SWR: Externe Agenturen nutzen OnlyFans-Creatoren aus.

Keine Fans: Das SWR-Format "Vollbild" recherchiert zu Management-Agenturen für OnlyFans-Creatoren, die bis zu zwei Dritteln der Einnahmen für ihre Dienst­leistungen verlangen. Zudem hätten die Agenturen einige Models zum Bereit­stellen von Content gedrängt, mit dem sie nicht einverstanden waren. "Vollbild" läuft heute ab 17 Uhr auf YouTube und in der ARD Mediathek.
presseportal.de, tagesschau.de, youtube.com (34-Min-Video)

Elon Musk löst den Twitter-Verwaltungsrat auf.

Twiktator: Tech-Milliardär und neuer Chef-Zwitscherer Elon Musk räumt weiter bei Twitter auf und schafft den Verwaltungsrat ab. Er sei laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC nun der "alleinige Direktor" der Online-Plattform. Die neun bisherigen Direktoren einschließlich Verwaltungsratschef Bret Taylor sind gefeuert. Der Verwaltungsrat von US-Konzernen ist eine Mischung aus Vorstand und Aufsichtsrat.
rp-online.de

Zahl des Tages: 80 % der Deutschen wissen nicht, was Mastodon ist.

Zahl des Tages: Rund 80 % der Deutschen haben noch nie etwas von der Twitter-Alternative Mastodon gehört, sagt eine repräsentative YouGov-Umfrage. 11 % haben zwar schon einmal von dem dezentralen und werbefreien Netzwerk gehört, besitzen aber keinen Account. Nur 4 % sind mit einem eigenen Nutzerkonto dort aktiv.
yougov.de via sueddeutsche.de

Instagram: Technischer Fehler führt zu Konto-Sperrungen.

Reine Willkür: Durch einen technischen Fehler können viele Instagram-User am Montag nicht mehr auf ihre Accounts zugreifen. Nutzer berichten, Instagram habe die Konten gesperrt und fordere dazu auf, sich neu zu verifizieren. Auf Twitter bestätigt die Foto-Plattform die Probleme, man arbeite an einer Lösung. Die Ursache ist noch unklar. Fußball-Star Cristiano Ronaldo hat durch die temporäre Sperrung zwischenzeitlich 3 Mio Follower verloren, meldet The Verge.
rnd.de, bild.de, theverge.com, twitter.com


Hör-Tipp: TikTok wird an höheren Maßstäben gemessen, sagt Sales-Manager Thomas Wlazik.

Hör-Tipp: "Ich habe in meinem ersten Jahr bei Tiktok mehr Interviews geführt als in zwölf Jahren bei Google", sagt Thomas Wlazik, Sales-Manager bei TikTok für die DACH-Region, Niederlande und Israel, im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer. Die Kurzvideo-App werde etwa beim Datenschutz an höheren Maßstäben gemessen als andere Plattformen. TikTok plane, 2023 ein Datenzentrum in Dublin fertigzustellen. Dann würden europäische Nutzerdaten dort "exklusiv" gespeichert.
omr.com (59-Min-Audio)

Basta: Elon Musk denkt über Bewertungen der Tweets durch User nach.

Nicht jugendfrei: Der neue Twitter-Chef Elon Musk denkt über die Einführung eines Bewertungssystems nach. Urheber könnten ihre eigenen Tweets bewerten, andere User könnten diese Bewertungen verändern. Musk nennt als Vorzeige-Beispiel die Altersfreigaben bei Filmen. Man könne so selbst wählen, welche Art von Twitter man nutzen wolle. Nur auf schaurige FSK-18-Tweets von Horror-Clown Donald Trump müssen angstbefreite User vorerst verzichten – der will nämlich angeblich nicht zurückkehren.
handelsblatt.com

MDR baut barrierefreies Programm aus.

Barrierefreier Rundfunk: Der MDR hat angekündigt, eigene Podcast-Produktionen in Zukunft zu verschriftlichen und damit Hörgeschädigten zugänglich zu machen. Zum Start gibt’s den Podcast "Wahlkreis Ost" zum Nachlesen. Bis 2025 soll mindestens 90 Prozent des Programms in der MDR-Mediathek untertitelt sein. Auch das ARD-Programm soll auf Initiative des MDR künftig mehr barrierefreies Programm bieten. Ein Vorschlag lautet, "Tatort" und den "Polizeiruf 110" in Gebärdensprache zu übersetzen.
mdr.de

Hackergruppe veröffentlicht wohl schon Daten von dpa-Dienstleister.

Ungeschwärzt: Die Hackergruppe Black Basta veröffentlicht offenbar nach ihrem Hack gegen einen IT-Dienstleister der dpa bereits Daten im Darknet. Dabei benennt sie die dpa sowie dutzende weitere Kunden des Dienstleisters. Seit dem 20. Oktober 2022 sollen ca. 20 % der erbeuteten Daten veröffentlicht worden sein. Laut einem Bericht des "Spiegel" könnten Gehalts­abrechnungen und Konto­daten von rund 1.500 Mitarbeitenden der dpa betroffen sein.
golem.de, turi2.de (Background)

Zitat: ARD-Kultur-Programmgeschäftsführerin Bettina Kasten arbeitet gerne in Weimar.

"Natürlich spielt der Ort Weimar eine Rolle in dem Gefühl, hier zu sein und auch, um Partner zu finden."

Bettina Kasten, Programmgeschäftsführerin der Plattform ARD Kultur, freut sich im turi2-Videointerview, dass die neue Redaktion in Weimar sitzt. Weimar sei eine "reiche Kulturstadt" mit "viel Inspiration". Trotzdem ist die Plattform ein nationales Angebot, das "Ost bis West und Nord bis Süd interessieren muss", ergänzt ihr Kollege Kristian Costa-Zahn.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube, direkt zu Weimar), turi2.de (Background)

Vodafone-Stiftung will mit Jomo-Kampagne zum bewussteren Umgang mit Social Media anregen.

Vergnügtes Verpassen: Die Vodafone Stiftung will mit der Kampagne #Jomo junge Menschen für einen "bewussten und resilienten" Umgang mit Social Media sensibilisieren. In TikTok-Videos führen die beiden Influencerinnen @itsdyma und @notselma mit Gästen sinnstiftende Gespräche und geben Inspiration für Offline-Aktivitäten.
presseportal.de, tiktok.com (Videos)

“stern” schleicht sich in Nazi-Telegram-Gruppe von Attila Hildmann ein.

Paid Hate Content: Der "stern" hat sich in eine kostenpflichtige Nazi-Gruppe unter der Leitung von Verschwörungskoch Attila Hildmann bei Telegram eingeschlichen. In der privaten Gruppe mit rund 200 Mitgliedern werde Hitler verherrlicht und gegen Juden gehetzt. Hildmann sehe sich offenbar als Nachfolger Hitlers. Der von Interpol Gesuchte steuere die Gruppe aus einem Versteck in der Türkei.
stern.de (€), presseportal.de

Table.Media macht Bernhard Pötter zum Leiter des Klima-Briefings “Climate.Table”.

Post von Pötter: Table.Media macht Bernhard Pötter zum Leiter des neuen Klima-Briefings Cimate.Table. Der Journalist arbeitete in der Vergangenheit u.a. für die "taz" und den "Spiegel". Der Newsletter rund um Internationale Klimapolitik startet am 27. Oktober und soll zunächst einmal wöchentlich erscheinen.
table.media (Pressemitteilung), table.media (Briefing)

Basta: Störung legt WhatsApp weltweit lahm.

WhatsDown: Der Messenger WhatsApp ist am Dienstagmorgen von einer weltweiten Störung betroffen gewesen. Das Senden und Empfangen von Nachrichten war fast zwei Stunden lang nicht möglich. Autorin Amalie Göltenboth kennt den Grund: "Die erste von vielen, vielen Plagen (um genau zu sein: zehn), die uns ereilen werden, weil RTL 'Die Passion 2' abgesagt hat".
focus.de, twitter.com

Deutsch-österreichisches Projekt gegen Fake-News startet am 1. November.

Fakten-Allianz: Die Nachrichten­agenturen dpa, AFP und APA schließen sich mit dem Recherche-Netzwerk Correctiv zum German-Austrian Digital Media Observatory (GADMO) zusammen. Das Projekt startet am 1. November und soll Falsch­behauptungen und Des­informations-Kampagnen in Deutschland und Österreich koordiniert bekämpfen, indem Fakten­checks an einem zentralen Ort gesammelt werden.
presseportal.de

Länder und Kommunen kritisieren den vorläufigen Glasfaser-Förderstopp.

GlasfaserBreit-Brand-Brief: 15 Bundesländer und die kommunalen Spitzenverbände fordern in einem Brandbrief an den Bund die sofortige Wiederaufnahme der Zuschüsse für den Glasfaserausbau. Zudem beklagen sie, dass auch für 2023 bisher "keine belastbaren Mittel" für den Ausbau zugesagt seien. Es gehe "um nachhaltige Zukunftsgestaltung". Weitere Verzögerungen seien aufgrund bereits bestehender Defizite in Deutschland "nicht hinnehmbar". Der Bund hat seine Gigabit-Förderung vorerst eingestellt, weil der Fördertopf für 2022 mit 3 Mrd Euro bereits leer ist.
tagesschau.de

Klick-Tipp: Generated Photos kreiert 100.000 künstliche Menschen.

Klick-Tipp: Die Plattform Generated Photos entwirft mittels KI 100.000 künstliche Menschen, die zwar echt aussehen, aber keinerlei Persönlichkeits­rechte besitzen. Die KI-Models können z.B. in Apps oder Produkt-Präsentationen zum Einsatz kommen. Die Firma hatte 2019 bereits Hundert­tausende künstliche Gesichter erschaffen, nun haben die KI-Menschen auch die dazu­gehörigen Körper.
generated.photos, turi2.de (Background)

“Morning Briefing”-Autor Hans-Jürgen Jakobs geht in den Ruhestand.


Letzter Letter: Hans-Jürgen Jakobs, 65, verabschiedet sich vom "Handelsblatt" und seinem börsentäglichen "Morning Briefing". Der frühere Chefredakteur der Wirtschaftszeitung geht in den Ruhestand, heute erscheint nach fast fünf Jahren sein letzter Morgen-Newsletter. Er hatte das Briefing nach der Trennung von Gabor Steingart übernommen. Künftig schreibt Christian Rickens den Newsletter, Teresa Stiens wird seine Vertreterin. Das Briefing erreicht laut Jakobs rund eine halbe Mio Menschen täglich.

In einer Extra-Ausgabe des Morning-Briefing-Podcasts interviewt Jabkobs Stiens und Rickens. Sie sprechen u.a. über die Arbeit zu nachtschlafender Zeit – Jakobs schrieb den Newsletter meist zwischen 22 und 1 Uhr nachts. "Journalismus war nie ein Nine-to-five-Job, unter den Bedingungen der neuen Technologie und einer veränderten Informationsnachfrage aber ist er vollends zum 24/7-Betätigungsfeld geworden", schreibt er in einem Essay zum Abschied. Darin berichtet er auch über teils abenteuerliche Umstände, unter denen der Newsletter entstand und erklärt, dass die E-Mail nur einmal erst um 10 Uhr erschien, weil er sie versehentlich falsch verschickt hat.
handelsblatt.com (Essay mit 31-Min-Podcast)

“Spiegel”: Böhmermann-Bericht über BSI kommt Geheimdienstoperation in die Quere.

Spionage-Thriller: Jan Böhmermann ist mit seinem Bericht über Sicherheitslücken beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in eine Geheimdienstoperation des Bundesnachrichtendienstes reingegrätscht, berichtet der "Spiegel". Demnach ist BSI-Präsident Arne Schönbohm die Nähe zu einem von ihm selbst gegründeten Verein namens Cybersicherheitsrat Deutschland mit Verbindungen zu russischen Ex-Geheimdienstlern zum Verhängnis geworden sein. Eine Russland-nahe Mitgliedsfirma des Vereins war demnach Ziel einer langjährigen und sehr ertragreichen Geheimdienstoperation des Bundesnachrichtendienstes.

Der BND war deshalb nicht begeistert, über den Böhmermann-Bericht, in dessen Folge Schönbohm am Dienstag freigestellt worden war. Zugleich überwachte das Bundesamt für Verfassungsschutz den Vereinsvorsitzenden Hans-Wilhelm Dünn sowie eine weitere Person aus dem Vereinsumfeld. Der BSI und damit auch Schönbohm wusste von den Überwachungen nichts - zu nah seien die Verbindungen zum Verein. Schönbohm möchten seinen Posten nicht freiwillig räumen und hatte die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen sich selbst beantragt. Bisher hat das Bundesinnenministerium als Dienstherr des BSI nicht erklärt, welche konkreten Dienstverstöße Schönbohm vorgeworfen werden.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Klick-Tipp: Press Gazette analysiert Pushnachrichten von Nachrichtenseiten.

Klick-Tipp: Das britische Medienmagazin Press Gazette analysiert Push-Alerts englischsprachiger Nachrichtenseiten. Mit 147 gesendeten Push-Nachrichten innerhalb von rund zwei Wochen ist die "Washington Post" spitze beim Absetzen von News-Alerts. Insgesamt verschicken Nachrichtenseiten mehr Push-Notifications als früher, am häufigsten landen Benachrichtigungen an Wochentagen auf dem Smartphones der Leserschaft.
pressgazette.co.uk

Vergleichsportale fühlen sich von Google benachteiligt.

Beschwerde-Brief: 43 Vergleichsportale aus 20 EU-Staaten, darunter Idealo und Moebel24, fordern die EU-Kommission dazu auf, den neuen Digital Markets Act (DMA) umzusetzen, meldet die "Süddeutsche Zeitung". Dieses verbietet den Plattformen u.a. die Bevorzugung von eigenen Angeboten. Konkret wollen die Preisvergleichs-Seiten erreichen, dass Google auf den Ergebnisseiten oben keine Produkte mehr mit Fotos und Preisen anzeigen darf. Nur wenige User würden sonst weiter nach unten scrollen, wo die unabhängigen Anbieter gelistet sind. Erst 2024 müssen Google und Co die Vorschriften umsetzen.
sueddeutsche.de

Zahl des Tages: Vodafone will in 7 Mio Haushalten Glasfaser-Anschlüsse verfügbar machen.

Zahl des Tages: In 7 Mio Haushalten will Vodafone Glasfaser bis in die Wohnung verfügbar machen. Dafür gründet der Konzern im ersten Halbjahr 2023 ein Gemeinschafts-Unternehmen mit der Luxemburger Finanzholding Altice, das innerhalb von sechs Jahren bis zu 7 Mrd Euro in den Glasfaser-Ausbau investieren werde. Bisher zählt Vodafone nur 40.000 FTTH-Anschlüsse.
n-tv.de

Video-Tipp: Wie ein Holocaust-Überlebender bei TikTok gegen Antisemitismus kämpft.

Video-Tipp: Der 87-jährige KZ-Überlebende Gidon Lev leistet bei TikTok Aufklärungsarbeit zum Holocaust, berichtet Thies Schnack für den "Spiegel". Lev komme dabei nicht wie ein Geschichtslehrer rüber, sondern wie ein TikToker, "als Mensch mit Hobbys, Interessen, Problemen". Schnell lernt Lev aber auch die Schattenseiten der Kurzvideo-Plattform kennen: Dort gebe es "so viele Leute, die so voller Hass, Antisemitismus und Ignoranz sind, dass wir dagegen aufstehen müssen".
spiegel.de (5-Min-Video), tiktok.com

Meinung: Im TV-Fußball wird inzwischen an Selbstverständlichkeiten gespart.

Schlecht und teuer? Bei TV-Über­tragungen im Fußball fehlt es inzwischen an Selbst­verständlichkeiten, urteilt Daniel Theweleit. Bei Dazn und RTL+ gebe es nicht mal mehr Interviews, zudem fehlten Aufnahme-Funktion und technische Stabilität. Dafür steige der Preis: Wer alle Pflicht­spiele sehen wolle, müsse 100 Euro pro Monat zahlen.
faz.net (€)

TikTok Germany gründet Betriebsrat.

Workfluencer: Die Beschäftigten von TikTok Germany haben nach jahrelangem Hin und Her einen Betriebsrat gegründet. Das 11-köpfige Gremium nimmt kommende Woche seine Arbeit auf und vertritt die Interessen von rund 450 Mitarbeitenden, von denen ein Teil wegen schlechter Bezahlung und stark belastender Arbeitsbedingungen unzufrieden ist. Die Gewerkschaft Verdi hofft, dass das Beispiel Verdi auf die Social-Media-Konkurrenz abfärbt.
verdi.de

Netflix macht bei Quotenmessung in Großbritannien mit.

Macht Quote: Der Streamingdienst Netflix tritt dem Broadcasters Audience Research Board (BARB) bei, das in Großbritannien die TV-Einschaltquoten misst. Das Gremium erhebt ab November die Zuschauerzahlen von Netflix-Produktionen und berechnet die Marktanteile. Netflix kommt damit wohl einer drohenden Regulierung zuvor. Disney+ zieht ebenfalls mit.
businessinsider.com, theguardian.com

Zahl des Tages: 1,8 Mio Jugendliche von Cybermobbing betroffen.

Zahl des Tages: Über 1,8 Mio Schülerinnen sind in Deutschland Opfer von Cybermobbing, geht aus einer Studie der Techniker Krankenkasse und dem Bündnis gegen Cybermobbing hervor. Insgesamt ist der Anteil der jugendlichen Mobbing-Opfer zwar leicht rückläufig, Mobbing im Internet sei aber ein dauerhaftes Problem an Schulen mit unterschätzten Folgen.
tagesschau.de, tk.de (Studie als PDF)

Hör-Tipp: Menschliche Metaphern befördern die Entwicklung von Technik.

Hör-Tipp: Menschliche Metaphern wie "Künstliche Intelligenz" befördern die Entwicklung von Technik, auch wenn die Vorstellungen meistens in die falsche Richtung gehen, sagt Agenturchef Bernhard Fischer-Appelt im Podcast "The Next Step". Die erste Mondreise etwa habe die Idee von Kolonien auf dem Mond angeregt. Das sei bis heute nicht passiert, dafür sei aber die Satellitentechnik Teil des Alltags geworden.
lovebrands.podigee.io (28-Min-Audio)

YouTube entdeckt für eindeutige Nutzernamen das @-Zeichen.

Leichter handlebar: YouTube führt ab dieser Woche sukzessive so genannte Handles ein, einmalige Nutzer­namen, denen ein @ vorangestellt ist. Das neue System soll helfen, Accounts eindeutig zu identifizieren und mit ihnen zu interagieren. Die Handles funktionieren für YouTube-Kanäle sowie die Kurz­video-Plattform Shorts. Bei Twitter, Instagram oder TikTok ist diese Art der Namen schon lange gängig.
theverge.com, blog.youtube

Bundesjustizministerium bereinigt Online-Handelsregister.

Datenleck: Bundesjustizminister Marco Buschmann will nach massiven Protest aus der Wirtschaft sensible Daten aus dem Handelsregister entfernen, berichtet das "Handelsblatt". Seit Wochen sind sensible Daten wie Privatadressen, Unterschriften oder Ausweiskopien im Online-Handelsregister frei einsehbar. Künftig sollen solche Daten nicht mehr zur Veröffentlichung im Handelsregister eingereicht werden.
handelsblatt.com (€)

“Wiwo”: ProSiebenSat.1 nähert sich Berlusconi-Konzern an.

ProSiebenSat1-P7S1- KonzernlogoRolle Südwärts: Der Chefwechsel bei ProSiebenSat.1 könnte den Weg für die Konsolidierung freimachen. Die "Wiwo" folgt einer Spur nach Italien und berichtet von mehreren Treffen zwischen Chefkontrolleur Andreas Wiele und Marco Giordani vom unliebsamen Großaktionär und von Silvio Berlusconi kontrollierten Medienkonzern MediaforEurope. MFE strebt einen europäischen Senderverbund an und wünscht sich eine engere Zusammenarbeit mit dem Medienkonzern aus Unterföhring. Der ehemalige Senderchef Rainer Beaujean hatte Gespräche mit dem Großaktionär stets verweigert.
wiwo.de, turi2.de (Background)

TikTok-Mutter Bytedance macht 2021 über 7 Mrd Dollar Verlust.

Wachstum um jeden Preis: Das rasante Wachstum von TikTok hat für Konzernmutter ByteDance seinen Preis. Der Betriebsverlust hat sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr auf 7 Mrd Dollar mehr als verdreifacht, meldet das "Wall Street Journal". Der chinesische Internetgigant scheint aber langsam die Kurve zu bekommen und meldet seinen Mitarbeiterinnen in einem detaillierten Finanzbericht für das 1. Quartal 2022 Gewinne. Der Umsatz stiegt 2021 um 80 % auf 61,7 Mrd Dollar.
wsj.com (€)

ProSiebenSat.1 baut Führungsriege bei Flaconi um.

Makeover: Der Online-Beauty-Anbieter Flaconi, Tochter von ProSieben­Sat.1, stellt seine Führungs­riege neu auf. Neuer CEO wird Bastian Siebers, sein Vorgänger Christoph Honnefelder musste das Unternehmen verlassen. Siebers war zuvor sieben Jahre lang Geschäfts­führer der Tengelmann-Tochter babymarkt.de. Zum Flaconi-Management-Team gehören zudem CCO Dorit Posdorf, CFO Stefan Köhler und CPO Karolin Wisch.
manager-magazin.de

EU-Parlament winkt USB-C-Kabel als Standard ab 2024 durch.

Endlich Entwirrung: Das EU-Parlament winkt USB-C als Standard-Ladebuchse final durch. Ab Mitte 2024 sollen damit Smartphones, Kameras und viele weitere elektronische Geräte einheitlich geladen werden können. Für Laptops greift die neue Kabelordnung ab Frühjahr 2026. In einem letzten Schritt müssen noch die EU-Länder zustimmen, was als Formsache gilt.
ict-channel.com, turi2.de (Background)

Facebook stellt seinen Newsletter-Service Bulletin ein.

Subscription failed: Facebook stellt seinen im Juni 2021 gestarteten Newsletter-Service Bulletin Anfang 2023 ein, gibt das Unternehmen bekannt. Für Bulletin schreiben derzeit vor allem bekannte US-Autorinnen, die einen "direkteren Draht" zu ihrer Leserschaft suchten. Facebook übergibt ihnen sowohl den von ihnen produzierten Content als auch ihre persönlichen Abo-Listen.
nytimes.com

Elon Musk will Twitter nun doch kaufen.


Rückzug vom Rückzug: Tesla-Gründer und reichster Mensch der Welt Elon Musk will Twitter nun doch kaufen, melden die Nachrichtenagentur Bloomberg und das "Wall Street Journal" mit Berufung auf Insider. Der Milliardär habe sein erstes Übernahme-Angebot von 54,20 Dollar pro Aktie in einem Schreiben erneuert. Der Wert des Deals beläuft sich demnach wieder auf circa 44 Mrd Dollar. Weder Musk noch Twitter haben die Meldung bisher kommentiert.

Den ersten unterzeichneten Kaufvertrag aus dem April dieses Jahres ließ Musk platzen, weil der Konzern "falsche und irreführende Angaben" zu Spam-Konten gemacht haben soll. Twitter ließ das nicht auf sich sitzen, reichte Klage gegen Musk ein und bezeichnete ihn mehr oder minder als Geizhals, der den vereinbarten Preis nicht zahlen wolle. Musk was not amused und reagierte mit Gegenklage. Der Prozess um die im ersten Anlauf geplatzte Übernahme, bei dem Musk schlechte Chancen eingeräumt wurden, sollte eigentlich am 17. Oktober starten. Er dürfte nun hinfällig sein.
bloomberg.com, wsj.com, handelsblatt.com, faz.net, turi2.de (Background)

YouTube löschte Oktoberfest-Kotz-Video von Hip-Hop-Gruppe KIZ.

YouTube löscht ein Video der Berliner Rapper KIZ, weil es nach Ansicht der Plattform gegen die Nutzungs­bedingungen verstößt. Der drei­minütige Clip mit dem Titel "Oktoberfest" zeigt u.a. kotzende Wiesn-Besucher, verpixelte Genitalien, Drogen­konsum und Alkohol­leichen. Zeitweise hatte YouTube auch den gesamten Kanal von KIZ gesperrt, inzwischen ist er wieder zugänglich. Die Band hat das Video derweil bei Telegram hochgeladen.
bild.de

Video-Tipp: Rezo spricht über Agenturen, die zu viel vom Influencer-Hype erwarten.

Video-Tipp: "Horizont" spricht auf der Dmexco 2022 mit Rezo über Social Media und Influencer. Rezo ist heute nur noch selten bei Twitter, weil er aufgrund der "Grund-Pissigkeit" dort sofort "schlechte Laune" bekommt. Beim Thema Influencer-Marketing rät er Agenturen, nicht damit zu rechnen, dass der Hype der letzten Jahre sich heute noch immer in ihren Zahlen zeigt. "Das tut psychologisch nicht gut, wenn man einen Hype nicht als Hype erkennt, sondern als Standard festlegt."
youtube.com (18-Min-Video)

Lese-Tipp: Dirk von Gehlen gibt Tipps, um online immer recht zu haben.

Lese-Tipp: Social-Media-Experte Dirk von Gehlen sammelt in seinem Blog zehn Tipps, um online jederzeit im Recht zu bleiben. Die "ausschließlich und vollständig ernst gemeinte Anleitung" umfasst Empfehlungen wie "Sprechen Sie anderen Meinung stets die Kompetenz ab" und "Halten Sie sich für den Mittelpunkt der Welt". Auch gut zu wissen: "Ambiguitäts­tolerenz hat für Sie – wie Toleranz überhaupt – ihre Grenzen."
dirkvongehlen.de via bildblog.de

US-IT-Firmen sollen Internetzugang in Iran verbessern.

Überland-Leitung: Amerikanische IT-Firmen dürfen ihre Geschäfts­tätigkeit in Iran ausweiten, um den Menschen vor Ort besseren Zugang zum Internet und zu unabhängigen Nachrichten zu ermöglichen, teilt US-Außenminister Antony Blinken mit. US-Sanktionen hatten seit 2014 verhindert, dass IT-Firmen Soziale Medien, Video­konferenz-Software und Cloud-Dienste voll umfänglich anbieten können. Die iranische Regierung hat wegen der aktuellen Proteste den Zugang zum Internet massiv eingeschränkt.
spiegel.de

Zahl des Tages: HateAid bekommt vom Bund einen Zuschuss von fast 500.000 Euro.

Zahl des Tages: Mit 497.000 Euro unterstützt der Bundestag 2023 die NGO HateAid, die Opfern von Hass und Hetze im Netz hilft. Im Haushalt 2022 sind dafür 350.000 Euro veranschlagt worden. Bisherige Förderer waren u.a. das Bundesministerium der Justiz und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
bundestag.de via spiegel.de

“Menschen mögen Brüche” – Henning Beck über Fernsehformate und Freiheit.


Fernseh-Forschung für Fortgeschrittene: "Alle tollen Format-Ideen haben einen Bruch, etwas Unerwartetes, was es vorher nicht gab", erklärt Henning Beck im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande des AGF Forums in Frankfurt. Das gelte auch für gute Werbung. Dieses "Unerwartete" lässt sich – trotz KI und digitaler Vermessung der Welt – nicht digitalisieren, ist der Neurowissenschaftler überzeugt. Zuschauer-Zahlen lassen sich super auswerten, aber "alles, woran sich keine Kennzahl schreiben lässt, ist nicht digitalisierbar", erklärt Beck und denkt an Kreativität oder an das Gefühl, mit dem ein TV-Programm das Publikum zurücklässt.

Außerdem erklärt Beck, was im Gehirn passiert, wenn der Fernseher oder das Handy Bewegtbild abspielen: Das Publikum konsumiert nicht nur, im Idealfall werde es mit auf eine "gedankliche Reise" genommen. "Menschen simulieren die TV-Welt in ihrem Kopf und werden so Teil des Geschehens", sagt Beck. Allerdings gebe es Unterschiede zwischen großen Formaten wie Kino und TV und kleinen Screens wie Tablet und Handy. Bei Live-Sendungen und im Kino hat das Publikum keine Kontrolle, etwa weil es sich an Sendezeiten und Startzeiten halten muss. Streaming funktioniere auch deswegen so gut, weil es dem Publikum die Macht gibt – über das Programm, die Startzeit und Unterbrechungen.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube)