AP entschuldigt sich für einen Tipp in ihrer Stilfibel.

Die Entschuldigung: Die Associated Press entschuldigt sich nach Kritik im Netz dafür, bei ihrem Stylebook-Account vor der Benutzung des Begriffs "die Franzosen" gewarnt zu haben. Den Tweet dazu habe man gelöscht. "Die"-Begriffe für jedes Volk könnten entmenschlichend klingen, begründet AP die vorherige Warnung. Man solle daher verallgemeinernde Bezeichnungen vermeiden.
spiegel.de, twitter.com


Basta: Franca Lehfeldt verwechselt die Rote Armee mit der RAF.

Geschichtsträchtiger Fehler: Welt-TV-Moderatorin Franca Lehfeldt bringt am Holocaust-Gedenktag die Soldaten der Roten Armee mit der linksextremen Terrororganisation RAF durcheinander. In einer Anmoderation sagt sie: "Heute vor 78 Jahren befreite die Rote Armee Fraktion die Überlebenden des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz." Im Netz erntet sie dafür Spott – für viele ist das wohl ein im wahrsten Sinne des Wortes historischer Versprecher.
t-online.de, twitter.com


Zahl des Tages: Der Staat kommt für 253 Entschädigungen nach der Corona-Impfung auf.

Zahl des Tages: Bisher 253 Anträge auf Entschädigung wegen seltenen, schweren Nebenwirkungen der Corona-Impfung haben die Bundesländer bewilligt, meldet die "WamS". Die meisten Anträge, 61, winken die Versorgungsämter in Bayern durch. Bundesweit sind 1.808 Anträge abgelehnt worden. Je nach Schweregrad der Schädigung zahlt der Staat eine Grundrente zwischen 164 und 854 Euro.
welt.de (€), n-tv.de

Lese-Tipp: Der “Spiegel” liefert ein düsteres Stimmungsbild zur Fusion von G+J mit RTL.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" sammelt negative Stimmen zur Fusion von Gruner + Jahr mit RTL. G+J habe "im Dornröschenschlaf die Digitalisierung verpennt", meint etwa ein RTL-Beschäftigter: "Die saßen in ihrem Schloss und dachten, es gibt nur Print." Die G+J-Leute in Hamburg schieben Bertelsmann die Schuld in die Schuhe: Der Konzern habe immer nur Geld aufgesaugt; beim "stern" hätte die Strategie nur darin bestanden, zu sparen. Ein früherer G+J-Chefredakteur vergleicht die Strategie der ehemaligen Chefin Julia Jäkel mit einer Achterbahnfahrt: "Man bekam davon ein Schleudertrauma."
spiegel.de (€)

Zitat: Es braucht eine “gewisse Grund­überzeugung”, um lange bei der “taz” zu bleiben, sagt Klaus Hillenbrand.

"Es gibt viele Kollegen, die sehr, sehr gut sind und waren und noch besser geworden sind bei der 'taz', die sie am Anfang sozusagen als Sprosse auf der eigenen Karriere­leiter benutzt haben."

Das "taz"-Urgestein Klaus Hillenbrand sagt im Übermedien-Interview, dass es eine "gewisse Grund­überzeugung" braucht, um lange bei er Tages­zeitung zu bleiben. Er selbst hat dort 1983 angefangen.
uebermedien.de (€)

Meistgeklickter Kopf gestern war Julia Jäkel.

Meistgeklickter Kopf gestern war Julia Jäkel. Sie war von 2013 bis 2021 CEO von Gruner + Jahr – jenem Verlag, der inzwischen zu RTL gehört und bei dem bis auf den "stern" etliche Titel zur Disposition stehen. Am Freitag war bekannt geworden, dass Bertelsmann wohl bis zum 15. Februar darüber entscheiden will.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 27.1.2023)

Basta: Bayern-Trainer Julian Nagelsmann kriegt die Tür nicht auf.

Tag der geschlossenen Tür: FC-Bayern-Trainer Julian Nagelsmann kann die Pressekonferenz nicht verlassen, die Tür aus dem Medienhaus will einfach nicht aufgehen. Einer Person auf der anderen Seite ruft er zu: "Da ist links eine Taste, ne, rechts". Alternativ hätte sich die Tür bestimmt auch mit dem magischen Satz "Ich bin ein Star-Trainer, holt mich hier raus" öffnen lassen.
rtl.de (mit 40-Sek-Clip)

Die Compliance-Prüfung beim RBB zieht sich noch weiter in die Länge.

RBB-Krise: Die Compliance-Prüfung der vom Sender beauftragten Anwaltskanzlei Lutz/Abel dauert noch mindestens drei weitere Monate, kündigt die Vorsitzende des Verwaltungsrats, Dorette König, bei der Sondersitzung des Rundfunkrats an. Einige Mitglieder des Kontrollgremiums fordern angesichts hoher Kosten den vorzeitigen Abbruch der Prüfung. Ursprünglich sollte der Abschlussbericht Ende 2022 fertig sein. Zudem widerspricht die Kanzlei Medienberichten und teilt mit, einen reduzierten Stundensatz von 300 Euro statt von bis zu 500 Euro vereinbart zu haben. Auch dass Anwälte Leistungen für die General­staats­­anwaltschaft erbringen würden, bestreitet die Kanzlei. Bis Ende November habe man dem RBB rund 980.000 Euro in Rechnung gestellt.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Langjähriger “Geo”-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede kritisiert den Umgang von Thomas Rabe mit den G+J-Titeln.


Abrechnung von einem alten Hasen: In einem offenen Brief geht Peter-Matthias Gaede, von 1994 bis 2014 Chefredakteur der "Geo", hart mit dem Bertelsmann-Chef Thomas Rabe ins Gericht. Vor der Fusion von Gruner + Jahr und RTL habe Rabe zunächst alles Mögliche versprochen, doch "nicht einmal einen Wimpernschlag" später sei davon keine Rede mehr gewesen, heißt es darin laut der "FAZ". Es gebe "keine Synergien zwischen 'Bauer sucht Frau' und 'art', zwischen 'Bachelor in Paradise' und '11 Freunde'". Bei Bertelsmann sei zudem in Vergessenheit geraten, was auf CEO-Ebene noch als Verantwortlichkeit für eine "vierte Gewalt" im Staat verstanden werde. Gaede ist seit 2018 stellvertretendes Vorstandsmitglied von Unicef Deutschland. 1983 kam Gaede zu “Geo”, 1994 bis 2014 war er Chefredakteur. Bis auf den "stern" stehen alle G+J-Titel auf dem Prüfstand, bis spätestens 15. Februar sollen laut "Hamburger Abendblatt" Entscheidungen fallen. Auf "FAZ"-Anfrage sagt RTL, dass es zurzeit keinerlei Gespräche oder Verhandlungen mit Interessenten gebe.
faz.net, turi2.de (Background)
(Foto: IMAGO / epd)

“Bild”: Auch die Bundestag-Website ist Opfer eines Cyberangriffs geworden.

Digitaler Krieg: Cyberkriminelle wollten mit einer DDoS-Attacke auch den Internet-Auftritt des Bundestags lahmlegen, berichtet "Bild". Durch den IT-Abwehrschirm des Bundestages sei die Website aber durchgängig abrufbar gewesen. In einer internen Mail verweist die Unterabteilung IT auf die "pro-russisch verortete Hackergruppe Killnet", die zuvor größere Angriffe auf deutsche Behörden angekündigt hatte.
bild.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Warum ChatGPT ein “selbstbewusster Bullshitter” ist.

Hör-Tipp: Der KI-Bot ChatGPT ist ein "sehr selbstbewusster Bullshitter am Ende des Tages", sagt Johannes Klingebiel, Programm-Manager beim Media Lab Bayern, im Podcast der Medientage München. Der Chatbot habe "keinen Bezug zur Wahrheit", sondern nur zu seiner eigenen Datenmenge. Dadurch würde er gerne einigen "Unsinn" produzieren. Den klassischen Journalismus sieht Klingebiel nicht in Gefahr: Es gebe "wahnsinnig viele Arbeitsschritte", die Systeme wie ChatGPT nicht übernehmen können, etwa Recherchieren oder Interviews führen.
thisismedianow.podigee.io (46-Min-Audio)

“Standard”: Hanna Kordik soll Chefredaktion der “Presse” übernehmen.

Kommt Kordik? Die Wirtschafts-Ressortleiterin der "Presse", Hanna Kordik, soll neue Chefredakteurin der österreichischen Tageszeitung werden, meldet "Der Standard". Als Vize-Chefs sollen Florian Asamer und Christian Ultsch fungieren. Der bisherige Chefredakteur Rainer Nowak war im November wegen zu großer Regierungsnähe zurückgetreten, Asamer ist seitdem interimistischer Chefredakteur.
standard.at, turi2.de (Background)

“taz”: Olaf Scholz soll bei Republica Linda Zervakis als Interviewerin ausgesucht haben.

Wahl ohne Qual: Für seinen Auftritt bei der Digital­messe Republica im Juni 2022 soll Kanzler Olaf Scholz Moderatorin Linda Zervakis als Interviewerin "ausgesucht und engagiert" haben, schreibt die "taz". Das Kanzler­amt habe dies dem Veranstalter zur Bedingung gemacht. Zervakis lässt über ihr Management mitteilen, sie habe für den Auftritt kein Honorar erhalten. Das Podiums­gespräch wurde im Nachhinein u.a. von der "Wirtschafts­woche" als "inhaltsleer" beschrieben.
taz.de, spiegel.de

Dunja Hayali moderiert ab 20. Februar beim “heute-journal”.

Kann auch abends: Dunja Hayali moderiert ab 20. Februar das "heute-journal" im ZDF, teilt der Sender mit. Sie werde künftig rund 40 Mal im Jahr für das Magazin vor der Kamera stehen. Haupt-Moderatorinnen bleiben Marietta Slomka und Christian Sievers. Hayali war von 2007 bis 2010 schon einmal beim "heute-journal". Sie moderiert zudem das "Morgenmagazin" und das "Aktuelle Sportstudio".
presseportal.de, dwdl.de

epd: ARD und ZDF legen TV-Programmanalyse auf Eis.

Altlast? ARD und ZDF pausieren ihre Programm­analyse 2023, erfährt epd. Demnach wollen beide beraten, ob sie die seit 1985 erhobene Beobachtung, die Inhalte und journalistische Angebote öffentlich-rechtlicher und privater TV-Sender vergleicht, 2024 fortführen. Das ZDF begründet den Schritt damit, im Non-Linearen stärker forschen zu wollen. Mit der ARD sei u.a. ein Forschungs­projekt zu den Angebots­strukturen von Media­theken und Streaming-Diensten in Auftrag gegeben worden.
"epd medien aktuell" vom 27.01.2023 (€)

Russland erklärt unabhängiges Online-Medium Medusa für “unerwünscht”.

Russland erklärt das unabhängige kremlkritische Online-Magazin Medusa, das von Lettland aus arbeitet, für "unerwünscht". Neben den Betreiberinnen können damit in Russland auch Journalistinnen der Seite strafrechtlich verfolgt werden. Auch das Teilen von Medusa-Inhalten ist nun verboten – selbst wenn dies schon Jahre zurückliegt. Die Redaktion kündigt an, trotz Angst weiterzumachen.
standard.at, faz.net, meduza.io (FAQ zum Verbot), meduza.io (Reaktion)

“Abendblatt”: Bertelsmann hat sich 15. Februar als Frist für G+J-Entscheidung gesetzt.

Oh Unhappy Day? Bertelsmann will bis spätestens 15. Februar über die Zukunft der G+J-Titel entscheiden, berichtet Lars Haider im "Hamburger Abendblatt". Nach der Übernahme durch RTL steht fast die gesamte Zeitschriften-Sparte des Hauses zur Disposition, darunter renommierte Titel wie "Brigitte" oder "Geo". Sicher soll allein der "stern" sein.
abendblatt.de

Zitat: Insbesondere Frauen müssen ihre Bedürfnisse artikulieren, sagt Judith Wiese.

"Wenn es irgendetwas gibt, das jeder Mensch finden sollte, und vielleicht insbesondere Frauen, ist es das Wissen, was einem selbst guttut und was nicht. Und die Fähigkeit, das zu artikulieren."

Siemens-Vorständin Judith Wiese rät im großen Interview in der turi2 edition #20, seine eigenen Bedürfnisse "einmal laut auszusprechen".
turi2.de, issuu.com (im kostenlosen E-Paper lesen), turi2.de/bestellen (E-Paper abonnieren)

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

Zitat: Für Peter Lewandowski wäre der Verkauf von G+J-Titeln eine “verlegerische Sünde”.

"Diese starken Marken anderen zu überlassen, sehe ich als verlegerische Sünde."

Peter Lewandowski, ehemals Chefredakteur und Mitherausgeber bei Gruner + Jahr, wünscht sich im "Clap"-Interview, dass Bertelsmann die G+J-Printtitel statt abzustoßen "konstruktiv wieder mit Leben füllt". Nicht alles müsse "mit dem Fernsehen synchronisiert werden".
clap-club.de

Linken-Chef fordert “Abkühlungs­phase” für Medien­schaffende, die in die Polit-PR wechseln.

Mindestabstand: Linken-Chef Martin Schirdewan fordert im "Spiegel" eine "Abkühlungs­phase" für Journalistinnen, die PR-Posten in der Regierung über­nehmen. Hinter­grund ist der Wechsel von ARD-Reporter Michael Stempfle in die Kommunikations­abteilung des Verteidigungs­ministeriums. Er hatte kurz zuvor noch in einem Beitrag ein Loblied auf den neuen Verteidungs­minister Boris Pistorius gesungen. Das hat "mehr als ein Geschmäckle", findet Schirdewan. Stempfle sagt, die Gespräche über seinen Wechsel hätten erst nach Erscheinen des Artikels statt­gefunden.
spiegel.de, turi2.de

Willkommen im Club: Giny Boer.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Giny Boer ist Chefin von C&A Europe. In ihrem Gast­beitrag in der turi2 edition #20 beschreibt sie, wie in ihren Augen Konsum und Nach­haltigkeit zusammen­gehen können. Boer ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Boer), turi2.de

Alle Geschichten der turi2 edition #20 – direkt hier im Browser als E-Paper:

“Spiegel”: FischerAppelt berät Kai Gniffke.


Fishing for Compliments: ARD-Chef Kai Gniffke lässt sich in PR-Dingen noch bis Ende März von der Agentur Fischer­Appelt beraten, meldet der "Spiegel". Der SWR begründet das mit einem "umfang­reichen Reform­prozess" im Verbund, zudem sei der ARD-Vorsitz "deutlich früher als vor­gesehen" an Gniffke gegangen. Kosten nennt der Sender nicht. Die Autoren Alexander Kühn und Anton Rainer erinnern an eine Aussage Gniffkes aus dem Doppel-Interview mit Tom Buhrow Ende 2022. Darin hatte der Journalist prognostiziert, dass von der ARD-Reform Betroffene "jaulen und quieken" würden. Verdi hatte diese Wort­wahl kritisiert. Bei Fischer­Appelt arbeitet inzwischen u.a. Ex-ARD-Sprecher Birand Bingül.
"Spiegel" 05/23, S. 57, turi2.de (Doppel-Interview), turi2.de (Kritik an Gniffke)

Foto: Picture Alliance / dpa / Bernd Weißbrod

Basta: CSU-Gemeinderat zieht sich für Kurort-Werbung aus.

Feucht fröhlich: Um das Image des bayerischen Kurorts Bad Wies­see aufzupeppen, lanciert Gemeinde-Chef Hilmar Danzinger eine Werbe-Kampagne. Testimonial wird die "öffentlich­keits­wirk­samste Person des Tegernseer Tals": Lebemann, Unternehmer und CSU-Gemeinde­rat Christoph von Preysing. Der posiert dafür halbnackt vor einer Flasche Champagner in der Wanne. Zwecks musikalischer Untermalung eines möglichen Werbeclips müssen die Bayern nur bei Markus Söder anklopfen.
t-online.de, merkur.de, instagram.com (Motiv), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Wie ein KZ-Überlebender 1978 auf die “Bestie von Sobibor” traf.

Hör-Tipp: Zum Holocaust-Gedenktag hört Victoria Michalczak von NDR-Journalist Antonius Kempmann  im "11KM"-Podcast der "Tagesschau" die Geschichte des KZ-Überlebenden Stanislaw "Shlomo" Szmajzner. Kempmann rekonstruiert eine Begegnung zwischen Opfer und Täter, Jahrzehnte nach Kriegsende: 1978 trifft Szmajzner auf einer Polizeistation in São Paulo die "Bestie von Sobibór", Oberscharführer Gustav Wagner, wieder. Wagner – weiter überzeugter Nazi – wird für seine Taten nie verurteilt. Mit 69 liegt er tot in seinem Badezimmer.
ardaudiothek.de (23-Min-Audio), audiothek.de (Podcast-Reihe über Shlomo), ardmediathek.de (Film)

“Cicero”-Redakteur wirft NDR-Journalistin Interessenskonflikt vor.

Zu wenig Distanz? "Cicero"-Redakteur Ulrich Thiele wirft dem NDR vor, einen Interessenskonflikt der Journalistin Anette van Koeverden nicht transparent zu machen. Die landespolitische Berichterstatterin bei NDR 90,3 im Funkhaus Hamburg ist mit SPD-Politiker Andreas Rieckhof liiert, der als enger Vertrauter von Bundeskanzler Olaf Scholz gilt. Dennoch habe Van Koeverden im Wahljahr 2021 Scholz porträtiert und offenbar auch Anfragen zum Warburg-Skandal gestellt. Zudem habe sie die wirtschaftliche Lage des Hamburger Hafens kommentiert, "während ihr Lebensgefährte im Aufsichtsrat des Hafenbetreibers sitzt". Der NDR teilt mit, Van Koeverden habe den Sender Ende 2017 über ihre Beziehung zu Rieckhof informiert. Daraufhin habe man vereinbart, dass sie keine Zuständigkeit für die SPD Hamburg sowie die Ressorts Wirtschaft und Verkehrspolitik übernimmt.
cicero.de

Top-Job: Score Media Group sucht Product Manager (m/w/d).

Top-Job des Tages: Die Score Media Group sucht ab sofort in Düsseldorf oder München einen Product Manager (m/w/d). Gewünscht werden Möglich­macher*innen, die die Zukunft der cross­medialen Vermarktung der regionalen Tages­zeitung mit neuen Ideen und Begeisterung mitgestalten wollen. +++ Alle Top-Jobs unter turi2.de/jobs. Trag deine offene Stelle kostenlos unter turi2.de/join ein.

Gewerkschaften rufen zum Warnstreik beim RBB auf.

RBB: Die Gewerkschaften DJV und Verdi rufen alle festen und freie Beschäftigten heute seit 4.30 und noch bis 22.30 Uhr zum Warnstreik auf. Um 13 Uhr ist eine Kundgebung vor den RBB-Fernsehzentrum in Berlin geplant. Grund sind festgefahrene Tarifverhandlungen: Die Verhandlungs­kommission des RBB habe zudem mitgeteilt, dass sie derzeit kein Verhandlungs­mandat habe, da sich Intendantin Katrin Vernau noch ein Bild von der Lage des Senders machen müsse.
rbb24.de, t-online.de, bild.de

BGH-Urteil: Amazon haftet nicht für Inhalte von Affiliate-Websites.

Klicks frei Haftung: Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe schließt Amazon von der Haftung für die Inhalte externer Webseiten aus, die mit Werbe-Links auf den Online-Marktplatz verlinken. Geklagt hatte der Matratzenhersteller Bett1, dessen Matratze in einem fragwürdigen Produkt-Ranking mit Affiliate-Links zu Amazon beworben wurde. Der BGH bestätigt damit Urteile verschiedener Oberlandesgerichte.
sueddeutsche.de, t3n.de

Basta: Rod Stewart fordert Regierung zum Rücktritt auf, während er mit Modelleisenbahn spielt.

Feiner Zug: Popstar Rod Stewart ruft spontan in einer britischen Talkshow zum Zustand des Gesundheitssystems an und kritisiert die katastrophale Lage in englischen Krankenhäusern. Stewart, selbst lange Tory-Anhänger, macht die Tory-Regierung verantwortlich, fordert sie zum Rücktritt auf und bietet finanzielle Hilfe an. Geplant war der Telefon-Rant wohl nicht. Stewart habe die Sendung nur nebenbei verfolgt, während mit seiner Modelleisenbahn gespielt habe.
n-tv.de

Hör-Tipp: Werber Olaf Peters-Kim findet es nicht mehr zeitgemäß, Menschen Werbung aufzudrängen.

Hör-Tipp: Im Podcast der Medientage Mitteldeutschland sagt Olaf Peters-Kim, Geschäftsführer des Werbeunternehmens Welect, dass Choice-Driven-Advertising besser wirkt als andere datengetriebene Werbeformate. Es sei "nicht mehr zeitgemäß den Menschen, die Werbung aufzudrängen". Kampagnen, bei denen sich Nutzer aus mehreren Anzeigen eine bewusst auswählen, verminderten u.a. Streuverluste für die Werbetreibenden.
medientage-mitteldeutschland.de (13-min-Audio)

BSI meldet russischen Hacker-Angriff auf Websites deutscher Behörden und Unternehmen.

Cyberwar: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik meldet einen Hacker-Angriff auf die Websites deutscher Behörden und Unternehmen. Hinter der Attacke stecken offenbar russische Hacker, die mutmaßlich als Vergeltungsaktion für deutsche Panzerlieferungen an die Ukraine versuchen, deutsche Seiten von Flughäfen und Behörden vom Netz zu nehmen. Die Angriffe seien größtenteils abgewehrt worden, einige Websites vorübergehend nicht erreichbar.
spiegel.de, zdf.de

Deutsche Bahn plant autonome Shuttle-Dienste als Ergänzung zum ländlichen ÖPNV.

Verkehr auf Zuruf: Die Deutsche Bahn setzt auf dem Land als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr künftig verstärkt auf autonom fahrende Shuttle-Dienste. Der Plan sei es, bis 2030 rund 200 Mio Fahrgäste jährlich im Bedarfsverkehr zu befördern, kündigt die für den Regionalverkehr verantwortliche Konzernvorständin Evelyn Palla an. Bundesweit gibt es unter dem Namen Clevershuttle 18 Angebote mit Kleinbussen, die virtuelle Haltestellen auf Zuruf per App anfahren. Bisher steuern Menschen die Busse, bald sollen sie ohne Fahrer unterwegs sein.
faz.net

Telegram gibt kaum Nutzerdaten an Behörden weiter.

Anonymer Raum: Polizei und Justiz beklagen, dass Telegram kaum Daten zur Ermittlung von Tatverdächtigen rausrückt. Laut WDR und "Süddeutsche Zeitung" habe das BKA bei 230 Anfragen nur in 60 Fällen überhaupt eine Antwort erhalten. In gerade Mal 25 Fällen seien Daten übermittelt worden. "Wir kommen an Telegram nicht ran", kritisiert Christoph Hebbecker von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) der Kölner Staatsanwaltschaft. Immerhin die Löschanfragen deutscher Behörden werden inzwischen umgesetzt. Von 445 gemeldeten Fällen seien 419 strafbare Inhalte gelöscht worden.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Bund gibt 13,1 Mrd Euro für Impfdosen aus.

Zahl des Tages: Corona-Impfdosen im Wert von 13,1 Mrd Euro hat der Bund bisher geordert, geht aus einem Bericht von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hervor. Insgesamt seien über 672 Mio Impfdosen von unterschiedlichen Herstellern beschafft worden, deren Preise sich zum Teil erheblich unterscheiden. Auffällig sind die Preis­steigerungen mitten in der Pandemie von bis zu 50 %  von Moderna und Biontech/Pfizer.
tagesschau.de

“Kontraste”: Aufstand der Belegschaft war Auslöser für Trennung zwischen C.-H.-Beck-Verlag und Maaßen.

Rufschädigend? Auslöser für die Trennung zwischen dem C.-H.-Beck-Verlag und Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen war ein interner Aufstand der Belegschaft, berichtet das Polit-Magazin "Kontraste". Das Personal habe massiven Druck auf die Verlagsspitze ausgeübt und in einem Brief an die Leitung die Befürchtung geäußert, dass die weitere Zusammenarbeit mit Maaßen den Ruf des Verlages und ihre eigene berufliche Zukunft zerstören könnte. Grund war Kritik an Maaßens Mitarbeit am wichtigsten Grund­gesetz-Kommentar Epping/Hillgruber, für den er sich zum Asylrecht äußert.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Banken reichen Strafe wegen WhatsApp-Kommunikation an Belegschaft weiter.

Cashback: Die Bank Morgan Stanley reicht die von der US-Börsenaufsicht verhängte Millionenstrafe für den zu laxen Umgang ihrer Belegschaft mit WhatsApp-Chats zu geschäftlichen Angelegenheiten an ihre Mitarbeitenden weiter. Betroffende Banker müssen Bonuszahlungen von teils mehr als einer Million Dollar zurückzahlen. Die ebenfalls mit einer Strafe von 125 Mio Dollar belegte Deutsche Bank kündigt je nach Schwere der Verstöße disziplinarische Maßnahmen bis zur Kündigung an.
faz.net, turi2.de (Background)

Wirtschaftsministerium gibt Post mehr Zeit für Brief-Zustellung.


Schneckenpost mit Zustellgarantie? Das Wirtschaftsministerium hat am Donnerstag die Eckpunkte für ein überarbeitetes Postgesetz vorgelegt. Demnach bekommt die Deutsche Post künftig mehr Zeit für die Zustellung von Briefen, muss im Gegenzug aber sicherstellen, dass Briefe auch tatsächlich ankommen. Die bisherige Vorgabe, dass mindestens 80 % der Briefe am nächsten Werktag nach Briefkastenleerung ankommen müssen, hält das Ministerium für "wenig hilfreich".

Die Bundesnetzagentur erhält laut der Novelle mehr Befugnisse bei der Überwachung und Sanktionierung der Post. Zuletzt wurde das Postgesetz 1999 grundlegend überarbeitet. Mittlerweile habe sich der Anspruch dahingehend geändert, dass Verlässlichkeit vor Geschwindigkeit bei der Briefzustellung stehe. Anfang der Woche hatte die Deutsche Post eine "Welt"-Meldung postwendend dementiert, wonach sich das Unternehmen mit dem Rückzug von der flächen­deckenden Brief-Zustellung in Deutschland beschäftigt.
spiegel.de, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

“Welt”-Belegschaft äußert in offenem Brief Unmut über Kommunikation von Mathias Döpfner.

Wissen von nichts: Die "Welt"-Belegschaft äußert ihren Unmut über die Kommunikation von Mathias Döpfner in einem internen offenen Brief, der der "FAZ" vorliegt. Demnach heißt es in dem an den Springer-Boss gerichteten Schreiben, dass die "meisten Angestellten seit Jahren Real­lohn­verluste hinnehmen" müssten. Döpfner hatte in einem dpa-Interview von einem "außergewöhnlich erfolgreichen Jahr" für Springer gesprochen. Zudem haben seien Andeutungen einer "Digital only"-Zukunft und die "mögliche Trennung von Mitarbeitern" für Verunsicherung gesorgt. Auch die Geschäfts­führung sei davon "augen­scheinlich überrascht" gewesen. In einer E-Mail antwortet Döpfner, es bestehe ein Unterschied zwischen dem Unternehmens­wachstum des Springer-Konzerns und den Erträgen der "Welt". Den Vorwurf, intern nicht ausreichend kommuniziert zu haben, wehrt er ab.
faz.net

Hör-Tipp: Hadija Haruna-Oelker findet, der Kontext ist wichtiger als “die richtigen Wörter”.

Hör-Tipp: Die Buch­autorin, Journalistin und Moderatorin Hadija Haruna-Oelker hat "viele Sprachen, mit denen ich spreche", sagt sie im "Zeit"-Podcast "Alles gesagt?". Sie störe in Rassismus- oder Sexismus-Debatten der Gedanke: "Wenn man die richtigen Wörter sagt, dann macht man alles richtig." Es gehe eher darum, "den Kontext zu verstehen" sowie eine entsprechende Haltung zu haben "und dann justiert sich die Sprache".
zeit.de (565-Min-Audio)

“Reporter ohne Grenzen” und “Gesellschaft für Freiheits­rechte” reichen Beschwerde gegen BND-Gesetz ein.

Lässt zu wünschen übrig: Reporter ohne Grenzen und die Gesellschaft für Freiheits­rechte kritisieren, dass Journalistinnen nicht ausreichend vor der Überwachung des Bundes­nachrichten­dienstes geschützt seien. Zum zweiten Mal reichen sie eine Verfassungs­beschwerde gegen ein BND-Gesetz ein. 2020 wurden weite Teile der Auslands­überwachung bereits als rechts­widrig erklärt, die neue Version würde jedoch noch immer nicht den Anforderungen der Organisationen entsprechen.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Mein Podcast-Tipp: Christine Becker über “Cui Bono: Wer hat Angst vorm Drachenlord?”.


Kein Spiel: Christine Becker, Head of Podcasts bei der Deutschen Telekom, hört gerne Cui Bono: Wer hat Angst vorm Drachenlord?, weil der Podcast “jedem Einzelnen den Spiegel vorhält”. Khesrau Behroz und das Team von Studio Bummens erzählen darin die Geschichte des als “Drachenlord” bekannten YouTubers Rainer Winkler, der seit Jahren Cybermobbing ausgesetzt ist. Der Podcast verbinde eindrucksvoll gutes Storytelling mit gesellschaftlich relevanten Fragen, sagt Becker. Weiterlesen >>>