turi2 edition #14: Tania Röttger setzt Fakten gegen Fake News.


Lügen-Detektorin: Tania Röttger entlarvt als Faktencheck-Chefin bei Correctiv Lügen und Falschmeldungen in sozialen Medien. In der turi2 edition #14 erklärt sie, dass sich Fake News heute besonders leicht verbreiten, weil Algorithmen Ängste lieben. Und sie gibt Tipps, die uns im Alltag helfen, nicht mehr auf Fälschungen reinzufallen. Lesen Sie den ganzen Beitrag hier im kostenlosen E-Paper oder als Online-Text.

Schröders Podcast & Baerbocks Chancen – so lief das Clubfrühstück mit Béla Anda und Ina Tenz.


Hören und wählen: "Der Wahlkampf wird vor allem digital", sagt Béla Anda, früher Regierungssprecher von Gerhard Schröder und heute Politik- und Kommunikations-Berater, im turi2 Clubraum. Beim Clubfrühstück am Sonntag haben Anda, die frühere Antenne-Bayern-Chefin Ina Tenz sowie turi2-Clubhouse-Redakteurin Tess Kadiri und Peter Turi über die Rolle von Audio-Formaten im kommenden Bundestagswahlkampf und die Chancen des Bewerbertrios gesprochen. Weiteres Thema des Talks ist der Podcast "Die Agenda" von Gerhard Schröder, den Tenz und Anda gemeinsam erfunden haben und der ein wachsendes Publikum findet. Tenz, in Andas Agentur ABC Communikation Audio-Chefin, freut sich über mehr als 250.000 Abonnentinnen und fast genauso viele regelmäßige Hörerinnen – "die Konvertierungsrate ist unglaublich".

Aber warum macht ein Altkanzler überhaupt einen Podcast? Für Anda ist das Format ein guter Weg zu zeigen, dass Gerhard Schröder für mehr steht als die Themen Putin, Nord Stream und Russland. Der These, dass Schröder mit seinen publizistischen Aktivitäten seinen Eintrag in den Geschichtsbüchern verändern will, widerspricht Anda dagegen. Anders als Helmut Kohl habe Schröder daran kein Interesse. Dass die Schröder-Podcasts als Zeitzeugnisse irgendwann mal für die Wissenschaft interessant werden könnten, kann Anda sich dagegen schon vorstellen. Tenz, die von Haus aus eher konservativ geprägt ist, interessiert sich für Schröders Blick auf die aktuelle Politik und gesteht: "Langsam werde ich zum Schröder-Fan."

"Ich glaube, dass sich die Audiowelt im Moment sehr stark verändert", sagt Ina Tenz. Sie beobachtet, dass neben dem Massenmedium Radio die Nischen blühen und wichtiger werden, sei es durch Podcasts, Nischensender oder Streamingdienste. Beide Expertinnen sehen viel Potential für Audio-Formate, auch im aktuellen Wahlkampf, aber nicht für jeden Politiker. So kann sich Anda einen Podcast mit Robert Habeck sehr gut vorstellen, Armin Laschet und Olaf Scholz findet er sperriger. Am Ende der Diskussion sind sich beide einig, dass aktuell Annalena Baerbock die größten Chancen aufs Kanzleramt hat, weil die Popularität der Grünen und die der Kandidatin zusammenkommen. Olaf Scholz würde den Direktvergleich mit Laschet und Baerbock zwar jeweils gewinnen, die Schwäche der SPD bremse den Kandidaten aber aus.
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Text: Markus Trantow

Kann Social Media Leben retten, Jörg A. Hoppe?


Digitaler Rettungsring: TV-Produzent Jörg A. Hoppe hat durch seine Krebs-Erkrankung selbst erlebt, dass soziales Miteinander ihm geholfen hat, schwere Krisen zu bewältigen. “Das Wissen um das ‘Wir’ hat mein Leben gerettet, schreibt er in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14. Er berichtet, wie er aus dieser Erfahrung heraus yeswecan!cer mitgegründet hat, ein Netzwerk von Krebskranken und Angehörigen, das hilft Leben zu retten. Lesen Sie den ganzen Beitrag hier im kostenlosen E-Paper oder als Online-Text.

turi2 edition #14: Kai Diekmann über Meer und Mehrwert.


Der alte Mann und das Mehr: Kai Diekmann hat als “Bild”-Chefredakteur einen Bundespräsidenten gestürzt – und sich nun als Social-Media-Experte neu erfunden. Im großen Interview für die turi2 edition #14 mit Peter Turi erklärt Diekmann, warum er sich in Social Media mit seinen Ziegen inszeniert und dass er den Begriff “Neuland” fürs Internet auch heute noch für berechtigt hält. “Historisch gesehen ist Social Media gerade mal fünf Minuten alt. Wir müssen alle noch lernen, wie wir damit leben und umgehen”, sagt Diekmann und verrät etwa, dass seine Teenager-Kinder keine privaten Fotos von sich hochladen dürfen. Lesen Sie das ganze Interview hier im kostenlosen E-Paper oder als Online-Text.

Muss jede Schauspielerin heute auch influencen können, Tobias Schiwek?


Gleich und gleich: Personen des öffentlichen Lebens beeinflussen andere und geben ihnen schon allein wegen ihrer Sichtbarkeit Orientierung, sagt Tobias Schiwek, Chef des Influencerinnen-Netzwerks Divimove von RTL. Dessen sollten sie sich bewusst sein: “Wer dir online folgt, der folgt dir auch ins Kino oder in deine neue Serie”, schreibt er in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14. Weiterlesen…

Jetzt lesen: Die turi2 edition #14 Social Media ist online!


Ich und die Anderen: Ab sofort können Sie die turi2 edition #14 Social Media kostenlos als E-Paper lesen. Bei fast 10.000 Meinungs­macherinnen flattert sie zeitgleich geruckt mit personalisiertem Cover in die Briefkästen. Auf 200 Seiten geht es um die Frage, was Instagram, Twitter und TikTok mit uns als Gesellschaft machen. Denn Social Media ist Selbstdarstellung und Vernetzung, Applaus und Shitstorm, Mutmacher und Nervtöter. Eine Bühne für das eigene Ich und den Rest der Welt. Auf 70 Seiten erklären wir im Buch die wichtigsten Plattformen und ihre Protagonistinnen. In sechs großen Interviews teilen Meinungs­macherinnen ihre Sicht auf die Social-Welt: PR-Mann und Ex-"Bild"-Chef Kai Diekmann, Digitalstaatsministerin Dorothee Bär, WDR-Journalistin Georgine Kellermann, YouTuber Leeroy Matata, Verlegerin Kemi Fatoba und SPD-Digitalo Carline Mohr.

Außerdem beantworten 33 kluge Köpfe aus Medien, Wirtschaft und Politik 33 Fragen zu Social Media, darunter Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter und hr-Programmdirektorin Gabriele Holzner. Das Buch ist eine Einladung, sich inspirieren zu lassen, Neues auszuprobieren – und auch mal auf Log-out zu klicken. Teilen ist in jedem Fall erwünscht. Viel Freude bei der Lektüre!
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Haben Influencerinnen ein Verfallsdatum, Oğuz Yılmaz?


Im Dutzend billiger: Z-Promis gibt es längst auch in der Social-Media-Welt, beobachtet Oğuz Yılmaz. Der ehemalige Y-Titty-YouTuber managt heute selbst Influencerinnen und sagt: Die wenigsten Sternchen auf Instagram oder TikTok machen sich “Gedanken um einen nachhaltigen Karriere- und Markenaufbau”. Dann ist der Weg zum Werbedeal für “dubiose Zahnaufheller” kurz, Rohrkrepierer lauern an jeder Ecke, schreibt Yılmaz in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Hier das kostenlose E-Paper vorbestellen.
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Kann Social Media Steuer-Software sexy machen, Claus Fesel?


Sharing in staubtrocken? Claus Fesel beschreibt die Genossenschaft Datev als Community, Mitarbeiterinnen als Corporate Influencerinnen. Der Marketing- und Event-Chef des Nürnberger Softwarehauses setzt früh auf Social Media: Auf Twitter ist Datev seit 2008, auf YouTube und Facebook seit 2009 unterwegs. Für Fesel sind die Netzwerke “eine Einladung zum Dialog”, der gar nicht langweilig sein muss, schreibt er in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Hier das kostenlose E-Paper vorbestellen.
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Wie ungesund ist Social Media für eine Tabakfirma, Claudia Oeking?


Qualmen und posten: Wer Zigaretten produziert und verkauft, sollte sich von Social Media lieber fernhalten? Das sieht Claudia Oeking anders. Für die Geschäftsführerin bei Philip Morris Deutschland sind Twitter oder Instagram “Spielwiesen” und “Labore”: “Hier versuchen wir, gesellschaftliche Veränderungen aufzunehmen und prüfen, welche Effekte sie auf uns haben”, schreibt Oeking in ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #14. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Hier das kostenlose E-Paper vorbestellen.
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Ist Social Media für Führungskräfte in der Wirtschaft nur Zeitverschwendung, Sebastian Matthes?


Sozial-mediales Management: “Ja, Social Media ist mitunter Zeitverschwendung”, gibt Sebastian Matthes in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14 unumwunden zu. Trotzdem glaubt der Chefredakteur des “Handelsblatts”, “eine Abstinenz kann sich keine Führungskraft mehr leisten”. Nirgendwo erreichten Firmenchefinnen Mitarbeiterinnen und Kundschaft besser und direkter als bei Twitter, Linked-in und Co, schreibt Matthes. Die turi2 edition #14 mit allen Gast­beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Hier können Sie das kostenlose E-Paper vorbestellen. Weiterlesen …

Gefährden Influencerinnen die Demokratie, Wolfgang M. Schmitt und Ole Nymoen?


Die neue Unmündigkeit: Die Buchautoren und Podcaster Wolfgang M. Schmitt (Foto, rechts) und Ole Nymoen haben keine hohe Meinung vom Influencer-Marketing als Werbegattung. In ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #14 werfen die beiden den Protagonistinnen vor, wirtschaftliche Interessen zu verschleiern und “jede Werbebotschaft als freundschaftlichen Rat” zu maskieren. Im Jahr der Bundestagswahl verheiße diese Erziehung zur Unmündigkeit nichts Gutes für die Demokratie. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Hier das kostenlose E-Paper vorbestellen.
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Ist Instagram der Jungbrunnen für Regionalnachrichten, Gabriele Holzner?


Sich immer wieder neu erfinden: Mit der “Hessenschau” erreicht Gabriele Holzner, Programmdirektorin und Vize-Intendantin des Hessischen Rundfunks, bei Instagram 200.000 Fans. In ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #14 erklärt sie, dass soziale Medien “insgesamt ein ganz wunderbarer Jungbrunnen für traditionelle Medienhäuser” sind, weil die Netzwerke sich ständig selbst neu erfinden. Auch für Sie als Nutzerin wirke das erfrischend, selbst wenn sie nicht alles gut findet, “was wir als Medienschaffende dort treiben”. Die turi2 edition mit allen Gastbeiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Weiterlesen …

Wie viel TikTok-Tanz verträgt die “Tagesschau”, Marcus Bornheim?

Zwischen Seriosität und Spaß: “Im Nachhinein bin ich heilfroh, nicht auf die Bedenkenträgerinnen gehört zu haben”, bilanziert Marcus Bornheim das Engagement der “Tagesschau” in der Video-App TikTok. Der Erste Chefredakteur des ARD-Nachrichtenflaggschiffs beschreibt in der turi2 edition #14 den Spagat, den die Macherinnen leisten müssen, nämlich “die seriöse Nachrichtenmarke ‘Tagesschau’ und die Kurzweiligkeit von TikTok unter einen Hut” zu bekommen. Bei der “Tagesschau” auf TikTok dürfe auch gelacht werden, die Nachricht müsse aber immer der Kern sein. Das Buch mit allen Interviews und Gastbeiträgen erscheint am 6. Mai. Weiterlesen …

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Clickbaiting und Sensationsjournalismus - wie viel Mitschuld tragen Werbungstreibende? Und wie könnten sie Teil der Lösung werden? Mediaplus & turi2 laden ein zum Infosnack zur Mittagszeit. Peter Turi und Christian Faltin diskutieren mit den Kommunikationschefs Jörg Howe (Daimler) und Thomas Voigt (Otto) sowie Wolfgang Bscheid (Mediascale) und Lisa-Charlotte Wolter (University of Florida).
Mittwoch, 28. April 2021, 12 - 13 Uhr im turi2 Clubraum bei Clubhouse.
joinclubhouse.com (Kalenderlink)

Was lassen Journalistinnen in den sozialen Medien lieber bleiben, Ayla Kiran?

Idiotentest: Ayla Kiran, Social-Media-Leiterin beim “Spiegel”, gibt Medienschaffenden eine kleine Anleitung zur Navigation durch die sozialen Netzwerke. Im Zweifel lieber einmal um den Block gehen, als wahllos Tweets rausfeuern, rät sie in ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #14. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Hier das kostenlose E-Paper vorbestellen. Weiterlesen …

Ist es gut, dass Corona unser Leben so stark digitalisiert, Hannes Ametsreiter?

Moll-Töne im Home-Office: Vodafone-Deutschland-Boss Hannes Ametsreiter verzweifelt manchmal daran, dass in Behörden noch immer gefaxt wird. Trotzdem warnt er davor, allzu viel Zeit mit smarteren Geräten zu verbringen. In seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14 fordert er eine “Digitalisierung mit Verantwortung”. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Weiterlesen …

Hätte Jesus heute einen Instagram-Account, Josephine Teske?

Sharing My Religion: Pastorin und Bloggerin Josephine Teske fragt sich, ob der Sohn Gottes eine Story darüber gemacht hätte, wie er Wasser in Wein verwandelt. In ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #14 kommt sie zu einem eindeutigen Schluss. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Weiterlesen …

Der Trend geht zum Doppelpunkt – so lief die offene turi2 Redaktions-Konferenz bei Clubhouse.


Im Gespräch bleiben: "Ich weiß jetzt, wie sich Frauen fühlen müssen, wenn sie immer nicht mitgedacht werden." So bilanziert turi2-Gründer Peter Turi knapp zwei Monate generisches Femininum in den Medien von turi2. In einer offenen Redaktionskonferenz im turi2 Clubraum haben Redaktion und Community über die Erfahrungen mit der ausschließlich weiblichen Schreibweise diskutiert. Unter dem Strich wird klar: Niemand will zum generischen Maskulinum zurück, gleichzeitig braucht es aber ein Zeichen, das alle Geschlechter mitmeint. Fast alle Gesprächsteilnehmer:innen plädieren für den von Verlegerin Heike Turi ins Gespräch gebrachten Binnen-Doppelpunkt – auch weil er den Lesefluss weniger unterbricht als das Gender-*. CvD Björn Czieslik legt Wert darauf, bei feststehenden Eigennamen wie "Bund der Steuerzahler" nicht zu gendern – es sei denn, der Verband ändert seinen Namen offiziell.

Peter Turi regt an, die Entscheidung, wie turi2 inklusive Sprache nutzt, an die Community weiterzugeben – in Form einer Online-Umfrage gemeinsam mit unserem Umfrage-Partner Innofact. Weiteres Thema der offenen Redaktionskonferenz war die Entwicklung der Audio-Plattform Clubhouse und die Frage, wie viel Leben angesichts sinkender Nutzer-Zahlen und wachsender Konkurrenz noch in der App steckt. Hier schaltet sich Agenturchef und Clubhouse-Influencer Holger Kahnt von Allaboutclubhouse ein. Er glaubt, dass die App noch viel Potential hat und hofft auf einen weiteren Schub durch den für Mai angekündigten Android-Release. "Viele Menschen finden die spannenden Räume nicht", glaubt er und sieht die Clubhouse-Macherinnen in der Pflicht, eine bessere Discover-Funktion anzubieten.
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Ist die Energiewende zu komplex für Social Media, Sopna Sury?


Grüne Ambitionen eines Kohleriesen: Sopna Sury, Vorständin bei RWE Generation, hofft in den sozialen Netzwerken auf eine “offene und konstruktive Diskussionskultur”. Richtig aufbereitet funktioniere zum Beispiel Wasserstoff als PR-Thema locker auf YouTube oder Twitter, schreibt sie in ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #14. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Weiterlesen …

Können wir per Twitter das Klima retten, Nick Heubeck?


Temperaturfühler: Fridays-for-Future-Aktivist Nick Heubeck meint, dass soziale Medien die politische Selbstwirksamkeit stärken. Im Kampf gegen die Klimakrise sind sie wichtige Schauplätze, Lokalzeitungen und die Bäckerei um die Ecke aber auch, schreibt Heubeck in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Weiterlesen …

Wie Digitalisierung in deutschen Schulen funktionieren kann – So lief der Open Innovation Live Podcast #7.


Hefte raus, (digitale) Klassenarbeit: "Momentan ist das ungenutzte Potential ein Notstand", fasst Lehrer Oliver Kracke den Stand der Digitalisierung in deutschen Schulen im Open Innovation Live Podcast zusammen. Der "Lehrer mit Digitalisierungshintergrund", wie er sich selbst nennt, erzählt am Donnerstagabend von Lehrkräften Mitte 30, bei denen die Digitalisierung bei E-Mails aufhört. Das hält er für problematisch, da sie dann nicht einschätzen könnten, warum TikTok für Achtjährige so wichtig ist. Grundschullehrerin Charley Camejo muss sich selbst ständig mit neuen Plattformen auseinandersetzen und wünscht sich, dass es für Schülerinnen nicht nur einen Fahrrad-, sondern auch einen Internet-Führerschein geben sollte. Moderatorin Tess Kadiri erinnert sich, dass Social Media bei ihr im Unterricht nie angesprochen wurde – dabei ist ihr Abitur gerade einmal zwei Jahre her.

Überrascht war Richard Gutjahr vom Stundenplan seiner Tochter in Israel: Bereits in der 1. Klasse stehen dort Fächer wie iPad-Unterricht auf dem Plan. Charley Cameo gefällt das Konzept, in Deutschland stehe aber oft der Lehrplan, der abgearbeitet werden muss. "Digitale Bildung" im Lehrplan wünscht sich auch Anna-Katharina Meßmer, Projektleiterin für Digitale Nachrichten- und Informationskompetenz bei der Stiftung Neue Verantwortung. Die Ergebnisse ihrer Studie zur Einordnung von Nachrichten nennt sie "überraschend": Von 30 möglichen Punkten erreichen die Teilnehmerinnen über 18 Jahren im Schnitt nur 13,3 Punkte. An Medienkompetenz mangele es nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. Meßmer hofft, dass die Generationen in Zukunft stärker voneinander lernen.
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Was hilft gegen Hass auf Social Media, Ricarda Lang?

Geeint dagegen: Grünen-Vizechefin Ricarda Lang fordert, parteiübergreifend gegen Hass im Netz vorzugehen. Digitale Gewalt, schreibt sie in ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #14, sei keine Lappalie, sondern ein Angriff auf die Demokratie. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Weiterlesen …

Passen öffentlich-rechtlicher Rundfunk und soziale Netzwerke zusammen, Kai Gniffke?


Lässt ein Like da: SWR-Intendant Kai Gniffke sieht in den sozialen Netzwerken “eine Art Glücksfall” für die Öffentlich-Rechtlichen. Bei mangelnder Nachrichten­kompetenz der Nutzerinnen gehe jedoch auch “der bestrecherchierte Bericht” in der “Flut beliebiger (Falsch-)Informationen unter”, schreibt Gniffke in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14. Das Buch mit allen Beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Weiterlesen …

“Unser Feld ist natürlich die Welt”: So lief das turi2-Chefgespräch mit Peter Limbourg.


Auf einer Wellenlänge: “Wer für uns in Afrika, Asien oder Mexiko unterwegs ist, riskiert teilweise sein Leben.” Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, tritt im turi2 Clubraum zum Chefgespräch mit Peter Turi an und würdigt die Leistungen seiner 3.300 Mitarbeiterinnen in aller Welt. Auch hier in Deutschland könnten “Journalisten mal Ärger kriegen oder einen Shitstorm”, mit den Gefahren in weniger stabilen Ländern sei die Arbeit aber nicht zu vergleichen. Die Leitung der Deutschen Welle ist für ihn ein Lebenstraum, sagt er. Als Diplomatensohn sei er in vier verschiedenen Ländern aufgewachsen, die Welt sieht er als “sein Feld”.

Außerdem berichtet Limbourg, dass der Sender in einigen Ländern mit staatlicher Zensur kämpft. So sei in China kaum ein Durchkommen durch die “Great Firewall”. Die Zensur im Iran lasse sich dagegen umgehen. In vielen Ländern sei der internationale deutsche Sender aber willkommen und produziere für und mit lokalen Partnersendern in Radio und TV. Weitere Themen des knapp einstündigen Gesprächs sind u.a. sensible Sprache – Limbourg will “keine Sprachpolizei, die Häkchen macht”, aber dennoch niemanden ausschließen – und Diversität.
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Können Familien-Firmen Nachhaltigkeit besser als Konzerne? So lief der Media-Talk bei Clubhouse.

Senf dazu: “Der durchschnittliche CEO hat eine Halbwertszeit von drei Jahren.” Michael Durach, Chef des Senf- und Ketchup-Herstellers Develey, ist überzeugt, dass Familienunternehmen grundsätzlich langfristiger denken als Konzerne, da u.a. keine Quartalsziele erreicht werden müssen. Im Mittwoch-Media-Talk bei Clubhouse sind sich er und Wolfgang Bscheid einig, dass Familien-Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit die Nase vorn haben. Am Mittwochmittag haben sie gemeinsam mit Christian Faltin von Cocodibu und turi2-Clubchef Peter Turi eine gute Stunde lang diskutiert. Wolfgang Bscheid von Mediascale gibt zu, dass das Thema Nachhaltigkeit in seiner Mediaagentur anfangs "schwer zu greifen" war. Gerade für jüngere Kolleginnen sei Nachhaltigkeit im Job ein Anspruch und nicht nur ein "Zusatzprojekt".

Mit der Green GRP-Initiative sollen Unternehmen bei der Serviceplan-Tochter Werbung künftig klimaneutralisiert buchen können. Bscheid plädiert für einen offenen Umgang mit Konsumentinnen, wenn nicht alles auf Anhieb funktioniert. Michael Durach ergänzt: "Der Verbraucher sieht selbst, dass nicht alles von heute auf morgen möglich ist." Er findet, dass seine Firma ihre Nachhaltigkeits-Aktivitäten bisher womöglich nicht gut genug kommuniziert hat. So sei der Senf des 1845 gegründeten Familienunternehmens inzwischen klimaneutral, am nachhaltigen Ketchup arbeite die Firma gerade.
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Peter Limbourg, wir müssen reden!
Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, im Gespräch mit Peter Turi: Zwei alte, hoffentlich weise Männer sprechen über Verantwortung, Haltung und die Veränderungen im Journalismus und in der globalisierten Welt. Am Mittwoch, 14. April, 19 Uhr live bei Clubhouse – und ab Donnerstag als Podcast abrufbar.
turi2.de/clubraum, joinclubhouse.com (Link für den iPhone-Kalender)

Peter Limbourg im Chefgespräch.

Chefgespräch #5: Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle, im Gespräch mit Peter Turi. Zwei alte, hoffentlich weise Männer sprechen über Verantwortung, Haltung und die Veränderungen im Journalismus und in der globalisierten Welt. In der Audio-App Clubhouse, am Mittwoch, 14. April, 19 Uhr. Ab Donnerstag hier als Podcast abrufbar.
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Die Top 5 der Podcasts und Videos bei turi2 im März 2021.


Vorder­türen, Führer­häuser und Gender­sternchen: Chefredakteurin Brigitte Huber präsentiert im Video- und Podcast-Interview von turi2 die neue “Gala” und steht damit an der Spitze der meistgenutzten Videos und Podcasts bei turi2 im März. 919 Nutzerinnen sehen und hören, was Huber über die Neuausrichtung des Promi-Blatts zu erzählen hat. Fast 800 Hörerinnen lauschen Patricia Schlesinger, wie sie als Intendantin den RBB führt. Das Clubfrühstück mit CDU-Politikerin und Autorin Diana Kinnert übers Gendern und soziale Einsamkeit zählt knapp 600 Video- und Podcast-Abrufe.
weiterlesen >>>, turi2.tv (die Top 5 in einer Playlist)

“Veränderung muss nicht per se negativ sein” – so lief das Clubfrühstück mit Quang Paasch und Wolfgang Bscheid.


Wohlstand neu gedacht: "Veränderung muss nicht per se negativ sein", sagt Klima-Aktivist Quang Paasch von Fridays For Future beim Clubfrühstück zur Klimakrise im turi2 Clubraum. "Jede Ebene unseres Lebens muss neu gedacht, reflektiert und transformiert werden." Das Überdenken der eigenen Lebensweise müsse jedoch nicht zwangsweise Verzicht bedeuten. Als Beispiel führt er an, statt vielen kurzen Reisen lieber eine längere zu machen. Zustimmung erhält Paasch von Wolfgang Bscheid, der sich bei Mediascale für Nachhaltigkeit in der Werbeplanung einsetzt: Marken und Werbung müssten es Konsumentinnen "leichter machen", indem sie "hochattraktive und sozial-akzeptierte Lebenswelten bauen", die es ermöglichen, einen hohen Lebensstandard zu haben, "der versucht, so wenig Schaden wie möglich anzurichten".

Bscheid appelliert: "Bitte unterschätzt mir nicht den enormen Einfluss, den der Konsument mit seiner kleinen Entscheidung am Regal auf die ganz großen Marken hat." Die Kaufentscheidungen seien der Treiber dafür, dass Gütesiegel und Aussagen zur Nachhaltigkeit in der Kommunikation an Bedeutung gewinnen. Die Mediascale-Mutter Serviceplan bietet Werbekunden nun an, die CO2-Emissionen ihrer Kampagnen auszugleichen. Klima-Aktivist Paasch warnt aber davor, sich mit Indivudal-Entscheidungen zu begnügen: "Dass Gefährliche ist, dass wir denken: 'Ich lebe jetzt vegan, ich habe mich gegen diese Reise entscheiden und habe ein nachhaltiges Produkt gekauft. Jetzt bin ich eine bessere Person, jetzt muss ich gar keine politischen Forderungen mehr stellen.'"
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Clubfrühstück #7: Lass uns über die Klimakrise reden!
Trotz, während und nach Corona: Welche Verbündete findet Fridays for Future im Kampf gegen die drohende Menschheitskatastrophe? Was kann Kommunikation bewirken? Darüber diskutieren wir am HEUTE ab 9:30 Uhr (Sommerzeit!) im turi2 Clubraum mit Klima-Aktivist Quang Paasch von Fridays For Future und Wolfgang Bscheid, der bei Mediascale für Nachhaltigkeit in der Werbeplanung streitet.
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OILP #6: Vom Vorbild zum Sorgenkind – so blickt die Welt auf die Corona-Lage in Deutschland.

Internationale Insights: In Ausgabe 6 des Open Innovation Live Podcast blicken Tess Kadiri und Richard Gutjahr gemeinsam mit Expats und Journalistinnen auf die Corona-Lage weltweit. "Besorgniserregend" nennt Digital Producer Marc Labitzky in New York die Situation in Deutschland. Die Menschen in der Stadt hätten die Deutschen mit ihren leergefegten Straßen erst als Vorbilder gesehen. Das sei jetzt nicht mehr so. Richard Gutjahr meldet sich aus Irland und erzählt, wie sich Dublin innerhalb weniger Tage wegen sprunghaft steigender Infektionszahlen in eine Geisterstadt verwandelt hat.

Journalist Karsten Lohmeyer lebt auf Bali 800 Meter vom Strand entfernt, statt Urlaubsfeeling erlebt er einen "ganz komischen Schwebezustand". Der Blick auf Deutschland lässt ihn bei der Mischung aus Impfgegnerinnen und Coronaleugnern "aus der Ferne verzweifeln". Journalistin Lilian Schmitt wünscht sich für Deutschland stärkere Kontrollen der Corona-Maßnahmen, wie es in Marokko üblich ist. Die frühere Türkei-Korrespondentin Senada Sokollu berichtet, dass sich das Land schon seit 2016 von einem Ausnahmezustand zum nächsten hangelt. Sie glaubt, dass die Menschen dort krisenerprobter sind als in Deutschland und sich über die Corona-Maßnahmen wenig wundern.

Der Arzt Benjamin Zeier ist Leiter einer Covid-Intensivstation in Peru und hat viele dramatische Verläufe erlebt, weil Infizierte nicht rechtzeitig medizinisch behandelt wurden. Im Vergleich zu Deutschland bewertet er die Lage in Peru "deutlich prekärer", findet einen Vergleich zwischen beiden Ländern jedoch schwierig.

Israel avanciert in der Coronakrise zum Vorbild. 90 % der Menschen über 16 Jahren sind bereits geimpft, sagt Bloggerin Jenny Havemann. Deutschland hänge mit Innovationen hinterher, was sich jetzt räche.
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“Dummheit als Geschäftsmodell” – so lief das Clubfrühstück mit Henning Beck und Alexander Leinhos.


Algorithmen an der Macht: "Im Netz nichts Neues", diese Erkenntnis, formuliert von Vodafone-Kommunikationschef Alexander Leinhos, steht am Ende des turi2 Clubfrühstücks am Sonntag. Zuvor hatte Hirnforscher und Wissenschaftserklärer Henning Beck u.a. berichtet, dass Google-Mitarbeiterinnen ihm bei der Recherche zu seinem neusten Buch davon abgeraten haben, bei Google nach Informationen zu suchen, wenn er wirklich zu neuen Erkenntnissen kommen will. Als Problem identifiziert die Talk-Runde um Tessniem Kadiri und Peter Turi die Algorithmen von Google, Facebook, Netflix & Co, die jeder Nutzerin auf sie zugeschnittene Inhalte zeigen und den Menschen in gewisser Weise das Denken abnehmen: Die Dummheit der Menschen werde in den sozialen Netzwerken zum Geschäftsmodell, sagt Beck. Er sieht unsere Gesellschaft in einer ähnlichen Situation wie zu Zeiten Immanuel Kants vor 230 Jahren.

Beck wünscht sich denn auch "eine neue Form von Mündigkeit und Aufklärung" in Sachen Facebook und Social Media. Die Menschen sollten die Mechanismen der Netzwerke kennen und sich bewusst machen, dass jeder Post für jede individuell optimiert ist. Er verdammt die Netzwerke nicht, sondern plädiert für eine bewusste und kritische Nutzung, etwa gezielte Auszeiten. Denn dem Reiz der Plattformen kann sich auch unser Podium nicht entziehen: Alexander Leinhos sagt, dass er zuletzt TikTok exzessiv erkundet hat, Henning Beck verliert sich gerne mal bei Twitter und Peter Turi gibt zu, zuletzt Clubhouse fast suchtmäßig genutzt zu haben.
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Clubhouse-Tipp: Reporterfabrik und turi2 fragen: “Wie ist es, für ‘Bild’ zu arbeiten”?

bildlogoClubhouse-Tipp: Zur gemeinsamen Gesprächsreihe
"Redaktions-Check" laden die Reporterfabrik und turi2 ein. Thema des ersten gemeinsamen Events am Freitag um 17 Uhr: "Wie ist es, die 'Bild' zu machen?" Moderiert von Cordt Schnibben und Tess Kadiri diskutieren u.a. Günter Wallraff, Miriam Hollstein, Daniel Bouhs, Hatice Akyün, Georg Streiter, Pia Siber und Uwe Vorkötter.
joinclubhouse.com (Kalenderlink), turi2.de/clubraum (Gesamtprogramm turi2)

Im Führerhaus statt im letzten Wagen: So lief das turi2-Chefingespräch mit Patricia Schlesinger.


Menschen und Moneten: "Wir müssen bestimmte Dinge sein lassen, damit wir neue Dinge tun können", sagt RBB-Intendantin Patricia Schlesinger im Chefingespräch mit Peter Turi im turi2 Clubraum. Unter "sein lassen" fällt die Streichung zweier Formate, 75 freie Mitarbeiterinnen sollen nicht mehr im bisherigen Umfang beschäftigt werden. Ein Sender muss die Möglichkeiten haben, sich zu verändern, erklärt Schlesinger. Das gelte auch für die Diversität in den Redaktionen: Bei Arbeiter- und Migrantenkindern "sind wir noch nicht gut genug", gibt sie zu. Auch mit sprachlichem Wandel geht Schlesinger offen um: Mit dem Gendersternchen konnte sie sich anfangs nur schwer anfreunden, inzwischen ist sie aber überzeugt, dass sich die Schreibweise durchsetzen wird.

Patricia Schlesinger plädiert dafür, Menschen dort zu erreichen, wo sie sind: im Netz und im klassischen Radio und TV. Für den Sender bedeute das, mit weniger Geld und weniger Menschen mehr Programm zu machen. Dass dieser Wandel den Menschen im RBB einiges abverlangt, ist Schlesinger bewusst. Wenn der Zug abfährt, steige sie aber "lieber ins Führerhaus anstatt in den letzten Wagon". Vorne könne man nämlich noch mitentscheiden, welche Weiche man nimmt.
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Freund oder Feind der Redaktion? So lief die turi2-Montagsrunde über Clubhouse und Social Media.


Es ist kompliziert: Clubhouse könnte ein guter Freund für Redaktionen werden, darüber sind sich die Teilnehmerinnen der Montagsrunde im turi2 Clubraum einig. Doch zu welchem Preis? "Hype hin oder her: Es ist so, dass man sich grämt, dass man es nicht selbst erfunden hat", gesteht Lorenz Maroldt, "Tagesspiegel"-Chef seit 2004. Ein Stichwort zieht sich trotz des Lobs für die App durch die Clubhouse-Runde: Kapazitätsprobleme. "Wofür ein Talk, der nur 50 oder 100 Leute erreicht?", fragt Swen Thissen, Social-Media-Manager bei stern.de. Jörg Rheinländer vom Hessischen Rundfunk ergänzt: "Sinn macht es nur, wenn wir in einer Community Qualitätsvolles mitnehmen können." Wichtig im Social-Media-Alltag über Clubhouse hinaus: "Leidenschaft und Neugier haben, um neue Plattformen auszuprobieren", sagt Enita Ramaj, Cosmopolitan.de-Chefin. Dennoch müsse das Kosten-Nutzen-Verhältnis bedacht werden. Clubhouse sei für Bauer eher Business- als Reichweiten-Plattform.

"Ich erkenne noch nicht, wie gut der Freund werden könnte und zu welchem Zwecke", sagt Rheinländer. Bisher sei Clubhouse eher der Feind aufgrund des Aufwands. Und wie ist allgemein der Beziehungsstatus zwischen Redaktionsalltag und Social Media? Thissen: "In jeder Beziehung gibt es Stress und man muss nicht alles wunderbar finden." Für ihn überwiegen die Chancen der sozialen Netzwerke. "Wir begreifen das als Tool - entweder man setzt das Ding richtig an oder es knickt ab", ergänzt Lorenz Maroldt.
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“‘Konservativer Knochen’ trifft nur einen Teil meiner Person.” So lief das Clubfrühstück mit Sigmund Gottlieb.


Treffen der Generation: Beim turi2 Clubfrühstück auf Clubhouse diskutieren Peter Turi und Tess Kadiri am Sonntagmorgen mit Sigmund Gottlieb, der von 1995 bis 2017 Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens war. Gottlieb gilt vielen noch heute als letzte konservative Stimme der ARD. Dass seine Kommentare heute auch von Kollegen, die sich eher auf der linken Seite des politischen Spektrums verorten, vermisst werden, hört er gerne. Ein "konservativer Knochen" will Gottlieb dennoch nicht sein. Zum Abschied 2017 haben ihn Mitarbeiterinnen gar zum "letzten Punk der ARD" erklärt. Eine konservative Haltung besteht für ihn denn auch nicht nur darin, Bewahrenswertes zu bewahren, sondern auch offen für Neues zu sein. Gottlieb glaubt, dass "ideologische Trennungen" in der Politik heute eine deutlich kleinere Rolle spielen als früher – Politikerinnen hätten oft gar keine Zeit mehr, über ihren Kurs nachzudenken, sondern müssten einfach entscheiden.

Offen ist Gottlieb auch bei den Fragen nach Gendersternchen und Jugendsprache. So sieht für ihn das geschriebene * zwar wie ein Verweis auf eine Fußnote aus und auch die gesprochene Gender-Lücke findet er "gewöhnungsbedürftig". Gleichzeitig plädiert er dafür, "nicht deutsch-verkrampft" zu diskutieren und findet die Diskussion um eine gerechte Sprache als noch "nicht abgeschlossen". Es sei das Privileg der Jugend, eine eigene Sprache zu generieren. Richtig "ätzend" findet Gottlieb dagegen, wenn sich 60-Jährige bei jungen Leuten anbiedern, in dem sie ihre Sprache übernehmen.
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Clubhouse als Tor zur Welt – so lief der Open Innovation Live Podcast #5.


Der Traum vom Tellerrand: "Wozu taugt dieses Clubhouse eigentlich?", fragt Peter Turi im turi2 Clubraum am Donnerstagabend. Im Kern der Runde steht auch die Frage, was die App nach dem anfänglichen Hype zukünftig noch leisten kann. Journalist Jaafar Abdul Karim gibt an, Clubhouse als Recherche-Tool zu nutzen. Er sieht die Plattform auch als politischen Ort, an dem sich Menschen austauschen können, die in autoritären Regimen leben und sonst keinerlei Chance dazu haben. In China wurde Clubhouse jedoch beispielsweise bereits gesperrt. Student Pablo Cienfuegos Klein weist auf antisemitische und rassistische Räume hin. Dort gehe er bewusst auf die Bühnen und versuche, sachliche Gegenargumente hervorzubringen: "Es hören 100, 200 Personen zu und das macht was mit denen."

Welche Motive verfolgen die Menschen noch im Clubhouse? Während Mobility-Netzwerkerin Katja Diehl "ein bisschen die Welt verbessern und Menschen Wissen vermitteln" möchte, will Cordt Schnibben in seinem "Writers Pub" mit Autorin Doris Dörrie Zuhörerinnen dazu ermuntern, selbst zum Stift zu greifen. Auch Finanzen sind ein Thema: Karrierebibel-Journalist Jochen Mai berichtet von Personen, die sich längst ein Clubhouse-Geschäftsmodell aufgebaut haben. Die sogenannte Moderatorinnen-Elite werde gut dafür bezahlt, Räume professionell zu moderieren. TV-Moderatorin Carola Ferstl sieht in Clubhouse eine Art Telegram-Fortsetzung – in ihren Räumen gebe sie u.a. Aktien-Neulingen Tipps. Fast-Auswanderer Nicolas Kreutter glaubt trotz der stark abgeflachten Hype-Kurve seit Januar, dass in der App noch einiges passieren wird. Werden Moderatorinnen dann die neuen Influencerinnen? Nicht ganz: Die neuen "Stars" sind, zumindest laut Jochen Mai, die Gastgeberinnen, die mit Themenschwerpunkten und spannenden Gästen auf sich aufmerksam machen.
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