Außenminister Saudi-Arabiens kenne Ort von Khashoggis Leichnam nicht.

Jamal Khashoggi: Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubeir wisse nicht, wo sich die Leiche des ermordeten Journalisten befinde, sagt er bei "Fox News". Das Sicherheitsteam vor Ort habe mit der Vertuschung einen "riesigen Fehler" gemacht. Kanzlerin Merkel will die Waffenlieferungen an Saudi-Arabien vorerst stoppen.
welt.de, turi2.de (Background)

EU-Zahlungsrichtlinie macht Online-Shopping komplizierter.

Online-Shopping wird 2019 komplizierter, schreiben Elisabeth Atzler und Camilla Flocke. Die neue EU-Zahlungsrichtlinie verlange von Nutzern bei Onlinezahlungen mit Kreditkarten oder Bezahlsystemen wie Paypal künftig zwei Sicherheitsmerkmale, zum Beispiel Pin und Fingerabdruck. Bestellungen via Smartphone würden schwierig, da Sicherheitsmerkmal und Order über unterschiedliche Kanäle abgewickelt werden müssen. Lastschrift-Zahlungen sind nicht von der neuen Richtlinie betroffen.
"Handelsblatt", S. 30 (Paid)

Saudi-Arabien nutzte McKinsey-Report, um Kritiker zu identifizieren.

Saudi-Arabien ging gegen mehrere Kritiker vor, die das Land mithilfe eines Berichts des US-Konzerns McKinsey identifiziert hat, berichtet die "New York Times". McKinsey schreibt in einer Reaktion, man sei entsetzt, dass das Dokument entsprechend missbraucht worden sei. Die "New York Times" berichtet weiter, Saudi-Arabien betreibe eine Trollfabrik um gegen Kritiker vorzugehen und habe einen Spion bei Twitter eingeschleust.
nytimes.com via spiegel.de

Nahles und Röttger fordern Konsequenzen aus Khashoggi-Mord.

Saudi-Arabien: Der Mord am Journalisten Jamal Khashoggi in der saudischen Botschaft in der Türkei muss Konsequenzen haben, fordern SPD-Chefin Andrea Nahles und CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen. Nahles sagt der "Bild am Sonntag", dass es "spürbare Konsequenzen" auch bei Rüstungsexporten geben müsse. Röttgen will im Interview mit der "Welt am Sonntag" "ganz kurzfristig" Konsequenzen in der saudischen Führung sehen, andernfalls müsse es "einen Stopp aller Waffenlieferungen geben" und die Ausweisung saudischer Diplomaten aus Deutschland.
bild.de (Paid, Nahles), welt.de (Röttgen)

Politik und mangelnder Wettbewerb bremsen United Internet bei 5G aus.

United Internet will in das 5G-Geschäft einsteigen, doch Telekom, Vodafone und Telefónica lehnen die Mitbenutzung der eigenen Antennen ab, schreibt Jan Hauser. Die Netzagentur wolle aus rechtlichen Gründen nicht eingreifen. Im Gegensatz zu China und den USA hinke Deutschland beim Netzausbau hinterher. Die neue Mobilfunkgeneration ist eine der Voraussetzungen für autonomes Fahren.
"FAS", S. 33 (Paid)

"Süddeutsche"-Autoren bringen fünf Protokoll-Bände zum NSU-Prozess heraus.

NSU: Annette Ramelsberger, Wiebke Ramm, Tanjev Schultz und Rainer Stadler haben die 438 Tage NSU-Prozess im Wortlaut mitgeschrieben, weil es kein offizielles Protokoll und keine Tonaufnahme gibt. Der Richter habe laut "Süddeutscher Zeitung" beides abgelehnt. Die Autoren geben ihr Protokoll in Buchform heraus – fünf Bände mit 2.020 Seiten für 80 Euro.
sueddeutsche.de

WhatsApp dient in Brasilien als Fake-News-Schleuder im Wahlkampf.

WhatsApp: Marketingfirmen in in Brasilien haben massenhaft Handyverträge gekauft und damit Misinformation versendet, um den rechten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro zu unterstützen, schreibt die Zeitung Folha. Einige der Nachrichten in öffentlichen Gruppen sollen Leser in verschlüsselte Gruppen bei Facebooks Messenger-Tochter locken, wo nicht mal Facebooks Mitarbeiter mitlesen können. Das Vorgehen verstößt sowohl gegen WhatsApps Nutzungbedingungen als auch gegen brasilianische Gesetze. 60 % der befragten Wähler in Brasilien nennen WhatsApp als ihre wichtigste Nachrichtenquelle.
deutschlandfunk.de, buzzfeednews, nzz.ch, folha.uol.com.br (Portugiesisch)

Verkehrsminister Andreas Scheuer zeigt turi2.tv sein Instagram-Zimmer.


Christlich Streamende Union: Minister Andreas Scheuer geht unter die Medienmacher – per Instagram Live und in anderen sozialen Medien. Der PR-Stab um den Bundesverkehrsminister arbeitet als erstes Ministerium aus einem "Neuigkeiten-Zimmer", die königlich-bayerische Umschreibung für einen Newsroom. Braucht die Politik bald keine Journalisten mehr? Scheuer widerspricht im Video-Interview – wenn auch nicht leidenschaftlich: "Die herkömmlichen Medien sind ein wichtiger Partner für uns."

Für den derzeitigen "Diesel-Minister" Scheuer ist der Umbau der PR-Abteilung in redaktionsähnliche Strukturen keine Steuergeld-Verschwendung, sondern eine Transparenz-Maßnahme: "Vielleicht gab es eine Zeit, wo man eher Ministerien der geschlossenen Tür hatten. Heute kann jeder bei uns reinschauen."

Und auch zwischen den Regulierungs-Bemühungen gegen Google, Facebook und Co. und seinen Auftritten in den sozialen Netzwerken sieht Scheuer keinen Gegensatz. Schließlich seien die Bürger auch dort. "Wenn Sie mir eine neue Plattform geben mit Mio-Reichweite, dann nehme ich die auch gerne." Mit den Tücken des Netzes kennt Scheuer sich inzwischen aber auch aus: Sein Auftritt bei einer Disko-Eröffnung bei Passau ging jüngst viral, "ob du das willst oder nicht".
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)

T-Online: Russland baut in Berlin zwei Medienunternehmen auf.


Auf geheimer Mission: Russland verschleiert laut Recherchen von T-Online aufwendig seine Verbindungen zu zwei neuen Medienkanälen, die es von Berlin aus aufbaut. Die Zielgruppe der Portale Maffick und Redfish seien vor allem Linke und ökologisch Interessierte.

Beide Medien gehören laut T-Online zu staatlichen Nachrichtenunternehmen wie Ruptly und RT und streuen ihre Inhalte besonders mit Videos bei Facebook. Nicht immer wüssten Interviewte und freie Mitarbeiter von den Verbindungen nach Russland. Facebook selbst lässt Werbung für Videos der Kanäle nicht zu und begründet das u.a. mit der Bezahlung mit russischen Rubeln und politischer Werbung ohne Angabe der Geldgeber.
t-online.de

"Cumhuriyet" leidet unter internem Streit, beobachtet Ozan Demircan.

Cumhuriyet, wichtigste regierungskritische Zeitung der Türkei, schwächt mit internen Streitigkeiten die Kraft der Opposition, beobachtet Ozan Demircan. Unter den Journalisten der Zeitung sei ein Machtkampf und Streit über die Ausrichtung entbrannt. Kritiker von Ex-Chefredakteur Can Dündar werfen ihm vor, er habe "Cumhuriyet" in der Vergangenheit heruntergewirtschaftet und "zu sehr mit Gülen gekuschelt". Kritiker des neuen Verlagschefs Alev Coskun sagen, er sei ein Denunziant.
handelsblatt.com

EU will politische Falschinformationen im Netz bekämpfen.

EU will vor der Wahl des neuen Europa-Parlaments ihren Kampf gegen Fake News intensivieren. Parteien, die gezielt Falschinformationen verbreiten, müssen mit Geldstrafen rechnen. Die EU-Kommission soll bis Ende des Jahres konkrete Vorschläge ausarbeiten. Außerdem wollen die Mitgliedsstaaten ihren Datenaustausch ausbauen und grenzüberschreitenden Zugang zu elektronischen Beweismitteln einführen.
sueddeutsche.de

Zitat: Ingo Zamperoni und Peter Fox streiten über Politik im TV.

"Wenn die Sau schon durchs Dorf gejagt wird, ist es manchmal schwer, zu sagen: Da rennen wir nicht hinterher."

"Tagesthemen"-Moderator Ingo Zamperoni erklärt im Streitgespräch mit Musiker Peter Fox in der "Zeit", warum parteitaktisches Gezänk Nachrichtenwert hat.
zeit.de (Paid)

"Es ist ja in Ordnung, wenn Politik auch unterhaltsam rübergebracht wird, aber Talkshows sind zu oft Pseudoveranstaltungen. Ich will nicht ständig Politiker hören, die um die Liebe der Wähler buhlen, lieber mehr Fachleute."

Pierre Baigorry, alias Musiker Peter Fox, würde im TV lieber mehr tiefergehende Sendungen sehen.
zeit.de (Paid)

Rechtsexperten warnen vor EU-Digitalsteuer.

Europa EU-Flagge SterneEU-Digitalsteuer: Rechtsexperten des EU-Rates warnen in einem Gutachten vor "weitreichenden, politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Konsequenzen", schreibt die "Wirtschaftswoche". EU-Mitgliedsstaaten müssten möglicherweise Steuerabkommen mit Drittstaaten kündigen oder neu verhandeln. Die Pläne der EU-Kommission sehen vor, dass Digital-Konzerne wie Google, Facebook und Amazon auf ihre Umsätze 3 % Steuern in der EU zahlen.
wiwo.de

Bild des Tages: Volker Bouffier und Thorsten Schäfer-Gümbel warten aufs TV-Duell.


Nach Bayern ist vor Hessen: Der hessische CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier (links) und sein SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel stehen im blau eingefärbten Studio des Hessischen Rundfunks. Anderthalb Wochen vor der Landtagswahl wollen sie die Wähler im TV-Duell für sich gewinnen. Bouffier geht vor der Sendung seine Unterlagen noch einmal durch. Schäfer-Gümbel versucht sich im politischen Weitblick.
(Foto: Frank Rumpenhorst / dpa / Picture Alliance)

Medienpolitiker fordern Einschränkungen von ARD und ZDF.

ARD und ZDF sollten ihre Info-Kanäle Tagesschau24, ZDF Info und Phoenix zusammenlegen, fordern die Medien-Staatssekretäre Thomas Kralinski aus Brandenburg und Dirk Schrödter aus Schleswig-Holstein in der "Zeit". Auch Auslandsstudios müsse nicht jeder Sender selbst betreiben. Beim Preiskampf um Sportrechte sollten sich ARD und ZDF zurückhalten und lieber eine gemeinsame Informationsplattform ins Leben rufen.
zeit.de, meedia.de

Google ändert in Europa seine Lizenzbedingungen für Android.

Google ändert die Lizenzbedingungen von Android in Europa, um der Kartellbehörde entgegenzukommen. Hersteller dürfen künftig modifizierte Versionen des Android-Betriebssystems auf den Markt bringen und andere Browser und Suchdienste vorinstallieren. Die Suche und Chrome lassen sich separat lizenzieren – gegen Gebühr. Damit will Google nach eigenen Angaben die Kosten für die Weiterentwicklung von Android ausgleichen. Google droht eine Wettbewerbsstrafe von 4 Mrd Euro, gegen die der Konzern Widerspruch eingelegt hat.
heise.de, diepresse.com, blog.google.com, turi2.de (Background)

Helmut Markwort wird Alterspräsident im Bayerischen Landtag.


Fakten, Fakten, Fakten - und an die Wähler denken: Helmut Markwort, 81, zieht in den Bayerischen Landtag ein. Der "Focus"-Gründer und langjährige Chefredakteur ist einer von elf FDP-Abgeordneten, die einen Sitz im Münchner Maximilianeum bekommen. Markwort wird Alterspräsident des Landtags. Von seinem Mandat habe er erst durch eine Glückwunsch-SMS von FDP-Chef Christian Lindner erfahren, sagt Markwort dem "Münchner Merkur".

Markworts Wahlkampf-Engagement im FDP-gelben "Faktomobil" hat sich offenbar gelohnt: In seinem Wahlkreis München-Land-Süd holte er 9.439 Direktstimmen, mit Zweistimmen kommt Markwort in Oberbayern auf insgesamt 14.292 Stimmen. Wähler in anderen Landesteilen konnten ihn gar nicht wählen. Womöglich hat Markworts Promi-Faktor der FDP den haarscharfen Einzug in den Landtag gerettet. Als Alterspräsident kommt ihm die Aufgabe zu, die konstituierende Sitzung des neuen Landtags zu eröffnen. Für eine Grundsatzrede sammele er schon Material. (Foto: Peter Kneffel / dpa / picture alliance)
merkur.de

EU-Wettbewerbskommissarin Vestager will Gesetze stärker aufs Internet übertragen.

Cyberkriminalität: EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will Verhaltensvorgaben und Gesetze, die in der realen Welt gelten, stärker ins Internet übertragen. Was auf der Straße zu einer Festnahme führe, dürfe online nicht ignoriert werden, sagt sie im "Spiegel"-Interview. Zudem kündigt sie härteres Vorgehen gegen Facebook nach der Cambridge-Analytica-Panne an.
"Spiegel" 42/2018, S. 86 (Paid)

Facebook löscht hunderte Spam-Accounts und -Seiten aus den USA.


Nach russischem Vorbild: Facebook löscht 559 Seiten und 251 Accounts, die mit politischen Fehlinformationen gegen die Spam-Richtlinien des sozialen Netzwerks verstoßen haben. Die Spam-Inhalte seien von den USA aus gesteuert und über mehrere gefälschte Konten gepostet worden, um den generierten Traffic zu erhöhen.

Kurz vor den US-Zwischenwahlen nehme laut Facebook die Anzahl der politischen Inhalte, die "oft nicht von legitimer politischer Debatte zu unterscheiden" seien, auf den Spam-Seiten zu. Die Löschtrupps von Facebook konzentrieren sich inzwischen mehr auf das kollektive Verhalten statt die Inhalte, um die Spam-Truppen schneller aufzuspüren.
theverge.com

Gauland: Kulturwissenschaftler erhebt Plagiatsvorwürfe gegen Gastartikel in der "FAZ".

Gauland-GAU: Der Kulturwissenschaftler und Autor Michael Seemann erhebt Plagiatsvorwürfe gegen den umstrittenen Gastartikel von Alexander Gauland in der "FAZ". Der Text beinhalte Sätze, die in einem "Tagesspiegel"-Beitrag nahezu wörtlich identisch erschienen sind. Gauland habe diese in einen falschen Kontext gesetzt. Auch bei einer Hitler-Rede von 1933 soll Gauland sich für seinen Text bedient haben.
t-online.de

Meinung: Sigmar Gabriel hat sein Holtzbrinck-Honorar gut verhandelt.

Sigmar Gabriel hat sein Honorar bei der Dieter-von-Holtzbrinck-Gruppe gut verhandelt – er verdiene monatlich zwischen 15.001 und 30.000 Euro, beobachtet Anne Fromm. Damit liege er "ein bisschen" über den Sätzen des Tageszeitungstarifvertrags. Ein festangestellter Vollzeit-Redakteur ohne journalistische Qualifikation wie Sigmar Gabriel verdiene in den ersten drei Berufsjahren monatlich 3.139 Euro brutto. Gabriel habe seit Ende Juni zwölf Gastkommentare bei "Tagesspiegel", "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche" veröffentlicht.
taz.de

US-Bundesstaat Nevada verklagt Tesla wegen unbezahlter Steuern.


Tesla ohne Taxes: Der US-Bundesstaat Nevada verklagt den Elektroauto-Bauer wegen nicht gezahlter Steuern in Höhe von 655.000 Dollar, berichtet Bloomberg. Das Arbeitsministerium verlange die Summe für das 1. und 2. Quartal 2018. Tesla habe in dem Zeitraum zu versteuernde Löhne in Höhe von 68 Mio bzw. 55 Mio Dollar ausgezahlt, jedoch nicht genug in den Arbeitslosen-Versicherungsfonds eingezahlt.

2014 hatte der Bundesstaat Tesla eine Steuererleichterung in Höhe von 1,25 Mrd Dollar zugebilligt, damit der Elektroauto-Bauer seine Gigafactory in Nevada errichtet. Rund 3.000 Arbeiter hat Tesla seither für den Bau und den Betrieb der Fabrik eingestellt. Die Subventionen seien durch das Strafverfahren nicht gefährdert.
bloomberg.com, theverge.com, reviewjournal.com