Julia Klöckner hat offenbar Teile ihres "FAS"-Gastartikels abgeschrieben.

CDU-Politikerin Julia Klöckner hat sich für einen Meinungsbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" bei einem Aufsatz des Juristen Hans Hofmann bedient, ohne die entsprechenden Passagen als Zitat zu kennzeichnen, werfen ihr die Jusos vor. Die CDU-Pressestelle beschwichtigt, die Sache sei "zu klein", um als Plagiat zu gelten, zumal es sich nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung handle. Hans Hofmann selbst, aktuell tätig im CDU-geführten Bundesinnenministerium, hält die Übernahme der Textpassagen für legitim.
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Zitat: "Tagesschau"-Chef Kai Gniffke sorgt sich um das abendliche TV-Lagerfeuer.

"Wenn man die Tagesschau für überflüssig erklärt und zur Disposition stellt – sei es im Internet oder im Fernsehen – dann wird dieses Lagerfeuer erloschen sein und es wird sich nicht wieder entzünden lassen."

"Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke reagiert auf den Vorschlag, das Erste auf Regionales zu beschränken.
blog.tagesschau.de, turi2.de (Background), turi2.tv (Video-Interview Gniffke)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Tagesschau"-Chef Kai Gniffke will nicht unbedingt der Schnellste sein.

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Staatskanzleichef von Sachsen-Anhalt will ARD auf Regionales beschränken.


Bundesweites Regionalfernsehen: Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt und Mitglied des ZDF-Fernsehrats, will die ARD in ihre Schranken weisen. Im Interview mit der "Mitteldeutschen Zeitung" schlägt Robra vor, das Erste auf ein "Schaufenster der Regionen" zurückzustutzen. Alleiniger "nationaler Player" mit Hollywoodfilmen und Kanzlerduell solle das ZDF sein. Das Erste dagegen sollte präsentieren, "was in den Ländern läuft". Die "Tagesschau" wäre dann "in dieser Form überflüssig", sagt Robra, ebenso das ARD-Hauptstadtstudio - um Berichte aus Berlin könne sich der RBB kümmern.

Ziel von Robras Vorschlägen ist es, den Rundfunkbeitrag bei 17,50 Euro stabil zu halten, weil "Beitragserhöhungen im Landtag von Sachsen-Anhalt wohl keine Mehrheit finden werden", sagt Robra. Die Öffentlich-Rechtlichen seien mit rund 8 Mrd "auskömmlich finanziert". Auch online sollte vor allem die ARD nicht mehr machen als nötig: "Ich bin für ein konsequentes Verbot presseähnlicher Textproduktion im öffentlich-rechtlichen System", betont der Staatskanzleichef. Gegenwind bekommt Robra von seinem Kollegen aus Berlin, dem Staatssekretär Björn Böhning, der dem "Tagesspiegel" sagt, Robras Pläne wären "im Kreis der Länder sicherlich nicht mehrheitsfähig".
mz-web.de, tagesspiegel.de (Böhning)2 Kommentare

Meinung: EU-Richtlinie bedroht Kreativ-Industrie und subventioniert Internet-Riesen.

TV-Sendern droht durch die EU eine Zwangs-Kollektivierung von Ausstrahlungsrechten, beklagt ProSiebenSat.1-Vorstand Conrad Albert. Die geplante SatCab-Richtlinie dürfe nicht Google und Co subventionieren, indem die Sender ihre Inhalte zu einem niedrigen festgelegten Tarif weitergeben müssen. Die deutsche Kreativ-Industrie stehe auf dem Spiel, schlägt Albert im Gespräch mit der "FAZ" Alarm. Die SatCab-Richtlinie soll die Verfügbarkeit von Serien und Filmen in Online-Angeboten von Sendern und Portalen regeln.
"FAZ", S. 13 (Paid)Kommentieren ...

Meinung: Christian Kern vergisst bei seiner Medienschelte seine eigene Rolle.

Bundeskanzler Christian KernChristian Kern: Die Medienschelte des abgewählten österreichischen Bundeskanzlers ist einseitig, meint Hans-Peter Siebenhaar. Kern habe sich in der Vergangenheit in seiner Gefallsucht auf den Boulevard eingelassen und sich als "Austro-Obama" feiern lassen. Auch für Österreich gelte, dass wer mit dem Boulevard nach oben fährt, mit ihm wieder im Aufzug nach unten fährt. Kern hätte dies wissen müssen. Er hat die Medien für seine Niederlage verantwortlich gemacht und den Boulevard-Medien eine Kampagne gegen ihn vorgeworfen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Basta: "Hustler"-Verleger Larry Flynt bietet Belohnung für Trumps Amtsenthebung.

Weltverbesserer: Porno-Verleger Larry Flynt will Donald Trump aus dem Weißen Haus jagen. Der Herausgeber des Nacktbilderblatts "Hustler" bietet in einer Anzeige in der "Washington Post" 10 Mio Dollar Belohnung für Hinweise, die zur Amtsenthebung Trumps führen. Bei Bill Clinton hätte fürs Impeachment fast eine Praktikantin gereicht - an Kontakten zu jungen Damen sollte es bei Flynt jedenfalls nicht scheitern.
faz.net, mashable.com, washingtonpost.com (ganze Anzeige)Kommentieren ...

Frankfurter Lokalpolitiker wird auf Buchmesse angegriffen.

Frankfurter Buchmesse: An den Ständen von rechten Verlagen kommt es zu Tumulten. Nico Wehnemann, Frankfurter Stadtverordneter der "Partei", wird auf der Buchmesse angegriffen. Ein Mann rammt ihm das Knie in den Rücken. Die Tat ereignet sich bei Protesten gegen eine Veranstaltung des rechten Antaios-Verlags mit AfD-Politiker Björn Höcke. Wehnemannn sagt, die Polizei habe ihm eine Anzeige verwehrt und gesagt, er könne sie am nächsten Tag stellen. Eine freie Mitarbeiterin von Spiegel Online, die den Protest gefilmt hat, darf daraufhin nicht mehr auf das Messegelände zurück.
spiegel.de, neuepresse.de, fr.de1 Kommentar

Portrait: Felix Hackenbruch stellt eine Zeitung aus Berlin für Taubblinde vor.

Inklusion: Christine Günzel öffnet mit ihren Tagesnachrichten für taubblinde Menschen aus Berlin Taubblinden seit 13 Jahren ein Fenster zum Weltgeschehen, beschreibt Felix Hackenbruch. Günzel wertet morgens Newsletter aus, um die Nachrichtenlage aus allen Ressorts auf täglich zehn bis zwölf Seiten zusammenzufassen. Herausgeber der Taubblindenzeitung mit nur rund 50 Abonnenten ist der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband.
tagesspiegel.deKommentieren ...

Meinung: Ansätze, Google zu regulieren, beschränken sich zu sehr auf Algorithmen.

Internet-Regulierung wird oft auf Algorithmen verkürzt, meint Patrick Beuth. Google und Facebook zu einer Offenlegung ihrer Ranking-Kriterien zu verpflichten, sei schwierig. Fielen die offengelegten Angaben zu oberflächlich aus, könne man sich die Aktion sparen. Zudem veränderten selbstlernende Systeme die Gewichtung von Faktoren ständig, dies sei für Nutzer und sogar Entwickler schwer nachzuvollziehen. Algorithmen und Software würden aber von Unternehmen eingesetzt, die etwa dem Antidiskriminierungsgesetz unterliegen. Dies müsse nur durchgesetzt werden.
zeit.deKommentieren ...

Zitat: Tim Cook will keine niedrigeren Steuern, aber ein anderes Steuersystem.

"Wir sind der größte Steuerzahler in der Welt. Damit haben wir kein Problem. Wir sagen nicht: Steuern senken!"

Apple-Chef Tim Cook beteuert im Interview mit der "FAZ", Apple halte sich bei Steuerzahlungen stets an die Gesetze. Eine Reform der Besteuerung internationaler Firmen sei aber überfällig. Apple wolle eine umfassende Steuerreform auf internationaler Ebene erreichen.
"FAZ", S. 19 (Paid), faz.net (Vorabmeldung)

Weitere Zitate aus dem Interview
"Ich bin kein Fan des aktuellen Systems. Ich werde es nicht verteidigen. Aber es ist das Gesetz."

"Die Technik selbst will nichts Gutes tun. Oder irgendetwas Schlimmes. Die Technik will gar nichts tun. Menschlichkeit muss von einer anderen Seite dazukommen."

"In Fragen der Privatsphäre stehen wir auf Seiten der Kunden. Wir sollten ihre Nachrichten nicht lesen. Das erwarten sie von uns. Und deshalb haben wir auch keinen Zugang dazu. Ich verstehe, dass andere Leute andere Nachrichten von Leuten lesen und so weiter – um zum Beispiel Werbung zu verkaufen –, aber wir machen das nicht."Kommentieren ...

Spanien liefert den von der Türkei gesuchten Dogan Akhanli nicht aus.

Spanien liefert Dogan Akhanli nicht an die Türkei aus, entscheidet die spanische Regierung. Damit Akhanli ausreisen kann, muss noch das zuständige Gericht die bisherigen Auflagen aufheben. Der türkischstämmige Schriftsteller, der nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, hat bereits für nächsten Mittwoch einen Flug nach Köln gebucht. Akhanli war am 19. August bei einem Spanien-Urlaub wegen eines türkischen Fahndungsaufrufs festgenommen worden, er war einen Tag später unter Auflagen frei gekommen. Die Türkei wirft ihm Beteiligung an einem Raubmord vor.
spiegel.de, merkur.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Meinung: Medien sind für Schweigen und Pöbeleien in Debatten mitverantwortlich.

Medien sind mitschuldig, dass in der öffentlichen Diskussion vor allem merkeleskes Schweigen und rechtspopulistische Pöbeleien dominieren, meint Eva Menasse. Zwi­schen den Ex­tre­men Schwei­gen und Pö­beln sei offenbar für niemanden mehr Platz. Menasse wirft Meedia vor, den vom "Spiegel" aus großer Nähe beschriebenen Wahlkampf von Martin Schulz "gei­fernd zum Dolch­stoß um­zu­dich­ten". Anders als vom Branchendienst behauptet, gebe es in der Schulz-Story keinen Satz, der diesen als totalen Loser erscheinen lasse.
"Spiegel" 41/2017, S. 128-129 (Paid), turi2.de (Background)Kommentieren ...

Basta: Roboter-Rede bei den Vereinten Nationen.

Sci-Fi-Sophia: Zum ersten Mal hat ein Roboter eine Rede vor den Vereinten Nationen gehalten. Sophia, ein Produkt der Firma Hanson Robotics, ist ein gern gesehener UN-Gast: Bereits im Juni war sie zu Besuch auf einer Genfer Konferenz zum Thema "Umgang mit künstlicher Intelligenz". Völkerrechtliche Fragen werden ihr aber derzeit noch nicht anvertraut.
facebook.com (Tagesschau-Video Rede)Kommentieren ...

US-Abgeordnete wollen russische Facebook-Anzeigen aus dem Wahlkampf offenlegen.


Eine unbequeme Wahrheit: Führende US-Politiker zwingen Facebook zur Transparenz. Mitglieder des Geheimdienst-Ausschusses wollen Anzeigen veröffentlichen, die offenbar aus Russland finanziert Stimmung im Wahlkampf machen sollten. Facebook-Operativchefin Sheryl Sandberg traf die Politiker vorher zum Gespräch. Sie ist momentan auf großer Erklär- und Werbetour, weil Behörden allerorten die regulatorischen Daumenschrauben anziehen.

Käufer mit Verbindungen nach Russland sollen im Wahlkampf rund 3.000 Anzeigen geschaltet und mehr als 100.000 Dollar ausgegeben haben. Ziel soll es gewesen sein, die Stimmung im Land und damit die Präsidentschaftswahl zu beeinflussen. Facebook muss sich am 1. November einer Anhörung stellen. Im Senat steht eine Befragung von Facebook, Google und Twitter bevor. Sie alle kämpfen wegen Fake News und undurchsichtiger Strukturen um Vertrauen.
nytimes.comKommentieren ...

Sächsische Justiz hörte 360 Gespräche mit Berufsgeheimnisträgern mit.

Sächsische Justiz hat bei ihren Ermittlungen zur linken Szene im Umfeld des Fußballvereins Chemie Leipzig 360 Gespräche mit Berufsgeheimnisträgern mitgehört. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Valentin Lippmann (Grüne) hervor. Allein 130 Mal wurde dabei ein Journalist der "Leipziger Volkszeitung" von der Polizei belauscht. Auch Telefonate und SMS weiterer Journalisten, unter anderem von "Bild" und "Spiegel", wurden überwacht.
lvz.de, landtag.sachsen.deKommentieren ...

Meinung: ARD und ZDF brauchen eine radikale Reform, um zu bestehen.

ARD-ZDF-Fusion wäre der Befreiuungsschlag, um das öffentlich-rechtliche System bestandsfest zu bauen, meint Christian Meier. Die vorgelegten Sparvorschläge findet er nicht mutig genug. Die Sender seien zu Gefangenen ihres eigenen Systems geworden. Aus ihnen heraus komme keine kühne Idee für die Zukunft.
welt.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

ARD nennt "Spiegel"-Titel eine "Schmähkritik".

ARD reagiert spät, aber gereizt auf den jüngsten "Spiegel"-Titel: Der Text sei in Teilen simple Schmähkritik. Die Radioangebote lasse der "Spiegel" ganz außer Betracht, die Autoren bemühten sich um ein bestimmtes Bild. Viele Daten legt die ARD anders aus als die Autoren des "Spiegels". Die ARD ätzt, Printjournalisten seien wohl der Ansicht, ihnen gehöre publizistisch das Internet.
ard.de, dwdl.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Auch Google untersucht mutmaßliche russiche Anzeigen zur US-Wahl.

Google hat Hinweise auf Anzeigen bei YouTube, Gmail und Double Click entdeckt, in denen mit Falschinformationen versucht worden sei, Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahl zu nehmen. Die Anzeigen hätten ein fünfstelliges Mediavolumen und stammen offenbar zumindest zum Teil aus Russland. Laut Google seien jedoch andere Akteure verantwortlich als bei vergleichbaren Anzeigen, die Facebook derzeit untersucht.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

"Stream On"-Angebot der Telekom verstößt teilweise gegen die Netzneutralität.


Weitestgehend neutral: Die Bundesnetzagentur hat entschieden, dass die umstrittene StreamOn-Option der Telekom in Teilen gegen EU-Vorschriften zur Netzneutralität verstößt. Grundsätzlich hält die Agentur sogenannte Zero-Rating-Angebote, bei denen einige Datendienste nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet werden, aber für zulässig. Als Verstoß bewertet die Agentur, dass die Telekom in einigen Tarifen die Qualität der Videostreams reduziert. Außerdem sei es unzulässig, den Datenverkehr mit Partnerdiensten nur im Inland nicht auf das Inklusivvolumen anzurechnen, da dies gegen die EU-Roamingfreiheit verstoße.

Bei ihrem StreamOn-Angebot rechnet die Telekom Nutzern einiger Tarife den Datenverkehr mit Partnerfirmen nicht an. Zu den Partnern zählen unter anderem Musik-Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music und Amazon, bei teureren Tarifen auch Video-Dienste wie Netflix, Sky, YouTube oder die App von ProSiebenSat.1. Auch Vodafone und andere Anbieter haben ähnliche Tarifoptionen. Kritiker bemängeln, dass entsprechende Regeln es Startups erschweren, sich auf dem Markt zu etablieren.
computerbase.de, spiegel.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Florian Harms will bei T-Online auf Erklärjournalismus im Politik-Ressort setzen.

T-Online soll bei seinem Wandel zu einer Medienmarke vor allem bei der politischen Berichterstattung aufholen, sagt Neu-Chefredakteur Florian Harms dem "Journalist". Er will hier künftig insbesondere auf Erklärjournalismus setzen und weg von rein nachrichtlich geprägter Berichterstattung. Dafür hat Florian Harms das Team unter anderem mit Fabian Reinbold als Washington-Korrespondenten und Jonas Schaible als Parlamentsreporter in Berlin verstärkt.
"Journalist" 10/2017, S. 51 (Paid), turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Neuer Newsroom in Berlin: Florian Harms will T-Online.de zum Leitmedium ausbauen.
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Meinung: Schulz-Reportage im "Spiegel" wäre besser nie erschienen.

Spiegel-Titelstory, in der Markus Feldenkirchen den Wahlkampf von Martin Schulz aus großer Nähe beschreibt, verfestige den Eindruck, Politiker und Journalisten seien ein gemeinsamer Zirkel, kommentiert "taz"-Journalistin Bettina Gaus. Mit seiner Zusage habe Schulz zudem – ähnlich wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für eine "Zeit"-Geschichte – das wertvolle Gut der Privatsphäre aufgegeben und so die Lobby für das Recht auf diese geschwächt.
taz.deKommentieren ...

"Hollywood Reporter" politisiert, ohne zu polarisieren.

The Hollywood Reporter entdeckt mit Donald Trump sein Interesse für Politik, schreibt Jürgen Schmieder. Das Branchenblatt für Film und Entertainment leistet sich schon seit einigen Jahren ein Politik-Ressort, seit Juni berichtet Ex-Politico-Autor Jeremy Barr aus Washington DC über die Schnittstellen zwischen Politik und Unterhaltung. Sein erstes, großes Interview als Präsidentschaftskandidat hat Donald Trump, damals noch mehr TV-Star als Politiker, dem Hollywood Reporter gegeben, der politisiert, aber nicht polarisiert. Für Schmieder zeigt sich darin. "Politik ist in den USA nichts weiter als eine Sparte der Unterhaltungsbranche."
sueddeutsche.deKommentieren ...

Zitat: Frank Plasberg sieht es nicht als seinen Job, Parteien kleinzuhalten.

"Um es mal grundsätzlich zu sagen: Es ist nicht die Aufgabe von Journalisten, Parteien kleinzuhalten. Das ist, bitte schön, der Job der politischen Konkurrenz."

Frank Plasberg, Moderator von "hart aber fair", sieht in seiner Arbeit keinen "volkspädagogischen Auftrag"
"Spiegel" 41/2017, S. 18-20 (Paid), spiegel.de (Zusammenfassung)

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Niemand kann eine Partei groß machen, wenn es dafür in der Bevölkerung nicht ein Bedürfnis gibt."

"Wir sind nicht dazu da, den Schulterschluss mit den vermeintlich richtig guten Demokraten zu üben, um im Gegenzug das niederzukartätschen, was am rechten Rand entsteht."

"Ich habe keinen volkspädagogischen Auftrag. Ich will auch nicht die Demokratie heilen, sondern nehme mir die Freiheit heraus, auf keinen Fall zu überlegen, wie eine Wahrheit wirkt – denn sonst ist man schnell dabei, Wahrheiten zurechtzubiegen."

"Klar, Digitalisierung ist ein wichtiges Thema – es interessiert nur kein Schwein. Sicherlich hätten wir damit am Ende des Wahlkampfs noch mal einen ruhigeren, sachlicheren Ton anschlagen können. Aber man hätte uns für verrückt erklärt."Kommentieren ...

BuzzFeed veröffentlicht Breitbart-Interna auf Basis geleakter E-Mails.

Breitbart-Leaks: Steve Bannon, CEO des rechten US-Newsportals Breitbart News und zwischenzeitlich Chefstratege von Donald Trump, hat seinen ehemaligen Redakteur Milo Yiannopoulos 2016 gezielt zum provokanten und einpeitschenden Mittler zwischen US-Rechtsextremen und der Trump-Kampagne aufgebaut, berichtet Joseph Bernstein bei BuzzFeed News auf Basis geleakter Emails. Die interne Kommunikation zwischen Bannon und Yiannopoulos zeigt auch den massiven Einfluss und die finanziellen Zuwendungen durch die Milliardärsfamilie Mercer.
buzzfeed.comKommentieren ...

"Eastwest" hat sich vom PR-Blatt zum renommierten Politmagazin gewandelt.

Politmagazin Eastwest war einst das PR-Organ der italienischen Bank Unicredit. Heute hält die Bank am Verlag Europeye rund 40 % und verschafft dem Magazin Zugang zu hochkarätigen Autoren und Gesprächspartnern wie Romano Prodi oder Joschka Fischer. Seit Kurzem erscheint eine deutsche Ausgabe mit 10.000 Auflage, auch aus Spanien und Portugal kommt Interesse an Ablegern. Schon jetzt gibt die Redaktion mehr Geld für Übersetzer als für Texthonorare aus.
sueddeutsche.deKommentieren ...

Privatradios sehen ihre Zukunft noch lange auf UKW.

Privatradios sehen in der UKW-Verbreitung weiterhin ihre Existenzgrundlage. Die Lobby-Verbände APR und VPRT werfen ARD und Deutschlandradio vor, mit der Politik ein "falsches Spiel" zu spielen, wenn sie in der Abschaltung von UKW-Sendern kurzfristiges Spar-Potenzial sehen. Frequenzen, die das Deutschlandradio abschalten will, würden die Privatsendern gern übernehmen.
radioszene.deKommentieren ...

Tabakfirmen dürfen auch auf eigenen Websites nicht fürs Rauchen werben.

Tabakwerbeverbot gilt auch im Internet und dort auch auf den eigenen Websites der Tabakhersteller, urteilt der Bundesgerichtshof. Die Seiten richteten sich schließlich an eine "breite Öffentlichkeit". Das Gericht raucht damit den Revisionsantrag eines niederbayerischen Tabakherstellers in der Pfeife, die Verbraucherzentralen hatten sich an der Tabakreklame auf Produzenten-Pages gestört.
spiegel.deKommentieren ...

OSZE: Facebook-Gesetz von Maas könnte freie Meinungsäußerung behindern.

Facebook-Gesetz von Bundesjustizminister Heiko Maas ist zu ungenau formuliert, sagt die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Soziale Netzwerke könnten deshalb unverhältnismäßig viele Nutzer-Beiträge löschen. Dadurch könne das Gesetz gegen Hasskriminalität im Internet die freie Meinungsäußerung behindern. Deutschland solle eine vorsichtige Umsetzung des Gesetzes gewährleisten.
wiwo.de, netzpolitik.orgKommentieren ...

Bernhard Pörksen will ARD und ZDF den AfD-Erfolg nicht ankreiden.

AfD-Erfolg ist nicht auf die starke Präsenz in ARD und ZDF zurückzuführen, meint Medien-Professor Bernhard Pörksen. Populisten seien in der vernetzten Welt nicht mehr aufs Fernsehen angewiesen, seine Bedeutung schwinde. Kritik am TV lenke von den Versäumnissen der politischen Mitte ab, argumentiert Pörksen.
diepresse.com, turi2.de (Gegenmeinung)Kommentieren ...

EU stellt Amazon 250 Mio Euro Steuerschulden in Rechnung.

Verdi ruft zu Streiks bei Amazon aufAmazon soll 250 Mio Euro Steuern an Luxemburg nachzahlen, verlangt die EU-Kommission. Der Konzern soll seit 2003 von unfairen Rabatten profitiert haben. Der Fall ist auch für Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker unangenehm: Juncker hat den Steuer-Deal damals als Premierminister von Luxemburg mit ausgehandelt.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Medien: Amazon soll Luxemburg hunderte Mio Euro zurückzahlen.

Amazon droht in der EU eine Steuer-Nachzahlung über mehrere hundert Mio Euro. Die EU-Kartellbehörde fordert Luxemburg auf, das Geld ab Mittwoch zurückzufordern, berichten mehrere Medien. Amazon soll Luxemburg als Steuerparadies nutzen. In einem ähnlichen Fall fordern die Behörden Irland auf, 13 Mrd Euro von Apple einzutreiben.
handelsblatt.com, wsj.com, turi2.de (Background Apple)
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G20-Affäre: Polizei löscht Beweise, Regierung beschuldigt Journalisten weiter.

Großer Löschangriff: Die Affäre um entzogene G20-Akkreditierungen ist um einen Skandal reicher. Das LKA Berlin löscht noch vor einer Überprüfung Datensätze, die einen Fotografen belasteten, aber offenbar falsch waren. Ex-Datenschutzbeauftragter Peter Schaar spricht von einer "Unterdrückung von Beweismitteln". Die Bundesregierung räumt inzwischen ein, vier Journalisten zu Unrecht die G20-Akkreditierung entzogen zu haben.

Bei 28 weiteren Journalisten beharrt die Regierung auf der Rechtmäßigkeit des Rausschmisses. Das ARD-Hauptstadtstudio recherchiert zwölf Fälle und findet heraus, dass die gravierenden Vorwürfe gegen die Journalisten wie "besonders schwerer Landfriedensbruch" und "Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion" falsch sind. Die angekündigte Entschuldigung der Regierung lässt weiter auf sich warten, berichtet ARD-Korrespondent Arnd Henze. Seit dem G20-Gipfel habe das BKA indes mehrmals erneut Journalisten von Veranstaltungen fern gehalten.
tagesschau.de, turi2.de (Background)Kommentieren ...

Hans-Peter Siebenhaar schlägt Verschmelzung von ARD und ZDF vor.

ARD und ZDF sollten fusionieren, schlägt Hans-Peter Siebenhaar vor. Die jüngst vorgestellten Sparpläne seien nur Korrekturen kosmetischer Art. Die hohen Rundfunkgebühren seien wegen fehlender junger Nutzer kaum zu rechtfertigen, schreibt Siebenhaar. Im digitalen Zeitalter brauche es die mediale Grundversorgung eines "staatsnahen Rundfunks" nicht mehr.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)Kommentieren ...