Pressefreiheit ist ein so hohes Gut, dass sich selbst Autokraten gerne damit brüsten. lexikon2.de

Überparteiliche Initiative fordert mehr Menschenrechte für Julian Assange.

WikiLeaks: Eine überparteiliche Initiative um Enthüllungsjournalist Günther Wallraff fordert die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange (Foto), meldet RND. Zu den prominenten Unterstützern zählen u.a. auch der Ex-SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel oder der Ex-FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum. Die Initiative sei keine persönliche Sympathieerklärung für Assange, sondern "eine Sympathieerklärung für die Menschenrechte".
rnd.de

WDR-Rundfunkrat segnet Tom Buhrows Handeln bei der “Umweltsau”-Debatte ab.

WDR-Rundfunkrat segnet das Verhalten von Tom Buhrow während der "Umweltsau"-Debatte ab, schreibt die dpa. Einige Mitglieder sollen die Löschung des Satire-Videos kritisiert haben. Buhrow versicherte dem Rundfunkrat in einer Sitzung, dass die Kritik aus der "Mitte der Gesellschaft" kam, der WDR dürfe sich nicht instrumentalisieren lassen.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Brasilien wirft Glenn Greenwald Phone Hacking vor – der Journalist widerspricht.

Brasilien: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Journalisten Glenn Greenwald vor, Teil eriner "kriminellen Organisation" zu sein. Er habe 2019 angeblich Handys von Staatsanwälten und anderen Amtsträgern gehackt. Greenwald bestreitet die Vorwürfe und nennt sie "einen offensichtlichen Versuch, die unabhängige Presse zu attackieren". Greenwald hatte 2013 als Erster über die NSA-Dokumente von Edward Snowden berichtet.
sueddeutsche.de, thedailybeast.com

Prinz Harry und Meghan drohen Boulevardzeitungen nach Paparazzi-Fotos.

Boulevardpresse: Prinz Harry und seine Frau Meghan wollen erneut rechtlich gegen die "The Sun" und "Daily Mail" vorgehen, melden "The Guardian" und "Sky News". Die Boulevardzeitungen hatten private Aufnahmen von Meghan und ihrem Sohn veröffentlicht. Die Fotos seien ohne Meghans Wissen aufgenommen worden sein, kritisieren die royalen Anwälte.
theguardian.com, news.sky.com, faz.net

Türkisches Verfassungsgericht ordnet Aufhebung der Wikipedia-Sperre an.

Türkei hebt die Sperrung von Wikipedia nach fast drei Jahren wieder auf. Im April 2017 hatten türkische Behörden das Online-Lexikon wegen regierungskritischer Artikel komplett gesperrt. Das türkische Verfassungsgericht urteilte Ende Dezember, die Sperrung verstoße gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung, am Mittwoch ordnete das Gericht die Aufhebung an.
tagesspiegel.de

Urteil: Recherchezentrum Correctiv darf “Tichys Einblick” öffentlich kritisieren.

Tichys Einblick darf vom Recherchezentrum Correctiv unter bestimmten Umständen als "teils falsch" gekennzeichnet werden, zitiert die "FAZ" aus dem 45-seitigen Urteil des Landgerichts Mannheim. Zur Presse gehöre auch die Medienkritik, eine "Begleiterscheinung funktionsgerechten Pressehandelns". Roland Tichy hatte wegen unlauteren Wettbewerbs geklagt.
faz.net (Paid)

“Spiegel”: Journalist erstattet Strafanzeige wegen Verdachts auf illegale Beschattung bei Wirecard-Berichterstattung.


Neue Schatten: Michael Hedtstück, Online-Chefredakteur des Magazins "Finance" und Autor von Artikeln über Wirecard, stellt Strafanzeige gegen unbekannt, schreibt der "Spiegel". Es geht um den Verdacht auf illegale Beschattung und Observierung. Hedtstücks Name taucht in dem Beschattungsplan auf, den die "Financial Times" vor Weihnachten veröffentlicht hat. Wirecard räumte ein, eine Forensik-Beratung mit Nachforschungen beauftragt zu haben, aber nicht mit Beschattungen.

In dem entsprechenden Dokument ist hingegen davon die Rede, Mobiltelefone "von potenziellen verdächtigen Personen abzusaugen". Hedtstück und Frankfurt Business Media geht es mit der Anzeige "um die Freiheit und das Ansehen der Medien". Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat sich noch nicht geäußert.
"Spiegel" 3/2020, S. 76 (Vorabmeldung), turi2.de (Background)

NRW-Staatskanzlei verteidigt Laschets Kritik an “Umweltsau”-Satire des WDR.

Umweltsau: Die Kritik des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (Foto) an der Satire des WDR war aus Sicht der Staatskanzlei "kein Eingriff der Medienaufsicht", schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Laschet habe mit Tweets gegen die von einem Kinderchor gesungene Satire lediglich sein Recht auf Meinungsäußerung wahrgenommen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: “Charlie Hebdo”-Herausgeber Riss will weiter provozieren.

"Viele Menschen haben 'Charlie' erst durch das Attentat kennengelernt. Sie haben uns spontan unterstützt, und manche haben vielleicht erst später bemerkt, dass wir eine Satirezeitschrift sind. Missverständnisse waren deshalb unvermeidlich."

Karikaturist Laurent Sourisseau alias "Riss", Überlebender des Anschlags auf die Redaktion von Charlie Hebdo vor fünf Jahren, sagt im "Welt"-Interview, dass die Satire-Zeitung schwarzem Humor und Provokation treu blieben will. Trotz 30.000 Abos und Spenden nach dem Anschlag ist "Charlie Hebdo" heute verschuldet, u.a. wegen der hohen Sicherheitskosten.
"Welt", S. 8 (Paid)

Der WDR reagiert auf Morddrohungen infolge der “Umweltsau”-Debatte.


Unter aller Umweltsau: Mehrere Mitarbeiter des WDR haben im Rahmen der Diskussionen um die "Umweltsau"-Satire Morddrohungen erhalten, wie der WDR bestätigt. Die Anstalt schreibt auch, sie biete den Betroffenen Personenschutz an. Das gelte auch für freie Mitarbeiter. WDR-Intendant Tom Buhrow sagt: "Wir werden das nicht dulden, ich gehe mit allen juristischen Mitteln dagegen vor." In einer Video-Botschaft zeigt sich Buhrow erschüttert und kommentiert, die Drohungen würden erschreckendes über den Zustand im Land aussagen. "Wir können doch nicht den Scharfmachern und Rechthabern das Feld überlassen", so Buhrow, der ein neues Klima des Miteinanders fordert.

Derweil berichtet Spiegel Online über eine Twitter-Auswertung, die nahelegt, dass die Debatte gezielt von Accounts aus dem rechten Spektrum angeheizt wurde, ehe sie auf reichweitenstarke rechtskonservative Accounts und schließlich die Medien übersprang. Dazu passend kritisiert der DJV-Vorsitzende Frank Überall die Reaktion des WDR auf die Netzkritik: "Tom Buhrow muss sich der Frage stellen, ob er mit seiner eilfertigen redaktionellen Distanzierung für den Beitrag nicht all denen Oberwasser gegeben hat, die nicht auf den Austausch von Argumenten, sondern auf das Mundtotmachen kritischer Journalisten aus sind."

Der DJV ruft zudem den WDR auf, sich aktiv um die Sicherheit eines bedrohten Mitarbeiters zu kümmern, bei dem Anhänger der rechtsextremen Szene vor seinem Haus aufmarschiert sind. Der freie Mitarbeiter wurde zum Ziel von Blogs und Twitterern aus dem rechtsextreme Umfeld, nachdem er getwittert hatte, dass die Großeltern der Video-Kritiker keine Umweltsäue gewesen seien, sondern eine "Nazisau".
sueddeutsche.de (Morddrohungen), spiegel.de (Twitter-Auswertung), twitter.com (Statement Buhrow), turi2.de (Background)

Russlands kritische Stimmen wandern ins Netz.

Russland: Kritische Medien wandern zunehmend ins Internet, während sich die klassischen Medien anpassen, schreibt Silke Bigalke. Das Netz sei derzeit voll von Regierungskritik, allerdings versuche der Staat die Kontrolle zu erhöhen. Journalisten geraten zunehmend unter Druck - auch wenn sie sich nicht mit dem Kreml beschäftigen. Druck würden auch Behörden unterhalb der höchsten Ebene ausüben.
sueddeutsche.de

Khashoggi-Mord: Gericht verhängt fünf Todesstrafen.

Khashoggi-Mord: Ein Gericht in Saudi-Arabien hat fünf Personen wegen des Mordes am regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi zum Tode verurteilt. Drei weitere Angeklagte wurden zu Haftstrafen von insgesamt 24 Jahren wegen "Verschleierung des Verbrechens" verurteilt. Khashoggi wurde im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul getötet. Der Fall löste eine diplomatische Krise aus. UN-Beobachter sehen glaubwürdige Hinweise für eine persönliche Verstrickung des saudischen Königshauses.
tagesspiegel.de

Staatliche Manipulation: Twitter sperrt Accounts mit Bezug zu Saudi-Arabien.

Ausgetwittert: Twitter blockiert zahlreiche Accounts mit Verbindungen nach Saudi-Arabien, teilt der Kurznachrichtendienst in einem Blogeintrag mit. Die Accounts sollen Beiträge, die sich positiv über saudische Autoritäten geäußert haben, durch aggressives Liken oder Retweeten verstärkt haben. Die Konten verstoßen demnach gegen die Regeln der Plattform. Die Manipulation habe das Ziel, die "geopolitischen Interessen" Riads voranzutreiben.

Twitter sieht eine "erhebliche staatlich gestützte Informationsoperation", die aus Saudi-Arabien gekommen sei. Die Mehrheit der betroffenen Accounts sei arabischsprachig gewesen. Einige englischsprachige Beiträge zielten auf ein "westliches Publikum". Im November teilte das US-Justizministerium mit, dass zwei frühere Twitter-Mitarbeiter private Kontoinformationen von Regierungskritikern für Saudi-Arabien ausspioniert haben sollen.
handelsblatt.com, bild.de

Döpfner warnt vor “Tod der Pressefreiheit” durch direkte staatliche Subventionen.

BDZV: Direkte staatliche Subventionen für Zeitungen führen zum "Ende von unabhängigem Journalismus" und zum "Tod der Pressefreiheit", warnt Mathias Döpfner, Springer-Chef und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, in einem Rundschreiben an die Mitgliedsverlage. Der Bundestag will die Zustellung von Zeitungen und Anzeigenblättern 2020 mit 40 Mio Euro fördern. Döpfner fordert eine "vollständig getrennte Zustellungs-Infrastrukturförderung".
welt.de

Bild des Tages: Das Gericht nimmt die Klage im Mordfall Kuciak an.


Hoffen auf Gerechtigkeit: Zlatica Kusnirova schaut ernst und traurig in die Kameras von Journalisten. Sie ist die Mutter von Martina Kusnirova, der Verlobten des Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak. Heute hat im slowakischen Pezinok der Prozess um den Mord an den beiden begonnen. Das Strafgericht hat die Anklage angenommen und die Hauptverhandlung auf den 13. Januar 2020 festgesetzt. (Foto: Vaclav Salek / dpa / picture alliance)

Chinesische Handelskammer in Deutschland will “Welt”-Interview zensieren.

China: Wei Duan, Geschäftsführer der chinesischen Handelskammer in Deutschland, streicht in einem "Welt"-Interview über Themen wie den Einfluss Chinas oder Huawei zahlreiche kritische Passagen. Die "Welt" veröffentlicht die unzensierte Version, Pekings Vertreter wollte bei der Autorisierung der Zitate im Nachhinein rund zwei Drittel der Fragen rauskürzen.
"Welt", S. 8 (Paid)

AfD-Fraktion unterstellt “Bild”-Reporter Spionage.

Pressefreiheit: Die AfD-Fraktion will in einer kleinen Anfrage von der Bundesregierung wissen, ob "Bild"-Reporter Paul Ronzheimer ein Spion sei. Der Journalist berichtete über die Demonstrationen in Hongkong. Das Auswärtige Amt will "weder einzelne Inhalte noch die Arbeit einzelner Medien oder Journalisten" kommentieren. Die "freiheitsfeindliche und damit pressefeindliche" AfD bringt "Journalisten in Gefahr", warnt "Bild"-Chef Julian Reichelt.
bild.de

TikTok löscht Vice-Videos, die Polizeigewalt zeigen.

Vice lädt bei TikTok Videos von Polizeigewalt aus Hongkong, Deutschland, Spanien, Frankreich und den USA hoch, die Plattform löscht vier davon, eines hat null Views. Vice kritisiert, TikTok beziehe sich auf die Richtlinie, keine Videos zu zeigen, in denen sich Menschen verletzen – sie sei "die ultimative Hintertür, um Aufnahmen von Protesten zu löschen". TikTok schreibt in einem Statement, die Richtlinien dienen "Wohlbefinden und Sicherheit der Community".
vice.com

Der “stern” schwärzt vorsorglich im Digitaltitel einen Beitrag über ein Trump-Hotel.


Sternfinsternis: Der "stern" hat offenbar Angst von Donald Trump und zensiert sich deshalb selbst. In der Digitalversion der bereits am Dienstag veröffentlichten Ausgabe 52/2019 ist ein Beitrag entfernt, Leser sehen nur den Hinweis: "Diese Strecke wurde aus juristischen Gründen geschwärzt". Laut der "Süddeutschen Zeitung" handelt sich um eine dreiseitige Reportage eines US-Korrespondenten, der ein Trump-Hotel in Washington besucht habe. Zwar gebe es bislang keine juristische Auseinandersetzung, da der Beitrag aber Kritik enthalte, sei eine Klage in den USA denkbar.

Bei Gruner + Jahr sei die Reportage zwar abgesegnet, dennoch könnten "im Falle einer Rechtsprechung für den 'stern' erhebliche Verfahrenskosten entstehen", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" eine Sprecherin des Verlags. Deshalb habe sich das Haus entschieden, den Beitrag nicht in den USA und damit allgemein nicht in der Digitalausgabe verfügbar zu machen. Im Printheft ist er enthalten.
sueddeutsche.de, "stern" 52/2019, S. 46 (Paid)

ROG-Bilanz 2019: Weltweit sitzen 389 Medienschaffende im Gefängnis.

Reporter ohne Grenzen Logo 150Pressefreiheit: Weltweit sind derzeit 389 Journalisten und andere Medienschaffende inhaftiert, 12 % mehr als 2018, veröffentlichen Reporter ohne Grenzen in ihrer Jahresbilanz. Fast die Hälfte davon sitzt in Gefängnissen in China, Ägypten und Saudi-Arabien. Insgesamt wurden 2019 mindestens 49 Medienschaffende getötet, 57 gelten derzeit als entführt.
sueddeutsche.de

Chinesisches Fernsehen streicht Arsenal-Übertragung nach kritischem Özil-Tweet.

Meinungsfreiheit: Nach kritischen Äußerungen von Arsenal-Profi Mesut Özil zur Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China hat das chinesische Staatsfernsehen die TV-Übertragung eines Arsenal-Spiels abgesagt, berichten chinesische Medien. Özils "falsche Kommentare" hätten die chinesischen Fans und den nationalen Fußballverband "enttäuscht".
digitalfernsehen.de

BVerwG: Verfassungsschutz muss Einsicht in Akte von Nazi-Kriegsverbrecher Alois Brunner gewähren.

Bild darf die Akte von Nazi-Kriegsverbrecher Alois Brunner einsehen, der Verfassungsschutz muss Chefreporter Hans-Wilhelm Saure Einsicht gewähren, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht. Nach Ablauf der Frist von 30 Jahren seien die Voraussetzungen für einen "archivrechtlichen Nutzungsanspruch" gegeben.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Die Ermittlungen zum Mord an Daphne Caruana Galizia.

Lese-Tipp: Hannes Munzinger schreibt über die Ermittlungen zum Mord an Journalistin Daphne Caruana Galizia und die Recherche internationaler Journalisten im "Daphne-Projekt". Der Fall habe auf Malta zu einem "politischen Beben" geführt und ist auch deshalb so brisant, weil dem Zoll durch Zufall der Mittelsmann zwischen den mutmaßlichen Drahtziehern und den Auftragsmördern in die Arme gelaufen ist.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Boris Becker erwirkt eine einstweilige Verfügung gegen Oliver Pocher.

Gag im Aus: Boris Becker erwirkt vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen Oliver Pocher, schreibt "Bild am Sonntag". Bei RTL sprach der Comedian von "Insolvenzverschleppung" und "kriminellen Sachen", was Pocher per Gerichtsbeschluss künftig nicht mehr verbreiten darf. Gegen die Entscheidung des Gerichts kann Pocher Widerspruch eingelegen.
"Bild am Sonntag", S. 46 (Paid)

Maltas Regierungschef tritt im Mordskandal um Journalistin zurück.

Malta: Regierungschef Joseph Muscat will im Skandal um den Mord an der Enthüllungsjournalistin Daphne Galizia zurücktreten, schreibt die "Times of Malta". Am 18. Januar wolle er sein Amt niederlegen, sobald seine Partei einen neuen Vorsitzenden gewählt hat. Galizias Familie wirft Muscat vor, die Auftraggeber des Mordanschlags zu decken.
faz.net, timesofmalta.com, turi2.de (Background)

Meinung: China missbraucht TikTok für Überwachungszwecke.

TikTok: Die EU muss gegen Chinas Datenmissbrauch vorgehen, fordert "Welt"-Gastkolumnistin Glacier Kwong. Die Aktivistin aus Hongkong kämpft in ihrer Heimat gegen den Einfluss Chinas, Kwongs Smartphone wurde gehackt. China nutze Apps wie TikTok für Überwachungszwecke, um Gesichter in Fotos oder Standortdaten auszuspionieren.
welt.de

Hör-Tipp: Warum TikTok auch ohne Order aus Peking zensiert.

Hör-Tipp: TikTok wird zwar nicht aus Peking gelenkt, sagt "Handelsblatt"-Redakteur und China-Kenner Stephan Scheuer im DLF. Vorauseilender Gehorsam könnte bei China-kritischen Themen aber zu strengerer Moderation führen, als erforderlich wäre. Peking habe einen anderen Blick darauf, was Journalisten tun sollen: nicht kritisch berichten, sondern für Harmonie sorgen.
deutschlandfunk.de (6-Min-Audio)

Basta: TikTok-Nutzerin umgeht Zensur mit Makeup-Video.

Hübsch gelinkt: TikTok-Nutzerin Feroza Aziz überlistet die Zensur der chinesischen Plattform mit einen Makeup-Tutorial. Die Wimpernzange noch in der Hand wechselt sie das Thema und spricht über die Situation der Uiguren in China. Als das Video viral geht, sperrt TikTok ihren Account. NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" recherchieren wahrscheinlich schon, welche politischen Botschaften eigentlich Bibi in ihren Videos versteckt.
t3n.de, bbc.com, twitter.com (40-Sek-Video)

Pressefreiheit: 7.000 Demonstranten stellen sich NPD-Aufmarsch entgegen.

Pressefreiheit: Rund 7.000 Menschen demonstrierten am Samstag in Hannover gegen Bedrohungen von Journalisten durch Rechtsextremisten. Anlass ist die Kundgebung der NPD, an der sich laut Angaben der Polizei rund 110 Teilnehmer beteiligen. Zuvor hatte die Polizei die Demo zunächst wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit untersagt.
n-tv.de, turi2.de (Background)

Meinung: Live-Streams der Proteste in Hongkong mobilisieren die Nutzer.

Social Media: Dutzende Live-Streams übertragen die politischen Proteste in Hongkong, beobachtet Katharin Tai in "Zeit Campus". Berichte in Social Media seien nicht neu, doch die Macht der Live-Bilder emotionalisierten auch Menschen aus der Ferne und trieben immer mehr auf die Straßen. Zugleich bestehe die Gefahr, dass die Menschen durch die Live-Streams abstumpften.
zeit.de

“Spiegel”: Holger Friedrich bringt weitere Interessenkonflikte in die “Berliner Zeitung”.


Wer bin ich und wie viele? Der "Spiegel" legt nach und findet weitere Interessenskonflikte des Neuverlegers der "Berliner Zeitung", Holger Friedrich. So habe die Zeitung auf Vermittlung Friedrichs einen Gastbeitrag über bargeldloses Bezahlen gedruckt, ein Feld in dem sich eine Firma des Verlegers engagiere. Der Gastautor stamme aus einem Team, das zuvor bei einer Fachtagung von Firmen Friedrichs gesponsert worden sei. Der nächste Konflikt drohe um das Portal Berlin.de, an dem der Verlag Haupteigner sei. Hier könnten sich lukrative Optionen für Friedrich-Firmen öffnen. Derzeit berate der Berliner Senat, ebenfalls Anteilseigner, ob er seine Anteile verkauft oder das Portal wieder vollständig selbst kauft.

Vergangene Woche hatte der "Spiegel" bereits berichtet, dass die "Berliner Zeitung" positiv über die Rostocker Medizinfirma Centogene berichtet hatte, ohne zu erwähnen, dass Friedrich Aktionär sei und im Aufsichtsrat sitze. Den Aufsichtsratposten lässt Friedrich mittlerweile ruhen. Auch seine Stasi-Vergangenheit sorgt aktuell für Diskussionen.
"Spiegel", S. 62 (Paid), turi2.de (Centogene), turi2.de (Stasi)

Gericht kippt Verbot für NPD-Demo in Hannover.

Neonazis demonstrieren im April 2014 in Berlin. (Archivbild: dpa)Journalisten-Einschüchterung: Die in Hannover für Samstag geplante NPD-Demo gegen kritische Journalisten wird wohl doch stattfinden. Das Verwaltungsgericht Hannover sehe keine "unmittelbare Gefährdung der Pressefreiheit" und gibt so einem Eilantrag der NPD statt. Die Polizei hatte die Demo zunächst wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verboten.
dwdl.de. turi2.de (Background)

Polizei verbietet NPD-Demo gegen Journalisten in Hannover.

Neonazis demonstrieren. (Archivbild: dpa)Journalisten-Einschüchterung: Die Polizei in Hannover hat eine für Samstag geplante NPD-Demo verboten, die sich gezielt gegen kritische Journalisten richten sollte. Im Visier der Rechten stehen u.a. Fotograf André Aden und NDR-Reporter Julian Feldmann. Die Polizei begründet die Absage mit neuen Erkenntnissen zur Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.
ndr.de, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Gericht: Entzug der G20-Akkreditierung von zwei Journalisten war rechtswidrig.

G20: Der Entzug der Presseakkreditierungen von zwei Journalisten durch das Bundespresseamt zum G20-Gipfel in Hamburg war rechtswidrig, urteil das Berliner Verwaltungsgericht. Neben den beiden klagenden Journalisten hatten die Behörden 2017 während des Gipfels insgesamt 32 Journalisten die Akkreditierung entzogen. Die Sicherheitsbedenken ergaben sich offenbar aus der bisherigen Tätigkeit der Journalisten, etwa dem Kontakt mit Linksextremen aus Recherchegründen.
ndr.de, turi2.de (Background)

TikTok filtert politische Inhalte aus China offenbar auch in Deutschland.

TikTok hält offenbar politische Themen aus China auch von deutschen Jugendlichen fern, beobachtet "Welt am Sonntag" in einem Test mit mehreren Konten. Die Suche nach vermeintlich brisanten Stichworten wie "Tiananmensquare" lieferte keine oder nur sehr wenige Beiträge. Mutterkonzern Bytedance erklärt sich die wenigen Treffer mit dem Konzept der "unterhaltsamen Videos".
welt.de

Iran: Internet und Mobilfunknetze sind nur extrem eingeschränkt nutzbar.

Iran: Nach den Protesten aufgrund drastisch erhöhter Benzinpreise sind Internet und Mobilfunknetze nur extrem eingeschränkt nutzbar, meldet die Organisation Netblocks, die den weltweiten Internetverkehr beobachtet. Das staatliche Fernsehen kritisiert "feindliche Medien", die Fake-News und falsche Videos in den sozialen Medien verbreitet hätten.
sueddeutsche.de, netblocks.org

DJV unterzeichnet einen Aufruf gegen rechte Einschüchterungsversuche.

djv-LogoDJV gehört zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs "Schützt die Pressefreiheit". Der Appell, der von freien Journalisten ins Leben gerufen wurde, richtet sich gegen eine Demonstration der NPD am 23. November in Hannover. Rechtsextremisten wollen versuchen, kritische Berichterstatter einzuschüchtern. Zuvor haben u.a. auch die dju, Reporter ohne Grenzen sowie 17 Redaktionen und 450 Journalisten den Appell unterzeichnet.
djv.de (Pressemittelung), djv.de (Appell im Wortlaut)

Türkische Autorin macht schlechten Journalismus für Hasswelle mitverantworlich.

Türkei: Die Autorin Asli Erdogan macht "schlechten Journalismus" mitverantwortlich für eine Hasskampagne gegen sie in der Türkei. In einem "FAZ"-Interview sagt die Schriftstellerin, dass ein Interview mit der italienischen "La Repubblica" in der Übersetzung der belgischen "Le Soir" stark verfälscht wurde. U.a. wurde der im deutschen Exil lebenden Asli Erdogan unterstellt, die Mehrheit des türkischen Parlaments als Terroristen bezeichnet zu haben. "Le Soir" hat sich inzwischen bei ihr entschuldigt.
"FAS", S. 13 (Paid)

Bauern schüchtern immer häufiger Journalisten ein.

Pressefreiheit: Einige Landwirte gehen immer aggressiver gegen Journalisten vor, schreibt die "taz". Bauern sollen einen Zeitungsreporter und eine Kommunalpolitikerin in Niedersachsen mit Protesten vor deren Privathäusern bedrängt haben. Zudem forderten Landwirte in einer Petition, eine der Landwirtschaft kritisch eingestellten Journalistin vom BR freizustellen.
taz.de

Linke Wochenzeitung bekommt eine Absage vom Weltwirtschaftsforum.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: Die linke Wochenzeitung WOZ erhält keinen Zutritt zum Weltwirtschaftsforum 2020 in Davos. Als Grund werde der abgelaufene Akkreditierungsschluss genannt, obwohl die Zeitung nach eigener Aussage die Anfrage rechtzeitig eingereicht habe. Das Weltwirtschaftsforum bevorzuge laut Absage Medien, mit denen es "zusammenarbeite".
woz.ch, persoenlich.com

AfD-Mitarbeiter zieht Wochenzeitung “Kontext” erneut vor Gericht.

Kontext: Ein rechtsradikalen Mitarbeiters zweier AfD-Abgeordneter im Stuttgarter Landtag klagt erneut gegen die Wochenzeitung "Kontext". Das Blatt hatte aus Facebook-Chats zitiert, in denen der Mann sich mit anderen Rechten austauscht, "angereichert mit Hitlergruß-Emojis". Das OLG Karlsruhe hat ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit bestätigt. Nun fordert der AfD-Mitarbeiter vor dem Landgericht Frankfurt 60.000 Euro Schadenersatz.
kontextwochenzeitung.de

Meinung: Der VDZ sollte bei seiner Jahrestagung mehr über Zeitschriften reden.

VDZ: Der Zeitschriftenverleger-Verband sollte bei seiner Jahreskonferenz nicht nur Meinungs- und Pressefreiheit diskutieren, schreibt Ulrike Simon. Die meisten Mitglieder seien mit Frauen-, Wohn-, Lifestyle- oder Fernsehschriften am Markt und nicht mit politischen Kommentaren oder Auslandsberichten. Die Tagung hätte mehr Relevanz, wenn sie die brennenden Themen der Mehrzahl der Zeitschriften-Verleger in den Fokus rücke. Dabei müsste sich der Verband nicht minderwertig fühlen, da gerade diese Blätter Milieus erreichten, die von Medien wie "Spiegel" oder "Tagesschau" nicht erreicht würden.
horizont.net

Video-Tipp: China testet Journalisten per Gesinnungs-App auf Loyalität.

Video-Tipp: China prüft Journalisten per App auf ihre Loyalität. Die Medienmacher müssen die Gedankenwelt von Präsident Xi studieren und via App eine Prüfung absolvieren. Wer durchfällt, verliert seinen Job. Mit dem Test will die Partei ihre Macht demonstrieren und Angst verbreiten, berichtet ZDF-Korrespondent Ulf Röller.
twitter.com/ZDFheute (2-Min-Video), zdf.de (Textfassung)

BBC News startet Tor-Mirror für Nutzer in Überwachungsstaaten.

BBC startet eine Kopie ihres Portals BBC News im Dark Web, konkreter im Tor-Netzwerk. Dadurch sollen Besucher aus Ländern wie China, Iran und Vietnam überhaupt an die Inhalte kommen. Nutzer aus repressiven Ländern, in denen BBC News zwar zugänglich ist, aber die Internetnutzung überwacht wird, können damit verschleiern, ob und welche Inhalte sie auf dem Portal aufrufen.
bbc.com