Bei der "FAZ" wachsen die Vertriebserlöse durch Paid Content.

FAZ steigert ihre Vertriebserlöse gegen den Trend um rund 2 %, schreibt Kai-Hinrich Renner. Das Plus im Zeitraum Februar 2018 bis 2019 wird im Unternehmen auf die Digital-Flatrate F+ zurückgeführt. Verantwortlich ist Digital-Chefredakteur Carsten Knop, der sich damit für den vierten Herausgeber-Posten bei der "FAZ" empfiehlt.
abendblatt.de (Paid), turi2.de (Background)

Wirecard verklagt die "Financial Times".

Wirecard verklagt die "Financial Times" wegen möglicherweise unwahrer Berichterstattung, die zu einem Sturz des Aktienkurses führte. Vorwürfe krimineller Manipulationen durch einen Manager haben sich nicht bestätigt. Wirecard verlangt deshalb von der "FT", die Berichterstattung zu unterlassen sowie Aktionäre zu entschädigen. Der Wirecard-Kurs war zuletzt rasant gestiegen, nachdem eine Untersuchung keine Hinweise auf Gesetzesverstöße in der deutschen Konzernzentrale fand.
faz.net, turi2.de (Background)

ARD-Chef Ulrich Wilhelm will sich nicht von Printmedien abgrenzen.


Friedensbotschaft: Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm sieht keinen Anlass für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sich gegenüber Zeitungen abzugrenzen. Er teile die Auffassung der ARD-Werbechefs Elke Schneiderbanger und Uwe Esser aus ihrem jüngsten "Horizont"-Interview nicht, teilt die ARD-Pressestelle auf Nachfrage mit. Zuvor hatte DJV-Vorsitzende Frank Überall deren Aussagen als "bodenlose Frechheit" und "verheerend für die Glaubwürdigkeit der Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen" bezeichnet und Ulrich Wilhelm aufgefordert, Stellung zu beziehen. Schneiderbanger und Esser hatten heftige Zweifel an der Qualität von Printmedien geäußert und betont, die ARD stehe für Brand Safety.

Mit Blick auf den Relotius-Skandal sagte Schneiderbanger unter anderem: "Wie muss es denn in den Redaktionen zugehen, wenn Journalisten glauben, auf diese Art gewünschte Geschichten kreieren zu müssen?" Die ARD-Pressestelle teilt mit, nur gemeinsam könnten beide Seiten "die vielfältigen Themen des öffentlichen Lebens begleiten und durchdringen und sich den Herausforderungen in einer sich rasant verändernden Medienwelt stellen".
per Mail, djv.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden.

Wir graturilieren: Stephan-Andreas Casdorff wird 60.


Wir graturilieren: "Tagesspiegel"-Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff wird heute 60 Jahre alt. Diesen besonderen Tag will der gebürtige Kölner mit denen verbringen, "die mich halten, mit der Familie". Casdorff wird heute in Erinnerungen schwelgen beim Betrachten von Bildern.

Sein letztes Jahr in den persönlichen 50ern sei geprägt gewesen von Wertschätzung – Casdorff wechselte nach 14 Jahren als Chefredakteur auf den Posten des Herausgebers. Dort wünscht er sich fürs neue Lebensjahr: zu lernen, mehr zu wissen und ein Symposium. Gratulationen erreichen ihn per E-Mail oder per Brief, denn gute Briefe, mit Seele, seien wie gute Freunde.

Schweizer Zeitungen verlagern Arbeit nach Bosnien.

CH Media, entstanden aus der Fusion der NZZ Regionalmedien und AZ Medien, lässt Blätter wie die "Luzerner Zeitung" oder das "St. Gallener Tagblatt" seit 2017 in Bosnien Korrektur lesen. Die deutsche Firma Tool-E-Byte beschäftigt dort frühere Flüchtlinge, die noch fließend Deutsch sprechen, aber nur ein Zehntel eines Schweizer Korrektors verdienen. Tool-E-Byte erwartet bald weitere Kunden – auch ein deutscher Verlag erwäge, sein Korrektorat nach Bosnien zu verlagern.
"Süddeutsche Zeitung", S. 31

ARD-Werber attackieren die Print-Medien.


Reklame-Rowdys: Die Chefs der ARD-Werbung haben Oberwasser – und zielen per "Horizont"-Interview auf die schon angeschossene Print-Branche. AS&S-Chefin Elke Schneiderbanger sieht Werbung in TV und Radio als Krisen-Gewinner: Wer früher großflächig Papier-Präsenz zeigte, wechsele jetzt ins Umfeld von "Tagesschau" und "Sportschau". ARD-Werbung sei "die personifizierte Brand Safety". Schneiderbanger vermutet große Not bei Zeitungen und Zeitschriften mit Blick auf den Relotius-Skandal: "Wie muss es denn in den Redaktionen zugehen, wenn Journalisten glauben, auf diese Art gewünschte Geschichten kreieren zu müssen?"

Ihr TV-Chef Uwe Esser sekundiert, ohne konkrete Beispiele zu nennen, die heutige Qualität im Printbereich sei "selbst bei den sogenannten Entscheidermedien zu diskutieren". Uwe Esser widerspricht "Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser, der beobachtet haben will, dass sich Marken aus dem TV zurückziehen, um ihre Werbebudgets in Print zu stecken. "Rainer Esser spricht vielleicht für 'Die Zeit', aber nicht für die Gattung", meint Esser über Esser. (Fotos: AS&S, Montage: turi2)
"Horizont" 13/2019, S. 14 (Paid)

Aus dem Archiv der turi2 edition: Elke Schneiderbanger im Porträt.

Aus dem Archiv von turi2.tv (Dezember 2018): Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt – hier mit Themenliste des Gesprächs zum Anklicken.

Deutsche Verlage reagieren verhalten auf Apple News+.

Apple News+ stößt bei den deutschen Verlagen auf verhaltene Reaktionen, beobachtet Christian Meier. Gruner + Jahr und Burda wollten erst einmal das konkrete Modell abwarten. Bei der "FAZ" erntet das Angebot scharfe Kritik, weshalb der Verlag es "schlichtweg ablehnen" müsse, sagt Geschäftsführer Thomas Lindner. Aktueller Journalismus sei nicht auf das Prinzip Spotify übertragbar. Einzig Bauer mit seinen zahlreichen Zeitschriften in den USA habe das Angebot von Apple bereits angenommen.
welt.de

"Welt" bereinigt ihre Auflage und streicht u.a. Bordexemplare.

Abgeschminkt: Springer verabschiedet sich bei der "Welt" von der Auflagenkosmetik und streicht unwirtschaftliche Bordexemplare und andere Kooperationen. Eine "kurzfristig stärker sinkende Auflage" nehme man dabei "bewusst in Kauf", sagt Springers Digital-Vorständin Stephanie Caspar. Alle reinen Marketing-Aktivitäten will der Verlag auf die "Welt am Sonntag" konzentrieren, außerdem soll das digitale Bezahlangebot WeltPlus auf 100.000 Abonnenten wachsen.
dwdl.de, dnv-online.net, axelspringer.com

Polizei widerspricht der "Bild", sie habe die Redaktion nicht durchsuchen wollen.

bildlogoDementi: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt schreibt in einer Pressemitteilung, sie habe keine Durchsuchung bei der "Bild" geplant. Ziel sei gewesen, "Straftaten mit zeugenschaftlicher Unterstützung durch ein Medienunternehmen aufzuklären". Die "Bild" verweigerte der Polizei, die keinen richterlichen Durchsuchungsbeschluss hatte, am Samstag den Zugang zur Redaktion.
twitter.com, turi2.de (Background)

Score Media bietet sein Portfolio auch geteilt an.

Score Media, Vermarkter von Regionalzeitungen, will sein Portfolio künftig "kleinteiliger und feiner" anbieten, kündigt Geschäftsführer Carsten Dorn an. Auch regional angepasste Motive seien denkbar. Gemeinsame, zeitgleiche Themen-Specials sollen Werbekunden planbare Umfelder bieten und auch jene anlocken, die bisher nicht in Regionalzeitungen werben, etwa Dax-Konzerne. Die Grundidee von Score Media, mit einer Anzeige alle Titel abzudecken, scheitert bei inzwischen 270 Zeitungen daran, dass das Gesamtpaket für viele Werbekunden zu teuer ist.
horizont.net

Wir graturilieren: Ulf Poschardt wird 52.

Ulf Poschardt
Wir graturilieren: Ulf Poschardt, Chefredakteur der "Welt" im Hause Springer, feiert heute zurückhaltend seinen 52. Geburtstag. Den Tag verbringt er "wie immer im Newsroom, beim besten Team der 'Welt'". Das Beste im abgelaufenen Jahr war für Poschardt zu sehen, dass guter Journalismus digital viele Abonnenten finden kann.

Für das kommende Jahr wünscht er sich für den Journalismus mehr Mut und Originalität – und dazu "weniger Opportunismus und Sentimentalität". Glückwünsche erreichen ihn heute oldschool per Fax und Telex oder klassich per Mail.

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Strengere Maßstäbe für freie Mitarbeiter": "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt im Gespräch.

"Bild" verhindert Durchsuchung der Redaktionsräume ohne Durchsuchungsbefehl.

bildlogoBild verweigert der Polizei eine Durchsuchung der Redaktionsräume ohne richterlichen Durchsuchungsbeschluss. Im Auftrag des Landeskriminalamts Hessen und der Staatsanwaltschaft Frankfurt wollten die Beamten am Samstag Internet-Zugriffsdaten von "Bild"-Lesern beschlagnahmen. Hintergrund sei ein internes Verfahren gegen Polizisten wegen der Bedrohung einer NSU-Opferanwältin.
bild.de

"BamS" fällt auf Twitter-Fake rein und entschuldigt sich.

Bild am Sonntag rudert in der Berichterstattung über die umstrittene Fahrradhelm-Kampagne des Verkehrsministeriums zurück. Das Blatt hatte einen vermeintlichen Tweet des JU-Chefs Tilman Kuban zitiert, in dem er die Kampagne verteidigt – laut Richtigstellung ein Fake-Account. "BamS" entschuldigt sich via Twitter bei Kuban und den Lesern.
twitter.com, turi2.de (Background)

Digitalchef Philipp Scheidegger und Video-Chef Sebastian Pfotenhauer verlassen "Blick".

Ringier baut die "Blick"-Gruppe um und gliedert sie künftig in die Bereiche Business, unter Leitung von Alexander Theobald, Digital (Peter Wälty) und Content (Christian Dorer). Die Geschäftsführung bleibt. Digitalchef Philipp Scheidegger (Foto) verlässt das Unternehmen, bleibt aber noch bis September als Projektbetreuer. Video-Chef Sebastian Pfotenhauer wechselt unabhängig davon als Head of Video zu Storymachine.
persoenlich.com

Ulrike Simon: Heike Göbel und Carsten Knop Kandidaten für den Herausgeber-Posten.

FAZ: Die verbliebenen Herausgeber tendieren dazu, Heike Göbel oder Carsten Knop für die Nachfolge von Holger Steltzner zu nominieren, schreibt Ulrike Simon bei Spiegel Online. Wirtschaftspolitik-Ressortleiterin Göbel würde inhaltlich Steltzner nahestehen und wäre die erste Frau im Gremium. Gegen sie spreche ihr Alter von 59 Jahren. Carsten Knop, 50 und derzeit Digitalchef, können für einen Neuanfang stehen. Dann bliebe die "FAZ" jedoch weiter allein von Männern geführt. Das wäre auch bei Gerald Braunberger der Fall, dem Simon nur geringe Chancen einräumt, da er zudem wie Göbel bereits 59 ist.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

"Horizont": Holger Steltzner hat sich nicht an die "FAZ"-Spielregeln gehalten.

FAZ hat sich von Herausgeber Holger Steltzner getrennt, weil dieser sich nicht an die "'Spielregeln' der Ehrlichkeit, der Verlässlichkeit und des gegenseitigen Vertrauens" gehalten habe, berichtet "Horizont". Dies gelte sowohl im Umgang mit den anderen Herausgebern sowie der Redaktion, wo von "Kontrollwahn" und "Redaktionsdiktatur" die Rede sein soll.
"Horizont" 12/2019, S. 8 (Paid), turi2.de (Background)

"Augsburger Allgemeine": Yannick Dillinger und Andrea Kümpfbeck werden neue Vize-Chefs.

Augsburger Allgemeine macht Yannick Dillinger und Andrea Kümpfbeck zu stellvertretenden Chefredakteuren. Dillinger kommt von der "Schwäbischen Zeitung", wo er derzeit in gleicher Funktion tätig ist. Er soll sich künftig ums Digitale kümmern. Andrea Kümpfbeck leitet derzeit bei der "Augsburger Allgemeinen" das Bayern-Ressort und soll auch künftig Lokales verantworten. Beide folgen auf Gerd Horseling, der Ende 2019 in den Ruhestand geht, sowie Jürgen Marks, der die Zeitung mit nicht genannten Ziel verlässt.
per Mail

Holger Steltzner ist nicht länger "FAZ"-Herausgeber.


What the Vogg: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und Herausgeber Holger Steltzner trennen sich im Streit. Per Pressemitteilung erklärt der Verlag: "Die Grundlage für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den anderen Herausgebern war nicht mehr gegeben." Was genau den Bruch verursacht hat, teilt die "FAZ" nicht mit. Über einen Nachfolger will die Zeitung noch entscheiden. Steltzner war seit 2002 einer der Herausgeber - zuständig für den Wirtschafts- und den Sportteil. Seit 1993 arbeitet er für die "FAZ". Weiterhin Herausgeber der "FAZ" sind Werner D'Inka (Rhein-Main-Zeitung), Jürgen Kaube (Feuilleton) und Berthold Kohler (Politik).

Die Trennung von Steltzner weist Parallelen zum Bruch mit dem ehemaligen "FAZ"-Herausgeber Hugo Müller-Vogg auf. Bei ihm sprach die FAZ 2001 von einer "zerstörte Vertrauensbasis". Auf Twitter kommentiert Müller-Vogg die Trennung von Steltzner lakonisch mit: "Das wäre ja mal ganz was Neues, dass die @faznet den wahren Grund nennt, wenn sie einen Herausgeber feuert."
presseportal.de, tagesspiegel.de, twitter.com, handelsblatt.com (Background Müller-Vogg)

Madsack startet Polittalk "Berliner Salon".

madsack_150Madsack setzt auf Live-Journalismus und holt am Abend erstmals einen hochrangigen Politiker für ein Gespräch auf die Bühne. Grünen-Chef Robert Habeck stellt sich, moderiert vom Leiter des Hauptstadtbüros, Gordon Repinski, den Fragen von 100 Lesern. Die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland berichten im Nachgang. Ende April soll Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen der zweite Gast der Reihe "Berliner Salon" sein.
madsack.de

Freigelassener Autor Billy Six ist auf dem Weg nach Deutschland.

Venezuela: Billy Six, Autor u.a. für die rechte "Junge Freiheit", ist wieder frei und auf dem Weg nach Deutschland, teilt das Auswärtige Amt mit. Er war im November in dem südamerikanischen Land festgenommen worden. Die Behörden werfen ihm Spionage und Rebellion vor. Er soll während einer Rede von Staatschef Maduro eine Sicherheitsbegrenzung überschritten haben.
spiegel.de

Wolfgang Büchner verlässt Madsack – Hannah Suppa und Marco Fenske übernehmen.


Tschüss, Hannover: Die Mediengruppe Madsack und Wolfgang Büchner, zuletzt Geschäftsführer des Redaktionsnetzwerks Deutschland und Entwicklungs-Chefredakteur beim Regionalzeitungs-Riesen, gehen getrennte Wege. Büchner war vor gut zwei Jahren von Ringier zu Madsack gewechselt. Er soll den Verlag weiter beraten, schreibt Madsack in seiner Pressemitteilung. Mit Büchners Abgang steigen Hannah Suppa, Chefredakteurin der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" und Marco Fenske, Chefredakteur des RND, weiter auf und übernehmen auch die Geschäftsführung der Zentralredaktion.

Büchner war 2017 bei Madsack zunächst als Chief Content Officer angetreten. Ende 2018 hatte der Verlag Büchners Rückzug aus der redaktionellen Verantwortung bekannt gegeben – zugunsten von Fenskes Aufstieg vom Sportchef zum Chefredakteur. Hannah Suppa wirkt seit Juli 2017 als Chefredakteurin der "Märkischen Allgemeinen Zeitung", wer ihr in Potsdam nachfolgt, ist noch nicht bekannt.
madsack.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Marco Fenske baut mit dem Sportbuzzer dem Regional-Fußball die große Bühne. (10/2017)

Media Impact holt Julia Wehrle in die Geschäftsführung.

Media Impact: Der neue Chef Carsten Schwecke holt Julia Wehrle (Foto), bisher General Managerin Bild Digital. Sie verantwortet das operative Geschäft sowie die Finanzen und folgt auf Ralf Hermanns, der neben seinem Job als Finanzchef der Sparte News Media Print künftig auch Operativchef des deutschen Springer-Druckgeschäfts ist.
axelspringer.com, turi2.de (Background)

Ulli Tückmantel verlässt die Westdeutsche Zeitung.

Westdeutsche Zeitung und der langjährige Chefredakteur Ulli Tückmantel (Foto) gehen getrennte Wege. Tückmantel verlasse die Redaktion "auf eigenen Wunsch", meldet Meedia. Die Stellvertreter Annette Ludwig und Lothar Leuschen sollen übernehmen. Tückmantel trat den Chefredakteursposten 2014 an, kurz zuvor wurden einzelne Lokalredaktionen eingespart.
twitter.com, meedia.de

Journalismus muss aus Fall Relotius lernen, fordert taz-Chefredakteur Georg Löwisch.

Fall Relotius muss dem Journalismus zu mehr Sorgfalt verhelfen, fordert "taz"-Chefredakteur Georg Löwisch und stellt einen 6-Punkte-Plan vor. Quellen und Rekonstruktionen sollten den Lesern transparenter gemacht werden. Anonymisierte Protagonisten müssten die Ausnahme bleiben, da es die Nachvollziehbarkeit einschränke.
journalist-magazin.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die "taz" (Archiv 09/2017).

Tarifeinigung für Zeitungdrucker ist nicht in Sicht.

Druckindustrie: Der Konflikt zwischen Verdi und Zeitungsverlagern wird wohl noch eine Weile dauern, schätzt Hendrik Munsberg. Verdi will 5% mehr Lohn, die Verlage bieten 3,8% plus 300 Euro für 30 Monate, verlangen aber längere Arbeitszeiten und weniger Zuschläge. Abonnenten sind zunehmend verärgert, weil wegen Streiks immer wieder ausgedünnte Blätter erscheinen.
"Süddeutsche", S. 19 (Paid)

Europäische Kreativ-Verbände appellieren an EU-Parlament, der Urheber­rechtsreform zuzustimmen.

EU-Urheberrechtsreform: Rund 230 europäische Kreativ-Verbände, darunter VDZ, BDZV, Gema und DJV, machen Lobbyarbeit in Brüssel. In einem gemeinsamen Brief appellieren sie an die Abgeordneten des EU-Parlaments, dem Gesetzesentwurf zuzustimmen. Es sei eine "historische Chance", ein Internet zu schaffen, das "fair und nachhaltig für alle" sei.
vdz.de, djv.de

Springer wächst insgesamt, nationale Medienumsätze schrumpfen.

Springer setzt 2018 insgesamt 3,18 Mrd Euro um, ein Zuwachs um 4,1 %, davon 3,8 % organisch. Der Konzernüberschuss sinkt wegen Sondereffekten um 44,9 % auf 208,4 Mio Euro – u.a., weil der Verkauf von Geschäften und Immobilien 2017 rund 100 Mio Euro mehr einbrachte als 2018. Der bereinigte Überschuss wächst um 2,5 % auf 335,7 Mio Euro. Die Mitarbeiterzahl steigt um 514 auf 16.350.

In der Sparte News Media steigt der Werbeumsatz um 1,9 % auf 678,5 Mio Euro, der Vertrieb schrumpft um 6,5 % auf 592 Mio Euro. Das nationale Geschäft mit "Bild" und "Welt" schrumpft – beim Werbeumsatz um 3,5 % auf 432,4 Mio Euro, beim Vertrieb um 6 % auf 474,6 Mio Euro.
axelspringer.com (Pressemitteilung), axelspringer.com (Geschäftsbericht, PDF)

Lese-Tipp: "Zeit" fährt mit Zeitungsbotin über die Dörfer.

Lese-Tipp: Martin Machowecz begleitet Dagmar Hauke durch den Harz – sie fährt frühmorgens Funkes "Thüringer Allgemeine" übers Land. Leser und Zusteller sind verunsichert, weil Funke ein Ende der täglichen Papierausgabe erwägt. Hauke fährt weite Strecken und wird in vier Orten noch 103 Zeitungen los. Nachmittags sitzt sie bei Rossmann an der Kasse.
"Zeit" 11/2019, S. 20 (Paid)

"Zeit"-Anzeigenerlöse bleiben stabil bei 48 Mio Euro.

Zeit erlöst 2018 rund 48 Mio Euro aus Print-Anzeigen und ist damit gegen den Markttrend konstant, berichtet Roland Pimpl. Mit 18 Mio Euro ist allerdings auch Zeit Online konstant – ein Misserfolg im wachsenden digitalen Geschäft. Den Print-Erfolg führt Verlagschef Rainer Esser auf ein Ende des Hypes um TV und um digitales Targeting zurück – Umfeld zähle mehr.
"Horizont" 10/2019, S. 15 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt. (Dezember 2018)

Daniel Torka soll digitales Audiogeschäft der Mediengruppe Pressedruck flottmachen.

Mediengruppe Pressedruck holt Daniel Torka, 35, in die Geschäftsführung ihrer Rundfunk-Holding rt1.media group. Dort soll er digitale Geschäftsmodelle vor allem im Bereich Audio vorantreiben. Torka kommt spätestens im Oktober nach Augsburg, derzeit ist er für die Rundfunkbeteiligungen der Neuen Pressegesellschaft in Ulm zuständig.
radiowoche.de

"taz" gründet Team für Zukunftsprojekte mit fünf Mitarbeitern.

In Zukunft: Die "taz" gründet ein Konzeptteam, die fünf Mitarbeiter sollen sich um Zukunftsprojekte kümmern und dabei den Innovationsreport berücksichtigen. Bis Anfang 2021 soll u.a. die Weiterentwicklung der "taz" im Netz, der Wochenendausgabe und der App stehen. Luise Strothmann übernimmt die Produktentwicklung der "taz" im Netz, Jürn Kruse das Community-Management, Jörg Kohn die "taz am Wochenende". Lena Kaiser und Jan Kahlcke verantworten die Entwicklung der täglichen App.
per Mail, turi2.de (Background)

"medium magazin": "WAZ" stemmt sich mit Online-Strategie gegen Auflagenschwund.

WAZ verliert sowohl Print-Auflage als auch Personal und versucht deshalb, mit Paid Content und einer User-First-Strategie im Lokalen gegenzusteuern, schreibt das "medium magazin". Viele Inhalte wandern online hinter die Paywall, in NRW gewinnt die "WAZ" laut Chefredakteur Andreas Tyrock täglich rund 50 neue Digital-Abos. Reporter und Editoren arbeiten getrennt, die Reporter sollen nur schreiben, mit Fokus auf die Online-Kanäle. Befreit von Produktion und Redigierarbeit könnten sie so mehr und längere Geschichten liefern.
presseportal.de, turi2.tv (6-Min-Video mit Andreas Tyrock 1/2019)

Aus dem turi2.tv-Archiv (01/2019): "User First": Chefredakteur Andreas Tyrock zeigt die neue "WAZ"-Redaktion in Essen.