turi2 edition #17: Darf man Sie ungestraft Lobbyist nennen, Matthias Berninger?


Seitenwechsel: Matthias Berninger war mal Grünen-Politiker und jüngster Abgeordneter im Bundestag. Heute ist er Leiter der Politischen Kommunikation bei Bayer. Für ihn sind beide Berufe wichtig für die Demokratie. Nur ein Fähnchen im Wind sollte man nicht sein, sagt er im Interview in der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Zeit­verlag-Chef Rainer Esser ermächtigt gern andere.


Freiräumer: Rainer Esser, Geschäftsführer des Zeit­verlags, hat eine außergewöhnliche Erfolgs­geschichte geschrieben. Dafür lässt er viel Freiraum und will vor allem helfen, den Ideen anderer Leben einzuhauchen. Er wünscht sich in sämtlichen Bereichen die Empathie und den Willen, zuzuhören, erklärt er im Porträt der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Andrea Wasmuth über Limits und die Lust auf Veränderung.


Einmal auf Anfang: Andrea Wasmuth ist die erste weibliche CEO bei der Handelsblatt Media Group. Sie brennt für den FC St. Pauli und steigt regelmäßig in den Boxring. Allerdings nicht im Job. “Da bin ich Teamsportlerin”, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17. Als Chefin bemüht sie sich, Dinge bewusst zu verlernen – und hospitiert deshalb im eigenen Haus. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Philipp Westermeyer über Chancen und Nebenwirkungen der Digitalisierung.


Hoch hinaus: Philipp Westermeyer, Digital-Tausendsassa, erfindet fast zufällig das OMR Festival und professionalisiert das Podcasten in Deutschland. Nun reanimiert er den Hamburger Fernsehturm – zunächst mit ordentlich Investitionen, später dann mit Veranstaltungen und Social Media. Im großen Interview in der turi2 edition #17 spricht er über die Widerstandsfähigkeit der Event-Branche, seine persönliche Affinität zu Print-Medien – und seine Höhenangst. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Headhunter Christoph Hartlieb über Dos, Don’ts und den digitalen Fußabdruck.


Jäger und Sammler: Christoph Hartlieb, Headhunter für Führungskräfte der Medien- und Digitalbranche, pirscht sich heute online an, statt sich wie früher “mit erfundenen Storys an der Telefonzentrale vorbeizumogeln”. Wer sich “digital unsichtbar macht”, hat gegenüber Menschen mit gepflegter Netz-Präsenz einen Nachteil, glaubt er. Im Interview in der turi2 edition #17 erzählt der Personalberater auch von No-Gos, wenn einer wie er anruft, und den Chancen für Ältere, in Führungspositionen aufzusteigen. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Bascha Mika glaubt an Heldentum und Demut.


Idealistische Generalistin: Bascha Mika, Ex-Chefredakteurin der “taz” und der “Frankfurter Rundschau”, wurde “hardcore katholisch” erzogen. Das missionarische Gen trägt sie bis heute in sich. Mika findet erst vergleichsweise spät zum Journalismus und nimmt auf dem Weg mancherlei Kurven. “Als Chefin ist man immer auch Dienerin der Redaktion”, sagt sie im Porträt der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Katja Hofem geht mutig auf unbekanntes Terrain.


Türöffnerin: Katja Hofem, deutsche Serienchefin bei Netflix, hat TV-Sendungen wie “Big Brother” und “Popstars” mitentwickelt. Beim US-Riesen will sie die nächste große Idee umsetzen. Das klassische Fernsehen sei immer noch ein toller Arbeitsplatz, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17 mit Nancy Riegel. Einen klassischen Kabelanschluss hat Hofem aber schon seit zwei Jahren nicht mehr. Weiterlesen >>>

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Journalistinnen können mit Hilfe von digitalen Tools herausfinden, was "beim Publikum ankommt" und "ob Geschichten spannend genug erzählt sind", sagt Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes in der turi2 edition #17 Jobs. Ihn fasziniert es, wie vielseitig Storys erzählt werden können – von Texten über Podcasts hin zur Datenvisualisierung ist alles möglich. Matthes folgt dabei einem Grundsatz: Als Journalist will er nicht die Welt verbessern. Er beschreibt sie, "wie sie ist".
Hier das kostenlose E-Paper lesen oder als Online-Version auf turi2.de

turi2 edition #17: Katja von Doren setzt auf Neugier und Facettenreichtum.


Der Unterschied macht’s: Katja van Doren, Finanz- und Personalchefin von RWE Generation, soll verhindern, dass der Energie­riese zum Fossil wird. Dafür setzt sie auf Neugierde und “unterschiedlichste Talente” in ihrer Belegschaft. Sie rät insbesondere jungen Frauen dazu, sich finanziell unabhängig zu machen, erzählt sie im Porträt der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Miriam Meckel über Lernen und Liebesbriefe.


Bildungs-Bringerin: Miriam Meckel war TV-Redakteurin, Kommunikations­beraterin, Chef­redakteurin – und immer eine Vordenkerin in Sachen Digitalisierung. Sie hat Freude am späten Gründen und rät, das eigene Hirn gelegentlich auszutricksen. Große Ideen entstehen vor allem durch das Verknüpfen bisher unverbundener Fachgebiete, erzählt die Bildungs­unternehmerin im Gespräch mit Peter Turi in der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Porsche-Chef­designer Michael Mauer über Emotionen, E-Autos und “Happy Accidents”.


Mit Stift am Steuer: Porsche-Chefdesigner Michael Mauer ist eigentlich CEO: Chief Emotion Officer. Mithilfe von 3D-Brille und Knete entwirft er die Autos der Zukunft. Und manchmal sogar Raumschiffe. Weil nur die wenigsten Ideen eines Designers umgesetzt werden, versteht er sein Gehalt auch als “Schmerzens­geld”, erzählt er im Interview in der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Marie von den Benken über Schecks und Shitstorms.


Sex sells: Autorin und Influencerin Marie von den Benken ist auf Social Media als @regendelfin eine Mischung aus Beauty und Brain. Über die Gründe für ihre Reichweite macht sie sich keine Illusionen: “Ich hätte keine 220.000 Follower, würde ich aussehen wie Kai Diekmann”, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Samira El Ouassil über Selbstdarstellung und das innere Kribbeln.


Vorhang auf: Samira El Ouassil ist preisgekrönte Publizistin, Podcasterin, Schauspielerin und Medienkritikerin. “Am Anfang stand meine Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen”, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17. Mit Peter Turi spricht sie über ihre Liebe zum Kino, die Öffentlichkeit als Bühne und Journalismus als Beruf. Weiterlesen >>>

Arbeiten in der Kommunikation – 100 Vorbilder teilen ihre Geschichte. Die turi2 edition #17 Jobs ist da.


Work, work, work, work, work: Heute erscheint die turi2 edition #17. 10.000 Entscheiderinnen aus Medien, Wirtschaft und Politik sowie 5.000 junge Talente halten nun den Arbeits-Kompass der Kommunikations­branche in den Händen. Außerdem ist das kostenlose E-Paper jetzt online. turi2 spricht auf 200 Seiten mit 100 Vorbildern aus 10 Bereichen – von Journalismus über Politik bis Wirtschaft. Unsere Interviews und Porträts liefern nützliche Tipps und spannende Antworten auf die großen und kleinen Fragen des Arbeitslebens. Was braucht es, um 2022 als Kommunikatorin durchzustarten? Wie positioniere ich mich clever in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt? Unser Film zum Buch bietet einen ersten Einblick. Die Protagonistinnen der turi2 edition #17 lassen in zwei Minuten wissen, was sie ihrem jüngeren Ich raten würden. Mit dabei sind die Journalistin Samira El Ouassil, TV-Produzent Markus Heidemanns, OMR-Boss Philipp Westermeyer, BASF-Kommunikationschefin Nina Schwab-Hautzinger, Grünen-Politikerin Awet Tesfaiesus, "Handelsblatt"-Geschäftsführerin Andrea Wasmuth und Digital-Vordenkerin Miriam Meckel.
turi2.de/edition17 (E-Paper), turi2.tv (2-Min-Video zum Buch)

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Während ihres Studiums macht sie Praktika bei verschiedenen Sendern und arbeitet als Sportmoderatorin für die deutsche Welle. 2007 kommt Dunja Hayali zum ZDF und moderiert seitdem u.a. das ZDF-"Morgenmagazin" und die "heute"-Nachrichten. Besonders stören sie "Rumgeeier und Halbwahrheiten" an Interviews, erzählt sie in der turi2 edition #17 Jobs - Arbeiten in der Kommunikation. Hier das kostenlose E-Paper vorbestellen!

turi2 edition #17: Wo im Digitalen ist noch Raum für das nächste große Ding, Philipp Justus?


Just google it: Philipp Justus kennt viele der großen Internet-Player von innen. Heute ist er Google-Chef für Zentraleuropa. “Den Startup-Spirit wollen wir uns bewahren”, sagt er im Interview in der turi2 edition #17. Für den Nachwuchs wünscht er sich schnellere Netze und weniger Bürokratie. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Nina Schwab-Hautzinger über Chemie und Chancen.


Reaktionsfreudig: Nina Schwab-Hautzinger soll als Chef-Kommunikatorin der BASF das Image des weltgrößten Chemiekonzerns auf grün drehen. “Chemie zählte nicht zu meinen besten Fächern”, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17. Das sei für die promovierte Geisteswissenschaftlerin aber sogar ein Vorteil bei ihrer Arbeit. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Wie sexy muss eine Herausgeberin ihr Produkt finden, Myriam Karsch?


Brust raus: Medienunternehmerin Myriam Karsch hat eine Festanstellung aufgegeben, um den “Playboy” herauszugeben. Der ist für sie eine Bühne feministischer Freiheit. “Uns ist wenig peinlich”, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17. Eine Virologin würde sie trotzdem nicht fürs Cover anfragen. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Digital-Unternehmerin Tijen Onaran ist nur am Wochenende still.


Mindset-Entstauberin: Für Tijen Onaran ist Diversität keine Option, sondern ein Muss. Mit ihrem Netzwerk Global Digital Women will sie das Thema auch in das hinterletzte Altherren-Zimmer bringen – und beweisen, dass Teilhabe an Macht “keine Frage der Herkunft ist”. Ab und zu könne sie sich aber auch etwas von ihrem Hund Leo abschauen, erzählt sie im Porträt in der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

“Politiker sind auch Menschen” – Wigan Salazar über die Arbeit als Lobbyist.


Der Einflüsterer: "Kontakte herzustellen, ist das eine, das Seelenleben einer Partei zu verstehen das andere", sagt Wigan Salazar im turi2 Jobs-Podcast. Mit turi2-Gründer Peter Turi spricht der CEO der Kommunikationsagentur MSL über seine Arbeit bei der Publicis-Tochter. Neben dem Netzwerken geht es als Lobbyist vor allem darum, ein "Gespräch und Aufmerksamkeit" herzustellen, sagt Salazar. Dazu gehöre auch, herauszufinden, "wie ich eine Person besser lesen kann, um mit meinem Lobby-Anliegen auch anzukommen". Der Politikflüsterer spreche etwa über den Lieblings-Fußballverein – so komme eine Unterhaltung viel besser zustande. Politikerinnen seien auch Menschen: "Die freuen sich, wenn das Gespräch erst einmal etwas persönlich ist".

Er muss aber nicht nur mit der Regierung, sondern auch mit der Opposition Kontakt halten. Schließlich baue sich eine Beziehung nicht nur dann auf, wenn es gut läuft, meint Salazar. Auch Nein sagen gehört in seinem Job dazu: "Das ist ein Großteil der Arbeit", sagt Salazar. Das komme zwar nicht immer gut an, "es wird dann aber doch immer gehört". Dann müsse er als Berater aber auch erklären, warum etwas nicht geht und Alternativen nennen. Andererseits "braucht es manchmal unrealistische Annahmen, um Veränderung herbeizuführen".

Bei alldem nimmt er als Berater eine "dienende Rolle ein", sagt Salazar. Das sollten vor allem Journalistinnen beachten, die in die PR wechseln. Dort gehe es nicht mehr um eine "persönliche Marke" und die Arbeit finde eher "im Hintergrund" statt. Freunde aus der ehemaligen Redaktion "freuen sich dann nicht mehr unbedingt auf den Anruf". Was immer bleiben sollte, ist die Neugier – "das bringt einen sowohl im Journalismus als auch in der PR weiter".

Wigan Salazar ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
turi2.tv (50-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

turi2 edition #17: Christine Scheffler über Talente, die “Zug zum Tor haben”.


Machen statt quatschen: Christine Scheffler sucht als Personalvorständin bei ProSiebenSat.1 Media nach Mitarbeitenden, die Haltung und Werte mitbringen. Alles andere “kann man trainieren”, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17. Die Bewerberinnen fordern zugleich Flexibilität und Nachhaltigkeit. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Bettina Fetzer will führen und loslassen.


Rasant, aber nicht abgehoben: Bettina Fetzer arbeitet sich von der Smart-Pressesprecherin zur globalen Kommunikations- und Marketing-Chefin von Mercedes-Benz hoch. Heute begleitet sie den Autobauer durch den Wandel. Ihre Wegweiser: Haltung und Vertrauen – auch in sich selbst, erzählt sie im Porträt in der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Markus Heidemanns über Authentizität und unerwünschte Gäste.


Früher war mehr Schampus: TV-Produzent Markus Heidemanns ist der Mann hinter dem Erfolg von Markus Lanz – und einer der bestverdienenden Strippenzieher im deutschen Fernsehen. Seit den 90ern hat sich am Zuschauergeschmack nicht viel verändert, beobachtet er. Ein guter TV-Talk sei immer noch wie “ein Boxkampf von Muhammad Ali”, sagt er im Interview mit seiner früheren Redakteurin Heike Turi in der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Awet Tesfaiesus über Wut und Weitsicht.


Ein neues Kapitel: Die Grünen-Politikerin Awet Tesfaiesus war nach dem Anschlag von Hanau kurz davor, Deutschland zu verlassen. Sie blieb – und zog 2021 als erste schwarze Frau in den Bundestag ein. Ihr ist bewusst: Damit wird sie in die Geschichtsbücher eingehen. “Ich muss liefern”, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Douglas-CEO Tina Müller hält die Zügel in der Hand.


Karriere-Makeover: Tina Müller sieht Schönheit als lebenslangen Prozess – in den Menschen genauso viel investieren sollten wie in ihre Karriere. Der Beauty-Branche geht die heutige Douglas-Chefin nur einmal fremd, aber das unter großem Applaus. Sie habe eben ihre “Ansprüche und Maßstäbe”, erzählt sie im Porträt in der turi2 edition #17 Jobs. Weiterlesen >>>

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Karriere-Kick gefällig? Branchen-Größen und Top-Talente der Kommunikation liefern in der turi2 edition #17 Jobs - Arbeiten in der Kommunikation spannende Insights zu ihren Berufen in Journalismus, PR, Marketing, Politik und Management. Auf 200 Seiten geben sich 100 Role Models die Klinke in die Hand - mit dabei sind u.a. Samira El OuassilPhilipp WestermeyerSigrid NikuttaAndreas Fischer-Appelt und Dunja Hayali.
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turi2 edition #17: Mai Thi Nguyen-Kim über Pseudo-Experten und abgelehnte Posten.


In ihrem Element: Mai Thi Nguyen-Kim ist YouTuberin, Bestsellerautorin und TV-Moderatorin. Sie hat einen gut bezahlten Job im Chemiekonzern ausgeschlagen, um Wissenschaft vor die Kamera zu bringen. Geld spielt dabei eine untergeordnete Rolle: “Ich würde auch weitermachen, wenn ich im Lotto gewinnen würde.” Im Interview in der turi2 edition #17 gibt sie Tipps für YouTube-Anfängerinnen und verrät, wen sie mit ihrer Arbeit stolz machen will. Weiterlesen >>>

Porträt: Markus Dohle, Chef von Penguin Random House.

Bücherwurm: Er hat von hinten angefangen: erst Vertrieb, dann Produktion, dann "Bücher machen", seit 2008 in New York. Nach fast 30 Jahren ist Markus Dohle noch nicht buchstabensatt.

Er hat immer eine Leseempfehlung parat. Geht es ums Thema Entscheidungen, rät Dohle zu "Think again" von Adam Grant, erschienen natürlich bei Penguin Random House. Und dazu, sich möglichst spät zu entschließen, um so viele Perspektiven wie möglich zu sammeln. Bücher, daran glaubt er fest, können Menschen "ein bisschen näher zu ihrem besten Ich" führen. Für jemanden, der daran arbeitet, "gute Spuren in Menschen zu hinterlassen", kann es also nur minimale Enttäuschungen geben: Zum Beispiel, wenn "eine tolle Geschichte viel zu wenig Leser findet".

Abgesehen davon darf man Markus Dohle wohl als zufriedensten Manager der Verlagsbranche bezeichnen: Seinem jüngeren Ich gibt er den Rat: "Hab‘ wieder genauso viel Glück!" – mit der kleinen Einschränkung: "Mach’s beim zweiten Mal noch etwas besser." Im nächsten Leben, sagt Dohle, wird er Autor. Obwohl: "Vielleicht schaffe ich es ja noch im Diesseits."

Markus Dohle
Geb. 1968 in Arnsberg
1994: Diplom-Wirtschaftsingenieur, Einstieg bei Bertelsmann
2002: Vorsitzender der Geschäfts-führung bei Mohn Media
2008: Chef von Random House in New York
2012: Das bis heute erfolgreichste Buch des Verlags erscheint: "50 Shades of Grey"
2013: Fusion mit Penguin Books
2020: Übernahme Verlagsgruppe Simon & Schuster


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Porträt: Screenforce-Chef Malte Hildebrandt.

Auf dem Schirm: Als Kind will Malte Hildebrandt Tennisprofi werden, nachdem er fasziniert den Ballwechsel zwischen Björn Borg und John McEnroe im Fernsehen verfolgt. Aus der Sportkarriere wird nichts. Dem Bildschirm bleibt er aber bis heute treu.

"Das Fernsehen, samt seiner digitalen Verlängerungen, ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält", glaubt der Geschäftsführer von Screenforce, der Initiative der TV-Vermarkter. Ihm ist wichtig, in mindestens zwei Meetings täglich herzhaft gelacht zu haben. Das heißt nicht, dass er seinem Umfeld mit Oberflächlichkeit begegnet – er setzt bloß auf Leichtigkeit, um die Arbeit "nicht zum alles dominierenden Inhalt des Lebens zu machen".

Nach dem Studium leitet der Betriebswirt das Produktmanagement von ProSieben. Zur Jahrtausendwende gründet er den Sportvermarkter Sports Interactive UK – wir erinnern uns an den Tennis-Traum. Doch nach wenigen Monaten zieht er weiter, zuerst zu Home Shopping Europe, dann zu Braun, 2005 wieder zu ProSieben. Schließlich landet er bei Screenforce. "Jeder Weg und jede Abzweigung hat etwas Gutes", sagt Hildebrandt. Angst vor falschen Entscheidungen ist überflüssig – das hat er vom Leben gelernt.

Malte Hildebrandt
Geb. 1966 in Hamburg
1988: Studium Business Administration in München und Oklahoma
2000: Gründung von Sports Interactive UK
2005: Marketing-Bereichsleiter bei ProSieben
2013: CMO bei ProSiebenSat.1
2016: selbstständiger Berater für Screenforce
2021: Geschäftsführer Screenforce


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“Man muss kein Techie sein” – Karin Schlautmann über die Arbeit in der Bertelsmann-Kommunikation.


PR und Verantwortung: Das Setting, die Optik, Kleidung, die Dekoration – "am Ende kann alles eine Botschaft sein", sagt Karin Schlautmann. Kommunikation sei mehr als das geschriebene oder gesprochene Wort. Im neuen Podcast "turi2 Jobs – Arbeiten in der Kommunikation" sagt die Bertelsmann-Kommunikationsleiterin, dass genau das eins der wichtigsten Dinge ist, "die man sich in dem Beruf klar machen muss". Auch Neugierde und ein offener Blick für Technik und neue Formate spielen eine große Rolle, denn nichts verändere sich so schnell, wie die Kommunikationsarbeit. "Dafür muss man aber kein Techie sein", sagt Schlautmann im Gespräch mit Peter Turi. Es gehe eher darum, zu erkennen, welche Technik zur Vermittlung der Botschaft passt.

Auch Schlautmann selbst ist kein Technik-Freak und kommt aus dem Journalismus. Fast 20 Jahre lang war sie für verschiedene Medien in Deutschland unterwegs. Nach einem Volontariat beim "Westfalen-Blatt" in Bielefeld arbeitet sie unter anderem bei der "Bild" im Chemnitz und wird Redakteurin bei der ersten deutschen Late-Night-Show mit Thomas Gottschalk in München. Auch, wenn sich diese Stationen von ihrem jetzigen Job unterscheiden, konnte Schlautmann in jedem Bereich etwas lernen. Bei Gottschalk etwa "ging es sehr stark um Inszenierungen". Das hilft ihr auch heute noch, wenn die Bertelsmann-Party geplant oder der Image-Teil des Geschäftsberichtes erstellt wird.

Vor allem aus ihrer Zeit als Lokaljournalistin hat Schlautmann viel mitgenommen. Sie ist fest davon überzeugt: "Wer keine Freude hat an Lokalthemen, der findet auch schwer Zugang zu großen, internationalen Geschichten." Eine Journalismus-Vergangenheit ist dennoch keine Voraussetzung, um in der Unternehmens­kommunikation zu arbeiten, sagt Schlautmann. In ihrem Team gibt es "alle Hintergründe" vom Politik- oder Wirtschaftsstudium bis zur Historikerin. Wichtiger sei es, zu überlegen: "Was finde ich spannend und wie kann ich mich einbringen?"

Karin Schlautmann ist eines von 100 Vorbildern in der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April und stellt die 100 wichtigsten Arbeitgeber aus Werbung, Marketing, PR und Medien vor. Die neue Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobplattform turi2.de/jobs.
turi2.tv (39-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Porträt: Marie-Louise Timcke, Datenjournalismus-Chefin der “Süddeutschen Zeitung”.


Daten-Deuterin: Stricken und Programmieren – das macht Marie-Louise Timcke am liebsten. Sie hat sogar mal ein Skript geschrieben, das Daten visualisiert und in Strickmuster übersetzt. In ihrer Freizeit, zum Spaß.

Nach dem Abi möchte Timcke Tumore erforschen, beginnt ein Studium am Bodensee. Was sie dort über wissenschaftliches Arbeiten lernt, nützt der Datenjournalistin noch heute. Ein Wissenschaftsjournalismus-Studium und ein paar Praktika später gründet sie die Initiative Journocode zur Fortbildung an der Schnittstelle von Journalismus und Datenwissenschaft. "Wir leben in einer datengetriebenen Welt", sagt Timcke. Wirtschaft und Regierung entscheiden anhand von Statistiken, Firmen handeln nicht mit dem Geld, sondern den Daten der Kundschaft. Damit Menschen das verstehen und hinterfragen können, "muss sich auch der Journalismus mit diesen Zahlen auskennen". 

Seit 2022 führt Timcke das Datenteam der "SZ". Sie schätzt die Abwechslung "von Programmieren und statistischem Analysieren bis zum Interviewen und Erzählen". Sogar die "eher ungeliebte" Datenbereinigung macht Spaß. Wenn dann noch der Code ohne Fehlermeldung durchläuft, ist ihr Tag gelungen.

Tipp von Marie-Louise Timcke: "Nimm Herausforderungen an, aber erwarte nicht zu viel von dir."

Marie-Louise Timcke
Geb. 1992 in München
2012: Studium Life Sciences in Konstanz
2014: Studium Wissenschafts-journalismus in Dortmund
2017: Gründung Journocode, Datenvolontärin und später Leiterin des Interaktiv-Teams der "Berliner Morgenpost"
2022: Leiterin des Datenteams der "Süddeutschen Zeitung"


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Porträt: Marcus Englert, Gründer der Podcast-Plattform Julep.

Wünsche, Werte, Wille: Er liebt alte Autos, Fotoapparate, Plattenspieler. Deshalb hat sich Marcus Englert der Digitalisierung verschrieben: "Die Transformation von analoger Technik in das digitale Zeitalter ist die Leidenschaft, die ich zum Beruf gemacht habe."

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Englert selbstständig als Investor, Gründer, Berater und Aufsichtsrat, ist in viele Medien- und Digitalprojekte involviert. Sein jüngstes Projekt ist die Podcast-Plattform Julep. "Diese tägliche Vielfalt ist ein Geschenk", sagt Englert. Da muss man aufpassen, "sich nicht von den vielen Möglichkeiten erschlagen zu lassen". Der Fokus aufs Wichtige fordere Disziplin und Energie. Und manchmal die bewusste Suche nach Ruhe: "Du brauchst Oasen."

Englerts Weg in die Medien verläuft nicht schnurstracks. Am Cern-Institut in Zürich, wo nach den Gesetzen des Universums geforscht wird, promoviert er in Nuklearphysik. "Die abstrakte Denkschule hilft auch sehr in anderen Gebieten", sagt er. Seine Erkenntnis aus fast 30 Berufsjahren: "Das Produkt ist wichtig, aber die Menschen dahinter sind viel wichtiger." Klare Ziele und harte Arbeit werden belohnt, glaubt Marcus Englert. Aber bei allem Wünschen und Wollen rät er, die eigenen Werte nicht zu vergessen: "Agiere immer so, dass Du dich jeden Abend im Spiegel ansehen kannst."

Marcus Englert
Geb. 1965 in München
1985: Physik-Studium in München
1994: Promotion am Cern in Genf, Berater bei Boston Consulting
1998: Geschäftsführer ProSieben Media
1999: Vorstand der Kirch New Media
2006: Digital-Vorstand ProSiebenSat.1 Media
2010: Associate Partner und Geschäfts­führer Altman Solon
2020: Mitgründer der Podcast-Plattform Julep


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Porträt: Magdalena Rogl, Leiterin Diversity und Inklusion bei Microsoft.

Pädagogisch wertvoll: Mitte 20, geschieden, alleinerziehend. Vom Gehalt als Kinderpflegerin kann Magdalena Rogl mit zwei Kindern in München kaum leben. "Ich habe das als Chance genutzt, um mehr zu wachsen, als ich es mir je hätte vorstellen können", sagt sie zwölf Jahre später, inzwischen Führungskraft, glücklich verheiratet, Mutter von vier Kindern.

Rogl hat weder Abitur noch Hochschulabschluss. Ihre Familie ist akademisch geprägt, ihre Oma sagt einmal: "Bei uns gibt es die Fleißigen und die Klugen. Du bist eine von den Fleißigen." Sie meint das als Kompliment. Neben dem Job in einer Kinderkrippe beginnt Rogl, abends im Community-Management bei "Focus Online" zu arbeiten. 2011 übernimmt sie dessen Leitung, absolviert ein Online-Studium, arbeitet sich weiter hoch. Digital Native war sie nie, aber in Social Media fühlt sie sich zu Hause. Alles Technische bringt sie sich selbst bei.

2016 kommt Rogl zu Microsoft, seit 2021 ist sie "Project Lead für Diversity und Inklusion" im Personalbereich. Ihren Job findet Rogl "ziemlich perfekt". Etwas würde sie trotzdem gerne ändern: "Aus ‚Human Ressources‘ sollte ‚Human Relations‘ werden." Beziehungen statt Rohstoff.

Den roten Faden ihrer Biografie hat Rogl lange gesucht. Dabei ist er offensichtlich: "Ich liebe es, Menschen beim Wachsen zu begleiten."

Tipp von Magdalena Rogl: "Versuche, dir bewusst zu werden, wer du bist und wer du sein willst. Finde deine Werte und nutze sie als Kompass. Bau dir ein Netzwerk auf"

Magdalena Rogl
Geb. 1985 in München
2002: Ausbildung zur Erzieherin
2011: Leiterin Community Management bei "Focus Online", Online-Studium in Social Media und Community Management
2013: Managerin Online-Kommunikation bei "Tomorrow Focus"
2016: Head of Digital Channels bei Microsoft
2021: Project Lead für Diversity und Inklusion bei Microsoft


(Foto: Sapna Richter)

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Porträt: ZDF-“heute”-Moderatorin Jana Pareigis.

Man kann nicht alles haben: Jana Pareigis ist leidenschaftlich gern Journalistin, perfekt ist ihr Job jedoch nicht. Die Anmoderationen "müssen immer so kurz sein", sie wünscht sich manchmal ein paar Sätze mehr. Und dass es "so viele schlechte Nachrichten gibt", ist freilich auch nicht ideal. Trotzdem freut sich die "heute"-Moderatorin, dass sie sich permanent mit dem Zeitgeschehen beschäftigen und Missstände aufdecken kann. Pareigis hofft, damit einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

Diesen Drang verwirklicht sie nicht sofort in den Medien: Nach dem Abitur arbeitet sie ehrenamtlich in Simbabwe mit Kindern, bevor sie studiert und parallel für NDR Info und N24 tätig ist. Nach dem Volo 2008 bei der Deutschen Welle moderiert sie dort unter anderem das "Journal" und steigt 2014 beim ZDF-"Morgenmagazin" ein. Über das "Mittagsmagazin" gelangt sie zu den "heute"-Nachrichten, wo sie 2021 Petra Gersters Platz in der profilierten Ausgabe um 19 Uhr einnimmt.

In ihrem Beruf muss man sich die Neugierde bewahren, glaubt Pareigis. Sie legt Wert darauf, auch redaktionell an den Nachrichten mitzuarbeiten und "hätte kein Interesse daran, Sprecherin zu sein". Verständlich, immerhin ist ihr das Journalistinnen-Dasein schon im Abi-Buch prognostiziert worden. "Bundeskanzlerin stand da auch, aber das wird nichts mehr."

Jana Pareigis
Geb. 1981 in Hamburg
2001: Studium Politikwissenschaften und Afrika-Studien in Hamburg und Berlin
2008: Volo bei der Deutschen Welle
2010: Freie Redakteurin/Reporterin Moderatorin "Journal" der Deutschen Welle
2014: Moderatorin des ZDF-"Morgenmagazins"
2018: Moderatorin des ZDF-"Mittagsmagazins"
2021: Moderatorin der "heute"-Nachrichten im ZDF


(Foto: Holger Talinski)

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Porträt: Niddal Salah-Eldin, Chefin der Freetech-Academy.

Arbeitet am Journalismus von morgen: Niddal Salah-Eldin will für andere der Mensch sein, der ihr selbst beim Berufseinstieg gefehlt hat. Schon als sie digitale Innovationen in der Chefredaktion der "Welt" vorantreibt, sagt sie: "Wenn ich nur einem Menschen meine Erfahrung weitergeben kann und der davon profitiert, ist das für mich ein ganz großes Geschenk." Heute ist genau das ihr Job.

Salah-Eldin ist im Sudan geboren, aufgewachsen in Göttingen. Seit Herbst 2021 stattet sie als Geschäftsführerin von Springers FreeTech Academy ganze Jahrgänge von Nachwuchs-Journalistinnen mit dem richtigen Handwerkszeug aus. Ihre Mission ist es, Journalismus besser und zukunftsfähiger zu machen. "Diese Zukunft ist interdisziplinär und divers", sagt sie. Besonders die Schnittstelle zwischen Journalismus und Technologie hat sie dafür im Blick.

Was Salah-Eldin dabei gar nicht gebrauchen kann? Nuancenfreies Denken: "Das reflexhafte Ritual, alles immer einsortieren zu wollen, ödet mich an." Sie wünscht sich "mehr Ambiguitätstoleranz und weniger selbstgerechten Missionierungseifer aus allen Lagern". Salah-Eldin schätzt "Klartext und offene Diskussion, das gemeinsame Ringen um die beste Lösung". Und plädiert dafür, liebgewonnene Rituale zu hinterfragen und auch mal Dinge zu verlernen.

Den Nachwuchs warnt sie davor, sich an der eigenen Macht zu berauschen: "Die Leute erinnern sich nicht an deine Titel. Sondern an das, was du zum Guten verändert hast."

3 Karriere-Tipps von Niddal Salah-Eldin:
1. Werde so gut in dem, was du tust, dass man dich nicht ignorieren kann. Hervorragende Ergebnisse erzielen: Das gibt dir Freiheit. Kein Garant, aber ein wichtiger Baustein für Unabhängigkeit. Diese ermöglicht es dir bestenfalls, deine Jobs aussuchen zu können.
2. Bilde dich stets weiter. Wer glaubt, dass die Ausbildung oder ein Studium ausreicht, um über Jahrzehnte anschlussfähig zu bleiben, irrt gewaltig. Lebenslanges Lernen for the win! Es geht nicht nur darum, sich neues Wissen anzueignen. Man muss auch Rituale und Gelerntes hinterfragen. Das, was sich überholt hat, muss man abtragen.
3. Umarme die Chancen, die sich unterwegs bieten. Du musst nicht schon in der Schule wissen, was du mal werden willst. Ohne Scheuklappen sieht man mehr Land! Viel wichtiger ist aber dieser exklusive Ratschlag: Hör nicht zu viel auf Ratschläge anderer und vertraue im Zweifel dir und deinem Weg.

Niddal Salah-Eldin
Geb. 1985 in Khartum, Sudan, aufgewachsen in Göttingen
2005: Studium Publizistik und Politikwissenschaft in Mainz
2006: Hilfskraft beim ZDF
2013: Trainee bei Ketchum Pleon
2014: Gründungsmitglied des Social­-Media-Teams der "Welt"
2018: Director of Digital Innovation und Beraterin der Chefredaktion der "Welt"
2019: Vize-Chefredakteurin Produkt und Innovation bei dpa
2021: Geschäftsführerin FreeTech Academy, Springer


Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper:

Porträt: Florian Scholbeck, Geschäftsführer Kommunikation bei Aldi Nord.

Türöffner: Große Umwege ist Florian Scholbeck nie gegangen – "weil ich niemals ein konkretes, berufliches Ziel hatte". Seine Neugier sorgt aber dafür, dass sein Lebenslauf gespickt ist mit ungewöhnlichen Wendungen: Er studiert Bauingenieurwesen in München und verdient sich währenddessen beim Rettungsdienst etwas dazu, zeitgleich sammelt er seine ersten journalistischen Erfahrungen als Lokal- und Sportreporter. Die längste Zeit seines bisherigen Berufslebens verbringt der gebürtige Münchner beim Bayerischen Rundfunk, unter anderem als Anchorman beim Inforadio B5 aktuell sowie in der Intendanz. Nebenbei studiert er für den Master of Business Administration. 

"Jeder neue Job war im besten Sinn ein nächster Schritt", sagt Scholbeck. Als Unternehmensberater knüpft er die ersten Bande mit Aldi Nord. 2017 macht ihn der Deutschen liebster Billigheimer zum ersten Geschäftsführer Kommunikation. Den Discounter möchte er, passend zur Produktpalette, "unaufgeregt, respektvoll und mit Humor an der rechten Stelle" vertreten. 

Den Schritt in die PR meistert Scholbeck mit einer "positiv zugeneigten Distanz", wie er es nennt. "Überall dabei sein, nie dazugehören, sich mit keiner Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten", zitiert er den früheren "Tagesthemen"-Moderator Hajo Friedrichs. Der hatte bei dieser Weisheit zwar die Nachrichten-Branche im Kopf, Scholbeck tritt die Unternehmenskommunikation aber genauso an. Seinen Job als Kommunikator sieht er jenseits der professionellen Schreibstube, er will "Teil der Wertschöpfungskette und ehrlicher Berater" zugleich sein.

3 Karriere-Tipps von Florian Scholbeck:
1. Lernt journalistisches Handwerk in einer Lokalredaktion. Recherchieren, Themen finden, mit Leuten reden, unter Zeitdruck schreiben, sich ausprobieren – je mehr, umso besser.
2. Fragen sind Technik und Routine. Zuhören ist Haltung und Respekt gegenüber den Menschen, da liegen die Geschichten.
3. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird! Erst recht nicht in der Kommunikation. Verwende Energie für die wirklich wichtigen Dinge.

Florian Scholbeck
Geb. 1972 in München
1994: Studium Bauingenieurwesen in München
1999: Deutsche Journalistenschule München 
2001: Redakteur und Moderator beim Bayerischen Rundfunk 
2015: Unternehmensberater bei Combine Consulting
2017: Kommunikationschef Aldi Nord


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Porträt: Holger Feist, Strategiechef der Münchner Messe.

Nimmt für den Aufstieg auch mal längere Wege: Holger Feists Karriereweg ist ein ewiges Hin und Her: Er startet 1986 als Hospitant beim "Landsberger Tagblatt", studiert dann aber Wirtschaft. Als Assistent des Ökonomen Hans-Werner Sinn schlägt er eine akademische Laufbahn ein, gibt einem Job als Unternehmensberater aber den Vorzug. Dann soll es doch die Medienbranche sein – nicht aber der Journalismus. Feist wird 2008 Manager beim Burda-Verlag.

Aus der glitzernden Medienwelt wechselt er schließlich in eine zugige Messehalle: 2014 wird er Strategiechef der Messe München. "Ich habe bei jedem Umweg eine Menge gelernt", beteuert Feist. Ein paar Dinge sollte man zu Beginn der Karriere aber schon beherzigen: "Das Geheimnis des Erfolgs ist richtig viel Arbeit, richtig lange. Punkt." Feist rät Anfängerinnen, offen für Kritik zu sein. "Feedback ist wirklich ein Geschenk, auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt."

Feists private Leidenschaft sind Berge und Seen, was sich auch im Job bemerkbar macht. Er traktiert sein Team gerne mit Analogien wie "Kurs halten", "anstrengende Wege" oder "lohnende Ausblicke". Immerhin: Berge und Seen verschaffen ihm auch Ruhe und Entspannung – "wenn die Woche herum ist".

Holger Feist
Geb. 1969 in Landsberg am Lech
1991: VWL-Studium
1995: Assistent am Center for Economic Studies, München
2000: Promotion in VWL
2001: Unternehmensberater bei McKinsey
2008: Director Development bei Hubert Burda Media
2012: Geschäftsführer Burda Intermedia Publishing
2014: CSO Messe München
2021: Unternehmenssprecher


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Porträt: Telekom-Vorständin Birgit Bohle.

Einfach Mensch bleiben: Forscherin, Professorin, Politikerin, Tänzerin, Ärztin oder Köchin: Berufe, die Birgit Bohle sich fürs nächste Leben vorstellen könnte. In diesem gehört sie zu den wichtigsten Managerinnen der deutschen Wirtschaft. Bei der Deutschen Bahn hat sie den Fernverkehr verantwortet, jetzt ist sie für die fast 230.000 Mitarbeiterinnen der Deutschen Telekom zuständig.

"Sei mutig und lebe das Leben in Fülle", rät Bohle. Ihren ersten Job bei Bertelsmann kündigt sie nach neun Monaten, um zur Unternehmensberatung McKinsey zu wechseln. "Für mich war das kein Umweg, denn ich habe in der verhältnismäßig kurzen Zeit sehr viel gelernt", sagt sie heute.

Bohle gibt zu, dass sich an manchen Tagen Sitzungen wie ein Marathon anfühlen, nur ohne "das gute Gefühl der Ziellinie". Manchmal vermisst sie "Leichtigkeit und Lust im täglichen Doing". Es gibt aber auch die vielen anderen Tage, an deren Ende sie das Gefühl hat, das Richtige getan zu haben, fürs Unternehmen, die Belegschaft oder Einzelne. Als sie bei Linked-in dazu aufruft, sich für den krebskranken Sohn einer Kollegin als Stammzellspenderin registrieren zu lassen, tun das fast 1.000 Menschen. Das war so ein Tag.

Birgit Bohle
Geb. 1973 in Remagen
1992: Ausbildung bei der BASF, Studium der Wirtschafts-wissenschaften in Koblenz, Nizza und Austin (Texas)
1999: Consultant bei Bertelsmann
2000: Unternehmensberaterin bei McKinsey
2007: Managerin bei der DB
2015: Vorstandschefin DB Fernverkehr
2019: Vorständin Personal & Recht der Deutschen Telekom


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Porträt: DB-Vorständin Sigrid Nikutta.

Auf der richtigen Schiene: Worauf werde ich am Ende meines Lebens stolz sein? Diese Frage stellt sich Sigrid Nikutta immer wieder. Schon jetzt kann man sagen: Sie wird am Ende ihres Lebens mehr erlebt haben, als viele andere. 

Im Alter von acht Wochen kommt die Tochter von Spätaussiedlern aus Polen nach Ostwestfalen. Die strebsame Sigrid macht Abitur, studiert Psychologie. Später, als sie schon im Job ist, promoviert sie noch nebenbei. Ursprünglich will Nikutta als Psychologin mit schwerkriminellen Jugendlichen arbeiten, doch es kommt anders: Sie macht Karriere in besonders techniklastigen und männerdominierten Teilen der Wirtschaft. Das letzte ihrer fünf Kinder bekommt sie mit 47 Jahren, da ist sie gerade Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe.

Ihren derzeitigen Job als Vorständin der Deutschen Bahn und Vorstandschefin von DB Cargo erkämpft sie sich 2020 trotz massiver Widerstände. Den Weg ebnet sie sich aber nicht mit therapeutischem Sanftmut: Die Managerin ist forsch und durchsetzungsstark. In ihrer Promotion hat sich Nikutta mit der Frage beschäftigt, ob 60-jährige Führungskräfte in den Vorstand oder zum alten Eisen gehören. Die Antwort darauf weiß sie jetzt.

Tipp von Sigrid Nikutta: "Klebe nicht an ehemaligen Zielen"

Sigrid Nikutta
Geb. 1969 in Szczytno, Polen
1988: Psychologie-Studium in Bielefeld
1996: Deutsche Bahn, Leiterin eines Bildungszentrums in Dresden
2001: Personalleiterin DB Cargo
2009: Promotion LMU München
2010: Vorstandschefin Berliner Verkehrsbetriebe
2020: Vorständin Deutsche Bahn, Vorstandschefin DB Cargo



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