Polizei hindert ZDF-Team an Berichterstattung.

ZDF logo_150Pressefreiheit: Die Polizei Dresden hat ein Team des ZDF-Magazins "Frontal 21" am Donnerstag an der Arbeit gehindert und sich offenbar von Pegida-Demonstranten instrumentalisieren lassen. Die Reporter wurden etwa 45 Minuten lang am Rande einer Anti-Merkel-Demonstration festgehalten. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer wirft den Reportern unseriöses Verhalten vor. ZDF-Chefredakteur Peter Frey spricht von einer "klaren Einschränkung der freien Berichterstattung" und fordert Aufklärung.
taz.de, haz.de, twitter.com (2-Min-Video), twitter.com (Frey)




Korrektur: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir Peter Frey einen falschen Titel zugeschrieben - wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Trump wirft sozialen Medien "Zensur" vor.

Trump wirft den sozialen Netzwerken "Zensur" konservativer Meinungen vor: "Sie unterdrücken die Meinungen vieler Menschen des rechten Spektrums und gehen gleichzeitig gegen andere gar nicht vor", schimpft der US-Präsident via Twitter. Seine Regierung werde dies nicht zulassen, da "Zensur" gefährlich sei. Kürzlich hatten soziale Medien wie auch Twitter den ultrarechten US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones gesperrt.
stern.de, twitter.com, twitter.com (Trump-Tweets)

Analyse: Politiker verpassen den Kontakt mit jungen Wählern in sozialen Medien.

Politiker verschenken Kontaktmöglichkeiten mit jungen Wählern, weil sie in sozialen Medien nicht aktiv sind oder ihre Profile vernachlässigen, analysiert Tim Kummert. 82 % der 14- bis 29-Jährigen nutze täglich Snapchat, aber nur 2 % der Abgeordneten im Bundestag waren 2017 angemeldet. SPD-Vorsitzende Andrea Nahles z.B. ist zwar auf Instagram, ihr letztes Foto hat sie aber 2012 gepostet.
"Wirtschaftswoche" 34/2018, S. 36-38 (Paid)

Lese-Tipp: Pornografie könnte die arabische Gesellschaft verändern, glaubt Youssef Rakha.

Porno und Politik: Amateur-Pornos könnten die Arabische Welt tiefgreifender verändern als der Arabische Frühling es geschafft hat, glaubt Autor Youssef Rakha in seinem Buch Arab Porn. Einen aktualisierten Auszug veröffentlicht "FAZ Quarterly". Pornos seien radikaler als die Forderungen der Revolutionäre 2011, was sie zeigten, sei für die Gesellschaft noch unsagbarer als "Nieder mit Mubarak". Anders als die gescheiterten Revolutionäre hätten die Porno-Macher kein Interesse an moralischer Überlegenheit und erhöben keinen Anspruch auf die Wahrheit.
faz.net (Paid)

Knapp 350 US-Zeitungen protestieren gegen Trumps Journalisten-Schelte.

US-Zeitungen protestieren gegen die anhaltenden Attacken von Donald Trump auf die Presse. In Meinungsstücken argumentieren knapp 350 Zeitungen, darunter die "New York Times", warum eine freie Presse für die US-Demokratie nötig sei. Die Zeitungen sind einem Aufruf des "Boston Globe" gefolgt. Einige Medien, darunter das "Wall Street Journal" schlossen sich dem Aufruf bewusst nicht an. Trump genieße ebenso das Recht auf freie Meinungsäußerung, so das "WSJ". Die "Baltimore Sun" befürchtet, eine koordinierte Aktion unterstütze den Eindruck, die Presse arbeite gemeinsam gegen Trump.
spiegel.de, bostonglobe.com (Übersicht der teilnehmenden Zeitungen)

USA: Google veröffentlicht eine Datenbank für Politik-Werbung.


Politische Bibliothek: Google bereitet sich auf den Wahlkampf für die Zwischenwahlen in den USA vor und veröffentlicht ein Archiv für politischen Anzeigen. Damit löst der Such-Riese ein Versprechen gegenüber dem US-Kongress ein, mehr Transparenz im Hinblick auf Politik-Werbung zu schaffen. Einer erneuten Wahlbeeinflussung, wie sie 2016 auf die Präsidentschaftswahl verübt wurde, soll so vorgebeugt werden.

Die Datenbank umfasst alle seit Ende Mai in den USA auf Google-Plattformen, u.a. Suche und YouTube, veröffentlichten politischen Anzeigen. Die Übersicht beschränkt sich dabei jedoch auf Kandidaten für Bundesämter oder Amtsinhaber, lokale Anzeigen werden nicht berücksichtigt. Nutzer können die Anzeigen u.a. nach den Namen der Kandidaten filtern. Auch das ausgegebene Budget, wer für die Anzeige bezahlt hat sowie die Reichweite wird in der Datenbank veröffentlicht. In einem begleitenden Bericht ordnet Google die Anzeigenausgaben nach Gebieten, Geldgebern und Top-Keywords ein.

Die Anzeigen-Bibliothek berücksichtigt aktuell ausschließlich politische Anzeigen aus den USA. Werbekampagnen, die auf die Beeinflussung der öffentliche Meinung zu einem kritischen Thema abzielen werden u.a. nicht berücksichtigt, wenn sie nicht direkt an einen Kandidaten geknüpft sind. Das Archiv soll wöchentlich aktualisiert werden.
techcrunch.com, axios.com, transparencyreport.google.com (Datenbank)

Meinung: Netzbetreiber sollen lieber investieren und weniger kritisieren.

Netzbetreiber: Telekom, Vodafone und Telefónica sollen Zeit und Geld lieber in die Infrastruktur für den Ausbau von 5G investieren, als sich am Streit um "Vorschriften und Regulierung" aufzuhalten, findet Stephan Scheuer. Der Netzausbau sei ein Marathon und kein Sprint, für den die Betreiber "schlüssige Konzepte vorlegen" müssen, um für die Wirtschaft die Grundlagen für die digitale Zukunft zu schaffen.
handelsblatt.com

Zitat: Justus Haucap befürwortet Andrea Nahles Vorschlag für ein Daten-für-alle-Gesetz.

"Ich bin selbst überrascht, aber ich kann dem Vorschlag von Frau Nahles durchaus etwas abgewinnen."

Justus Haucap, Volkswirt und Ex-Vorsitzender der Monopolkommission, sieht den Vorschlag von SPD-Chefin Andrea Nahles, Nutzerdaten von Tech-Riesen anonymisiert zu veröffentlichen, als machbaren Schritt gegen Monopole. Bei Gas- und Stromversorgung u.a. sei der diskriminierungsfreien Zugang auch ermöglicht worden, sagt er im "Handelsblatt"-Interview.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Meinung: Andrea Nahles will Tech-Riesen zwingen, ihren Rohstoffe zu teilen.

Tech-Regulierung: SPD-Chefin Andrea Nahles schlägt ein Daten-für-alle-Gesetz vor, bei dem Firmen ab einem definierten Marktanteil einen repräsentativen Teil ihrer gesammelten Nutzerdaten anonymisiert veröffentlichen müssen. So will sie jungen Unternehmen eine gewisse Chancengleichheit beim Entwickeln neuer Produkte gegenüber Tech-Riesen wie Google oder Facebook verschaffen.
handelsblatt.com

Verdacht illegaler Parteienfinanzierung: AfD will gegen Unterstützerverein klagen.

AfD fährt juristische Geschütze gegen den Verein für Rechtsstaatlichkeit und bürgerliche Freiheit auf, der die rechte Partei mit anonymen Spenden im Wahlkampf unterstützt, berichten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Die Kanzlei des Medienanwalts Ralf Höcker kündigt für die kommende Woche die Einreichung einer Klage an. Grund ist offenbar Druck der Bundestagsverwaltung, die illegale Parteienfinanzierung wittert. Die Rechercheure zitieren aus internen Mails, in den Parteichef Meuthen schreibt: "Wir müssen hier glaubhaft sein." Bisher hat die AfD die kostenlose Wahlwerbung hingenommen. Der Unterstützerverein will trotz Klage weitermachen, sagt sein Chef David Bendels.
presseportal.de

Zitat: Patricia Riekel findet Horst Seehofer interessanter als Til Schweiger.

"Ich würde gerne tiefer in sein Herz hineinschauen, seine Motivation kennen, die Dinge so anzugehen, wie er es tut."

Patricia Riekel, frühere Königin des People-Journalismus bei Burdas Promi-Bibel "Bunte" und aktuell Wahlkampf-Assistentin ihres Lebensgefährten Helmut Markwort, würde für eine Homestory lieber Horst Seehofer als Til Schweiger besuchen, sagt sie im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen".
augsburger-allgemeine.de

Aus dem Archiv von turi2.tv Patricia Riekel beendet die News-Jagd. (2015)

Konservativer Lokalfernseh-Merger in den USA scheitert im Streit.

Tribune Media, US-Lokalfernsehkonzern, sagt die Fusion mit dem erzkonservativen und trumpfreundlichen Medienhaus Sinclair ab und verklagt die Firma wegen Vertragsverletzungen auf Schadenersatz. Sinclair habe entgegen der Vereinbarung nicht versucht, durch das Abstoßen einiger Beteiligungen die Kartellbehörden zu einer Genehmigung des Deals zu überreden. Der Deal hätte Sinclair Kontrolle über Lokalsender mit einer Gesamtreichweite von 70 % der US-Haushalte gegeben.
nytimes.com, adage.com, turi2.de (Background)

Basta: Australier können sich kostenlos ein Bild von der Queen bestellen.

Königliches Angebot: Australier sehen HM Queen Elizabeth II. eher selten im eigenen Land. Damit die Monarchisten in Down Under nicht in Sehnsucht zerfließen, können sie bei ihrem zuständigen Abgeordneten kostenfrei ein Bild ihres Staatsoberhauptes anfordern. Die Briten müssen hingegen für ihren Patriotismus zahlen.
vice.com, mashable.com

"Welt": EU plant Gesetz zur Löschung von Terrorpropaganda im Netz.

EU-Kommission will Facebook, Google und Co per Gesetz dazu zwingen, terroristische Inhalte im Netz zu löschen, berichtet die "Welt" unter Berufung auf Insider. Die Internetkonzerne sollen Terrorpropaganda schneller filtern und umgehend löschen. Der Gesetzesvorschlag soll Mitte September vorgelegt werden. Die bisherigen freiwilligen Vereinbarungen brächten nicht genug Fortschritte, sagt EU-Sicherheitskommissar Julian King.
welt.de

ProPublica startet Initiative für mehr Berichterstattung zur Politik in US-Bundesstaaten.


Staatsangelegenheiten: ProPublica kündigt eine neue Initiative an, mit der das spendenfinanzierte Recherchebüro die investigative Berichterstattung in US-Bundesstaaten erhöhen will. ProPublica will sieben Lokalmedien auswählen, denen es jeweils ein Jahr lang einen Reporter für investigative Recherchen zur Politik auf Bundesstaatsebene finanziert. Das Geld für das Programm kommt von einem nicht genannten Spender, sagt ProPublica-Chef Richard Tofel.

Die Initiative ist zunächst für zwei Jahre angelegt. Nationale Nachrichtenorganisationen wie die "New York Times" sollen nicht profitieren können. 2020 würden neue Partner ausgewählt. ProPublica argumentiert, dass die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Medien dazu geführt habe, dass deutlich weniger über die Regierungen der US-Bundesstaaten berichtet werde. Diese Lücke wolle ProPublica nun schließen. (Foto: Picture Alliance)
nytimes.com

Lese-Tipp: "Kontext" sammelt Stimmen zum Urteil im Streit mit der AfD.

Lese-Tipp: "Kontext" trägt auf ihrer Website rund ein Dutzend Stellungnahmen zum verlorenen Rechtsstreit mit einem AfD-Mitarbeiter zusammen. Georg Löwisch, Chefredakteur der "taz", lobt die Beharrlichkeit von "Kontext", DJV-Chef Frank Überall ärgert, dass "die Mühlen des Rechtsstaats langsam mahlen". SWR-Chefredakteur Fritz Frey rät der Wochenzeitung von einem Hauptsacheverfahren ab.
kontextwochenzeitung.de, turi2.de (Background)

US-Militär verbietet Soldaten den Einsatz von privaten GPS-Geräten.

US-Militär befielt seinen Soldaten künftig die GPS-Funktion bei privaten Smatphones, Tablets, Uhren und anderen Geräten zu deaktivieren, wenn sie in Kriegszonen oder Übersee stationiert sind. Das Pentagon reagiert damit auf wiederholte Fälle, in denen Soldaten in sozialen Netzwerken geheime Stützpunkte enttarnt haben, weil sie ihren Standort geteilt haben.
mashable.com, turi2.de (Background)

Trump-Regierung übt scharfe Kritik am AT&T-Deal.

US-Regierung keilt gegen das zuständige Gericht im Kartellrechtsstreit um die Übernahme von Time Warner durch AT&T. In der Berufungsbegründung schreibt das US-Justizministerium, das erstinstanzliche Urteil "ignoriere grundlegende Prinzipien der Wirtschaftlichkeit und des gesunden Menschenverstands". Das Gericht hatte eine Klage gegen die Übernahme im Juni abgewiesen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Basta: Zwei Drittel der Bayern sind mit Markus Söder unzufrieden.

Für Söder wird's blöder: Bayerns Möchtegern-König Markus Söder darf sich die Krone aufsetzen, unbeliebtester Ministerpräsident in seinem Land zu sein. Laut RTL/n-tv-Wahltrend sind 64 % der Bayern mit Söders Regierungsarbeit unzufrieden. Bei der nächsten Fastnacht in Franken, wo Söder gern in extravaganten Kostümen erscheint, sollte er sich vielleicht lieber als SPD-Mitglied verkleiden - damit fällt er in Bayern nicht auf.
presseportal.de

Zitat: Gabor Steingart stichelt gegen "FAZ" und "Zeit".

"In Berlin gilt: 3 Schmeicheleinheiten = 1 Interview. Bei Dauerlob lockt – ähnlich dem Prämienprogramm der Lufthansa – sogar ein Business-Class-Sitz im Regierungsflieger der Kanzlerin."

Gabor Steingart stichelt in seinem "Morning Briefing" gegen die "FAZ", die auf Seite 1 den CDU-Vorstoß zur Wehrpflicht-Wiedereinführung lobt - und gegen die "Zeit"-Chefredaktion, die wisse, wie solcherlei journalistischer Opportunismus funktioniert.
gaborsteingart.com

Zahl des Tages: Rheinland-Pfalz sammelt 300 Eingaben für den neuen Medienstaatsvertrag.

Zahl des Tages: Bürgernahe 300 Einsendungen verzeichnet die Rundfunkkommission nach eigenen Angaben auf der Beteiligungsplattform zum neuen Rundfunkrecht in der ersten Woche. Die Bundesländer wünschen sich Vorschläge zum neuen Medienstaatsvertrag, die noch bis 26. August eingereicht werden können.
"Süddeutsche Zeitung", S. 24 (Paid), turi2.de (Background)

US-Journalisten müssen gegen Trump Stellung beziehen, findet Jay Rosen.

US-Journalisten dürfen unter einem Präsidenten wie Trump nicht neutral bleiben, sondern müssen "einen Weg finden, sich dagegenzustemmen", sagt US-Medienwissenschaftler Jay Rosen im Interview mit der Zeit Online. Über Jeff Bezos und die "Washington Post" sagt er, der Amazon-Gründer habe den Redakteuren Selbstvertrauen zurückgegeben und betrachte die Zeitung wie ein Technologieunternehmen, was ihr gut tue. Chefredakteur Martin Baron sei "zu einer Art geistigen Führungsfigur" für die amerikanische Presse geworden. 
zeit.de

Bundeszentrale für politische Bildung sucht eine Agentur.

Bundeszentrale für politische Bildung sucht eine externe Agentur oder Online-Redaktion, die das Digitalangebot wie die Website und den Wahl-O-mat betreut. Der Etat liegt bei knapp 900.000 Euro, die Zusammenarbeit soll zwei Jahre laufen. Die BPB hat außerdem einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem sie Webvideo-Ideen zur Extremismus-Prävention sucht.
"New Business" 32/2018, S. 8 (Paid)

USA sind kaum auf russische Wahlmanipulationen vorbereitet, sagen Experten.

USA sind kaum auf russische Troll-Angriffe auf die Kongresswahlen im November vorbereitet, sagen Experten in einer Anhörung des Geheimdienstausschusses. Die Trolle seien inzwischen raffinierter, die USA habe die Schutzmaßnahmen aber nicht ausreichend verbessert. Die Experten fürchten, dass sich Manipulationen wie 2016 wiederholen.
welt.de, turi2.de (Background)

Meinung: Helmut Markwort will die Wählergunst mit Promis und Kultur gewinnen.

Helmut Markwort, neuerdings FDP-Kandidat, inszeniert sich auf seiner Seite als Kulturmensch, der "lebenssatt und weise an der Weltgestaltung mitwirken möchte", beobachtet David Pfeifer. Wie junge Influencer setze er auf die Macht von Bildern – anders als sie zeige er keinen beachtlichen Bizeps, sondern eine herrschaftliche Hausbibliothek. Und sich, neben Bill Clinton, Gerhard Schröder und Roberto Blanco. Mit seiner Lebensgefährtin, Ex-"Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel, posiert Markwort im Garten auf der Hollywoodschaukel.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: David Pfeifer will mit der "SZ am Wochenende" die Leser-Blatt-Bindung stärken.

"Kontext-Wochenzeitung" unterliegt im Rechtsstreit mit AfD-Mitarbeiter.


Ohne Namen: Die Kontext-Wochenzeitung darf einen AfD-Mitarbeiter im Stuttgarter Landtag nicht mehr namentlich nennen, urteilt das Landgericht Mannheim und erlässt eine einstweilige Verfügung. "Kontext" hatte 17.000 Seiten Facebook-Chatprotokolle bekommen, die dem Mann eine rechtsradikale und antisemitische Haltung nahelegen. Der AfD-Mitarbeiter sagt, die Texte seien manipuliert und nicht von ihm. "Kontext" muss den Namen nun aus seinen Beiträgen löschen.

Das Gericht hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass die vorgelegten 17.000 Seiten in dem Eilverfahren nicht zu verarbeiten sein. "Kontext"-Anwalt Markus Köhler ist sich sicher: Bei genauerer Beschäftigung mit den Chatprotokollen hätten die Richter keinen Zweifel mehr an der Echtheit der Dokumente gehabt. "Kontext"-Chefredakteurin Susanne Stiefel nennt das Urteil eine "herbe Niederlage für die Pressefreiheit". Jeder Journalist werde jetzt mit der "juristischen Keule" bedroht, wenn er über die AfD berichte. Anwalt Köhler will in Revision gehen.
swr.de, kontextwochenzeitung.de, turi2.de (Background)

SPD engagiert Agentur von Frank Stauss und Mathias Richel für den Europawahlkampf.

SPD holt sich für die Europawahl 2019 die Unterstützung der vor kurzem gegründeten Agentur Richel, Stauss. Frank Stauss war bereits früher als Berater für die SPD tätig. Vor kurzem hat er die Agentur Butter verlassen, um seine eigene Agentur mit dem ehemaligen Geschäftsführer von Jung von Matt/Spree, Mathias Richel zu gründen.
wuv.de, turi2.de (Background)

Vice entdeckt zahlreiche rechtsradikale Songs auf Soundcloud.

Soundcloud hat offenbar ein Problem mit rechtsradikaler Musik auf seiner Plattform, berichtet Vice. In einer Recherche entdeckt die Redaktion binnen kurzer Zeit mehr als 100 eindeutig rechtsradikale Songs, die zu großen Teilen in Deutschland verboten sind - zum Beispiel das Horst-Wessel-Lied. Nachdem die Redaktion die Titel meldet, entfernt Soundcloud sie schnell von der Seite. Proaktiv scheint der Streaminganbieter jedoch nicht gegen den Upload rechten Gedankenguts vorzugehen. Weiter seien viele verbotene Songs auf Soundcloud zu finden.
motherboard.vice.com

Zahl des Tages: EU-Journalisten sollen für Akkreditierung bezahlen.

Europa EU-Flagge SterneZahl des Tages: Bürokratische 50 Euro pro Halbjahr sollen Brüsseler Journalisten bezahlen, um zu Treffen des Europäischen Rats akkreditiert zu werden. Das Eintrittsgeld kassieren belgische Behörden für die Sicherheitsüberprüfung – die Reporter sollen also zahlen, damit die Polizei sie ausgiebig durchleuchten kann. Journalisten-Verbände und EU-Kommission kritisieren das.
"FAZ", S. 15 (Paid), derstandard.de