Lese-Tipp: Kress.de veröffentlicht die letzte Kolumne von Paul-Josef Raue.

Lese-Tipp: Posthum veröffentlicht kress.de die letzte Kolumne des letzte Woche gestorbenen Paul-Josef Raue. Darin plädiert Raue Angesichts der Relotius-Affäre für mehr Teamarbeit. Diese kombiniere Vertrauen und Kontrolle in der Recherche. Eine Ausbildung in einer Journalistenschule beuge ebenso vor. Um Vertrauen und Transparenz beim Leser zu erzielen, sollte ein "Making of" jede größere Reportage begleiten.
kress.de, turi2.de (Background)

Deutschlandfunk: DFB besteht auf "Abnahme" und "Vetorecht" bei Berichten aus Video-Keller.


Runde Sache? Medienjournalist Daniel Bouhs veröffentlicht im Deutschlandfunk einen weiteren Fall von fragwürdiger Pressearbeit des DFB – nach dem Interview-Abbruch durch Verbandsboss Reinhard Grindel (Foto) bei der Deutschen Welle. Im Rahmen der Berichterstattung über die Video-Schiedsrichter der Liga verlangte der DFB "bei der Abnahme des Hörfunkstücks als Ganzes dabei" zu sein und ein "Vetorecht". "Bild" und Der WDR-Hörfunk spielten mit, der Deutschlandfunk lehnte ab.

Die DFB-Pressestelle erklärt, die Kontrolle der redaktionellen Arbeit sei wichtig, um Irritationen bei der Spielleitung zu vermeiden. Die Schiedsrichter sollten sich auf ihre Arbeit konzentrieren und nicht über eine mögliche Berichterstattung nachdenken.

Bouhs kritisiert das Schweigen des DFB-Bosses auch grundsätzlich: Der Sportredaktion des Deutschlandfunks verweigere Grindel seit Jahren ein ausführliches Interview, auch das WDR-Magazin "Sport Inside" kassiere laufend Absagen und bekomme stattdessen nur schriftliche Antworten oder Verweise auf allgemeine Statements des Verbandes.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Ergänzung 18.32019, 18.05 Uhr: Ein "Bild"-Sprecher teilt mit, es habe bei der Berichterstattung "keine Einschränkungen" gegeben habe. "Bild" habe "ausschließlich Zitate des Schiedsrichters zu Spielern außerhalb des Videobeweises dem DFB zur Autorisierung vorgelegt".

Renner: Relotius-Förderer Ullrich Fichtner hat "inhaltlich zusammengezogen".

Spiegel: Reporter Ullrich Fichtner soll Zitate verschiedener Personen zu den Aussagen einer einzigen Figur verschmolzen haben, berichtet Kai-Hinrich Renner. Das sage Fichtner selbst laut einer Aufnahme vom Reporter-Workshop 2016 des Vereins Reporterforum. Fichtner äußert sich gegenüber Renner per Mail, will aber nicht zitiert werden.

"Spiegel"-Journalist Fichtner war Leiter des Gesellschaftsressorts und betreute dort Claas Relotius. Seine Beförderung in die Chefredaktion, geplant für Januar, liegt deshalb auf Eis. Fichtner habe Zuhörern des damaligen Workshops auch empfohlen, sich bei Reportagen an Techniken des Kinos zu orientieren. Bei der Enthüllung des Falls Relotius zweienhalb Jahre später mahnt Fichtner hingegen, Journalisten dürften "nur Dokumentarfilme" zeigen.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

In einer früheren Fassung dieses Beitrags lautete die Überschrift "Relotius-Förderer Ullrich Fichtner gab eigene Schummelei zu". Das ist so nicht richtig formuliert: Er hat eingeräumt, mehrere Figuren zu einer verschmolzen zu haben.

"Süddeutsche" und weitere Medien schmieden One-Free-Press-Coalition.

Pressefreiheit: Mehrere internationale Medien schließen sich in der One-Free-Press-Coalition zusammen, unter ihnen die "Süddeutsche Zeitung". Die Koalition will monatlich eine Liste mit zehn Journalisten veröffentlichen, deren Freiheit oder Leben in Gefahr sind. Bastian Obermayer schreibt, in vielen Ländern seien verbale Übergriffe Normalität geworden. Frederik Obermaier porträtiert Maria Ressa von den Philippinen, die wegen Präsident Duterte um ihr Leben fürchten muss.
"Süddeutsche", S. 25 (Paid, Koalition); "Süddeutsche", S. 25 (Paid, Ressa)

DFB-Boss Reinhard Grindel flüchtet aus Interview der Deutschen Welle.

Deutsche Welle kassiert vom DFB-Präsidenten Reinhard Grindel einen Interview-Abbruch vor laufender Kamera. Als Florian Bauer ihn zur umstrittenen WM in Katar und dem finanziellen Gewinn der Fifa fragt, weicht Grindel zunächst aus. Journalist Bauer bleibt hartnäckig, worauf Grindel das Gespräch erbost abbricht: "Herr Bauer, komm, wir lassen es."
dw.com, twitter.com, n-tv.de

Meinung: Türkei-Akkreditierung zeigt Erdogans Willkür.

Pressefreiheit: Die Pressekarten-Vergabe der türkischen Regierung zeigt, wie Präsident Erdogan mit Willkür regiert, sagt Maximilian Popp, Türkei-Korrespondent des "Spiegel", im Meedia-Interview. Es sei frustrierend, wie Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei missachtet werden. Ankara provoziere ohne Grund eine neue Krise. Die Wahl Ende März könnte eine Rolle spielen.
meedia.de

Dunja Hayali bekommt in ZDF-Livesendung "Lügenpresse"-Anfeindungen.

ZDF: Im "Morgenmagazin" drängt sich am Mittwochmorgen eine Frau in die Livesendung und beschimpft Moderatorin Dunja Hayali mit "Lügenpresse"-Vorwürfen: "Müsst ihr hier eigentlich alle anlügen? Lügenpresse, Lügenfresse, oder was?" - Hayali kontert, sie ist "dialogbereit, nicht nur hier" und wolle nach der Sendung mit der Frau sprechen.
welt.de, twitter.com, quotenmeter.de


Journalismus muss aus Fall Relotius lernen, fordert taz-Chefredakteur Georg Löwisch.

Fall Relotius muss dem Journalismus zu mehr Sorgfalt verhelfen, fordert "taz"-Chefredakteur Georg Löwisch und stellt einen 6-Punkte-Plan vor. Quellen und Rekonstruktionen sollten den Lesern transparenter gemacht werden. Anonymisierte Protagonisten müssten die Ausnahme bleiben, da es die Nachvollziehbarkeit einschränke.
journalist-magazin.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die "taz" (Archiv 09/2017).

Steffen Grimberg ist neuer "kress"-Kolumnist, schreibt über Rundfunk-Reform.

Kress: Steffen Grimberg ist neuer Medien-Kolumnist. In seiner ersten Kolumne analysiert er die Beschlussvorlage der Rundfunkkommission für die Reform im Juni: Sie will ARD und ZDF eine "Profilschärfung" verordnen, ab 2023 soll der Rundfunkbeitrag "mittels eines Index angepasst werden". Laut Grimberg ist fraglich, wie einig sich die Länder wirklich sind, ihre Differenzen hätten sie aber "besser versteckt als in Vorgängerpapieren".
kress.de

Aus dem Archiv von turi2.tv (01/2016): Steffen Grimberg hat keine Probleme mit Seitenwechseln.

"Vogue" entwickelt B2B-Produkte, beobachtet Lucinda Southern.

Conde Nast will Vogue unabhängiger von Werbeeinnahmen machen und entwickelt deshalb unter dem Dach Vogue Business B2B-Produkte, beobachtet Lucinda Southern. Die Produkte, u.a. für Recruiting, entstehen in einem fünfstufigen Prozess und am besten für mehrere "Vogue"-Märkte, damit die Profitabilität stimme. Für Ideen hat das Team u.a. Menschen aus der Modebranche gefragt, welche Probleme sie haben.
digiday.com, turi2.de (Background)

Zitat: Er ist nicht zum "Recherchegegner" gewechselt, sagt Michael Manske.

"Ich bin hart und kritisch. Aber ich habe nicht das Verständnis, dass ich der Journalist bin und draußen meine Gegner rumlaufen."

Ex-"Bild"-Reporter Michael Manske will auch als Krisen-Kommunikator bei VW kritische Fragen stellen. Er widerspricht im "medium magazin" Kai-Hinrich Renners Darstellung, er wechsle zum "Recherchegegner".
mediummagazin.de, turi2.de (Background)

Springer baut "Business Insider" in Deutschland aus.


Busy, busy: Springer baut die deutsche Redaktion des "Business Insider" aus und zieht damit nach Berlin. Nach der Aufbauphase unter dem Dach der Firma Finanzen.net in Karlsruhe bekommt die Marke eine eigene GmbH. Romanus Otte (Foto links), 56, und Jakob Wais (Foto rechts), 30, führen sie. Gemeinsam verantworten sie als Executive Publishers Inhalte, die Produktentwicklung und die Geschäftsführung. Sabrina Hoffmann, 33, bleibt Chefredakteurin.

Otte war bei Springer mehrere Jahre für die digitalen Angebote der "Welt" verantwortlich, zuletzt koordinierte er international Zusammenarbeit und Wissensaustausch. Wais war zuletzt bei "Bild" verantwortlich für strategische Entwicklung und Distribution. "Business Insider" soll auch in Deutschland führende Marke des Wirtschaftsjournalismus werden. – Und für Springer das Risiko einer erlösschwächelnden "Bild" minimieren, prognostizierte u.a. Ulrike Simon schon 2018.
axelspringer.de, turi2.de (Background)

Russland erlässt härtere Strafen gegen Verbreiter von Fake News.

Russland ändert das Gesetz, um besser gegen Fake News vorgehen zu können. Strafen liegen nun zwischen 400 und 20.000 Euro. Kritiker befürchten, der Staat wolle auch unliebsame Inhalte unterdrücken. Russland wirft v.a. westlichen Medien vor, Fake News zu verbreiten. Die Strafen für Äußerungen die "dem Ansehen staatlicher Symbole und Institutionen" schaden, wurden um das Zwanzigfache erhöht.
derstandard.at

Meinung: Julian Reichelt sollte nicht über Moral im Boulevard sprechen.

Julian Reichelt spricht bei einer Podiumsdiskussion des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma über Ethik und Moral im Boulevard, kritisiert Mario Damolin. Der "Bild"-Chef inszeniere ein "einwandfreies Schmierenkabarett", der Rest des Podiums inklusive des Moderators ließen ihn weitgehend unkommentiert reden und sich das Wort von ihm nehmen. Das Publikum sei "gefangen in einem Setting des Anstands und des Unkundigen."
kontextwochenzeitung.de

"taz" gründet Team für Zukunftsprojekte mit fünf Mitarbeitern.

In Zukunft: Die "taz" gründet ein Konzeptteam, die fünf Mitarbeiter sollen sich um Zukunftsprojekte kümmern und dabei den Innovationsreport berücksichtigen. Bis Anfang 2021 soll u.a. die Weiterentwicklung der "taz" im Netz, der Wochenendausgabe und der App stehen. Luise Strothmann übernimmt die Produktentwicklung der "taz" im Netz, Jürn Kruse das Community-Management, Jörg Kohn die "taz am Wochenende". Lena Kaiser und Jan Kahlcke verantworten die Entwicklung der täglichen App.
per Mail, turi2.de (Background)

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iPhone war gestern: Das Geschäft mit Apple Pay, iTunes und Co. könnte bis 2023 etwa 100 Mrd Dollar Umsatz generieren – pro Jahr. Vielleicht auch mit einem Dienst, den es bis heute noch gar nicht gibt: einem "Netflix des Journalismus". Wie Apple mit Journalismus Geld verdienen will, steht auf editorial.media.

"medium magazin": "WAZ" stemmt sich mit Online-Strategie gegen Auflagenschwund.

WAZ verliert sowohl Print-Auflage als auch Personal und versucht deshalb, mit Paid Content und einer User-First-Strategie im Lokalen gegenzusteuern, schreibt das "medium magazin". Viele Inhalte wandern online hinter die Paywall, in NRW gewinnt die "WAZ" laut Chefredakteur Andreas Tyrock täglich rund 50 neue Digital-Abos. Reporter und Editoren arbeiten getrennt, die Reporter sollen nur schreiben, mit Fokus auf die Online-Kanäle. Befreit von Produktion und Redigierarbeit könnten sie so mehr und längere Geschichten liefern.
presseportal.de, turi2.tv (6-Min-Video mit Andreas Tyrock 1/2019)

Aus dem turi2.tv-Archiv (01/2019): "User First": Chefredakteur Andreas Tyrock zeigt die neue "WAZ"-Redaktion in Essen.

Meinung: Jeder kleine Fehler wird zum Relotius-Fall hochgebauscht.

Journalismus: Wann immer Journalisten ein noch so kleiner Fehler passiert, sehen Kritiker den nächsten Relotius-Fall, schreibt Boris Rosenkranz (Foto). "Achgut"-Autor Bernhard Lassahn diffamiere Heribert Prantl als den "wahren Relotius", der die Wahrheit verachte. Prantls pastorale Art müsse nicht allen gefallen, doch Lassahn, der auch für "rechte Wutportale" schreibe, sei an "Krawall und Spaltung", statt an einer ernsthaften Diskussion interessiert.
uebermedien.de, achgut.com (Prantl-Kritik)

"Zeit" trennt sich von freiem Mitarbeiter, der auch beim "SZ-Magazin" fälschte.


Kein Einzelfall: Die "Zeit" trennt sich von einem freien Mitarbeiter, in dessen Texten mehrere Fehler aufgefallen sind. Es ist derselbe Mitarbeiter, den auch das "SZ-Magazin" gefeuert hat, weil er eine Protagonistin erfunden hatte. Meedia schreibt, auch der "Spiegel" habe sich von ihm getrennt. Von rund 40 Texten, die der Autor zwischen 2015 und 2018 für die "Zeit" und Zeit Online geschrieben hat, gebe es in elf Texten "Schludrigkeiten und Unsauberkeiten", aber auch Fehler, die offenbar "die Dramaturgie der Beiträge unterstützen sollten".

Der Autor habe den Zeit-Verlag selbst kontaktiert und bei der Überprüfung aktiv unterstützt. Er beteuere, dass alle Fehler in seinen Beiträgen ohne Täuschungsabsicht entstanden seien. Meedia entdeckt eine weitere Unregelmäßigkeit: Der Autor habe die gleiche Geschichte im "Spiegel" und im "Tagesspiegel" in unterschiedlichen Versionen erzählt.
blog.zeit.de, meedia.de, turi2.de (Backround)

Zitat: Paul-Josef Raue warnt Reporter, in literarischen Bildern zu schwelgen.

"Der Reporter erschafft nicht die Welt, er erfindet sie nicht, er recherchiert und erzählt, wie sie ist."

Paul-Josef Raue schreibt 100 Tag nach der Aufdeckung des Relotius-Skandals bei kress.de, dass Reporter nicht der Versuchung erliegen sollten, in literarischen Bildern zu schwelgen. Je mehr das Erzählte die Leser packe, desto distanzierter müsse die Sprache sein.
kress.de

"Journalist": "Flensburger Tageblatt" will zwangsversetzten Lokalchef rausschmeißen.

Flensburger Tageblatt kündigt seinem Lokalchef Carlo Jolly nach Protesten und einem Prozess gegen seine Zwangsversetzung, berichtet Lars Radau. Jolly wurde vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z) nach Husum abkommandiert, der DJV vermutete eine Strafe für "unliebsame Berichterstattung". Eine Richterin machte die Versetzung rückgängig. Zwölf Tage nach dem Urteil kündigt der Verlag Jolly "verhaltensbedingt" und mit sofortiger Freistellung. Jollys Kollege Holger Ohlsen einigt sich mit dem Verlag und geht, Joachim Pohl kämpft weiter gegen seine Versetzung.
"Journalist" 3/2019, S. 7 (Paid), turi2.de (Background)

Ägyptischer Fotograf Mahmoud Abu Zeid ist auf freiem Fuß.

Ägypten: Fotojournalist Mahmoud Abu Zeid, auch bekannt als Shawkan, kann das Gefängnis nach rund sechs Jahren verlassen. Er war 2013 am Rande von Protesten festgenommen worden, Behörden warfen ihm terroristische und kriminelle Aktivitäten vor. Shawkan steht weiter unter polizeilicher Beobachtung und muss seine Nächte auf der Polizeiwache verbringen.
theguardian.com

Kurze Sätze sind besser als kunstvolle, rät Froben Homburger.

Nachrichtensprache ist oft zu verkrampft, meint Froben Homburger, Nachrichtenchef der dpa. Im Zweifel seien Subjekt-Prädikat-Objekt-Sätze besser als kunstvolle. Bei juristischen Themen könnten zumindest Substantivierungen weg. Fehlende Zeit lässt er nicht als Argument gelten: Besonders dann formuliere man mündlich klar – der gedachte Küchenruf helfe, Themen schriftlich auf den Punkt zu bringen.
uebermedien.de

"Ein gesellschaftliches Phänomen" – Benedikt Wenck ist E-Sport-Koordinator der dpa.


Der will nicht nur spielen: Benedikt Wenck ist E-Sport-Koordinator der dpa. Im Sportressort kümmert er sich um die Profi-Athleten an der Tastatur. Wenck erläutert im Video von Horizont und turi2.tv, weshalb virtuelle Ballerspiele mehr als Freizeitvertreib sind: Profis verdienen Millionen – und pushen sich teils durch Doping. Wenck sagt: "Über gesellschaftliche Phänomene sollten wir ernsthaft berichten."

Die dpa bietet Online-Medien einen Newsfeed zu E-Sport-Themen an, bis Februar zum Testen kostenlos. "Bild" und "Mindener Tageblatt" probierten die neuen News von der nüchternen Nachrichtenagentur aus. Wenck ist selbst Zocker und beobachtet die Szene schon lange. Ein interner Blog-Beitrag löste seine Beförderung zum journalistischen Kapitän für digitale Leibesübungen aus.
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)

Korrektur:


Übermedien zweifelt an angeblich exklusiven Star-Interviews.

Übermedien verdächtigt einen Promi-Interviewer, bei anderen Medien plagiiert zu haben: Der betreffende Journalist habe in "etlichen" Interviews teils wörtlich "Sätze und Passagen" stehen, die denen in Interviews in der "New York Times", dem "Independent" und Condé Nasts "Bon Appetit" gleichen. Der überraschend unbekannte Journalist habe vor allem in Bauer-Zeitschriften veröffentlicht. Eine Sprecherin sagt gegenüber Übermedien, mit den Interviews sei "alles in Ordnung".
uebermedien.de

Meinung: Journalisten sollten digitale Bezahlmodelle fördern statt untergraben.

Journalisten sollen sich nicht über mangelnde Zahlungsbereitschaft bei Lesern beschweren, solange sie selbst bei der Ware der Kollegen knausern, ärgert sich Ulrike Simon. Schlimmer noch sei, wenn auf sie kostenpflichtige Inhalte nicht verlinkten. Kollegen hätten ihren Scoop über DuMonts Regionalzeitungs-Verkaufspläne nicht verlinkt, dabei ist Horizont+ nichtmal kosten-, sondern nur registrierungspflichtig.
spiegel.de/plus (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Das Image der Tech-Industrie in den Medien hat sich verschlechtert.

Tech-Konzerne kommen in der Berichterstattung deutlich schlechter weg als zu Beginn des Jahrtausends, behauptet Media Tenor. Die Schweizer haben tausende Berichte aus TV und Presse in den USA, Großbritannien und Deutschland untersucht. Ihnen zufolge sei die Informationstechnik bis 2015 überwiegend positiv dargestellt worden, vor allem seit 2017 sei die Berichterstattung deutlich negativer geworden. Dazu hätten vor allem Datenskandale und Hacks beigetragen.
heise.de

Trump verwehrt kritischen Journalisten Zutritt zum Diktatoren-Dinner.

Donald Trump, Führer der freien Welt, sperrt vier Journalisten von seinem Dinner mit Diktator Kim Jong Un aus. Reporter von AP, Bloomberg, "Los Angeles Times" und Reuters müssen draußen warten. Fotografen, Kameraleute und nach Protesten eine "Wall Street Journal"-Reporterin dürfen rein. Mehrere Journalisten hatten sich zuvor erdreistet, ihre Arbeit zu tun und Trump Fragen zu stellen.
tagesschau.de

Meinung: Das Japan-Freihandelsabkommen wurde in den Medien zu wenig beachtet.

Vergessene Nachrichten: Das Freihandels­abkommen der EU mit Japan führt die diesjährige Liste der wichtigen, aber zu wenig in den Medien beachteten Themen an, die der Deutschlandfunk und Initiative Nachrichtenaufklärung heute veröffentlicht haben. Auf Platz 2 führen steht die Sammlung von Fluggastdaten in der EU, gefolgt von der Völkerrechtlichen Bewertung der Situation in Venezuela. In den Top 10 seien die Themen Gesundheit und Datenschutz sowie die Zusammenarbeit innerhalb der EU stark vertreten.
derblindefleck.de

Meinung: Bezos hat die US-Öffentlichkeit für sich gewonnen, schreibt Roland Lindner.

Amazon: Jeff Bezos (Foto) hat beim Erpressungsvorwurf mit der Flucht nach vorn die öffentliche Wahrnehmung zu seinen Gunsten gedreht, schreibt Roland Lindner in der "FAS". Dass er seiner Frau untreu war, sei in den Hintergrund gerückt. Stattdessen habe Bezos die Rolle eines Opfers übernommen und inszeniere sich als Kämpfer für die Pressefreiheit.
"FAS", S. 24 (Paid), turi2.de (Background)

Theo Koll zieht Positives aus der Niederlage bei der RBB-Intendantenwahl 2016.

Politikberichterstattung: Theo Koll hat seine Niederlage bei der RBB-Intendantenwahl 2016 abgehakt, sagt der künftige "Berlin direkt"-Moderator im "Tagesspiegel"-Interview. Alles im Leben sei "für irgendetwas gut" und Journalismus seine "eigentliche Leidenschaft". Koll wolle im ZDF-Hauptstadtstudio "kritisch, aber verbindlich" die Politiker interviewen.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

"Zeit" findet Fehler in Texten des umstrittenen Autoren.

Zeit findet Fehler in etwa einem Drittel von rund 50 Texten, die jener Journalist geliefert hat, der mit einer Fälschung beim "SZ Magazin" aufflog. Die Fehler seien keine erfundenen Personen oder Orte, sagt Chefreporter Stefan Willeke. Derzeit bewerte die "Zeit", ob die gefundenen Fehler System haben oder entschuldbar sind. Dem "SZ Magazin" war in einem Text des Reporters eine erfundene Protagonistin aufgefallen, noch bevor er erschienen ist.
"Süddeutsche Zeitung", S. 23, turi2.de (Background)