Publikumszeitschriften verloren in Januar und Februar laut Nielsen 5,2% ihres Werbeumsatzes.

Werbe-Umsätze: Laut Nielsen haben die Publikumszeitschriften in Deutschland in den ersten beiden Monaten 2019 rund 5,2 % ihrer Brutto-Werbeumsätze einbüßen müssen, rechnet Jens Schröder vor. Auch andere Print-Produkte, aber auch Desktop-Werbung hätten schlechtere Ergebnisse erzielt, insbesondere Mobil-Angebote hingegen zugelegt. Insgesamt sei der Werbemarkt stabil.
meedia.de

"Handelsblatt": Elf Verlage sind Mitglieder im Influencer-Abmahn-Verband VSW.

Influencer fürchten seit Monaten Abmahnungen des Verbandes Sozialer Wettbewerb (VSW) – hinter ihm stecken offenbar auch Zeitschriften-Verlage, recherchieren Catrin Bialek und Anna Gauto. Auf einer Mitgliederliste stehen elf Verlage, unter ihnen Klambt und Bauer. Sie teilen mit, den Abmahn-Verband nicht beauftragt zu haben. Der VSW geht gegen zahlreiche Influencer und deren Auftraggeber vor, der Vorwurf lautet auf Schleichwerbung. Ins Influencer Marketing fließt immer mehr Geld, während Zeitschriften Leser und Anzeigen verlieren.
"Handelsblatt", S. 22-23 (Paid), turi2.de (Background)

RTL Group meldet Umsatzplus und 350-Mio-Euro-Investition in Streaming.

RTL Group steigert den Umsatz 2018 um 2,1 % auf 6,5 Mrd Euro. Der Nettogewinn sinkt u.a. durch eine Abschreibung um 9,6 % auf 668 Mio Euro. 45,8 % des Umsatzes entfallen auf Werbung im klassischen Fernsehgeschäft, 15,1 % auf das Digitalgeschäft. Auch deshalb kündigt Group-Chef Bert Habets für die kommenden drei Jahre "mindestens 350 Mio Euro zusätzlich" in den Ausbau eigener Streaming-Dienste, davon 300 Mio Euro für eigene Inhalte in allen Genres.

Das Ergebnis der Mediengruppe RTL Deutschland geht um 10 Mio Euro auf 728 Mio zurück, was an geringeren Werbeeinnahmen liegt. Die Produktionsgesellschaft Fremantle entwickelt sich positiv, der deutsche Streaming-Dienst TV Now meldet 43,5 % mehr zahlende Abonnenten, zusammen mit dem niederländischen Pendant Videoland gibt es nun mehr als 1 Mio Abonnenten.
per Mail, dwdl.de, meedia.de, finanzen.net

"Zeit"-Anzeigenerlöse bleiben stabil bei 48 Mio Euro.

Zeit erlöst 2018 rund 48 Mio Euro aus Print-Anzeigen und ist damit gegen den Markttrend konstant, berichtet Roland Pimpl. Mit 18 Mio Euro ist allerdings auch Zeit Online konstant – ein Misserfolg im wachsenden digitalen Geschäft. Den Print-Erfolg führt Verlagschef Rainer Esser auf ein Ende des Hypes um TV und um digitales Targeting zurück – Umfeld zähle mehr.
"Horizont" 10/2019, S. 15 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt. (Dezember 2018)

Ex-RTL-Boss Gerhard Zeiler wird Sales-Chef von WarnerMedia.

WarnerMedia macht Ex-RTL-Group-Chef Gerhard Zeiler zum Vermarktungschef. In dieser Position leitet er die Sales-Aktivitäten, die vorher auf zwei Bereiche aufgeteilt waren. Zeiler war zuvor International-Chef. AT&T hat Time Warner übernommen und in WarnerMedia umbenannt – Teil der Gruppe sind die Filmstudios Warner Bros, CNN-Betreiber Turner und der Bezahlsender HBO.
derstandard.at, adage.com

ProSiebenSat.1 zieht bei seiner DOOH-Tochter 7Screen den Stecker.


Offscreen: ProSiebenSat.1-Vermarkter Seven One Media zieht sich aus dem Digital-Out-of-Home-Geschäft zurück, schreibt "Clap". Die 2016 gegründete Firma 7Screen werde in der bisherigen Form nicht fortgeführt. Hauptgrund für die Entscheidung sei der Verlust von Tank&Rast-Tochter Cittadino als Partner. Damit sei die Zahl der zu vermarktenden Bildschirme von rund 8.000 auf gerade einmal 1.200 gesunken. Aktuell nennt 7Screen noch Burger King und den Flughafen Köln-Bonn als Partner.

Ob für diese verbliebenen Aktivitäten die Marke 7Screen bestehen bleibe, sei noch unklar. Die beiden Geschäftsführer Jan Schwark und Stefan Krötz sollen ebenso wie die 20 weiteren Mitarbeiter neue Aufgaben bei Seven One Media angeboten bekommen. Einige seien jedoch bereits zu Goldbach, dem neuen Partner von Cittadino, gewechselt, schreibt "Clap".
clap-club.de, turi2.de (Background)

Jalag organisiert Führung neu, Alexander Uebel und 15 Vermarkter gehen.

Jahreszeiten Verlag sortiert seine sieben verbliebenen Marken in fünf Segmente. Je ein Publisher und ein Chefredakteur sind verantwortlich, berichtet Roland Pimpl. Sie unterstehen der Jalag-Geschäftsführung, die um Finanzchef Alexander Uebel schrumpft. 15 Mitarbeiter des Vermarkters Brand Media wechseln mit den sechs verkauften Zeitschriften zu Klambt. In den Außenbüros von Brand Media sollen Stellen wegfallen.
"Horizont" 9/2019, S. 12 (Paid), turi2.de (Background)

YouTube dreht pädophilen Video-Uploadern den Geldhahn zu.

YouTube reagiert auf ein Problem mit pädophilen Nutzern und schaltet Werbung im Umfeld von Millionen Videos ab. Große Marken wie Disney und Nestlé stoppten zuvor Werbung, weil sie fürchteten, damit sexualisierte Kinder-Videos zu fördern. Ein Video-Blogger hatte aufgezeigt, wie Pädophile YouTube nutzen, um sich Kinder in aufreizenden Posen anzusehen.
theverge.com, turi2.de (Background)

Deutsche Bahn startet ihren Media-Pitch.

Deutsche Bahn startet ihren im November angekündigten Media-Pitch. Die Leistungen werden in drei Losen vergeben: Klassik und Digital, Einzelmaßnahmen und Media-Mix-Modelling. Die Budgets reichen von dreistelligen Summen bei Einzelmaßnahmen bis zu einer Dachkampagne mit Investitionen im zweistelligen Mio-Bereich. Die Zusammenarbeit soll im Juli beginnen und ist auf zweieinhalb Jahre angelegt. Bislang war DB Media & Buch als Inhouse-Media-Agentur für den Einkauf von Media-Leistungen zuständig. Die neue Media-Einheit ist direkt im Marketing angesiedelt und steuert die externen Dienstleister.
wuv.de, deutschebahn.de (Ausschreibung), turi2.de (Background)

Kunden stoppen YouTube-Werbung wegen Pädophilie-Problem.

YouTube verliert – zumindest vorläufig – Werbung von Disney, Nestlé, Dr. Oetker und dem Videospiel-Macher Epic Games. Die Kunden pausieren ihre Spots, weil ein Video-Blogger pädophile Aktivitäten auf YouTube dokumentieren konnte. Der YouTube-Algorithmus empfiehlt demnach Videos, die junge Mädchen in sexuellen Posen zeigen. Pädophile tauschten sich in Kommentaren auf YouTube aus.
bloomberg.com, nytimes.com

Fußball verdient gut, Rummenigge sorgt sich ums Sponsoring.


Geldströme ausbalancieren: Die Champions League soll künftig wieder im Free-TV laufen, fordert Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandschef des FC Bayern München will "bei der Uefa alles in die Waagschale legen", damit ab 2021 mindestens ein Spiel pro Spieltag nicht hinter der Bezahlschranke läuft, um die Sponsoring-Erlöse nicht zu gefährden.

Die Champions League hat laut "Sport Bild" 84 % Zuschauer in Deutschland verloren, seit sich Sky und DAZN die Rechte teilen. Die Einnahmen durch die Verträge mit Bezahlsendern seien zwar die größten in der Fernsehvermarktung, den Clubs würden jedoch Einbußen im Sponsoring drohen. Bei einem solch drastischen Schwund an Zuschauern würden diese aber "nicht mehr ausreichend bedient".

Die DFL Deutsche Fußball Liga unterstreicht mit ihrem Wirtschaftsreport für die Saison 2017/2018 den Stellenwert des Sponsorings. Die mediale Verwertung mit Einnahmen aus der Vermarktung von Medienrechten ist mit 1,25 Mrd Euro, also einem Anteil am Gesamtertrag in Höhe von 32,7 %, deutlicher Spitzenreiter. Direkt gefolgt wird dieser Posten mit 22,9 % und 871,7 Mio Euro von Werbeeinnahmen, die sich u.a. durch Verträge mit Haupt- und Trikotsponsoren zusammensetzen.
sportbild.bild.de, dfl.de

Mitarbeit: Maria Gramsch

Amazons Werbegeschäft wächst rasant – und analog dazu die Gesamtbilanz.

Amazon erzielt 2018 mehr als 10 Mrd Dollar Umsatz durch Werbung. Im 4. Quartal wächst der noch junge Bereich um 95 %. Die Werbevermarktung ist damit eine der wachstumsstärksten Geschäfte, aber verglichen mit Googles erwartetem Umsatz von rund 135 Mrd Dollar noch winzig. Für das gesamte Unternehmen meldet Amazon 233 Mrd Dollar Jahresumsatz, ein Plus von 31 %, und einen verdreifachten Gewinn von 10,1 Mrd Dollar.
adage.com (Werbeumsatz), handelsblatt.com (Bilanz)

Accenture Interactive steigt ins Programmatic-Geschäft ein.

Accenture Interactive bietet künftig Programmatic-Werbung an. Nina Haller (Foto), 41, leitet das 15-köpfige Team. Sie kommt von Group M, dort leitet sie bisher das Programmtic-Geschäft und den Adtech- und Prozessbereich. Accenture Interactive will sich nicht auf ein Produkt konzentrieren, sondern beraten. Eigenen Einkauf bietet Accenture Interactive nicht an. Matthias Schrader, der Accenture Interactive leitet, hatte schon bei seiner Agentur Sinner Schrader mit Programmatic geliebäugelt, musste das Team damals aber wieder schließen.
horizont.net

Display-Werbung wird im 4. Quartal 2018 weniger oft wahrgenommen.

TV-Werbung im Fernseher 150Display-Werbung: Nur 52 % der ausgespielten Anzeigen wurden im 4. Quartal 2018 von Nutzern tatsächlich wahrgenommen, sagt eine Auswertung von Meetrics. Damit liegt der Wert deutlich unter dem des 3. Quartals von 62 %. Ein Grund hierfür sei die hohe Zahl an Anzeigen zur Weihnachtszeit, so dass auch schlechtere Anzeigenplätze gebucht würden, so Meetrics. Video-Ads erzielen hingegen mit 81 % Sichtbarkeit den besten Wert des Jahres.
horizont.net

Werbemarkt stagniert 2018.

TV-Werbung im Fernseher 150Werbemarkt stagniert im Jahr 2018, meldet "Horizont" mit Verweis auf Zahlen von Nielsen. Demnach betrugen die Werbeinvestitionen 2018 in Deutschland rund 31,66 Mrd Euro – was fast genau dem Wert von 2017 entspricht. Da die Zahlen auf den offiziellen Preislisten basieren, dürften die Netto-Ausgaben sogar rückläufig sein. Vor allem größere Unternehmen haben ihre Ausgaben reduziert. Mobile Werbung wächst weiter stark.
horizont.net

Alexander Adler leitet die digitale Vermarktung von "Eat Smarter".

Eat Smarter, Ernährungszeitschrift von Milchstraße-Gründer Dirk Manthey, engagiert Alexander Adler, 34, als neuen Leiter für die digitale Vermarktung. Adler kommt von Ganske, wo er unter anderem für die Vermarktung von Webseiten aus dem Jahreszeiten-Verlag zuständig war. Mantheys alter Weggefährte Martin Fischer mischt bei "Eat Smarter" inzwischen als Geschäftsführer mit.
per Mail, turi2.de (Background)

Serviceplan kooperiert mit Hakuhodo und Unlimited.

Serviceplan sowie die japanische Agenturgruppe Hakuhodo und die britische Unlimited Group arbeiten künftig strategisch zusammen. Die drei Partner wollen gemeinsame Teams in den Feldern Creative, Data Science, Technologie und Media aufbauen, um insbesondere bei datengesteuerten Themen bessere Angebote machen zu können. Serviceplan und Unlimited kooperieren bereits seit 2015.
serviceplan.com

Amazon startet Gratis-Streaming und entwickelt Dienst für Videospiele.

Streaming im Doppelpack: Amazon ergänzt seine Film-Datenbank IMDb um den werbefinanzierten Streaming-Dienst Freedive. Nutzer können, vorerst nur in den USA, ältere Serien wie "Fringe" und Filme wie "Last Samurai" kostenlos schauen. Parallel arbeitet Amazon an einem Dienst für Videospiele, berichtet "The Information". Nutzer sollen über die Plattform Spiele abrufen können – und in der Cloud spielen, statt Software herunterzuladen oder auf DVD zu kaufen. Amazon gehört bereits Twitch, die wichtigste Plattform für Livestreams in der Gaming-Gemeinde.

Das neu gestartete Video-Angebot von IMDb läuft im Web und über Amazon Fire TV. IMDb sitzt auf Millionen Daten zu Filmen und Schauspielern und gehört bereits seit 1998 zu Amazon – das damals noch ein kleiner Online-Laden für Bücher und DVDs war. Separat von IMDb bietet Amazon seinen Prime-Kunden den werbefreien Streaming-Dienst Prime Video an. Auch hier kommen die Filme aus der Cloud auf die Geräte der Nutzer – Amazon hat also reichlich Knowhow, auch für einen möglicherweise kommenden Streaming-Dienst für Spiele. Amazon ist nicht das einzige Unternehmen mit diesen Plänen: Microsoft und Google arbeiten an Angeboten und Sony betreibt bereits Playstation Now. (Fotos: Picture Alliance / Montage: turi2)
hollywoodreporter.com (Freedive), theinformation.com (Spiele-Streaming, Paid), theverge.com

"Jammern verboten": Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt.


Esser kann's besser: Bei der "Zeit" steigen die Umsätze, der Abonnenten-Stamm ist stabil. Geschäftsführer Rainer Esser steht als Person für diesen Erfolg und erläutert seine Rezepte im ausführlichen Interview von Peter Turi. Esser spricht über Diversität, Diversifizierung – und warum seine Journalisten keinen Grund zur Klage haben. Das Gespräch ist nun als Video verfügbar. Unten lassen sich einzelne Themen gezielt anklicken. Wer nur hören möchte, findet das Gespräch im turi2 podcast – sowie direkt bei Spotify und iTunes.

Rainer Esser spricht mit Peter Turi über ...

0:57 ... sich, seinen Job und 80-Stunden-Wochen

4:17 ... das Geschäft mit den "Zeit" Reisen

6:20 ... Unternehmenskultur und Diversität

7:20 ... die Bezahlung der (freien) Journalisten

9:00 ... seine weitere Karriere und die Holtzbrinck-Brüder

10:47 ... Profitabilität und Erfolg der Marke "Zeit"

16:12 ... den "Zeit"-Leser-Club als Wertegemeinschaft

22:56 ... Wochen-Frequenz und andere Faktoren für Erfolg

26:18 ... den Weg der Kunden-Gewinnung

29:38 ... das Geschäft mit Events und Konferenz

33:08 ... die steigende Bedeutung neuer Geschäftsfelder

34:47 ... Anzeigenschwund und neue Modelle im Werbegeschäft

39:27 ... Print-Zukunft und die "Zeit" im kleinen Format

turi2.tv (44-Min-Gespräch bei YouTube), turi2.de/podcast