turi2 podcast: Wie "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt Leser loyalisiert.


Ein Mann von "Welt": Ulf Poschardt ist Chefredakteur der crossmedialsten Redaktion Deutschlands. Unter dem Dach einer Marke versammeln sich News-Site und Apps, Zeitungen und Hochglanz-Beilagen, Podcasts und ein TV-Sender. Im turi2 podcast bespricht Poschardt mit Peter Turi, wie er in diesem Gewirr die wichtigste Aufgabe meistert: digitale Leser zu loyalisieren.

Poschardt nutzt dafür auch seinen Twitter-Account – weshalb er seinem Vorstandschef Mathias Döpfner sanft widersprechen muss. Döpfner empfahl gerade öffentlich "allergrößte Zurückhaltung", denn es werde "viel zu schnell geschrieben, was am Ende der Marke abträglich ist".
Das komplette Gespräch ist jetzt als Audio-Podcast verfügbar auf turi2.de, bei Spotify und iTunes.
turi2.de/podcast, spotify.com, itunes.apple.com

Wir graturilieren: Benjamin Piel wird 35.


Wir graturilieren: Benjamin Piel, Chefredakteur des "Mindener Tageblatts", feiert zu seinem 35. Geburtstag lieber den Lokaljournalismus statt sich selbst. Zum Bedauern seiner Kinder macht er sich nicht viel aus Geburtstagen und verbringt seine Zeit lieber in Essen bei einem Symposium des Vereins "Fleiß & Mut" zum Thema Recherche im Lokalen. Das beste am vergangenen Jahr war, dass der Umzug nach Minden und das Ankommen im neuen Job "so super geklappt" haben.

Für das kommende Jahr wünscht sich Piel neben allen beruflichen Ambitionen auch mehr Zeit für die Familie – "die haben mir innerhalb der vergangenen sieben Monate berechtigterweise oft einen Vogel gezeigt". Schuld daran war sein Vorhaben, in seinem ersten Jahr in Minden "200 Menschen aus der Region zu treffen und darüber 200 Interviews und Porträts zu schreiben". 130 sind bereits geschafft, diverse Nachtschichten inklusive. Gratulationen und Durchhalteparolen erreichen Benjamin Piel u.a. per E-Mail – er würde sich aber auch über einen Brief freuen.

Tamedia löst Druck-Vorproduktion auf, 17 Stellen fallen weg.

Tamedia löst bis Mitte 2019 seine Druckvorproduktion Prepress in Zürich und Lausanne auf und verteilt die Aufgaben auf andere Einheiten. 17 Stellen fallen weg: Bis zu acht Kündigungen und neun vorzeitige Pensionierungen plant das Unternehmen. Bildverarbeitung, Anzeigenumbruch und Produktkoordination sollen andere Abteilungen bei Tamedia zusätzlich übernehmen. Grafik und Anzeigenproduktion will Tamedia anteilig auslagern, wie es zum Teil bereits jetzt der Fall ist.
tamedia.ch

Unbekannte haben das Gebäude der "taz" angegriffen.

taz: Unbekannte haben das Redaktionsgebäude in der Berliner Friedrichstraße angegriffen, Plakate aufgehängt, Flugblätter verteilt und eine Angestellte bedrängt. Zu den Plakaten hat sich die Identitäre Bewegung bekannt. Auch bei der "Frankfurter Rundschau", beim "Spiegel" und am ARD-Haupstadtstudio gab es ähnliche Aktionen. Die Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und möglichem politischen Hintergrund. Am Wochenende haben Unbekannte bereit das Verlagshaus der "Titanic" und das Büro der Partei mit Farbe beschmiert.
welt.de, blogs.taz.de, fr.de, tagesschau.de

Österreich halbiert Mehrwertsteuer für E-Books.

E-Books werden in Österreich künftig steuerlich genauso wie gedruckte Bücher behandelt. Auch auf andere digitale Publikationen wie Zeitschriften sollen nur noch 10 statt 20 % Mehrwertsteuer anfallen. Die EU-Finanzminister hatten sich im Herbst für die Angleichung der Steuersätze ausgesprochen. Bisher besteuert Deutschland gedruckte Zeitungen mit 7 %, E-Books mit 19 %. Eine Absenkung solle folgen.
derstandard.at, turi2.de (Background)

"Zeit" verschickt kostenloses Wirtschaftsmagazin an Entscheider.


Mitteilungen für den Mittelstand: Die "Zeit" legt im März erstmals ein Wirtschaftsmagazin für Unternehmen auf, das künftig viermal im Jahr erscheinen soll. Der Verlag druckt "Zeit für Unternehmen" mit 80.000 Auflage und verschickt das Heft kostenlos an Entscheider aus dem Mittelstand. Die passenden Geschäftskontakte kommen aus dem Verteiler der "Zeit"-Tochter Convent, einem auf Mittelstands-Events spezialisierten Veranstalter.

Inhaltlich steht die Wirtschafts-Redaktion der Wochenzeitung hinter dem Mittelstands-Magazin, Wirtschaftschef Uwe Jean Heuser verantwortet das Heft als Herausgeber. Er soll in "Zeit für Unternehmer" "unternehmerische Leistungen" und "unerwartete Lösungen" beschreiben, schreibt der Verlag in seiner Pressemitteilung.
zeit-verlagsgruppe.de, turi2 – eigene Infos

Mitarbeit: Markus Trantow

Aus dem turi2.tv-Archiv: Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt.

Video-Tipp: Beim "Svenska Dagbladet" ist der Algorithmus CvD.

Video-Tipp: Beim "Svenska Dagbladet" bauen nicht mehr Journalisten das digitale Angebot, sondern ein Algorithmus, beobachtet "Zapp". Chefredakteur Fredric Karén (Foto) und sein Team vergeben Punkte für Artikel, danach entscheiden Aufrufe und Interaktionen der Leser, wo und ob er stehen bleibt. Karén betont, dass anders als bei Facebook nicht Nutzer-Emotionen bestimmen, sondern komplexere Faktoren und weiterhin journalistischer Sachverstand.
youtube.com (5-Min-Video), youtube.com (3-Min-Video, Karén-Interview)

Länder und Verlage einigen sich bei Presseartikel-Nutzung im Unterricht.

Presseartikel dürfen für den Schulunterricht weiterhin kopiert oder digital vervielfältigt werden. Länder, Verwertungsgesellschaften und PMG Presse-Monitor schließen einen bis 2022 gültigen Rahmenvertrag. Die Länder zahlen Pauschalen an PMG, rund 2.000 Zeitungen und Zeitschriften haben ihr Einverständnis erteilt. Ohne die Einigung wären laut aktueller Gesetzeslage maximal 15 % eines Artikels lizenzfrei nutzbar.
per Mail, pressemonitor.de (Vertrag)

Zitat: Harald Schmidt zieht über Fernsehen, Zeitungen und Journalismus her.

"In Amerika sitzt jede Nebenrolle. Wenn es aber 7 Mrd reinregnet, ohne dass ich mich bewegen muss, dann heißt es halt bei jeder Anforderung: ‚'Oh, ich weiß net, ob isch des gegreenlightet bekomme. Mir sind ja auch alle im Weihnachtsstress.'"

Harald Schmidt schaut deutsches Fernsehen nur noch, um sich aufzuregen – und merkt in der "FAZ" nebenbei an, dass der Rundfunkbeitrag gemütlich macht.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Weitere Zitate:

"Klassischer Journalismus wird heute für Leute gemacht, die entweder selbst Journalisten sind oder die damit aufgewachsen sind, dass man montags den 'Spiegel' kauft, donnerstags die 'Zeit' und eine Tageszeitung abonniert hat. (...) In meinem Umfeld liest niemand mehr Zeitung. Punkt."

"Ich muss leider sagen, dass ich mich dabei beobachte, dass ich sechs Interviews pro Woche gebe, in denen ich sage, dass ich mich aus den Medien zurückgezogen habe."

Funke Mediengruppe verzeichnet 2017 Umsatzrückgang.

Funke Mediengruppe hat 2017 laut Geschäftsbericht rund 1,26 Mrd Euro Umsatz erwirtschaftet, das sind 3,5 % weniger als im Vorjahr. Der Umsatz ist nach 2016 zum zweiten Mal zurückgegangen. Die Tageszeitungen erwirtschaften mit rund 44 % und 553,8 Mio Euro den größten Umsatzanteil, danach kommen die Zeitschriften mit rund 30 % und 373,9 Mio Euro. Sinkende Erlöse im Werbemarkt sorgen bei beiden Segmenten für Rückgänge. Im Digitalgeschäft stiegen Funkes Umsätze "deutlich", genaue Zahlen nennt der Verlag nicht.
dnv-online.de

Christiane Paßers leitet den Vertrieb der Zeit-Verlagsgruppe.

Zeit Verlagsgruppe holt Christiane Paßers, 38, als Leiterin des Vertriebs. Sie kommt von Falke. Frank Schröder, bislang Leiter Einzelverkauf, wechselt in die neu geschaffene Position Leiter Vertriebssteuerung und Vize-Leiter Vertrieb. Jürgen Jacobs, langjähriger Vertriebsleiter und zuletzt Berater Vertrieb und Marketing, ist in den Ruhestand gegangen.
zeit-verlagsgruppe.de

Südwestdeutsche Medienholding macht 939,1 Mio Euro Umsatz in 2017.

SWMH steigert den Umsatz im Geschäftsjahr 2017 um 6,8 % auf 939,1 Mio Euro. Die Verlagsgruppe profitiert von neuen Beteiligungen, z.B. am "Böblinger Boten" und am Bechtle-Verlag. Starkes Wachstum komme auch durch digitale Vertriebserlöse, genaue Zahlen nennt SWMH dazu nicht. Der Konzern erwirtschaftete rund 35,5 % des Umsatzes im Lesermarkt, das ist erstmals mehr als aus dem Werbemarkt.
dnv-online.net

"Zeit": Elisabeth Raether wird Vize-Leiterin Politik, Lea Frehse Korrespondentin.

Zeit macht Elisabeth Raether (Foto) zur stellvertretenden Ressortleiterin der Politikredaktion. Sie ist seit 2010 bei der Zeitung, seit 2016 im Politik-Ressort. Lea Frehse ist neue Korrespondentin in Beirut. Sie berichtet über den Nahen und Mittleren Osten. Frehse folgt auf Andrea Böhm, die ins Hamburger Politikressort zurückkehrt. (Foto: Kathrin Spirk)
zeit-verlagsgruppe.de

"Westfalen-Blatt" und "Westfälische Nachrichten" fusionieren.


Im Westen was Neues: Das Westfalen-Blatt aus Bielefeld und die Unternehmensgruppe Aschendorff aus Münster, Herausgeber der Westfälischen Nachrichten, fusionieren. Beide Unternehmen führen ihre Medienaktivitäten unter dem gemeinsamen Dach der neuen Westfälischen Medien Holding AG zusammen. Dazu gehören die Tageszeitungen, aber auch Anzeigenblätter und Druckereien sowie Rundfunkbeteiligungen und das Reisebürogeschäft. An den Strukturen soll sich laut Pressemitteilung nichts ändern, beide Unternehmen würden als Tochtergesellschaften der neuen Holding weitergeführt. Das Kartellamt muss der Fusion noch zustimmen.

Aschendorff ist bereits seit 2011 über die C.W. Busse Holding indirekt am "Westfalen-Blatt" beteiligt. 2014 hat Aschendorff die Münstersche Zeitung übernommen, die ihren Lokalteil seitdem vom ehemaligen Konkurrenten "Westfälische Nachrichten" bekommt. Das "Westfalen-Blatt" samt Lokalausgaben hat nach eigenen Angaben eine Druckauflage von 114.000. Die "Westfälischen Nachrichten" kommen mit Lokalausgaben und "Münsterscher Zeitung" auf 202.000.
westfalen-blatt.de

Madsack macht Stefanie Gollasch zur Chefredakteurin seiner Zeitungen in Ostniedersachsen.

Madsack ernennt Stefanie Gollasch, 52, zur Chefredakteurin der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung", "Peiner Allgemeinen Zeitung" und der "Aller-Zeitung". Gollasch war bisher geschäftsführende Redakteurin in Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie folgt auf Dirk Borth, der Madsack "auf eigenen Wunsch" verlässt. Die drei ostniedersächsischen Zeitungen erzielen zusammen laut IVW derzeit rund 45.000 Auflage.
madsack.de

"Bild" unterteilt ihre Regionalausgaben neu.

Bild dir deine Region: "Bild" ändert zum Jahresstart die Erscheinungsgebiete der Regionalausgaben, schreibt Meedia. Frankfurt und die Region Mainz-Wiesbaden erhalten seit Mittwoch eine gemeinsame Ausgabe. "Bild Hamburg" wird zur "Bild Hamburg und der Norden" und erscheint ab sofort auch im nördlichen Schleswig-Holstein. Bisher gab's im hohen Norden nur die abgespeckte Bundesausgabe zu lesen.

Mit der Änderung der Struktur reagiere "Bild" auf die größer werdenden Pendlerströme in den wachsenden Metropolregionen. Künftig ist die Boulevardzeitung damit in 21 statt 22 Regionalausgaben unterteilt. Trotz Auflagenschwund und Sparmaßnahmen zählen die Außenredaktionen zu den größten der überregional erscheinenden Tageszeitungen.
meedia.de

Meinung: Wie eine deutsche Chefredakteurin mit Trump den US-Zeitungsmarkt aufmischt.

Frauenpower: Mother Jones, linksliberales US-Magazin, baut die Redaktion gegen den Trend aus und verzichtet dennoch auf Bezahlschranken, beobachtet Walter Niederberger. Die deutsche Chefredakteurin Monika Bäuerlein setze auf Spenden der Leser und mache mit Enthüllungen wie Trumps Russland-Beziehungen als eines der ersten US-Medien Schlagzeilen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27 (Paid)

Drei Minuten Feierei – die wichtigsten Medien-Jubiläen 2018.


Hoch die Tassen: Krisen-Modus in den klassischen Medien hin oder her – 2018 haben die Medienjubilare gefeiert, als gebe es weder Krise noch Probleme. turi2.tv war mit der Kamera dabei, als Funkes "Hamburger Abendblatt" und Springers "Welt am Sonntag" den jeweils 70. Geburtstag feierten. Wir sprachen mit Sport1-Chef Olaf Schröder und "Focus"-Chefredakteur Robert Schneider anlässlich der 25. Geburtstage des Senders und des Nachrichten-Magazins. Auch der bisherige "stern"-Chefredakteur Christian Krug kam zu Wort: Er holte zum 70. Jubiläum der Illustrierten die gefälschten "Hitler-Tagebücher" aus dem Giftschrank.

Hier geht es direkt zu den turi2.tv-Videos ...

... zum 70. Geburtstag des "Hamburger Abendblatts"

... zum 25. Geburtstag von Sport1

... zum 70. "stern"-Jubiläum

... zum 70. Jubiläum der "Welt am Sonntag"

... zum 25. "Focus"-Geburtstag

... zum 65. Jubiläum der Deutschen Welle

turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

"Los Angeles Times" und andere US-Zeitungen kämpfen mit Server-Attacke.

tribune150Los Angeles Times, "San Diego Union Tribune", Regionalausgaben des "Wall Street Journals" und der "New York Times" sowie weitere Zeitungen sind Opfer einer Cyberattacke geworden. Sie gingen am Samstag zu spät oder gar nicht in den Druck. Eine Sprecherin von Tribune Publishing sagt, es sei darum gegangen, die Server zu blockieren, nicht darum, Informationen abzufischen.
dwdl.de

Drei Minuten Print-Debatte – turi2.tv im Schnelldurchlauf.


Debattieren über Druckerzeugnisse: Spannende Köpfe der Medienbranche haben 2018 ihre Sicht auf die Zukunft für Print bei turi2.tv erzählt. Wir zeigen zum Jahreswechsel in drei Minuten die Gedanken von u.a. Springer-Chef Mathias Döpfner, der künftigen "stern"-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier und Bertelsmann-Boss Thomas Rabe.

Hier geht es direkt zu den Video-Interviews mit ...
... Mathias Döpfner, Springer

... Frank Dopheide, Handelsblatt

... Anna-Beeke Gretemeier, "stern"

... Kai Rose, Klambt

... Thomas Rabe, Bertelsmann

... Florian Haller, Serviceplan

... Robert Schneider, "Focus"

... Horst Ohligschläger, Bayard

... Jochen Arntz, "Berliner Zeitung"

... Manuela Kampp-Wirtz, BurdaStyle

... Rainer Esser, "Zeit"

turi2.tv (3-Min-Video bei YouTube)

Selbst-Zensur, Repressalien, Zukunftsangst – wie Journalisten in der Türkei arbeiten.

Türkei Flagge 150Türkei hat kaum mehr unabhängige Medien – bei Zeit Online berichten drei Journalisten von ihren Arbeitsbedingungen. Ein TV-Redakteur erzählt, wie er in vorauseilendem Gehorsam Kritik in Berichten über die Erdogan-Regierung streicht, eine Investigativ-Journalistin erzählt, dass sie nur noch in ihrer Freizeit investigativ arbeiten kann, weil in der Redaktion die Ressourcen fehlen. Von Vorgesetzten, die ständig Job-Angst verbreiten, berichtet eine Tageszeitungs-Journalistin.
zeit.de

Türkei lässt österreichischen Journalisten Max Zirngast frei.

Türkei: Der österreichische Journalist Max Zirngast ist wieder frei. Er saß seit September in türkischer Haft. Die Behörden werfen ihm Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Zirngast, der für "Junge Welt" und das linke Onlinemagazin "Revolt" schreibt, darf die Türkei nicht verlassen und muss sich wöchentlich bei der Polizei melden. Sein Prozess soll am 11. April beginnen.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Zitat: Giovanni di Lorenzo erklärt, warum Relotius nie den Nannen-Preis gewonnen hat.

"Diese Geschichten waren von einer Glätte, Perfektion und Detailbesessenheit, dass es einige von uns nicht glauben konnten."

"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo erklärt im Gespräch mit dem "Spiegel", dass es in der Jury des Nannen-Preises Zweifel an den Geschichten von Claas Relotius gegeben hat, weil sie zu perfekt gewesen seien.
"Spiegel" 52/2018, S. 49-51 (Paid)

Weitere Zitate aus dem Interview …

... über die Auswirkungen des Skandals:

"Er ist ein bizarres Weihnachtsgeschenk für all jene, die den Medien ohnehin das Schlimmste unterstellen."

"Dass jetzt an der Wahrhaftigkeit von Berichten gezweifelt wird, für die Leute ihr Leben einsetzen, das ist der eigentliche Schaden."

... über den Text zur Veröffentlichung der Entdeckung von Ullrich Fichtner:

"Was bleibt, ist der Eindruck: In dem Text wird ein Mensch gehängt, noch dazu ein relativ junger. Die Systemfrage, wie das passieren konnte, wird angesprochen, aber nicht in einer besonders aufschlussreichen Form."

... über das System der Dokumentation beim "Spiegel":

"Die "Bild"-Zeitung, schreibt heute, dass Ihre Dokumentation vermerkt, wo etwas nicht belegt werden kann. Das muss doch bei Relotius-Geschichten nur so von Vermerken gewimmelt haben. Das frage ich jetzt als beruflich interessierter Laie: Warum gehen dann nicht irgendwann mal die Alarmglocken an?"

... über das Genre Reportage:

"Mittelmäßige und langweilige Geschichten sind und bleiben eine Zumutung! Andererseits gibt es die eine oder andere Reportage, bei der es mittlerweile so ist wie bei der Überzüchtung von Hunden oder Pferden – zu schön, um noch authentisch zu wirken."

Ullrich Fichtner spricht im Meedia-Podcast über seine Relotius-Rekonstruktion.

Ullrich Fichtner reagiert im Podcast von Meedia und "Welt" auf die Kritik an seiner Relotius-Rekonstruktion: Wer so sehr über seinen eigenen Schatten springe wie der "Spiegel" in dieser Woche, dürfe auch ein bisschen Anlauf nehmen. Er habe beim Schreiben nicht an preiswürdige Formulierungen gedacht, erklärt der Print-Chef des Nachrichten-Magazins. Die historische Situation rechtfertige den hohen Ton.
soundcloud.com, spiegel.de

"SZ Magazin" ist auch vom Fall Relotius betroffen.

SZ Magazin ist ebenfalls von den Fälschungen im Fall Claas Relotius betroffen: Im Jahr 2015 hat das Magazin "zwei manipulierte Interviews" von Relotius veröffentlicht, wie die Chefredaktion mitteilt. Es handele sich dabei um Interviews mit dem New Yorker Herrenschneider Martin Greenfield sowie den Woodstock-Veteranen Barbara und Nicholas Ercoline. Die Interviews "weisen Fehler auf und verstoßen gegen journalistische Standards", sie wurden inzwischen von der Website genommen. Relotius hat die Manipulation in beiden Fällen zugegeben.
sz-magazin.sueddeutsche.de

BGH-Urteil: Kommunale Amtsblätter dürfen nicht wie Zeitungen berichten.


Ausge-presst: Der Bundesgerichtshof entscheidet, dass Amtsblätter nicht wie Zeitungen berichten dürfen. Für kostenlos verteilte Gemeinde-Blätter gebe es klare Grenzen: Kommunen dürfen amtliche Mitteilungen veröffentlichen und über Vorhaben berichten. "Pressemäßig" über das Leben in der Gemeinde berichten, zum Beispiel über Kultur und Sport, hingegen nicht.

Die "Südwest Presse" aus Ulm, die in der Region eine Tageszeitung und ein kostenloses Anzeigenblatt vertreibt, hatte gegen das "Stadtblatt" aus Crailsheim geklagt. Dieses enthält bisher einen amtlichen, einen redaktionellen und einen Anzeigenteil. Das Urteil ist für die gesamte Branche von Bedeutung, weil viele Kommunen in ihren Heften nicht nur Sachinformationen verbreiten.
welt.de, deutschlandfunk.de, wbs-law.de

Gericht: Gegendarstellung von Boris Becker in "Bild" war verfassungswidrig.

Bild gewinnt vor dem Bundesverfassungsgericht gegen Boris Becker. "Bild" musste eine Gegendarstellung des Ex-Tennis-Stars zur Schlagzeile "Boris verpfändete auch das Haus seiner Mutter" abdrucken. Zu unrecht, sagen nun die Richter: Die Gegendarstellung verletze das Grundrecht auf Pressefreiheit und war in diesem Fall verfassungswidrig.
bild.de

"taz" nimmt Archiv-Texte von Claas Relotius unter die Lupe.

taz prüft die Texte von Claas Relotius (Foto). Der Journalist, der beim "Spiegel" in großem Umfang vorsätzlich Texte manipuliert und erfunden hat, war 2008 Praktikant bei der "taz" in Hamburg. Aus dieser Zeit finden sich zehn Texte von ihm mit einer Länge zwischen 46 und 130 Zeilen im Archiv. 2011 schrieb er für die "taz" noch einen Text zu einem Fotoband über Jazzmusiker.
blogs.taz.de, turi2.de (Background)

Aljoscha Brell wird Geschäftsführer des Berliner DuMont-Newsrooms.

DuMont macht Aljoscha Brell zum Geschäftsführer seines Berliner Newsrooms, er soll die Digitalstrategie sowie die Newsroom-Organisation verantworten. Brell ist seit 2018 bei DuMont im Projektmanagement der Regionalmedien tätig. Er löst Patrick Wölke ab, der den Newsroom interimistisch geleitet hat, neben seines Postens als Geschäftsfüher Marketing Technology.
dumont.de

Moritz Döbler und David Koopmann rücken in den Vorstand des "Weser Kuriers" auf.

Weser Kurier: Die Verlegerfamilien Hackmack und Meyer einigen sich statt eines Besuchs beim Amtsgericht auf ein neues Führungsduo. Chefredakteur Moritz Döbler (Foto), 53, und David Koopmann, 49, Leiter Märkte, folgen auf Jan Leßmann und Eric Dauphin. Sie werden ihre Vorstandsposten führen und gleichzeitig ihre bisherigen Posten behalten, schreibt Ulrike Simon.
horizont.net, turi2.de (Background)