch - austauschen. Die Gruppe habe gegen die Regeln des Forums verstoßen, Moderatoren "einfachste Erwartungen" nicht erfüllt. Die Video-Plattform Twitch legt zeitgleich Trumps eigenen Kanal lahm: Aufgrund beleidigender Kommentare in einem Stream ist der Präsidenten-Account zeitweise suspendiert.
spiegel.de

Indien verbietet TikTok und 58 weitere chinesische Apps.

Indien verbietet TikTok sowie 58 weitere chinesische Apps. Wie das Verbot genau aussehen soll und wie Anbieter wie Google und Apple damit umgehen wollen, ist derzeit aber noch unklar. Betroffen von der Sperre wäre rund ein Drittel der indischen Smartphone-User. Grund für das TikTok-Verbot sind Spannungen zwischen beiden Ländern wegen militärischen Konflikten in der gemeinsamen Grenzregion.
techcrunch.com, adweek.com, heise.de

Lese-Tipp: “Zeit”-Autor Philipp Daum bereist Alaska – virtuell.

Lese-Tipp: Philipp Daum will trotz Corona endlich Alaska bereisen und begibt sich virtuell auf einen Trip quer durch den US-Bundesstaat. Auf Google Street View "fährt" er die Straßen entlang. Einen Abschnitt bestreitet Daum im Flugsimulator, ein Museum besucht er digital. Für die passende Atmosphäre sorgen örtliche Radiosender via Stream und das Zelt im Wohnzimmer.
zeit.de

Das Medien-Startup Forum.eu bietet eine europäische Medienschau.

Forum.eu startet heute seinen Beta-Betrieb. Die neue Plattform bietet jeden Tag sieben Artikel über Europa aus verschiedenen Medien übersetzt in mehrere Sprachen. Zum Start sind das Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch und Griechisch. Als Medien sind zu Beginn unter anderem die "FAZ", "El Mundo" aus Spanien sowie "Rzeczpospolita" aus Polen dabei. Weitere Medien sollen folgen. Das Angebot kostet 4 Euro monatlich, zum Start ist Forum.eu kostenlos nutzbar.
forum.eu, per Mail

Xing-Nutzer*innen suchen seit Corona auch ungekündigt häufiger nach einem neuen Job.

Vertrauensverlust durch Corona: Im Juni suchen deutlich mehr Deutsche aktiv nach einem neuen Job als vor Corona, ergibt eine Umfrage von Xing unter seinen Nutzer*innen. Nun sind es 43 % der Befragten, vor Corona waren es lediglich 11 %, obwohl 61 % einen Neustart in der Krise als schwierig bezeichnen. Grund dafür, dass dennoch gesucht wird, könnte vor allem Vertrauensverlust sein: 29 % der Befragten geben an, ihren Arbeitgeber nun kritischer zu sehen als vor Corona.
horizont.net

Lese-Tipp: Wie GAFAM in der Krise neue Märkte erobern wollen.

Lese-Tipp: Die US-Tech-Riesen sind die großen Profiteure der Corona-Krise, analysiert das "manager magazin". Autor Jonas Rest beschreibt, wie Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft "investieren, wenn andere kürzen" – eine Strategie, mit der GAFAM schon in der Finanzkrise 2008 zu Gewinnlern wurden. Amazon-Boss Jeff Bezos etwa steigt in den Markt für autonomes Fahren ein und lässt sich das Startup Zoox wohl mehr als 1 Mrd Dollar kosten. Zuvor war dem Unternehmen die Finanzierung weggebrochen. Die Konzentration des Online-Händlers auf Produkte des täglichen Bedarfs habe Bezos geschickt als Krisenhilfe verkauft, tatsächlich sei es ein "Schlag gegen Walmart" gewesen.

Google, Facebook und Microsoft profitieren vom Digitalisierungs-Schub durch Corona. Für ihre Cloud-Dienste konnten sie neue Kund*innen gewinnen – allen voran bei den Videokonferenz-Tools. Beliebte Features des neuen Konkurrenten Zoom wurden "in Windeseile kopiert", schreibt Rest. Wo die Werbeumsätze von Google und Facebook durch den Lockdown zeitweise eingebrochen sind, werden sie "auch am schnellsten wieder anziehen", zitiert Rest den Marketingprofessor Scott Galloway.
"manager magazin" 7/2020, S. 68-73 (Paid)

Attila Hildmann soll Journalisten bei Corona-Demonstration bedroht haben.

Pressefreiheit: Bei einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen hat der Kochbuchautor Attila Hildmann Journalisten bedroht, schreibt der "Tagesspiegel". Die Polizei habe erst später eingegriffen. Hildmann, der zuletzt mit Aussagen über Verschwörungstheorien Schlagzeilen machte, sagte: "Ihr seid Faschisten und wir werden eure Namen finden und dann gucken wir mal weiter." Ein Demonstrationsteilnehmer habe zudem gegen die Kamera eines Pressevertreters geschlagen.
tagesspiegel.de

Hör-Tipp: Meinolf Ellers von der dpa spricht über die Anfänge der Digitalisierung.

Hör-Tipp: Meinolf Ellers (Foto) von der dpa erinnert sich im Gespräch mit VRM-Chefredakteur Stefan Schröder an die Anfänge des Internetzeitalters: Mitte der 1990er war Ellers kaum technikaffin, seine Sicht änderte sich als Korrespondent in Tokio. Zurück in Deutschland bekamen zwei Kolleginnen aus der Wissenschaftsredaktion den ersten Internetzugang der dpa. Heute gehöre Skandinavien zu den Vorreitern der Digitalisierung.
schroeder-trifft.podigee.io (62-Min-Audio)

Video-Tipp: Online-Konzert bringt beim Corona-Spendenmarathon knapp 16 Mrd Euro.

Video-Tipp: Bei einem Online-Konzert sammeln Stars wie Schauspieler Dwayne Johnson sowie Sängerinnen wie Miley Cyrus und Shakira (Foto) knapp 16 Mrd Euro an Spenden. "Das Corona-Virus brachte uns Schmerz und Unsicherheit. Wir können diese Krise nur gemeinsam bekämpfen", sagt Johnson. Zuvor hatten Staatschefs bereits Spenden gesammelt, u.a. für Impfstoffe.
rnd.de, youtube.com (2-Std-Video)


Winfried Kretschmanns Facebook-Seite geht zeitweise offline.

Facebook: Die Pressestelle des Staatsministeriums in Baden-Württemberg hat die Facebook-Seite von Winfried Kretschmann "schweren Herzens" vorübergehend geschlossen. Innerhalb von 20 Stunden seien über 4.000 Kommentare mit Verschwörungstheorien zu Corona sowie Beleidigungen und Drohungen eingegangen. Ein Betrieb der Seite sei damit nicht mehr möglich.
faz.net

“manager magazin”: Corona wird BuzzFeed & Co “Zusammenschlüsse und Pleiten” bescheren.


In der Klickfalle: Corona offenbart die "Lebenslügen" von Entertainment- und Reichweiten-Portalen wie BuzzFeed, Vice und Business Insider, analysiert das "manager magazin". Der "Reichweitenfetisch" habe sich nicht erst in der Pandemie als Irrglaube erwiesen. Die einstigen Klick-Könige sind heute froh, "wenn sie ein Jahr ohne Entlassungen auskommen", schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Am besten kommt in seiner Analyse noch Springers Business Insider weg, obwohl Alvares nahelegt, dass Springer-Boss Mathias Döpfner sich verspekuliert hat, als er 2015 für 88 % von BI stolze 343 Mio Dollar hingeblättert hat. Zum Vergleich: Jeff Bezos schnappte sich die "Washington Post" zwei Jahre zuvor für nur 250 Mio.

Immerhin hat BI bald nach dem Springer-Einstieg auf Paid Content gesetzt und zählt inzwischen 200.000 Abonnent*innen. 2019 stand ein Umsatz von gut 100 Mio Dollar, nur noch ein Drittel davon kam aus Werbung – und es soll als "Achtungserfolg" einen "kleinen Gewinn" gegeben haben. Beim deutschen Ableger versucht seit 2019 ein neues Team in Berlin, das "Billigimage abzustreifen" – mittelfristig soll es auch hier Bezahl-Inhalte geben, schreibt das "mm".

Konkurrent BuzzFeed zeigt, wie klebrig Klick-Content ist: Große Werbeerlöse ließen sich mit den teuren aber gefeierten Recherchen von BuzzFeed News kaum erzielen – in den USA verdient das Portal nun mit Produkt-Verkäufen aus Koch-Videos, der deutsche BuzzFeed-Ableger steht zum Verkauf. Auch Digital-Veteran Vice wandelt sich: Hier müssen derzeit vor allem Journalist*innen gehen, weil sie "für 50 % unserer Personalkosten, aber nur 21 % unseres Umsatzes stehen", zitiert das "manager magazin" aus einem Memo von CEO Nancy Dubuc.
"manager magazin" 7/2020, S. 76-79 (Paid)

Lese-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim begeistern Studien – auch ohne Chemie-Leistungskurs.

Lese-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim ist keine ausgebildete Epidemiologin, begeistert mit ihren Interpretationen von Corona-Studien bei YouTube aber Millionen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Ihr Zuhause dient als Büro, Kulisse und Schnittplatz zugleich. Obwohl sie in der Schule keinen Leistungskurs Chemie besuchte, studierte sie Chemie in Mainz. Mit steigender Reichweite steigt die Verantwortung, sagt die Wissenschaftlerin.
sueddeutsche.de (Paid)

Aus dem turi2-Archiv: Berufe mit Zukunft von A-Z: W wie Welterklärerin – Mai Thi Nguyen-Kim (Juli 2019).

Mein Homescreen: Olaf Gersemann.


Olaf Gersemann, Datenfreund und Ressortleiter Wirtschaft, Finanzen und Immobilien bei “Welt”, wurde durch die Corona-Krise zur Selfmade-Medienmarke: Auf seinem Twitter-Kanal veröffentlicht der 52-Jährige seit Februar anschauliche Corona-Updates zu Fallstatistiken aus aller Welt. Seine Zahlenliebe zeigt sich auch auf Gersemanns Homescreen. Was die Leser*innen bei “Welt” gerade interessiert und wie viele Abos sie abschließen, trackt der Journalist genauso wie die Entwicklung an den Finanzmärkten. Währenddessen zählt er Trainingseinheiten und Kalorien. Weiterlesen …

Basta: Laaaaangsamer Weltretter.

Slomo Science: Im Botanischen Garten in Atlanta ist der SlothBot los. Der kleine Roboter ist einem Faultier nachempfunden, bewegt sich sehr langsam von Baum zu Baum und sammelt dabei Umweltdaten. Das Projekt soll zum Erhalt der weltweit schwindenden Biodiversität beitragen. Der SlothBot ist also auch als Warnung zu verstehen: Wenn wir so weitermachen, gibt es Faultiere in Zukunft nur noch aus Metall.
mashable.com

Lese-Tipp: Trump-Imitatorin Sarah Cooper hasst den Präsidenten – und beneidet ihn.

Lese-Tipp: Sarah Cooper, durch gekonntes Trump-Nachäffen auf TikTok bekannt geworden, kotzt sich in der "Süddeutschen" über den US-Präsidenten aus. Sie sehe es als "Genugtuung", in ihren Videos auf die Inhaltslosigkeit von Trumps Aussagen aufmerksam machen zu können. Gleichzeitig sei sie gewissermaßen neidisch, da Trump mit Fehlern durchkomme. Während er "es Müll redend sogar zum Präsidenten geschafft" habe, sei das für Cooper als schwarze Frau "unmöglich". Sie glaube, "es ist ein bisschen Trump in jedem Mann".
sueddeutsche.de (Paid)

Microsoft macht weltweit seine Läden dicht.

Microsoft 150Microsoft schließt seine Ladengeschäfte weltweit. Das Verkaufsteam soll künftig remote für die Kundschaft da sein, teilt der Konzern mit. Einzig die Standorte in New York City, London, Sydney und Redmond bleiben erhalten, allerdings als sogenannte "Experience Center", in denen nichts verkauft wird. Jobs sollen durch die Umstellung auf reinen Onlinehandel nicht wegfallen, so Microsoft zu "The Verge".
theverge.com, news.microsoft.com (Statement Microsoft)

Wirecard-Skandal: Softbank will Ernst & Young verklagen.

Schlechtes Prüfungszeugnis: Ernst & Young holt der Bilanzskandal um Wirecard ein. Der japanische Investor Softbank will die deutschen Wirtschaftsprüfer verklagen, schreibt der "Spiegel". Hintergrund: Ernst & Young blickten jahrelang auf die Zahlen von Wirecard ohne die Alarmglucken Alarmglocken zu läuten. Softbank vertraute trotz kritischer Medienberichte der Arbeit der Wirtschaftsprüfer und entschloss sich zu einem Investment. Doch schon im Oktober 2019 verlangte Softbank, dass andere Prüfer als Ernst & Young eine Sonderprüfung durchführen. Als Reaktion beauftragte Wirecard KPMG für einen Sonderbericht, durch den letztlich der Bilanzskandal ins Rollen kam

Auch von anderer Stelle droh Ernst & Young im Nachhall des Wircard-Skandals Ungemach. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger geht gegen Ernst & Young vor. Sie stellt Strafanzeige gegen zwei amtierende und einen ehemaligen Abschlussprüfer.
"Spiegel" 27/2020, S. 58 (Paid), manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Neue App Molo.News bündelt Lokal­meldungen aus Bremen.

Lokaljournalismus: Ein Verbund von Forschungs­einrichtungen hat mit Molo.News eine App ins Leben gerufen, die Lokalmeldungen aus Bremen bündelt und kuratiert. Die App verbreitet News von Radio Bremen, der "taz.Nord" und der "Kreiszeitung Syke" sowie Presse­mitteilungen. Das gleichberechtigte Nebeneinander von Journalismus und PR-Meldungen stört den "Weser-Kurier", der deshalb nicht teilnimmt.
horizont.net

Telefonica reißt Deadline, um LTE-Funklöcher zu schließen.

Telefonica Deutschland, nach Kundenzahl größter deutscher Mobilfunkanbieter, kündigt dem politischen Beirat der Netzagentur per Brief an, die Beseitigung von Funklöchern in seinem LTE-Netz nicht rechtzeitig zu schaffen. Laut Konzern ist die Krise der Grund für das lahme Löcher-Management. Die Netzagentur könnte bis zu 10 Mio Euro Strafgeld festsetzen. Sie will im Juli darüber beraten und den Ausbaustand und Gründe möglicher Verzögerungen berücksichtigen. Auch die Deutsche Telekom und Vodafone hängen beim LTE-Ausbau zurück, allerdings nicht so weit wie Telefonica. Eigentlich soll der Konzern bis Ende Juni 3.040 Standorte in Betrieb nehmen, bis Ende des Jahres 7.600. Tatsächlich sind es bisher 2.000 Stationen, Telefonica gibt aber an, die Vorgabe "im Laufe des Julis vollständig erfüllen zu können".
"FAZ", S. 23 (Paid), handelsblatt.com

Zalando lässt externe Kanzlei Rassismus-Vorwürfe prüfen.

Schrei vor Scham: Zalando beauftragt eine externe Kanzlei damit, die bestehenden Rassismusvorwürfe aufzuklären. Business Insider hat zuvor von ehemaligen und aktuellen Beschäftigten berichtet, die dem Online-Modehändler rassistische Handlungen vorwerfen, zum Beispiel die Vorgabe, keine schwarzen Models zu buchen.
businessinsider.de, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Corona-Warn-App ist auf den Smartphones von 15,6 % der Bevölkerung.

Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts kann nicht mehr nur von deutschen Nutzer*innen, sondern auch solchen aus den Benelux-Staaten, Frankreich, Österreich, Tschechien, Polen, Dänemark, Rumänien und Bulgarien verwendet werden, wenn sie in Deutschland sind. Die App wurde bisher 13 Mio Mal heruntergeladen, das entspricht 15,6 % der Bevölkerung. Das RKI hat allerdings noch keine Daten dazu, wie viele Corona-Infizierte ihren Status in der App eintragen.
t3n.de

Gericht weist Berufung gegen Schleichwerbe-Urteil im Fall Cathy Hummels ab.

Schleichwerbung: Cathy Hummels gewinnt im Streit um vermeintliche Schleichwerbung erneut vor Gericht. Das Oberlandesgericht München weist eine Berufung des Verbandes Sozialer Wettbewerb ab, lässt aber eine Revision zum Bundesgerichtshof zu, der eine Grundsatzentscheidung treffen könnte. In vorheriger Instanz hatte das Landgericht Hummels vergangenes Jahr vom Vorwurf der Schleichwerbung freigesprochen, weil sie für ihre Produktempfehlungen keine Gegenleistung erhalten hat.
spiegel.de, turi2.de (Background)

TikTok startet seine Werbeplattform für Unternehmen.

TikTok macht einen Schritt in Richtung Monetarisierung und aktiviert seine Plattform TikTok für Unternehmen. Hier können Marken direkt Kampagnen für die chinesische Plattform erstellen und u.a. auf Musik und zahlreiche Effekte zugreifen. In einigen Regionen startet TikTok zudem einen Creator Marketplace auf dem Werbende direkt Influencer für Kampagnen anfragen können.
horizont.net

Katja Pietsch wird neue Chefredakteurin von Radio Bremen.

Radio Bremen befördert Katja Pietsch zur cross­medialen Chefredakteurin für Radio, TV und Online. Pietsch hat bei Radio NRW volontiert, Journalistik studiert und arbeitet seit 1998 für Radio Bremen, derzeit leitet sie die Nachrichtenredaktion. Sie folgt auf Andrea Schafarczyk, die zum Hessischen Rundfunk wechselt.
radiobremen.de, turi2.de (Background Schafarczyk)

Gabor Steingarts The Pioneer rührt die Werbetrommel in eigener Sache.

Alte Kameraden: Gabor Steingart und Frank Dopheide schreiten weiter Seit' an Seit'. Steingarts The Pioneer startet mithilfe der Dopheide-Agentur Human Unlimited seine erste Markenkampagne mit Slogans wie "Let’s celebrate the opinion of others", "Bringen wir die Filterblasen zum Platzen" und dem Hannah-Arendt-Satz "Wahrheit gibt es nur zu zweien". Die Motive erscheinen ab Freitag in überregionalen Zeitungen und online im Portfolio von Media Impact. In großen Städten fahren die Anzeigen auf Lithomobilen durch die Straßen.
kress.de, join.thepioneer.de (Landing-Page der Kampagne), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Google zahlt für Inhalte von “FAZ”, “Spiegel”, “Zeit” und weiteren Medien.


Lizenz zum Verbreiten: Google geht auf die Verlage zu und zahlt erstmals für Inhalte – in Deutschland an die "FAZ", den "Spiegel", die "Zeit", die "Rheinische Post" und den "Tagesspiegel". Weitere Partner sollen folgen. Der Konzern will mit der Initiative zunächst bei Google News und Discover hochwertige journalistische Inhalte anbieten. Zum Teil sollen auch Texte und Videos, die auf den Verlagsseiten hinter der Paywall stehen, über Google kostenfrei abrufbar sein. "Google will mit dem Programm einen Beitrag leisten, damit das Verlagswesen den Sprung in die digitale Zukunft schafft", sagt Sprecher Ralf Bremer zu turi2. Das Angebot soll im Laufe des Jahres starten und auch für Radio- und TV-Sender offen sein. Der Umgang mit Inhalten von ARD und ZDF ist noch unklar.

Das Programm läuft zunächst als Test in Deutschland, Australien und Brasilien. Google und insbesondere die Presseverlage streiten seit Jahren um Nutzungs-Gebühren für die Verwendung von Text-Schnipseln bei Google News. Das vor dem Europäischen Gerichtshof gescheitere deutsche Leistungsschutzrecht für Presseverleger zielte auf eine politische Regelung des Konflikts.
googleblog.com, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Vergleich: Bild Live sendet nach Newslage, Blick TV will eher Nachrichtensender sein.

Bewegt-Bild im Blick: Die Online-TV-Sender von "Bild" und "Blick" haben ähnliche Ziel, die Herangehensweise unterscheidet sich aber, vergleicht Ulrike Simon beide Angebote. Blick TV orientiert sich an klassischen News-Sendern und zeigt eine 15-minütige Nachrichten­schleife. Bild Live dagegen sendet live, wann immer es geboten ist, z.B. bei Breaking News. Talk-, Sport- und Service-Formate ergänzen das Programm.
horizont.net (Paid)

Weimer Media Group will weitere Medien übernehmen.


Aufschwung-Vision: Die Weimer Media Group lässt wissen, dass sie trotz Corona-Krise in Kauflaune ist. Das Verlegerpaar Wolfram Weimer und Christiane Goetz-Weimer teilt mit, dass es "in Qualitätsjournalismus und Elite-Netzwerke investieren" will und sowohl an Startups als auch an Traditionsmarken interessiert ist. Auch Genre-Grenzen gebe es nicht: Als Kandidaten kommen Buch-, Print- oder Online-Projekte infrage, aber auch Events mit Medienbezug. Die Weimers hoffen, dass sich interessierte Verlage oder Einzelunternehmen bei ihnen melden.

Auf Corona-Schnäppchen sei der Verlag des früheren "Welt"- und "Focus"-Chefredakteurs Wolfram Weimer nicht aus, heißt es. Schon vor der Krise sei das Unternehmen auf Expansionskurs gewesen. Zuletzt haben die Weimers etwa das kulturpolitische Magazin Gazette gekauft. Wie groß der Investitions-Etat ist, sagt Weimer nicht. Der Verlag verweist in seiner Mitteilung auf Rekordwerte bei Reichweite, Umsatz und Gewinn im Jahr 2019 – allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen. Bei Weimer erscheinen u.a. The European und Börse am Sonntag. Die Gruppe veranstaltet Events wie den Ludwig-Erhard-Gipfel und vergibt den Mittelstandspreis der Medien.
per Mail, plus turi2-Infos

Google will – etwas – weniger Nutzungsdaten sammeln.

Google kündigt an, Standortverläufe sowie Web- und App-Aktvitäten von neuen Nutzer*innen nach 18 Monaten automatisch zu löschen. Bisher musste man die Option in den Einstellungen explizit auswählen. Bei bestehenden Nutzer*innen bleibe die bisher gewählte Einstellung bestehen. Als neuer Standard will Google die Viewing-Historie von YouTube-Accounts nach drei Jahren vergessen.
t3n.de, nytimes.com, germany.googleblog.com