Porträt: Susanne Grundmann, Chief Global Client Officer der Omnicon Media Group Germany.

Immer Appetit auf neue Erfahrungen: Susanne Grundmann liebt die japanische Küche. "Sie lässt jede Zutat erstrahlen und bringt durch die richtige Komposition eine perfekte Harmonie hervor", sagt die Chief Global Client Officer der Omnicon Media Group Germany, "und genauso ist es auch mit High-Performance-Teams". Als Chefin will sie "nicht immer Wortführerin, sondern Raumgeberin sein".

Susanne Grundmann lebt in ihrer Jugend drei Jahre in Japan. Neben Wirtschaft studiert sie auch Japanisch, arbeitet lange für den Kamerahersteller Nikon. "Ich bin in meinem Leben privat wie beruflich bewusst durch Seitentüren gegangen, wenn dahinter neue Erfahrungen auf mich warteten", sagt sie. "Diese Schritte können Beschleuniger sein." Als sie sich als Vorstandsassistentin bei Nikon nicht ausgelastet fühlt, beginnt sie ein berufsbegleitendes Studium in England, der Konzern unterstützt sie. "Das hat mir neue Türen, Zugang zu einem internationalen Netzwerk und wunderbare Freundschaften ermöglicht."

Seit 2014 arbeitet Grundmann für große Agenturen, macht in kurzer Zeit Karriereschritte, zählt nun zur Top-Elite im Business. Das ist ihr auch deshalb gelungen, weil sie selbst beherzigt, was sie Einsteigerinnen rät: "Es ist gut, die eigene Komfortzone zu verlassen."

Susanne Grundmann
Geb. 1981 in Haan
1995: Schüleraustausch in Japan
2000: Studium Wirtschafts­wissenschaften und Japanisch in Bonn und Tokyo
2006: Vorstands­assistentin bei Nikon, später Managerin, u.a. im Marketing
2007: MBA Henley Business School, Reading, England
2014: Geschäftsführerin Mediacom
2018: CSO OMD Germany
2020: CEO OMD Germany
2022: Chief Global Client Officer Omnicon Media Group Germany


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Hinweis: Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses der Edition war Susanne Grundmann CEO bei OMD Germany. Daher haben wir sie in einer früheren Version dieses Artikels so bezeichnet. Da sie zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Beitrags aber bereits Chief Global CLient Officer der Omnicon Media Group Germany war, haben wir den Artikel nachträglich angepasst.

Porträt: Philipp Jessen, Co-Gründer von Storymachine.

Geschichtenerzähler: Beim Start seiner Karriere ist Philipp Jessen der Hahn im Korb: Als erster männlicher Volontär fängt er bei der "Gala" an. Danach geht der heutige Chef der Agentur Storymachine "jeden Umweg, den man nur gehen kann" – nicht aufgrund von Orientierungslosigkeit, "sondern ganz bewusst". Kurze Zeit studiert Jessen Kulturwissenschaften, schreibt währenddessen für "Bild" und "WamS". Sein Studium hätte er schon früher abbrechen sollen, weiß er heute. Und: "Niemals mit Cola Zero anfangen!"

Geschadet hat offenbar beides nicht. Nach einigen Jahren bei "Vanity Fair" wird Jessen 2008 Vize-Ressortleiter der letzten Seite bei der "Bild". Dann folgen Chef-Posten: Zunächst bei der "Bravo", dann bei "Gala" und "stern". Anschließend zieht sich Jessen aus dem Journalismus zurück. 

Geschichten erzählt er weiterhin – am liebsten seinen Kindern. Aber auch mit der Agentur Storymachine, die er 2017 mit Kai Diekmann und Michael Mronz gründet. Dass ihn der Job so erfüllt, macht es schwer, Aufgaben auch mal abzugeben. Den Satz: "Dann mache ich es eben selbst" will sich Philipp Jessen schleunigst abgewöhnen. Gleiches gilt für den Griff nach den Snacks, die im Büro jederzeit griffbereit liegen: "Ich werde langsam fett." 

Philipp Jessen
Geb. 1977 in Hamburg
1998: Volontariat bei "Gala"
2000: Studium Kulturwissenschaften
2005: Executive Editor bei "Vanity Fair"
2010: Chefredakteur "Bravo"
2012: Vize-Chefredakteur "Gala"
2014: Chefredakteur stern.de
2017: Gründung Storymachine


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Porträt: Schlagfertigkeitstrainerin Nicole Staudinger.

Lässt sich nicht unterkriegen: Mit dem Planen hat Nicole Staudinger aufgehört. Ihren Beruf als Schlagfertigkeitstrainerin hat sie selbst erfunden. Um zu tun, was immer ihr Traum war: Auf der Bühne stehen und Menschen unterhalten. "Ich befinde mich ständig auf Umwegen", sagt sie, "und besteige die Berge dann, wenn sie da sind".

Einen gewaltigen Berg hat sie bereits erklimmen müssen: Die zweifache Mutter macht sich 2014 als Trainerin selbstständig – kurz darauf wird bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Noch während der Chemo beginnt sie mit dem Schreiben. "Brüste umständehalber abzugeben" wird ein Bestseller. Inzwischen sind sechs weitere Bücher von ihr erschienen. Staudinger hält Seminare und Vorträge über Schlagfertigkeit, Resilienz und Frauen in Führungspositionen. Sie spricht auch über ihre Erkrankung. Einen Unterschied zwischen Arbeit und Freizeit gibt es für sie nicht mehr: "Das ist für mich alles Lebenszeit."

Dass sie im Job für alles selbst verantwortlich ist, sei das Beste, aber auch das Schlimmste daran. Auch eine "Schlagfertigkeitsqueen" kennt Selbstkritik: Sie würde sich selbst gerne weniger wichtig nehmen. "Und meinen Drang zum Kurzeuphorischen gezielter einsetzen."

Nicole Staudinger
Geb. 1982 in Köln
2005: Als ausgebildete Verlagskauffrau Anzeigenleiterin für Magazin-Verlage
2014: Zertifizierte Trainerin, Firmengründung, Krebsdiagnose
2015: Erstes Buch: "Brüste umständehalber abzugeben"
2020: Gründung der "AKADEme" für Frauen, Podcast "Scheiter Heiter"
2022: Siebte Buchveröffentlichung: "Leicht gesagt"


(Foto: Stefan Neumann)

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Porträt: Anna Dushime, Redaktionsleiterin bei Steinberger Silberstein.

Unterhaltung mit Mehrwert: Anna Dushime hält leidenschaftlich gern "Nickerchen". Weil sich das nur schwer zu Geld machen lässt, lebt sie im Job ihre zweite Leidenschaft aus: Menschen unterhalten. Als Redaktionsleiterin der Berliner Produktionsfirma Steinberger Silberstein verantwortet Dushime die Funk-Formate "Aurel Original" und "Browser Ballett". In Podcasts und Kolumnen thematisiert sie zudem alles zwischen Politik und Dating. Ihre "taz"-Texte laufen unter der Überschrift: "Bei aller Liebe".

Vorauszusehen war ihr Werdegang nicht. Dushime wird in Ruanda geboren, geht in Großbritannien zur Schule, macht ihr Abitur im Ruhrgebiet und studiert in den Niederlanden Marketing. Damals lernt sie "ernsthaft für Statistik-Klausuren" – braucht sie später nie wieder –, bemerkt aber, wie wichtig das Netzwerken ist. In Berlin heuert sie beim Forschungsnetzwerk ResearchGate an und gelangt über BuzzFeed zur Agentur Stoyo. 2019 geht Dushime dann zu Steinberger Silberstein.

Wegen ihrer Herkunft werden Themen wie Diversität und Rassismus oft an sie herangetragen, "ohne, dass ich diese selbst gewählt habe". Als "alter weißer Mann" will sie trotzdem nie leben. Lieber als "Labrador einer wohlhabenden Familie".

Anna Dushime
Geb. 1990 in Ruanda
1999: Umzug nach Deutschland
2008: Marketing-Studium in den Niederlanden und Budapest
2012: Verschiedene Positionen bei ResearchGate in Berlin
2015: Redakteurin bei BuzzFeed
2016: Kreative Leitung bei Agentur Stoyo
2019: Wechsel zu Produktionsfirma Steinberger Silberstein
2020: Redaktionsleiterin dort


(Foto: Pako Quijada)

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Porträt: SAP-Marketingleiterin Kerstin Köder.

Pippi-Langstrumpf-Fan: Dass sie Schwäbin ist, verrät der leichte Zungenschlag. Von ihrer Heimat aus zieht Kerstin Köder durch die Republik, macht beruflich Station in Kiel, Hamburg, Berlin, Köln und nun schon seit vier Jahren im badischen Walldorf. Zurück "in the Länd", wie sie sagt, aber mit weltweitem Aktionsradius. Denn Köder leitet das SAP-Marketing für Europa, den Mittleren Osten und Afrika. Diese Internationalität und die damit einhergehenden Kontakte zu so vielen unterschiedlichen Menschen, ihren Kulturen, Sprachen, Herangehensweisen – "definitiv das Beste an meinem Job".

Kerstin Köders Heldin aus Kindertagen: Pippi Langstrumpf. Taff, aber auch verspielt. Köder selbst ist mehr der Geht-nicht-gibt’s-nicht-Typ: energetisch, ehrgeizig, zielstrebig. "Alles, was ich anfange, will ich Tag für Tag verbessern und mit großem Erfolg zu Ende bringen", sagt sie. Da macht sie beruflich und privat kaum Unterschiede: Das Marketingrezept soll genauso perfekt aufgehen wie der Pizzateig oder das Sauerteigbrot.

Wer meint, ihr Unternehmen mache "nur" Software, dem sprudelt Köder entgegen, welchen Beitrag die Technologie leistet: für die Krebsforschung, die Impfstoffproduktion, das Remote-Arbeiten in der Pandemie. "Wir bringen Profitabilität und Nachhaltigkeit zusammen, und machen so die Welt ein bisschen besser", sagt die SAP-Managerin. Was eine gute Führungskraft ausmacht, fasst sie in drei Eigenschaften zusammen: mutig, authentisch und klar sein. Da ist Pippi Langstrumpf dann doch wieder im Spiel.

Tipp von Kerstin Köder: "Be visible – nicht nur in Social Media, Netzwerke sind entscheidend"

Kerstin Köder
Geb. 1969 in Stuttgart
1989: Studium International Business & Marketing, Hochschule Pforzheim
1994: Marketing Managerin, Breuninger
1999: Marketing Managerin, Debitel
2005: Head of CRM & Customer Value Management, Debitel
2010: Director Marketing, Freenet
2018: VP Marketing Middle and Eastern Europe & Germany, Mitglied d. Geschäftsleitung, SAP
2020: Head of Marketing EMEA, SAP


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Porträt: Andreas Arntzen, CEO beim Wort & Bild Verlag.

Wort- und bildgewaltig: Dass er in 20 Jahren einen Medien-Riesen führen wird, ahnt Andreas Arntzen in den 90ern nicht. "Arntzi" hütet damals das Hockey-Tor der Nationalmannschaft. Beruflich folgt er dieser Passion: Er studiert BWL und gründet im Sport-Einzelhandel.

Heute macht Arntzen gesunde Geschäfte im beschaulichen Baierbrunn: Zwischen Zwiebel-Kirchturm und Isar-Lauf entsteht die "Apotheken Umschau", deren stabile Millionen-Auflage und Werbeeinnahmen von der Münchner Medien-Schickeria neidisch beäugt und teils imitiert werden. Der Ärger darüber ist verraucht, die Digitalisierung des Gesundheitswesens stresst stärker. Arntzen klagt, dass die Branche digital "einige Jahre hinterher" hinkt.

Eine Geduldsprobe für den Digital-Pionier. Er baut um die Jahrtausendwende ein Job-Portal für Holtzbrinck, gründet die Partnerbörse Parship und tritt als Investor auf. Die Vita des fast zwei Meter großen Managers ist gefüllt: "Wenn ich das Gefühl hatte, dass es langweilig wird, habe ich mich umorientiert."

Beim Wort & Bild Verlag ist das offenbar nicht der Fall. Arntzen führt ihn seit 2016 – am liebsten "durch Lob, Fragen und Ideen". Und mit Optimismus: "Der Glaube kann Berge versetzen", sagt Arntzen.

Andreas Arntzen
Geb. 1967 in Hamburg
1989: Hockey-Karriere und BWL-Studium in Hamburg
2000: Gründung Parship
2002: CEO des Zeitverlags
2004: CEO der Handelsblatt-Gruppe
2006: COO bei Madsack
2014: NZZ-Geschäftsführung
2016: CEO des Wort & Bild Verlags


(Foto: Sonja Herpich / Wort & Bild)

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Porträt: Kristina Lunz, Co-Gründerin des Centre for Feminist Foreign Policy.

Verbindet "Nein heißt Nein" mit "Don’t take no for an answer": Kristina Lunz glaubt, dass man zunächst an der eigenen mentalen Gesundheit arbeiten muss, um "zu echtem, nachhaltigem, gesellschaftlichem Wandel" beitragen zu können. Sie lässt sich seit drei Jahren professionell unterstützen, um eine "angenehme Weggefährtin für viele" zu sein – auch bei ihrer Arbeit beim Centre for Feminist Foreign Policy, einer Forschungs- und Beratungsorganisation mit Fokus auf feministische Außenpolitik. 

Nach der Schule studiert Lunz Psychologie und wird die erste Uni-Absolventin ihrer Familie. Ihr weiteres Studium und ihre spätere Arbeit führen sie nach England, Kolumbien, New York, Myanmar und schließlich nach Berlin. Als Aktivistin trägt sie 2016 mit der Kampagne "Nein heißt Nein" zur Änderung des Sexualstrafrechts bei.

2018 bringt sie dann das deutsche Centre for Feminist Foreign Policy mit auf den Weg. Lunz liebt es, Mitgeschäftsführerin in einem "warmen und unterstützenden" Team zu sein, auch wenn "unsere Gesellschaft derart misogyn und sexistisch ist, dass weibliche Gründer:innen kaum Finanzierung erhalten". Vor allem in den ersten Karrierejahren braucht frau deshalb Durchhaltevermögen. "Don’t take no for an answer" lautet ihr Motto – außer bei intimen Beziehungen.

Kristina Lunz
Geb. 1989 in Reckendorf
2010: Psychologie-Studium in Mainz
2013: Studium Internationale Politik in London und Oxford
2015: Wissenschaftliche Beraterin
2017: Gender and Coordination Officer bei der UNO in New York und Myanmar 
2018: Gründung Centre for Feminist Foreign Policy in Berlin
2019: Beraterin für das Auswärtige Amt
2022: Buch "Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch"


(Foto: F. Castro)

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Porträt: Kristina Bulle, CMO bei Procter & Gamble.

Routinen und Gänsehautmomente: Bei Procter & Gamble bewegt Kristina Bulle riesige Summen. 1,8 Milliarden Euro hat das Unternehmen 2021 hierzulande für Werbung ausgegeben, so viel wie kein anderes.

Bulles Arbeitstage beginnen und enden routiniert: Um 7.30 Uhr verlässt sie das Haus, dann Sport, ab neun Uhr Büro. Am Feierabend Stallvisite bei Anton, dem Pony ihrer Tochter. "Morgens über Cookies und First Party Data reden und abends Pferdemist wegmachen, das erdet."

Ursprünglich will Bulle Pharmazie studieren, nach einem Praktikum in der Dorf-Apotheke korrigiert sie ihren Plan. Bei P&G kümmert sie sich heute um neue Kampagnen, Mediaplanung und datenbasiertes Marketing, um Organisationsstrukturen und Personalplanung. "Ich liebe es, mit verschiedenen Menschen an verschiedenen Projekten zu arbeiten", sagt Bulle.

Kristina Bulle hat viele Talente. Sie backt und bastelt, malt und handarbeitet, repariert und recycelt. Ihre kreative Seite hilft auch im Job. "Ich denke viel in Bildern und Analogien, zum Beispiel, wenn ich neue Kampagnen beurteilen muss." Und sie kann sich darauf verlassen: "Wenn ich Gänsehaut bekomme, sind wir auf dem richtigen Weg."

Damit meint sie nicht allein wirtschaftlichen Erfolg. Bulle nimmt P&G in die Pflicht, sich für eine bessere Gesellschaft und den Schutz der Umwelt einzusetzen: "Das empfinde ich auch als meine persönliche Verantwortung."

Kristina Bulle
Geb. 1967 in Cuxhaven
1989: Studium BWL in Osnabrück
1995: Einstieg bei Procter & Gamble (P&G)
2003: Marketing Director Asien für Max Factor in Japan
2012: Global Director Channel Marketing von P&G
2015: CMO für Deutschland, Österreich, Schweiz
2020: Vorstand der Organisation Werbungtreibende im Markenverband


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Porträt: Jochen Wegner, Chefredakteur von “Zeit Online”.

Ausdauernd nicht nur am Podcast-Mikro: Die Faszination für das Digitale ist eine Konstante in Jochen Wegners Leben. In seiner Jugend knackt er unter dem Synonym "Mr Pokeface" zum Spaß den Kopierschutz von Software, freilich ohne jemals daran zu verdienen – bis zwei Männer mit Trenchcoats und Durchsuchungsbefehl vor der Tür stehen, wie er in einem Podcast erzählt. Als Chefredakteur von Zeit Online ist er 2016 Co-Initiator der Plattform "Deutschland spricht". Deren Idee ist eine Art Politik-Tinder, um Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammenzubringen. Mittlerweile läuft das Projekt international.

Wegner ist ein echter Macher des Digital-Journalismus. Er liebt es, "Ideen zu finden und sie dann auch zu realisieren". Er ist anfangs jedoch nicht auf das Medien-Business festgelegt. Zwischenzeitlich will er auch mal Physiker, KI-Forscher, Unternehmer und Philosoph werden. Nach Abschluss der Kölner Journalistenschule studiert er Philosophie und Physik, bevor er sich hauptberuflich in den Journalismus stürzt. Wegner fängt 1998 beim "Focus" als Redakteur im Ressort "Forschung und Technik" an, steigt zu dessen Vize-Leiter auf, wird 2006 Chef von "Focus Online". Ende 2010 nimmt er seinen Hut, führt eine Zeit lang ein Medien-Startup und arbeitet als freier Berater, bis er 2013 die Chefredaktion von Zeit Online übernimmt.

Wegner mag, dass er sich beruflich mit vielen Menschen austauscht, auch wenn das gleichsam "permanente Konfrontation" bedeutet. Einsteigerinnen müssen für ihn, unabhängig von Berufsabschlüssen, die Grundeigenschaften guter Journalistinnen mitbringen – "mit Leidenschaft nach Wahrheit suchen und eine Geschichte erzählen können". Dass sich dabei in digitalen Medien gewisse Freiheiten ergeben, zeigt sein potentiell unendlicher Podcast "Alles gesagt". Gemeinsam mit "Zeit Magazin"-Chef Christoph Amend strapaziert er seit 2018 das Durchhaltevermögen von Promi-Gästen und Hörerinnen mit teils über acht Stunden dauernden Episoden. Wegner hat also auf mehr als eine Art recht, wenn er sagt: "Mein Beruf ist es, Ideen ins Leben zu quatschen."

Tipp von Jochen Wegner: "Mach nur, was du wirklich, wirklich willst. Nimm dir alle Zeit, herauszufinden, was das ist. Lass es dann nie wieder los"

Jochen Wegner
Geb. 1969 in Karlsruhe
1990: Kölner Journalistenschule
1992: Studium Philosophie und Physik in Bonn
1998: Redakteur "Forschung und Technik" beim "Focus"
2006: Chefredakteur Focus Online
2010: CEO Mag10 Publishing
2013: Chefredakteur Zeit Online
2019: Mitglied der "Zeit"-Chefredaktion


(Foto: Andreas Chudowski)

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Porträt: Sara Urbainczyk, Gründerin der Plattform “Echte Mamas”

Power-Mama: Der Wunsch, etwas Eigenes zu gründen, brodelt schon lange in Sara Urbainczyk. Doch wählt sie zunächst den sicheren Job im Verlagswesen – obwohl sie sich "eingeschränkt" fühlt. Im Jahr 2017, mit Mitte 30, schmeißt sie schließlich bei Bauer hin und gründet mit Marion Scheithauer und Miriam Wieder "Echte Mamas", eine Online-Community für Mütter.

Mittlerweile managt Urbainczyk von Hamburg aus ein Team von 25 Kolleginnen. Ihr sei es wichtig, selbst auf allen Plattformen aktiv zu sein, um die digitalen Trends zu verstehen. "Es geht um das richtige Gefühl und Gespür", sagt sie. Gleichzeitig will sie als Mutter die Werte ihrer Firma vertreten. Mit ihrem Partner teilt sie Haushalt und Kinderbetreuung gerecht auf und plant genügend Zeit für ihre Familie ein. "Ich bin zufriedener und ausgeglichener, wenn alles im Einklang ist."

Sie weiß, dass immer noch viele gut ausgebildete Mütter von Firmen "aussortiert" werden. Urbainczyk macht sich das zum Vorteil: Neue Mitarbeiterinnen rekrutiert sie direkt aus der Community. Dass sie damit den richtigen Weg geht, sieht sie an kleinen Dingen – wie den "vielen positiven Nachrichten und Emojis bei Slack".

Sara Urbainczyk
Geb. 1981 in Bottrop
2001: Studium Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Uni Duisburg-Essen
2008: Praktikum beim "stern", Online-Redakteurin bei "OK!"
2011: Leitung Digitale Medien bei Klambt
2012: Digital Business Director bei der Bauer Media Group
2015: Geburt ihres Sohnes
2017: Gründung von "Echte Mamas"


(Foto: Mia Takahara)

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Porträt: Markus Gürne, Ressortleiter der ARD-Börsenredaktion.

Elk-like: Würde Markus Gürne sich mit einem Tier vergleichen, wäre es wohl der Elch. Der sieht nicht sehr agil aus, kann aber schnell und grazil unterwegs sein, sagte er einst in einem Interview. Außerdem hat der Elch ein dickes Fell – unerlässlich für einen Journalisten, der sich wie Gürne zwischen Krisengebieten und Wirtschaftskrisen bewegt. 

Der gebürtige Stuttgarter macht seine Anfänge als Schüler in der Sportredaktion des damaligen Süddeutschen Rundfunks. Später verschlägt es ihn als Korrespondent nach Ägypten, Indien und in den Irak. Im Ausland lernt er nicht nur Resilienz, sondern auch wie sehr Politik, Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verwoben sind. 

Seit 2012 leitet Gürne die ARD-Börsenredaktion und moderiert die "Börse vor acht". 2020 wird er in Brennpunkten und als Co-Autor von "Der Wirtschafts-Virus" zum Corona-Erklärer. Seinen Job sieht er als eine Art "Sendung mit der Maus" für Erwachsene. Er wolle "das Erkennen von Möglichkeiten und Verringern von Risiken" vermitteln. Er gibt zu: Das gelingt nicht immer. 

Beschäftigt sich Gürne gerade nicht mit Börsenkursen, verbringt er Zeit in seinem Haus in Schweden – in der Nähe der Elche.

Markus Gürne
Geb. 1970 in Stuttgart
1993: Studium Rechts- und Politikwissenschaften, allgemeine Rhetorik in Tübingen
1998: Volontariat beim Süddeutschen Rundfunk
2003: ARD-Korrespondent in Kairo und Bagdad 
2005: Leiter der Tagesschau-Redaktion im HR
2008: Korrespondent in Neu-Delhi
2012: Ressortleiter der ARD-Börsenredaktion


(Foto: Ben Knabe / HR)

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Porträt: Jobst Benthues, Chef von Redseven Entertainment.

Auf direktem Weg: Er findet seinen Job zu schön, um wahr zu sein. Manchmal hat Jobst Benthues Angst, jemand kommt zur Tür herein und fordert ihn auf: "Herr Benthues, fangen Sie jetzt endlich an, ernsthaft zu arbeiten!" Bis das passiert, produziert und entwickelt Benthues für Redseven Entertainment nationale und internationale TV-Formate, darunter "Germany’s Next Topmodel" oder "Rosins Restaurants". 

Um an einen Job zu kommen, der "jeden einzelnen Tag Spaß macht", geht Benthues den "geradesten Weg", den es beim Privatfernsehen gibt: Kabelträger, Aufnahmeleiter, Redaktionsassistent, Casting-Redakteur, Producer, Produktionsleiter. Gefühlt hat er in dieser anstrengenden Zeit alle paar Wochen einen neuen Job. Doch es soll sich lohnen. 

Als Benthues 1995 zu ProSieben wechselt, wird es "etwas ruhiger". Er lernt, nicht alles selbst können zu müssen und auf sein Team zu vertrauen. Mit dieser Einstellung gewinnt Benthues gleich dreimal den Deutschen Fernsehpreis, zahlreiche seiner Formate sind mehrfach ausgezeichnet. Trotz des Erfolgs kennt er den erdenden Blick auf die Quote, bei dem er ab und an feststellen muss, dass das Publikum die eigene Begeisterung nicht teilt.

Jobst Benthues
Geb. 1969 in Hildesheim
1989: Studium Betriebs-wirtschaftslehre in Köln
1990: Aufnahmeleiter und Redakteur fürs Kinderfernsehen bei RTL
1995: Vize-Geschäftsführer Business Development bei ProSieben
1997: Head of Entertainment bei ProSieben
2008: Gründung Redseven Entertainment


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Porträt: Lynette Jackson, globale Kommunikationschefin bei Siemens.

Die Magie des Kontakteknüpfens: Zweimal in ihrem Leben nimmt Lynette Jackson eine längere Auszeit. Das erste Mal ganz freiwillig: Als 30-Jährige legt sie mit ihrem Mann ein Sabbatical ein – eine "wunderbare Erfahrung". Damals arbeitet die Engländerin beim Automobilzulieferer TRW. Zwei Arbeitgeber später landet sie 2018 bei Siemens im schweizerischen Zug – und muss nach zwei Jahren eine Zwangspause aufgrund von Brustkrebs einlegen.

Insgesamt sieben Monate unterzieht sich Jackson einer Therapie und verarbeitet ihre Gedanken in einem Blog. Energie tankt die ehemalige Profi-Synchronschwimmerin in den Schweizer Seen. Jackson ist heute "wieder ganz gesund" und pfeift auf Optimierungsdruck. "So viele Menschen konzentrieren sich darauf, was sie besser machen können – anstatt sich vor Augen zu führen, welch hervorragende Arbeit sie leisten." 

Als neue Kommunikationschefin bei Siemens in München möchte sie den Nutzen von Technologien betonen und trotzdem menscheln. Daher streut Jackson gerne "magischen Feenstaub" auf rationale Aspekte, und meint damit die partnerschaftliche Ansprache von Beschäftigten, Kundinnen und Aktionären. Bei jedem Projekt achtet sie zudem darauf, sich genügend Zeit zu nehmen, "um meine Batterien wieder etwas aufzuladen". Denn davon, so ist sie überzeugt, profitieren am Ende alle.

Lynette Jackson
Geb. 1972 in Rinteln
1991: Französisch-Studium in Birmingham und Montpellier
1998: Diverse Kommunikationsjobs bei TRW Automotive in Solihull, UK und Detroit, USA
2013: Kommunikationsleiterin bei ABB in Zürich
2018: Leitung der Kommunikation für Smart Infrastructure bei Siemens in Zug, Schweiz
2021: Kommunikationschefin bei Siemens in München


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Porträt: Yasmin Polat, podcastende Journalistin.

Schonungslos mitteilsam: Selbstausdruck ist für Yasmin Polat online wie offline eine Passion – und ihr täglich Brot. Seit 2021 präsentiert sie im Wechsel mit Dena Zarrin und Don Pablo Mulemba den Spotify-Podcast "Fomo – Was habe ich heute verpasst?", der die News des Tages auf wenige Minuten verdichtet. Es gefällt ihr, "einer Art Wahrheit nahezukommen", und dabei Freude oder – "wenn es sein muss" – Trauer auszulösen.

Polats Werdegang ist gefüllt mit "zahlreichen und langen" Schlenkern, erst mit etwa 27 Jahren kommt sie zum Journalismus. Davor stehen Jobs in Callcentern, Castingagenturen, TV-Produktionen, einer Druckerei und schließlich ein Studium der Islamwissenschaften. Allerdings lässt sie wissen: "Geschrieben habe ich schon immer."

Ihr Job erfordert "eine Mischung aus Empathie und Schonungslosigkeit", glaubt Polat. Als Social-Media-Junkie freut sie sich besonders, wenn ihre Podcasts oder Texte ein Echo in den sozialen Netzwerken finden. Sie glaubt an den großen Siegeszug von TikTok, das "vielleicht sogar die Zukunft des Streamings" werde. Mal sehen, wie verlässlich ihr Auge für Trends ist.

Yasmin Polat
Geb. 1989 in Berlin
2015: freie Journalistin
2016: Studium Islamwissenschaften, "Tagesspiegel"-Praktikum
2018: Redakteurin bei watson.de
2020: Social-Media-Redakteurin im ARD-Hauptstadtstudio
2021: Spotify-Podcast "Fomo"

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Porträt: Serviceplan-Chef Florian Haller.

Florian HallerBloß nicht zu professionell werden: Hört sich erstmal nach Rückschritt an, wozu Florian Haller rät: "Sei wieder Anfänger." Aber er meint das ernst, denn "Professionalität macht blind für Neues". Erst recht, wenn sich Anforderungen im Eiltempo verändern. Wer weiß das besser als der Serviceplan-Chef. Als er vor 20 Jahren die von seinem Vater gegründete Agentur übernimmt, sind die Teams homogen. Heute zählt die Agenturgruppe weltweit mehr als 100 Jobprofile, von der Mediastrategin bis zum Data Scientist.

Hallers Ziel ist, "Serviceplan zur global führenden Independent-Agentur zu machen". Dann ist eine Verdopplung der 4.500 Stellen in den kommenden Jahren gut vorstellbar. "Unternehmer sein und neugierig bleiben", das treibt ihn an. Marken und Kommunikation sind für ihn das spannendste Berufsfeld: "Ich kann mit jungen, inspirierenden Menschen grenzüberschreitend an kreativen Ideen arbeiten."

Dass sich die Agentur-Kultur verändert hat, bestätigt Florian Haller. Arbeiten bis Mitternacht, Überstunden als Leistungsnachweis – von gestern. Die Jungen streben nach Einklang von Job und Privatleben. Und Serviceplan geht mit, auch weil Haller weiß: "Unternehmer sein heißt Menschen mitnehmen."

Florian Haller
Geb. 1967 in München
1986: BWL-Studium in St. Gallen
1991: Brand Manager bei Procter & Gamble, Genf
1996: Einstieg bei Serviceplan, München
2002: Hauptgeschäftsführer Serviceplan


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Porträt: Bertelsmann-Kommunikationschefin Karin Schlautmann.

Das Neue und das Alte: Wenn es etwas Neues in der Medienwelt gibt, saugt Karin Schlautmann es auf. Ständig ist sie auf der Suche nach innovativen Tools und Kommunikationswegen. Per Online-Studium bildet sie sich zu Themen wie Datenanalyse und Künstlicher Intelligenz weiter, die "in der Kommunikation immer wichtiger werden". Sie brauche Infos aus verschiedensten Quellen, um "Entwicklungen und Stimmungen einschätzen und kommunikative Chancen ausloten zu können".

Als Chefin der Unternehmenskommunikation bei Bertelsmann muss sie große Zukunftsthemen angehen: Bis 2030 will der Konzern klimaneutral sein. Und auch Diversität stellt sie als wichtigen Aspekt für ihr Team heraus, das mit Medien aus allen Teilen der Welt zusammenarbeitet. Diesen Blick nach vorne verbindet sie mit Bewahrung und Reflexion der Vergangenheit. Schließlich vermittelt ihre Abteilung auch das kulturelle Engagement von Bertelsmann, von der Restauration bedrohter Stummfilme bis zum Ricordi-Archiv in Mailand, das Dokumente der italienischen Operngeschichte verwaltet.

Schlautmann schwärmt von der Vielfalt ihrer Aufgaben. Sie beginnt ihre Karriere mit einem Volontariat beim "Westfalenblatt", arbeitet bei "Bild", "Bunte" und "Gala" und übernimmt schließlich auch die Chefredaktion der "Frau im Spiegel".

Bei Bertelsmann ist sie mittlerweile eng mit dem Management verbunden und freut sich, "aus erster Hand" über die Konzern-Strategie informiert zu sein. Wer in der Medienwelt arbeiten will, muss Neugier und die Bereitschaft zu ständiger Veränderung mitbringen, empfiehlt sie – und hofft, dass sie in ihrem nächsten Leben wieder dort landen wird. Sie kann sich "keine spannendere Branche vorstellen".

3 Karriere-Tipps von Karin Schlautmann
1. Sei neugierig und verschaffe dir eine breite Allgemeinbildung.
2. Lerne, in starken Botschaften zu denken.
3. Befasse dich intensiv mit Medien in ihrer ganzen Vielfalt: Schau dir den Wirtschaftsteil deiner Lokalzeitung genauso neugierig an wie Reels auf TikTok, Threads auf Twitter oder ein internationales Magazin wie den "New Yorker".

Karin Schlautmann
Geb. 1965 in Herzebrock-Clarholz
1987: Volontariat beim "Westfalen-Blatt" in Bielefeld
1994: Redakteurin für "Gottschalks Late Night"
1995: "Bild"-Chefreporterin in München
2002: Stellvertretende "Gala"-Chefredakteurin
2003: Chefredakteurin bei "Frau im Spiegel"
2007: Kommunikationschefin der Bertelsmann-Stiftung
2011: Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Bertelsmann


(Foto: Jan Voth / Bertelsmann)

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Porträt: CSU-Politikerin Dorothee Bär.


Gespür für on- und offline: Für ein Foto für einen Social-Media-Post drückt Dorothee Bär ihr Handy schon mal ihren Kindern in die Hand – oder Touristinnen in Berlin. Die ehemalige Staatsministerin für Digitales weiß, wie man Menschen erreicht. "Wer Menschen nicht liebt und sich nicht für sie interessiert, darf nicht Politikerin werden."

Bär arbeitet, seit sie 14 ist: in einer Gärtnerei, im Krankenhaus, als Putzhilfe, bei Zeitung und Radio, im Kino, bei Douglas. Mit 16 tritt sie in die CSU ein. Ihre politische Karriere beginnt im Kommunalen, "Bäche reinigen, Spielplätze im Dorf schaffen". Seit 2002 sitzt sie im Bundestag. 2005 verliert sie ihren Sitz kurz, rückt Wochen nach der verlorenen Wahl doch noch nach. Eine Chance, ihr Umfeld besser kennenzulernen: "Nach dem Wahltag meldeten sich einige zunächst einmal nicht mehr." Seit Ende 2021 ist Bär nach acht Jahren Regierung nun Opposition. "Nicht-Regieren bedeutet auch ein Mehr an Freiheit", sagt sie.

Bärs Faible für Flugtaxis, Social Media und High Heels hat ihr so manches öffentliche Naserümpfen eingebracht, auch aus der eigenen Partei. Inzwischen sieht sie das gelassen. Der jungen Doro würde sie raten: "Nur auf die hören, die man auch selbst um Rat gefragt hätte".

Tipp von Dorothee Bär: "Nicht auf das Gebabbel anderer hören"

Dorothee Bär
Geb. 1978 in Bamberg
1992: Eintritt in die Junge Union
1999: Studium Politikwissenschaften in München und Berlin
2002: Einzug in den Bundestag
2009: Fraktionssprecherin Familie, Senioren, Frauen und Jugend
2013: Parlamentarische Staatssekretärin
2018: Staatsministerin für Digitales
2021: Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, zuständig für Familie und Kultur


(Foto: Jens Krick / Flashpic / Picture Alliance)

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Katja Espey, Community-Managerin beim SWR.

Immer für eine Überraschung zu haben: Licht und Schatten liegen in Katja Espeys Job nah beisammen. "Kein Tag ist wie der andere", freut sie sich und offenbart parallel: "Mein Tag ist schwer planbar." Was hilft, ist eine gute Vorbereitung. Ihr Leitsatz: "Better prepared, than sorry."

Ihre Karriere ist aber nicht minutiös geplant, erzählt die Chefin des Community-Managements des SWR. Das Medienwissenschafts-Studium – "spannend genug", ohne sich "zu früh festzulegen" – reichert sie mit Praktika im Programmkino, beim Filmverleih sowie in Agenturen an. Sie kommuniziert drei Jahre für Fitness First, studiert erneut und geht gleich zwei Mal ins Ausland. Parallel "rutscht" sie beruflich Richtung Social Media.

Community-Management ist "mehr als der Umgang mit Hate Speech und Desinformation", sagt Espey. Doch die Handhabung beider Themen entscheide, "wie wir künftig Debatten und Diskussionen auf Social Media führen". Community-Managerinnen sollten daher mehr Respekt bekommen. Im Netz gebe es ein "konstruktives Miteinander und wertvolle Inhalte zu entdecken" – etwa während der Flutkatastrophe im Ahrtal. Es brauche einfach "etwas mehr Toleranz. Von allen. Punkt."

Katja Espey
Geb. 1990 in Düsseldorf
2009: Studium Medien-wissenschaft in Marburg
2013: Praktikum 20th Century Fox Home Entertainment, Kommunikationsmanagerin Fitness First
2016: Studium Filmwissenschaft in Mainz, Werkstudentin bei Merck
2018: Austausch-Semester in Pavia, Italien und Lodz, Polen
2020: Head of Community Management beim SWR


(Foto: Patricia Neligan / SWR)


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Porträt: Merck-Kommunikationschefin Sabia Schwarzer.

Nur die Liebe zählt: Liebe ist für Sabia Schwarzer das Allerwichtigste: "Wenn man sich geliebt fühlt, kann man alle Herausforderungen meistern." Eine "Liebe für Menschen" haben der Journalistin und Kommunikations-Expertin schon früh ihre Eltern mitgegeben. Von ihrem großen Vorbild, ihrer indischen Großmutter, die sich in einer Männerwelt behauptete, hat Schwarzer aber auch gelernt, "dass man, egal was die sozialen Konventionen sind, sich selbst treu sein und seinen Weg gehen kann".

Sabia Schwarzer liebt es, "zu sehen, wie Menschen ihre Gabe nutzen, um sich, ihrem Umfeld und der Gesellschaft Gutes zu tun". Kolleginnen, aber auch ihre Chefin ermutigt Schwarzer "neue Wege zu gehen, etwas zu wagen, dabei an Grenzen zu kommen und zu wachsen". Damit ist sie selbst gut gefahren. Nach dem Studium arbeitet sie als Journalistin für die Deutsche Welle. Dann wechselt sie in die Unternehmenskommunikation der Allianz. 2015 übernimmt sie dort die Leitung, bevor sie 2022 zum Chemie- und Pharmakonzern Merck geht.

Das Beste an ihrem Job, sagt Schwarzer, ist, "dass ich Geschichten entdecken und erzählen kann". Wenn sie Kollegen im Flur lachen hört, weiß sie: Das ist ein gelungener Arbeitstag. Mit ihrem besonderen Gefühl für Menschen versucht die dreifache Mutter "Abenteuer, Freude und Sinn in den Arbeitsalltag" einzubringen.

Was sie dabei manchmal vergisst, sind ihre eigenen Bedürfnisse. In Pakistan aufgewachsen, hat für Schwarzer lange Zeit der Familien-Koch in "dem ganzen Tohuwabohu um mich herum" einen Ort der Ruhe und des Friedens geschaffen. Der fehlt ihr heute oft. "Ich verausgabe mich für andere, aber frage mich nie: Wie geht es dir eigentlich? Was brauchst du heute?" Ihrem jüngeren Ich würde sie raten, sich ab und zu einfach mal in die Sonne zu legen, an nichts zu denken, sich nicht "für alles und jeden" zuständig zu fühlen. Mittlerweile weiß sie: Nicht nur Liebe zu anderen zählt – sondern auch die zu sich selbst.

Tipps von Sabia Schwarzer: "Sei neugierig und stelle Fragen. Nimm immer das Beste an. Übe, zu widersprechen"

Sabia Schwarzer
Geb. 1970 in Krefeld, aufgewachsen in Pakistan
1989: Studium Amerikanische Literatur
1995: Journalistin bei der Deutschen Welle
1996: Leiterin der Allianz-Kommunikation für die Region Asien-Pazifik, später für Nordamerika
2015: Kommunikationschefin für den gesamten Konzern
2016: Studium IT-Management
2022: Kommunikationsleiterin bei Merck


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Porträt: Daria Orniér, Domina, Therapeutin und Aktivistin.

Der Mensch hinter der Maske: Mit Menschen forschen – so umschreibt Daria Oniér ihre Arbeit. Früher sind es Kinder und Jugendliche, denen sie als Erzieherin hilft, ins Leben zu finden. Doch nach 13 Jahren im Beruf brennt sie aus. Über ein Praktikum als Domina gelangt sie in die Welt der Sexarbeit.

Heute offeriert Oniér Massagen, Sexualassistenz, BDSM-Sessions – und Sexualtherapie. Beide Bereiche sind eine "Forschungsreise in die Tiefen unergründeter Welten", sagt sie. Sex sei nach wie vor ein Tabuthema. "Menschen haben alle viele Masken und Rollen und versuchen zu verbergen, wer sie wirklich sind." Ihr Ziel: den Menschen hinter der Maske berühren – seelisch oder körperlich. Das gelingt ihr durch genaues Fragen und ehrliches Feedback, das weder be- noch verurteilt.

Oniér engagiert sich auch als Aktivistin, um zu verhindern, dass Sexarbeit weiter tabuisiert oder verboten wird. Sie findet ihren heutigen Job "weitaus angenehmer" als den früheren, nicht nur aus finanziellen Gründen: Sie helfe Menschen, sich selbst zu erkennen. Und ist sich sicher: "Es geht der Welt etwas besser, wenn es nur einem Menschen darauf etwas besser geht."

Tipp von Daria Orniér: "Alles darf sein und was sein darf, kann sich verändern"

Daria Oniér
Geb. 1977 in Niedersachsen
1996: Ausbildung zur Erzieherin
2000: verschiedene Stationen als Erzieherin
2010: heilpädagogische Weiterbildung
2013: Sexarbeiterin und Domina
2015: Therapeutin


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Porträt: Marieke Reimann, zweite Chefredakteurin SWR.

"Straight, aber echt mühsam": Marieke Reimann muss hart für ihre Karriere arbeiten. Die Tochter einer alleinerziehenden Mutter trägt während ihrer Schulzeit Prospekte aus, parallel zum Studium an der Deutschen Journalistenschule in München warten dann Frühschichten in der Bäckerei und Spätschichten am Newsdesk. Da wundert es nicht, dass Reimann heute stolz davon erzählt, selbst inzwischen anderen jungen Menschen "mit diverser Lebensbiografie" eine Chance im Journalismus gegeben zu haben.

Eben solche jungen Menschen sind lange ihre Zielgruppe. Beim Jugendangebot Ze.tt steigt sie mit gerade mal 30 Jahren zur Chefredakteurin auf. Als das Portal Ende 2020 zu einem Ressort bei Zeit Online abgestuft wird, kündigt sie – ein Manöver, das knapp ein Jahr später in einen Führungsjob als Zweite Chefredakteurin des SWR mündet.

Reimann versteht sich selbst als Pragmatikerin. Auch deshalb hat sie das Schachspielen für sich entdeckt. Der analytische Aspekt des Spiels spiegelt sich in ihrem Berufsalltag wider. Denn auch dort können "unterschiedlichste Ansätze zu ähnlichen Lösungen führen". Strategisches Vorgehen ist schon vor dem Job-Eintritt nötig, glaubt Marieke Reimann. Angehenden Journalistinnen empfiehlt sie, sich frühzeitig eine Nische zu suchen und sich auszuprobieren, statt Energie in "belanglosen Prüfungen" zu verschwenden. Denn: "Was haben Noten am Ende mit journalistischer Praxis zu tun?"

Marieke Reimann
Geb. 1987 in Rostock
2007: Studium Angewandte Medienwissenschaft in Ilmenau
2012: Journalismus-Studium an der Deutschen Journalistenschule und der LMU München
2014: Freie Journalistin
2015: Redakteurin, später Vize-Chefredakteurin bei Ze.tt in Berlin
2018: Chefredakteurin bei Ze.tt
2021: Zweite Chefredakteurin des SWR


(Foto: Ralf Obergfell / SWR)

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Porträt: “FAZ”-Herausgeber Carsten Knop.

Hat ein Auge aufs Digitale: Carsten Knop sieht mit nur einem Auge. Er ist "funktionell einäugig", sein räumliches Sehen also eingeschränkt. Nach einem langen Arbeitstag strengt das an. Der Liebe zum Job tut es aber keinen Abbruch.

Schon als Kind druckt Knop "Familienzeitungen" im Büro seiner Mutter. Zum Ende der Schulzeit betreut er die Abizeitung, die "beinahe in einem Skandal endete". Nach dem Studium ist die Freude über ein Volontariat bei der "FAZ" groß. Noch größer die Enttäuschung, als die ihn danach nicht übernimmt. Die nächste Flaute kommt, als er seine Stelle als Wirtschaftskorrespondent in den USA aufgeben muss. Heute weiß er: "Alles ist für etwas gut." So ist der gebürtige Dortmunder zumindest seiner Lieblingsmannschaft näher – dem BVB.

Beruflich findet Knop seinen Platz im Online-Journalismus. Als Digitalchef der "FAZ" hat er sich als Moderator zwischen Online und Print gesehen. Nun, als Herausgeber, moderiert er zwischen Redaktion und Verlag. Das Beste an seinem Job, sagt Knop, sind neben den Kolleginnen und Kollegen die Menschen, die er durch die Arbeit an Geschichten kennenlernen darf. "Zuhören": Das ist sein Rat an alle, ob Anfängerin oder Profi.

Das Leben, glaubt Knop, läuft weder fair noch gradlinig. "Man hat aber immer wieder die Chance, etwas Neues daraus zu machen." Nur die Sehkraft auf dem rechten Auge – die würde er gern verbessern.

Carsten Knop
Geb. 1969 in Dortmund
1993: Volontariat bei der "FAZ"
1996: US-Korrespondent "FAZ"
2007: Leiter Unternehmensberichterstattung
2014: Leiter Wirtschaftsberichterstattung
2018: Chefredakteur Digital
2020: Herausgeber der "FAZ"


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Porträt: Stephan Schmitter, News-, Audio- und Radio-Chef von RTL.

Mann der Zwischentöne: Stephan Schmitter und sein zukünftiger Arbeitgeber finden bereits zusammen, als der gebürtige Münchner sein Abitur macht. Für die Serie "Unsere Schule ist die Beste" holt RTL ihn 1991 vor die Kamera. Doch schon damals übt das Radio die größere Faszination auf Schmitter aus, die Wege trennen sich vorerst.

Zunächst nehmen ihn Michael "Bully" Herbig und Rick Kavanian als Praktikanten bei Radio Gong 96.3 unter ihre Fittiche. 1996 wird Schmitter dort Volontär und steigt binnen acht Jahren zum Programmdirektor und Morning-Show-Sidekick auf. Dann ruft die Hauptstadt. Er führt das zu RTL gehörende Spreeradio und übernimmt 2007 das gesamte RTL Audio Center. Heute ist er RTLs Triple Threat: Radio-Chef, Audio-Chef, News-Chef. Seit der Fusion mit Gruner + Jahr verantwortet er alle journalistischen Inhalte.

"Mannschaftsspieler" Schmitter versteht seinen Job gleichsam als "Geschenk" und "Verantwortung". Er selbst, gibt er zu, arbeitet manchmal zu viel. Schmitter vermisst den "offenen und unvoreingenommenen Dialog" in der Gesellschaft: "Zuhören und Verstehen wollen ist eine ganz wichtige Basis." Als alteingesessener Radio-Mann weiß er, wovon er redet.

Stephan Schmitter
Geb. 1974 in München
1996: Volontär, später Programm-direktor bei Radio Gong 96.3
2004: Geschäftsführer 105.5 Spreeradio in Berlin
2007: Geschäftsführer des RTL Audio Centers
2018: CEO von RTL Radio
2019: Head of Audio von RTL
2021: Geschäftsführer RTL News und ntv
2022: Verantwortlicher für alle journalistischen Inhalte von RTL


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Porträt: Andreas Fischer-Appelt, Vorstand von FischerAppelt.

Familienunternehmer: Anders als heute ist CO2 vor 45 Jahren kein Thema. Der Teenager Andreas Fischer-Appelt interessiert sich trotzdem dafür. Er hat gerade einen Naturschutzklub gründet und fragt Bernhard Grzimek, den prominenten Naturforscher. Der bestätigt: CO2 kann bedrohlich werden.

"Andere können das Meiste fachlich besser als ich", sagt der Mitgründer und Vorstand der Agenturgruppe FischerAppelt heute. "Aber mich drängt es als Unternehmer, mutig neue Dinge anzupacken. Darauf konzentriere ich mich." Die vor 35 Jahren gegründete Firma zählt aktuell rund 700 Beschäftigte an zehn Standorten von Nürnberg bis New York. "Zuhören und gute Fragen zu stellen, das ist der Anfang eines jeden Beratungsgesprächs", daran hat Fischer-Appelt über die Jahre festgehalten.

Besonders freut sich der Vater von vier Kindern, wenn seine Arbeit sogar die Welt ein bisschen besser macht – siehe Textanfang. Über Abfallvermeidung und Recycling zu kommunizieren, damit hat die Agentur im Jahr 1986 begonnen. Heute erzählt Fischer-Appelt begeistert von einer honorarfreien Kampagne, um Spendengelder für ein Rettungsschiff zu mobilisieren. Es ist gebaut und bezahlt worden. "Und es hat bereits Hunderte Menschen aus dem Mittelmeer gerettet."

Andreas Fischer-Appelt
Geb. 1964 in Bonn
1977: Erste Handelsgeschäfte mit Münzen auf dem Flohmarkt
1987: BWL-Studium in Hamburg
1989: VWL-Studium in den USA
1986: Gründung der Agentur FischerAppelt
2019: Landesvorsitzender Verein "Die Familienunternehmer"


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Porträt: Monika Schaller, Unternehmenssprecherin der Deutschen Post.

Krisenfest: Sie hat geschafft, was für Pressesprecherinnen nicht selbstverständlich ist: Journalistinnen mögen Monika Schaller. Ihr Erfolgsrezept: niemals lügen, transparent sein, im Ernstfall telefonieren und Dinge persönlich besprechen. Kommunikation ist ihre Stärke: "Mein Vater hat mal den Scherz gemacht, dass ich dafür bezahlt werde, was ich am liebsten tue: Reden." Sie beschreibt sich als "krisenkommunikationssüchtig".

Das hängt auch mit ihren letzten Jobs zusammen: Goldman Sachs und die Deutsche Bank hatten einige Notlagen zu bieten. Goldman Sachs lenkt sie durch die Finanzkrise 2008. Auch bei der Deutschen Bank muss sie Skandale von Geldwäsche bis Steuerhinterziehung beackern. Ihre DNA stamme von Goldman Sachs, sagte Schaller einst in einem Interview. Sie mag das Gefühl: "Wir gegen den Rest der Welt."

Statt Geldströmen sind Warenströme heute ihr Thema. Auch als Sprecherin der Deutschen Post wartet eine Krise: die Corona-Pandemie. Ad hoc braucht es digitale Formate und Kommunikations-Mensch Schaller fehlen persönliche Kontakte. Künftig würde sie gern in einer nachhaltigeren Welt leben und sich im Beruf weniger mit Fake-News herumschlagen müssen. Ihr Job-Motto bleibt aber weiterhin: "je stürmischer, desto besser".

Monika Schaller
Geb. 1970 in Wien
1990: BWL-Studium in Wien
1998: Sales Trader bei der CA-Investment Bank
2000: Reporterin bei Bloomberg
2003: Unternehmenssprecherin bei der Citigroup Bank
2007: Unternehmenssprecherin bei Goldman Sachs
2016: Vize-Pressechefin bei der Deutschen Bank
2019: Unternehmenssprecherin der Deutsche Post DHL Group


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Porträt: Sabine Frank, YouTube-Lobbyistin.

Gegen Wild West im Web: Digitalisierung hin oder her, die Uhrzeit lässt sich nicht so einfach außer Kraft setzen. Und so wachen einige von Sabine Franks Kolleginnen erst dann auf, wenn die anderen schon wieder Feierabend machen. Trotzdem macht sie die Arbeit in ihrem internationalem Team in der Abteilung für Politik und öffentliche Angelegenheiten bei YouTube "sehr happy".

Die Zeit lässt sich nicht regulieren. Dafür muss Sabine Frank auf vieles andere im Netz ein wachsames Auge haben. Nach ihrem Zweiten Juristischen Staatsexamen 2001 setzt sie sich viele Jahre lang für Jugendmedienschutz ein, zunächst beim Verein FSM in Berlin, ab 2012 bei Google, wo sie unter anderem YouTube Kids auf den Weg bringt. 2020 übernimmt sie die neu geschaffene Stelle Head of Government Affairs and Public Policy bei YouTube.

Frank trifft in ihrer Karriere immer dann gute Entscheidungen, "wenn sie nicht nur auf rationalen Kriterien beruhen, sondern auch das Bauchgefühl stimmt", sagt sie rückblickend. Ihr Studienfach Jura wollte sie ursprünglich einmal gegen Psychologie eintauschen. Und auch der Job einer Sportreporterin würde sie reizen. Doch sie bleibt Juristin – und arbeitet nebenbei an ihrer "Rückhand im Tennis".

Sabine Frank
Geb. 1972 in Stuttgart
1992: Studium Rechtswissenschaften in Münster und Osnabrück
2001: Geschäftsführerin Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia Diensteanbieter e.V. in Berlin
2002: Vorstand Netzwerk Inhope
2007: Mitgründerin der Kinder-Suchmaschine Frag Finn
2012: Leiterin Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz Google
2020: Head of Government Affairs and Public Policy bei YouTube


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Porträt: BCN-Geschäftsführer Burkhardt Graßmann.

Mit allen Wassern gewaschen: Burkhard Graßmann reichen guter Wind und Wasser, um glücklich zu sein. Er segelt mit so viel Leidenschaft, dass sein Beruf im nächsten Leben schon feststeht: Skipper. Bis auf weiteres hat er bei Burda aber noch genug zu tun. Dort arbeitet Graßmann seit 2011, führt die Vermarktungstochter BCN sowie das Marketing des Verlags.

Vor dem Einstieg ins Mediengeschäft ist Graßmann viel unterwegs, arbeitet für die Hamburg-Mannheimer, die Expo, Telekom und Payback. Den Wellengang der Medienwelt kennt Graßmann inzwischen zur Genüge. Mit dem BCN führt er nun ein Agentur- und Markennetzwerk, das nach eigenen Angaben Zugang zu mehr als 3.000 Kundinnen und rund 250 Medienmarken hat. Dieser Tage steht der Klimawandel auf der Agenda. Für das Thema "haben wir die Nachhaltigkeitsmarke ‚For Our Planet‘ gegründet", erzählt Graßmann.

Ruhiger wird es bei ihm in absehbarer Zeit nicht. Doch auch dann hilft ihm seine Erfahrung zu Wasser: "Wenn sich der Wind dreht, müssen Sie reagieren und im besten Fall die Veränderung zum Vorteil nutzen", erklärt er. "Aber vor allem brauchen Sie die richtigen Leute an Bord."

Burkhard Graßmann
Geb. 1966 in Bremen
1985: Studium BWL, Geschichte, Politik, Philosophie in Bamberg, Hamburg, Münster
1995: Leiter Marketing EXPO 2000 Hannover
2000: Vorstand Marketing & Vertrieb T-Online
2008: Sprecher der Geschäftsführung Payback
2011: Geschäftsführer Burda News
2016: Sprecher der Geschäftsführung BCN
2021: CMO Burda Verlag, Chef BCN


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Porträt: Edith Stier-Thompson, Chefin von News Aktuell.

Erfolg nach Neustart: Bevor sie mit der Karriere richtig loslegt, nimmt Edith Stier-Thompson einen Umweg über Chicago. Sie arbeitet dort, heiratet, bekommt einen Sohn. Nach zwei Jahren kehrt sie mit Kind nach Deutschland zurück und startet neu.

Heute sorgt Stier-Thompson bei der dpa für schwarze Zahlen. Als Chefin von News Aktuell, einer Tochter der Nachrichtenagentur, liefert sie dort Ergebnisse in Millionenhöhe ab ab. Das "tolle Team", ihre eigene große Verantwortung und der gemeinsame Erfolg: Diese Kombi liebt sie an ihrem Job. "Bei mir hat sich viel von selbst gefügt", sagt sie, "aber ich hätte im Nachhinein die eigene Karriere stärker selbst steuern können". Aus der Chicago-Zeit geblieben ist ein sehr US-amerikanisches Lebensmotto: "If you can dream it, you can do it."

Und: "Sei nicht besserwisserisch, sondern bleibe offen für Anregungen und neue Blickwinkel, auch wenn du auf dem Gebiet vermeintlich bereits ein Profi bist", lautet Stier-Thompsons Rat an Berufserfahrene. Sie selbst holt sich solche Anregungen und Blickwinkel als fleißige Netzwerkerin, bei Kundinnen und im Team von News Aktuell: "Die Unterschiedlichkeit der Menschen fasziniert mich."

Edith Stier-Thompson
1978: Tätigkeit bei einem Rechtsanwalt in Chicago
1980: Leiterin Bildarchiv/Bildverkauf bei Associated Press (AP)
1999: Leiterin Bilderdienste, dpa
2002: Vertriebsleiterin dpa Picture-Alliance
2007: Geschäftsführerin dpa Picture-Alliance
2014: Geschäftsführerin News Aktuell


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Porträt: Waldemar Zeiler, Mitgründer des Startups Einhorn.

Unfuck the economy: Am Anfang treibt Waldemar Zeiler vor allem eines an: Der Wunsch, mit 30 Millionär zu werden. Sieben erfolglose Gründungen später steht er 2014 kurz vorm Burnout und inmitten einer waschechten Sinnkrise. Ein Jahr später, nach einer langen Reise durch Südamerika, gründet er gemeinsam mit Philip Siefer das Einhorn, das er schon immer haben wollte – im buchstäblichen Sinn. Die Firma Einhorn produziert Kondome und Perioden-Produkte, nachhaltig vom Kautschuk bis zum Bio-Tampon-Bändchen, das Ganze in hipper Optik und mit Community-Gedanken von Anfang an. Das erste Geld kommt durch Crowdfunding, heute gehört die Firma quasi sich selbst, die beiden Gründer haben sich enteignet. Bei Einhorn ist somit niemand weisungsgebunden. "Unfuck the Economy" lautet das Motto, "wir machen Hoffnung, dass es anders geht".

Die Millionen-Marke haben die Einhörner schon längst geknackt, zumindest auf dem Papier. Doch dem Wahl-Berliner, der mit sieben Jahren aus Kasachstan ausgewandert ist, geht es heute um mehr: "Langeweile ist ein Schreckgespenst, vor dem ich weglaufe, und gleichzeitig ist sie ist der Motor meines Handelns."

Gelangweilt ist er vor allem von Normalität, Oberflächlichkeit und dem Status quo. Wacht er morgens mit einem leeren Terminkalender auf, entsteht am Ende des Tages im besten Fall ein "crazy Projekt". Ab und zu muss er sich dabei zügeln, um seinem Team "nicht zu sehr auf den Sack zu gehen". Angetrieben wird er dabei stets von der Hoffnung, etwas Sinnvolles für die Welt zu schaffen. Ob das gelingt, wird ihm eines Tages sein Sohn sagen.

3 Karriere-Tipps von Waldemar Zeiler:
1. An eine Anfänger:in: Es liegt eine unglaubliche Schönheit darin, etwas Neues zu beginnen und zu lernen. Hüte dich davor, Profi zu werden. Denn es gibt nichts Schlimmeres, als zu denken, man wüsste schon alles.
2. An einen Profi: Werde wieder Anfänger:in. Vergiss alles, was du weißt.
3. An alle: Wir kommen aus dem Leben sowieso nicht lebendig raus. Also kannst du es einfach auch mal währenddessen genießen, statt ständig die Zukunft zu planen.

Waldemar Zeiler
Geb. 1982 in Kasachstan
1989: Auswanderung nach Deutschland
2001: Erste gescheiterte Unternehmensgründung während des Abis
2015: Gründung des Startups Einhorn für Untenrum-Produkte



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Porträt: ZDF-Moderatorin Dunya Hayali.

Verstehen, ohne Verständnis zu haben: Dürfte sich Dunja Hayali einen Job aussuchen, wäre sie "Diktatorin der Welt" – aber eine von der guten Sorte. Sie würde Armut, Hunger, Krieg, Missbrauch und Korruption verbannen und dafür sorgen, dass Gladbach Champions-League-Sieger wird. Wobei: So ein "verordneter Triumph" macht nicht wirklich Spaß. Sie bleibt lieber Journalistin.

Und das, obwohl der Wecker morgens bereits um 3.47 Uhr klingelt. Und obwohl sie sich in Interviews häufig "Rumgeeier und Halbwahrheiten" anhören muss. Und dann sind da noch die Morddrohungen, die die Tochter irakischer Eltern regelmäßig erreichen. Hayali hat gelernt, "mit den Konsequenzen der eigenen Entscheidung" zu leben. Während des Studiums macht sie Praktika bei diversen Sendern und arbeitet als Sportmoderatorin bei der Deutschen Welle. 2007 wird sie Moderatorin des ZDF-"Morgenmagazins" und ist es bis heute, neben zahlreichen anderen Sendungen.

Als Journalistin "mit Handwerkszeug und Ethos" bezeichnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Hayali, als er ihr 2018 das Bundesverdienstkreuz überreicht. Auch ohne diktatorische Allmacht hat sie einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft.

Dunja Hayali
Geb. 1974 in Datteln
1995: Studium an der Deutschen Sporthochschule in Köln
1998: Sportmoderatorin bei Deutsche Welle Radio
2000: Volo bei Redaktionsbüro "R1"
2002: Redakteurin bei APM in Köln
2007: Moderatorin der "heute"-Nachrichten und des "ZDF-Morgenmagazins"
2017: Sendung "Dunja Hayali"
2018: Moderation "Das aktuelle Sportstudio"


(Foto: Jens Koch / ZDF)

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Porträt: Ann-Katrin Schmitz, Influencer-Beraterin.

Selbst eine Personal Brand: Ann-Katrin Schmitz macht eine Zeit lang "so ziemlich jeden Job", um ihr Studium zu finanzieren. Sie pflückt Erdbeeren, zählt Autos am Straßenrand oder arbeitet in der Disko. Heute denkt sie manchmal, dass sie besser in Google, Facebook und Bitcoin investiert hätte. Immerhin macht sie jetzt den Job, der ihr "Selbstverwirklichung und Freiheit" bietet: Expertin für Influencer- und Social-Media-Marketing.

2014 gründet Schmitz mit Kommilitonin Farina Opoku die Lifestyle-Marke Novalanalove. Mit der Zeit etabliert sich Schmitz als Beraterin für das Geschäft rund um Influencerinnen. Im Podcast "Baby got Business" spricht sie etwa mit Fitness-Star Pamela Reif oder "Tagesschau"-Social-Chef Patrick Weinhold über den Branchen-Kosmos. Sie hofft, mit ihrer Arbeit Menschen zu inspirieren, "um an sich und ihre Passion zu glauben".

Schmitz liebt die Freiheit ihres Jobs, auch wenn sie den Laptop nicht immer zu einer "vernünftigen Zeit" zuklappt. Sie würde gern weniger multitasken und "mehr Fokus auf eine Sache bringen". Helfen kann dem Tausendsassa dabei vielleicht der eigene Ratschlag: "Regelmäßig innehalten, entschleunigen und Erfolge feiern."

Ann-Katrin Schmitz
Geb. 1990 in Bergisch Gladbach
2011: Studium Journalismus und Unternehmenskommunikation in Frankfurt
2014: Gründung Novalanalove mit Farina Opoku
2017: Dozentin für Medienmanagement und Unternehmenskommunikation/ Journalismus in Frankfurt, Selbstständige Social-Media- und Influencer-Beraterin
2019: Podcast "Baby got Business"


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Porträt: Bayer-Kommunikationschef Michael Preuss.

Et hätt noch immer jot gegange: Als Rheinländer kennt Michael Preuss das "kölsche Grundgesetz" aus dem Effeff. Der erste Paragraph: "Et kütt, wie et kütt", es kommt, wie es kommt. Kurz nachdem Preuss 2016 Kommunikationschef von Bayer wird, kauft der Pharmariese den Glyphosat-Hersteller Monsanto. Über Bayer bricht ein Sturm herein, der bis heute kaum abgeflaut ist, Kursverfall, Milliardenklagen.

Pragmatiker Preuss umschreibt solche Herausforderungen mit rheinischer Positivität: Sein Job sei "extrem fordernd und abwechslungsreich". Auch, wenn es Momente gibt, "die den Blutdruck rasant ansteigen lassen": Er hat gelernt, "die Dinge mit Gelassenheit hinzunehmen, die ich nicht ändern kann – und mit Mut und Entschlossenheit die anzugehen, die ich ändern kann".

Seit fast 25 Jahren arbeitet Preuss für Bayer, unterbrochen von einem Intermezzo bei Bosch. Monsanto zum Trotz präsentiert er den Konzern nicht als Problemfall, sondern als Weltverbesserer mit Vision: "Health for all, Hunger for none." Vielleicht legt sich der Sturm um Bayer ja tatsächlich eines Tages. Ein weiterer Paragraph des "kölschen Grundgesetzes" lautet jedenfalls so: "Et hätt noch immer jot jejange." Es ist noch immer gut gegangen.

Michael Preuss
Geb. 1973 in Neuss
1994: Studium Germanistik, Medien- und Politikwissenschaften in Düsseldorf
1998: Pressereferent Nordamerika bei Bayer
2001: Promotion
2002: Abteilungsleiter Presse und PR Bayer MaterialScience
2005: Leiter Presse und PR Bosch
2008: Leiter Unternehmens­­­politik und Presse bei Bayer
2016: Kommunikationschef Bayer


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Porträt: Wigan Salazar, CEO von MSL in Deutschland.

Spezialist für Krisenkommunikation: Als junger Mann glaubt Wigan Salazar, dass Erfolg allein auf Leistung basiert. Heute weiß er: Der Karriereweg wird auch von "scheinbar irrationalen Aspekten" bestimmt.

Als Einjähriger spielt Salazar in der Zelle, in der sein Vater als politisch Inhaftierter auf den Philippinen festgehalten wird. Die Familie kommt nach Deutschland, als Salazar elf ist. Fürs Masterstudium geht er nach London, was viele nicht verstehen – winkt ihm doch gerade eine politische Karriere in der CDU. Nach dem Studium arbeitet er ein Jahr für einen Abgeordneten in Bonn.

Im Jahr 2001 ist er kurz arbeitslos, weil das Münchner Startup, bei dem er nach der Promotion angeheuert hatte, den Bach runtergeht – wie so viele in der Zeit. Die Jobsuche ist mühsam. Mit ebenfalls gerade arbeitslosen Freunden trifft er sich mittags "zu einem Bier" im Englischen Garten oder zum Basketball. Während eines Matches ruft Axel Wallrabenstein von Publicis an, zu der MSL gehört. Es geht um eine Wahlkampagne in Berlin.
Aus den geplanten vier Monaten werden mehr als 20 Jahre Zusammenarbeit, in denen sich Salazar "nie gelangweilt" hat. Wohl auch, weil er beim Spezialisten für Krisenkommunikation seine "Obsession" für gute Texte ausleben kann – und ganz nah an der Politik agiert. 

Wigan Salazar
Geb. 1971 in Manila, Philippinen
1991: Studium in Bonn und London
1995: Wissenschaftlicher Mitarbeiter MdB Steffen Kampeter, CDU
2000: Promotion in London, Content Manager Symplon AG
2001: Wechsel zu Publicis
2010: CEO MSL Deutschland


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Porträt: Ingo Rieper, CEO von Media Pioneer.

Tatendurst statt Perfektionismus: Denkverbote sind verboten an Bord der Pioneer One. Das hat Folgen. "Wer hätte gedacht, dass wir eines Tages ein Medienschiff bauen oder Leseraktien herausgeben?", sagt Chef-Pionier Ingo Rieper. Er und sein Team schippern mit ihrem Elektro-Kahn durchs Regierungsviertel, wollen "Journalismus neu denken" und ein funktionierendes Geschäftsmodell entwickeln.

"In der deutschen Medienlandschaft gibt es eine große Innovationslücke, die es zu füllen gilt", sagt Rieper. Kreativität und Tatendurst sind für ihn die Eigenschaften, die die Branche am dringendsten braucht.

Arbeitstage genießt Rieper besonders, wenn er Zeit findet, sich mit dem Publikum auszutauschen: "Lob spornt an, Kritik macht uns besser." Nach 28 Jahren im Beruf hat er erkannt, dass "eine 80-Prozent-Lösung meist der bessere Weg ist, anstatt immer dem eigenen Perfektionismus zu folgen". Es sei wichtiger, seinem Gespür zu vertrauen und nicht den Bedenkenträgern.

Ingo Rieper ist seinem eigenen Rat gefolgt und damit rundum zufrieden. "Ich fühle mich beschenkt. Mehr zu verlangen wäre maßlos." Nur manchmal, da wünscht er sich einen achten Tag in jeder Woche. "Um neue strategische Ideen zu entwickeln."

Ingo Rieper
Geb. 1967 in Köln
1990: Studium BWL in Kiel und Birmingham
1994: Wirtschaftsprüfer KPMG
1997: Stellv. Leiter Finanzabteilung, ProSiebenSat.1 Media
2000: Vertriebsleiter Consorsbank in Madrid
2004: Kaufmännischer Geschäftsführer Ströer
2014: CFO Handelsblatt Media Group
2019: Mitgründer & CEO von Media Pioneer


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Porträt: Humorist und Autor Peter Wittkamp.


Uneitel zum Erfolg: Peter Wittkamp schreibt Witze für die Online-Ausgabe der "heute-show", Werbesprüche für die BVG und neuerdings einen wöchentlichen Newsletter. Aline von Drateln porträtiert den Witze-Autor für die turi2 edition #17.

Mit dem karierten Sakko und dem dunklen Schnurrbart sieht er aus wie aus der Zeit gefallen. Kein ironischer Schnauzer, wie man ihn heute oft sieht in Berlin, wo er seit 15 Jahren lebt. Ironisch ist ohnehin nichts an Peter Wittkamp. Weder sein Name – der klingt wie ein Max Mustermann der BVG, mit deren Social-Media-Kampagne er sich vor sieben Jahren einen Sitzplatz in der deutschen Humorlandschaft anlachte – noch seine Witze: Ironie versteckt die Wahrheit. Wittkamp zeigt sie.

Zumindest seine eigene. Mit seinen rund 100.000 Followern auf Twitter und Instagram teilt er unter dem Namen @diktator sein Mittagessen, er nimmt sie mit auf den Kinderspielplatz, hadert öffentlich mit minderwertiger Technik oder zu viel Alkohol. Hier landen auch die Gags, die er woanders nicht unterbringen konnte. Hauptauftraggeber ist gerade heute-show.de. Dazu kommen Aufträge als Speaker, bei den er dafür bezahlt wird, dass er erklärt, wie man mit Spaß Geld verdienen kann. Und Firmen, die ihn bitten, öffentlich ihre Produkte zu testen. "Davon mache ich aber nur, was mir Spaß bringt", sagt er.

Wäre Peter Wittkamp eine junge Frau, würde man ihn Influencerin nennen. Er selbst nennt sich Autor. Ende 2019 erschien sein lustiges Buch über seine unlustigen Neurosen. Wie etwa permanentes Händewaschen. Kurz danach kam die Pandemie und die ganze Welt musste es ihm nachmachen.

Was ihn antreibt? "Ich brauche ein Ventil für meine Kreativität", erklärt der 41-Jährige seine Umtriebigkeit, die sich nicht in einen 9-to-5-Job pressen lässt. "Und, klar, Bestätigung." Da ist sie wieder. Die Wahrheit. Es ist auch Verletzbarkeit, die einen Spaßvogel vom professionellen Hofnarren unterscheidet. Diese Uneitelkeit hat ihn groß werden lassen, auf dem virtuellen Jahrmarkt der Eitelkeiten. Er glaubt an Vernetzung im Netz, die analoge Erfolgsgeschichten schreiben kann: "Wer wirklich gute Ideen hat, sollte sie sozial media nutzen. Langfristiger, guter Content wird früher oder später entdeckt."

In letzter Zeit wurden seine Inhalte politischer. Über Impfgegner macht er sich nicht mehr nur lustig. Geht Humor heute überhaupt noch ohne Politik? "Bei der heute-show natürlich nicht. Bei mir persönlich kam das mit dem Alter. Um Witze über Politik zu machen, braucht man ja eine Haltung. Die hat ein Zwanzigjähriger oft noch nicht." Es ist seine Zeit. Im März startete er ein neues Projekt. In seinem Newsletter "Wittkamps Woche" ordnet er mit seinem feinem Witz das Weltgeschehen ein. Führung durch die Flut von beunruhigenden Nachrichten brauchen gerade viele.
Er ist wieder da: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

3 Tipps für Humoreinsteiger von Peter Wittkamp:
1. Werdet sichtbar
2. Üben! Humor ist Handwerk
3. Vernetzt Euch

Peter Wittkamp
Geb. 1981 in Siegburg
1995: erste Depression
2001: Studium Soziologie in Bamberg
2007: Marktforscher, Universal
2011: Konzepter, Digitalagentur TLGG
2015: Gagschreiber, u.a. für "heute-show", BVG-Kampagne #weilwirdichlieben


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Porträt: Ralph Wiechers, globaler Personalmanager der Deutschen Post.

Was mit Paketen & Menschen: Seinen Kindern zu erklären, was er beruflich macht, sei gar nicht so einfach, sagt Ralph Wiechers. Die sperrige Stellenbezeichnung: "Senior Vice President Corporate People Management & Platforms bei Deutsche Post DHL Group".

"Was mit Menschen" trifft es, aber unvollständig. Vielleicht so: Wiechers ist weltweit verantwortlich für die Personalprozesse, von Rekrutierung und Weiterbildung bis zu Diversität und Inklusion. Zuvor hat er sich um Strategie, E-Commerce und Marketing gekümmert. Und "Consumer Centricity als mentales Prinzip" verinnerlicht. Wie passt das in die Personalabteilung? Auf den zweiten Blick: perfekt. Der Arbeitsmarkt wandelt sich zu einem Konsumentenmarkt, offene Stellen wollen vermarktet werden.

An seinem Job liebt Wiechers "die vielen verschiedenen Charaktere". Introvertierte Führer, beindruckende Bühnenstars, große Strateginnen und grandiose Umsetzer, rationale Genies: Sie alle hat er unter den 570.000 Beschäftigten der DHL entdeckt. Der Arbeitsalltag kann ihm gar nicht bunt genug sein. Er mag "Zufälle und Unwägbarkeiten, die oft ungeahnte Kräfte freisetzen".

Was ihn persönlich umtreibt, ist die Sorge um einen gesunden Planeten. Wiechers wohnt an der Ahr. Bei der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wäre seine Familie beinahe ertrunken.

Ralph Wiechers
Geb. 1976 in Trier
1996: Lehre zum Bankkaufmann
1998: Studium Wirtschafts-wissenschaften in Witten
2005: Dissertation über Führungs-theorien, Strategieberater bei McKinsey
2010: Wechsel zu Deutsche Post DHL Group, zunächst als Vice President Internet Strategy
2017: Leiter Dialogmarketing
2018: Executive Vice President People Management & Platforms


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Porträt: Hannah Suppa, Chefredakeurin der “Leipziger Volkszeitung”.

Unterwegs im Schützenzelt wie im digitalen Raum: Bier und Erkenntnisgewinn schließen sich für Hannah Suppa nicht aus. Die Chefredakteurin der "Leipziger Volkszeitung" schwört auf Stammtische, an denen sie mit der Leserschaft zusammenkommt: "Ich lerne bei diesen Runden immer sehr viel – und nehme es mit zurück in meine tägliche Arbeit."

Gespräche sind von Anfang an wichtiger Teil ihres Jobs als Lokaljournalistin: Auf Kartoffelfesten und in Schützenzelten sei das "oft anstrengend, aber immer wertvoll". Berufliche Besuche von Dorf-Partys hat Suppa mittlerweile hinter sich gelassen. Die Chefredaktion bedeutet "auch viel administratives Management – das gehört nun nicht zu meinen Lieblingsaufgaben".

Hannah Suppa ist passionierte Verfechterin des Lokaljournalismus und dessen Chancen in der digitalen Medienwelt. In der Themenarbeit mit Kolleginnen geht sie voll auf, glaubt an das Potential, "Dinge vor Ort konkret zu verbessern, Debatten anzustoßen, Probleme sichtbar zu machen, Schönes hervorzuheben". Will sie mal abschalten, ruft das kühle Nass. Nicht im Bierglas am Stammtisch, sondern in den Seen Sachsens und Brandenburgs.

Hannah Suppa
Geb. 1983 in Gifhorn
2003: Studium Germanistik, Politikwissenschaften, Zivilrecht
2008: Reporterin "Hannoversche Allgemeine Zeitung"
2014: Vize-Chefredakteurin "HAZ"
2016: Master in Digital Journalism
2017: Chefredakteurin "Märkische Allgemeine Zeitung"
2019: Digital-Chefredakteurin im Regionalen bei Madsack
2020: Chefredakteurin "Leipziger Volkszeitung"


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Porträt: Siv Bublitz, Verlagsleiterin bei S. Fischer.

Mit offenen Augen durch die Welt: Die 250 Titel, die jährlich bei S. Fischer erscheinen, sollen Vielfalt spiegeln. Das ist Siv Bublitz wichtig: "Die Entscheidung, wofür wir uns engagieren wollen und wofür eben auch nicht, prägt unser Verlagsprogramm." Literatur müsse "Widersprüche nicht auflösen, sondern kann sie gestalten". Enthusiasmus ist für Bublitz die "natürliche Grundhaltung" des Verlags.

Durch ihre Adern fließt die Sprache. Schon als Kind liebt Siv Bublitz das Lesen. Während der Promotion testet sie verschiedene Berufsfelder. Schule, Buchhandlung, Redaktion – nach drei Tagen im Verlag weiß sie, dass sie "nie wieder etwas anderes machen will". Berufsanfängerinnen rät sie, sich auszuprobieren: "Viel umschauen, sich nicht zu schnell festlegen."

Von der Schreibmaschine zum digitalen Manuskript, vom Männer-Club in der Geschäftsführung zu mehr Gleichberechtigung – Bublitz erlebt viele Veränderungen der Branche. Auch ihren Verlag will sie modifizieren und bei Neueinstellungen bewusst auf Diversität achten. Ihre Liebe zur Literatur ist dafür beständig: "Bücher bieten Erkenntnis, Kritik und Inspiration, manchmal auch Vergnügen, Trost oder Glück und nicht selten Schönheit."

Siv Bublitz
Geb. 1960 in Hamburg
1980: Studium Literaturwissenschaft, Linguistik und Philosophie in Hamburg
1990: Lektorin, später Verlagsleiterin bei Rowohlt
1994: Promotion über Theorien sprachlicher Bedeutung
2004: Programmleiterin, später Geschäftsführerin bei Ullstein
2017: Geschäftsführerin Programm und Strategie beim S. Fischer Verlag, später Verlagschefin


(Foto: Kai Bublitz)

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Porträt: Westenergie-Chefin Katherina Reiche.

Wirtschaft statt Bundestag: Um Erfolg zu haben, "muss man für ein Thema brennen", sagt Katherina Reiche. Man muss aber auch den Feuerhagel der Kritik aushalten können, wenn man sich wie sie nach zwei Jahrzehnten aus der Politik verabschiedet, um Top-Jobs in der Wirtschaft anzunehmen.

Während des Chemiestudiums tritt die Brandenburgerin der Jungen Union bei. Mit Diplom in der Tasche zieht sie 1998 für die CDU in den Bundestag, mit 25. Ihren Sitz gibt sie 2015 ab, um Chef-Lobbyistin und erste Führungsfrau beim Verband kommunaler Unternehmen zu werden. Beobachterinnen sehen "Interessenkonflikte", sie ein "kurzfristiges Angebot". Nicht jeder Schritt im Leben ist planbar, resümiert sie heute, "auch wenn es rückblickend so aussehen mag".

Seit 2020 managt Reiche 10.000 Angestellte bei Westenergie, der größten E.on-Tochter. "Schalten wir daheim das Licht an, vergessen wir meist, welch technische Kompetenz und Leistungsfähigkeit dahinter steckt", sagt sie.

Die dreifache Mutter möchte andere Frauen anspornen, "ihren Weg zu gehen". Sie kennt den Spagat zwischen Führungsjob und Familie. Seit 2021 ist sie Mitglied beim Topmanagerinnen-Netzwerk Generation CEO. Das Thema Netze zieht sich also durch ihre gesamte Karriere.

Katherina Reiche
Geb. 1973 in Luckenwalde
1992: Chemiestudium in Potsdam, den USA und Finnland
1998: Einzug in den Bundestag, später Staatssekretärin
2015: Geschäftsführerin Verband kommunaler Unternehmen 
2020: Vorsitzende der Geschäfts-führung bei Westenergie


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Porträt: Iris Brand, Head of Corporate Responsibility bei Philip Morris.

Auf Umwegen zum Ziel: Iris Brand mag Lebensläufe in "Schlangenlinien". Sie selbst studiert dem Vater zuliebe Lehramt, kombiniert mit einem Magisterstudium. Ein eingeschobenes journalistisches Praktikum begeistert sie, am Ende geht sie in die Wirtschaft.

Brand lernt früh, dass gesellschaftliches Engagement Konzernen hilft, vor allem bei kommunikativ heiklen Themen wie Milchviehhaltung oder Zucker in Lebensmitteln. Beim Käsekonzern Bel leitet sie die Partnerschaft mit dem WWF, beim Süßigkeitenhersteller Mars verantwortet sie etwa das Engagement mit den Special Olympics. Heute kümmert sie sich um das politische und gesellschaftliche Wirken des Tabak-Riesen Philip Morris. Der will mit Initiativen wie dem Award Power for Democracy Projekte pushen, die die Demokratie stärken.

Brand betont, dass sich ihre "persönlichen Überzeugungen mit denen des Unternehmens" vereinen. Zeit sei ein kostbares Gut, das im falschen Job schlecht eingesetzt wäre. Ihr macht es Freude, das notwendige Netzwerk mit Medien, Politik und Wirtschaft aufzubauen. Doch auch die Verbindung zur Belegschaft sei essentiell. Denn überall gilt, dass "Informationen die Währung eines Kommunikators sind".

Iris Brand
Geb. 1984 in Bad Mergentheim
2003: Lehramts- und Magisterstudium in Würzburg
2007: Praktikum bei Axel Springer
2011: Assistentin der Geschäftsführung, Kommunikationsleiterin bei Bel in Paris
2016: Kommunikationsleiterin bei Mars in München
2018: Leiterin Unternehmens-kommunikation Philip Morris
2021: Head of Corporate Responsibility & Contributions bei Philip Morris


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Porträt: “Handelsblatt”-Chefredakteur Sebastian Matthes.

Vom Musiker zur ersten Geige: Um den Status quo zu beschreiben, ist Sebastian Matthes der Superlativ gerade groß genug: "Das 'Handelsblatt' befindet sich inmitten der größten Transformation seiner Geschichte." Das spornt einen wie ihn erst richtig an. "Für mich gibt es keine spannendere Zeit, um Journalist zu sein", sagt Matthes. Jetzt gerade werde definiert, wie die Medien der Zukunft aussehen. "Und die Möglichkeiten, unseren Journalismus besser zu machen, waren nie größer." Warum? Weil digitale Tools wie ein Röntgenapparat freilegen, was beim Publikum ankommt und ob Geschichten spannend genug erzählt sind. Und weil sich Storys so vielgestaltig erzählen lassen, über Datenvisualisierungen, Animationen, Videos, Podcasts und in Texten. "Das fasziniert mich", sagt Matthes.

In jungen Jahren will Matthes Musiker werden, übt fleißig, spielt Geige im Orchester. Bis er merkt: Er schreibt lieber über Konzerte, als welche zu geben. Die erste Geige kann er auch als Journalist spielen, erst bei der "Huffington Post" und jetzt beim "Handelsblatt". Dort führt er ein Team aus 200 Menschen.

Dabei hilft ihm seine Dreifach­begabung: Sebastian Matthes ist Vollblut-Journalist, der sich sein Staunen und Schwärmen bewahrt hat. Er kann mit Menschen, tauscht sich gerne aus, auch digital: Auf Linked-in folgen ihm rund 16.000 Menschen. Zugleich betrachtet Matthes seine Branche und neue Technologien mit analytischem Blick. "Es hat mich schon immer interessiert, wie sich dadurch Geschäftsmodelle, Unternehmen und letztlich unser aller Leben verändern werden."

Antworten darauf sucht (und findet) Matthes seit 2019 auch in "Handelsblatt Disrupt". Für seinen Podcast, der inzwischen mehr als 150 Folgen hat, spricht er jeden Freitag mit Investorinnen und Innovatorinnen, Gründerinnen und Politikerinnen. Dabei schürft Matthes nach Erkenntnis. Wissbegierig, aber unparteiisch, stets einem klaren Grundsatz folgend: Journalistinnen sollen in ihrem Job nicht die Welt verbessern wollen, sondern "sie so beschreiben, wie sie ist".

Tipp von Sebastian Matthes: "Man braucht zwar immer einen Plan. Am Ende kommt es dann aber doch ganz anders"

Sebastian Matthes
Geb. 1976 in Berlin
2000: Studium Politik und VWL an der Uni Hamburg
2005: Ausbildung an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten
2008: Ressortleiter Technik & Wissen der "Wirtschaftswoche"
2013: Chefredakteur der "Huffington Post", Burda
2018: Vize-Chefredakteur beim "Handelsblatt"
2019: Podcast "Handelsblatt Disrupt"
2021: "Handelsblatt"-Chefredakteur


(Foto: Max Brunnert / Handelsblatt)


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Porträt: Ronja Böhlke, Geschäftsleitung von NDR Media.

Karrierestart mit Radiowerbung und Drachenbooten: Eine Runde "Mensch ärgere Dich nicht" ist ein Heidenspaß für alle Beteiligten – mit Ausnahme von Ronja Böhlke. "Ich bin eine ganz schlechte Verliererin", sagt die Mediaexpertin. Gut, dass ihre Karriere bisher so reibungslos verlaufen ist.

Nach Abi und Praktikum geht Böhlke 2012 für einige Monate nach Kanada, wo sie Hunderte Freiwillige für ein Drachenboot-Festival rekrutiert und trainiert. Zurück in Deutschland absolviert sie ein duales Studium bei More Marketing und bleibt danach für einige Jahre in der Online-Vermarktung. Nach ihrem Master in Schweden kommt sie 2017 zu NDR Media, wo sie zur Umstrukturierung der Bereiche Werbung und Vertrieb beiträgt. Anfang 2022, mit 29 Jahren, steigt sie in die Geschäftsleitung auf und ist damit für die komplette TV-, Radio- und Digitalvermarktung zuständig.

Ihren Aufstieg zelebriert Böhlke jeden Tag, beim Gang der vielen Treppen im Hamburger Büro. "Meine KollegInnen können meinen Lauf sogar schon blind zuordnen", sagt sie. Um gedanklich fit zu bleiben, helfe es ihr, offen gegenüber anderen Ideen zu sein – unabhängig von der Hierarchieebene.

Ronja Böhlke
Geb. 1992 in Wedel
2012: Duales Studium Media Management
2015: Online-Vermarktung und Verkaufssteuerung bei More Marketing in Hamburg
2016: Master Marketing and Brand Management in Lund, Schweden
2017: Wechsel zu NDR Media
2019: Teamleitung Werbung
2020: Leitung Verkauf
2022: Geschäftsleitung


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Porträt: SPD-Entwicklungsministerin Svenja Schulze.

Thematisch vielseitig: Weil Svenja Schulze als sportbegeisterte Jugendliche nicht mit der geforderten Sportkleidung ihrer Schule einverstanden ist, geht sie in die Schülervertretung. Dort lernt sie die Jusos kennen, deren NRW-Vorsitzende sie später wird. Heute ist Schulze Bundesministerin – ein Weg, zu dem sie mehr Frauen motivieren will.

Führungsjobs seien anstrengend, "aber auch enorm sinnstiftend". Frauen könnten nicht nur auf Kompetenz bauen, sie müssten netzwerken und sich Aufgaben erkämpfen. Das hat Schulze selbst erlebt. Nach dem Studium arbeitet sie in der PR, mit 31 zieht sie als Nachrückerin in den Landtag ein. Sie bleibt eine Legislaturperiode, wird Unternehmensberaterin und kehrt 2004 ins Parlament zurück.

2010 beginnt Schulzes Zeit in Amt und Würden. Sie wird Wissenschaftsministerin in NRW – bis die SPD bei der Landtagswahl 2017 historisch scheitert. Als Generalsekretärin muss Schulze den Landesverband aufrichten. Ein Jahr später ruft die Bundespolitik. Zunächst ist sie Umweltministerin, nun Entwicklungsministerin. Dem Nachwuchs rät sie heute, sich Zeit zu nehmen, um "in neue Positionen und Themen hineinzukommen". Mit ihrem Karriereweg muss sie es wissen.

Svenja Schulze
Geb. 1968 in Düsseldorf
1988: Studium der Germanistik und Politikwissenschaften in Bochum
1993: Freiberufliche Werbe- und PR-Arbeit, Juso-Landesvorsitzende
1997: SPD-Landtagsabgeordnete in NRW
2010: NRW-Wissenschaftsministerin


(Foto: Steffen Kugler)

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Porträt: Andreas Jung, Marketingvorstand des FC Bayern München.

Stammspieler: Mit Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge als Helden ist Andreas Jung aufgewachsen. Heute kennt er sie persönlich. Und gehört längst selbst zur FC-Bayern-Familie. Er ist sogar dienstältestes Vorstandsmitglied. "Ich bin unheimlich dankbar und ein Stück weit stolz, dass ich mit all diesen großen Idolen meiner Kindheit zusammenarbeiten durfte", bekennt Jung.

Nach dem Studium landet er zunächst beim Radsport, und als sich später Kontakte ergeben, beim FC Bayern. Zum Start bekommt er einen Rat, den er bis heute beherzigt: Fordere nie etwas, denn du bekommst immer, was du verdienst. "Eine Grundhaltung, mit der man sicher seinen Weg macht", sagt Jung. Der Marketingchef feierte im Herbst 2021 sein 25. Jahr beim FCB.

Auch dank klugen Marketings ist der längst auch wirtschaftlich die Nummer eins im deutschen Sport. "Neben den kreativen Themen, die wir entwickeln, ist das Wichtigste, Vertrauen zu schaffen und ein verlässlicher Partner zu sein", sagt Jung. "Man muss den anderen und seine Interessen verstehen, sich in ihn hineinversetzen können."
Und doch tickt das Marketing-Team eines Fußballclubs mindestens einmal die Woche anders als anderswo – wenn Spieltag ist. Denn von einem erfüllten Arbeitstag spricht Andreas Jung nur dann, "wenn unsere Mannschaft gewonnen hat und unsere Fans glücklich nach Hause gehen".

Andreas Jung
Geb. 1961 in Rüdesheim
1983: Studium Sportwissenschaften in Frankfurt
1995: Chef-Organisator der Rad-Weltmeisterschaften
1996: Einstieg in der Sport-Werbe GmbH des FC Bayern München
2002: Direktor & Leiter Sponsoring und Events FCB, später Prokurist
2010: Stellvertretendes Vorstandsmitglied
2013: Vorstand Marketing


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Porträt: Porsche-Kommunikationschef Sebastian Rudolph.

Nimmt es sportlich: Sebastian Rudolph orientiert sich gerne an Jürgen Klopp. Mit ihm ist der FC Liverpool 2020 nach 30 Jahren wieder englischer Meister geworden. "Vieles scheint unmöglich, bis man es geschafft hat" – dafür stehe Klopp. Rudolph überträgt Prinzipien aus dem Sport in den Beruf. Er hat dann gut gearbeitet, "wenn wir als Mannschaft erfolgreich waren – menschlich wie fachlich".

Der Kommunikationschef von Porsche startet als Journalist. Er berichtet für die ARD aus Berlin und Italien, bevor er erst in die Politik, dann in die Wirtschaft geht. Beim Autobauer krempelt er die Kommunikation um und führt regelmäßige "Boxenstopps" mit Beschäftigten ein, um ungezwungen plaudern zu können. Unter Journalistinnen gilt er als verlässlich, wenn auch leicht marketinglastig. Und als jemand, der sich bei Kritik nicht wegduckt.

Teil von Rudolphs Strategie ist heute auch der Podcast "9:11". Hier spricht er mit Gästen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Sport über Themen wie Nachhaltigkeit oder Female Leadership. Zu Beginn der Corona-Pandemie nimmt er Videos auf, um mit den Beschäftigten verbunden zu bleiben. Und er fährt weiter ins Büro, weil "ein Kapitän immer der Letzte ist, der von Bord geht."

Tipp von Sebastian Rudolph: "Immer offen für konstruktive Kritik bleiben und umgekehrt wertschätzendes Feedback geben"

Sebastian Rudolph
Geb. 1976 in Gießen
1997: Studium der Politik­wissenschaft
2004: TV-Journalist für die ARD
2009: Sprecher des Bundes­verkehrsministeriums
2016: Sprecher des Industrie­dienstleisters Bilfinger
2019: Kommunikationschef Porsche


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Porträt: “Zeit”-Kolumnistin Katja Berlin.

Die Kirsche auf der Torte: Ihren Humor nutzt Katja Berlin zunächst nur zur Bewältigung ihres "unerfreulichen" Angestelltendaseins. Heute zahlt das Lachen der Leserinnen ihre Rechnungen.

Die Bäckerin der satirisch angehauchten, sehr erfolgreichen "Zeit"-Grafikkolumne "Torten der Wahrheit" startet 2008 ihren Twitter-Account und verabschiedet sich einen Blog und einen Bestseller später in die Selbstständigkeit. Das humoristische Gespür behält sie trotzdem: Nach mehr als einem Dutzend Buchveröffentlichungen macht es inzwischen "97 Prozent" ihres Jobs aus. Die restlichen drei fresse die Umsatzsteuervoranmeldung.

Die erklärte Feministin Berlin möchte Menschen dazu bringen, "Sachverhalte aus anderen Perspektiven zu betrachten. Aus der weiblichen zum Beispiel." Selbstoptimierung will sie privat gern hinter sich lassen, sich lieber "selbstokayisieren". Sie glaubt, dass sich Ideen auch erzwingen lassen, sieht Deadlines als "Freundinnen". Und hofft, dass Humor sich auch im professionellen Kontext als geeignetes Stilmittel etabliert. Denn: "Humor und Seriosität schließen sich nicht aus. Nein, auch nicht bei Frauen."

Katja Berlin
Geb. 1980 in Berlin als Katja Dittrich
2002: "völlig zurecht" Abbruch des Lehramtsstudiums
2005: Diplom in Medienberatung
2008: Twitter-Account @katjaberlin
2011: Freie Arbeit für Magazine, TV, Kampagnen
2015: Start der Grafikkolumne "Torten der Wahrheit" in der "Zeit"
2022: Start des Podcasts "Fix und Vierzig" mit Gunda Windmüller

(Foto: Lotte Ostermann)

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Porträt: Vera-Carina Elter, Vorständin KPMG.

Setzt auf Wettbewerb und Fairplay: Lust auf Leistung beweist Vera-Carina Elter früh – im Tennis: deutsche Meisterin im Einzel, Europameisterin im Team, nach dem Abitur zwei Jahre Profi. Seit einem Vierteljahrhundert steht Elter für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG auf dem Platz; inzwischen gehört sie dem Vorstand an. Die einzige Frau neben sieben Männern.

Als Vorständin hat Elter zwei Hauptthemen: Sie betreut Familienunternehmen und kümmert sich als oberste Personalchefin um die rund 12.500 Mitarbeiterinnen. Besonders wichtig sind ihr Fairplay und Chancengerechtigkeit: "Die besten Leistungen entstehen, wenn man im Team nachdenkt und gerne auch kontrovers diskutiert. Bei der Umsetzung müssen dann aber alle an einem Strang ziehen."

Elter promoviert über die Verwertung medialer Rechte im Sport, für die KPMG entwickelt sie später ein Bewertungsverfahren, um den Marktwert von Fußballprofis in Bilanzen zu erfassen. Der Sport hat sie auch gelehrt, nach Niederlagen wieder aufzustehen. Und die Tücken des Erfolgs nicht zu unterschätzen: "Sei auf der Hut, wenn du siegst." Was bedeutet, sich nicht zu lange auf den Lorbeeren auszuruhen. Im Tennis wie im Leben gelte: "Denke nicht an den Turniersieg, denke an dein nächstes Match."

Vera-Carina Elter
Geb. 1969 in Essen
1988: Profi-Tennisspielerin im internationalen WTA Circuit
1990: Studium Wirtschafts-wissenschaften, Essen
1996: Einstieg bei der KPMG im Bereich Audit
2001: Externe Promotion, Universität Regensburg
2002: Managerin bei der KPMG
2008: Partnerin bei der KPMG
2018: Vorständin für Personal und Familienunternehmen


(Foto: Hartmut Nägele)

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Porträt: Svenja Reinecke, Projektleiterin Kulturwandel bei Otto.

Katalog goes digital: Ende 2018 landet das letzte Exemplar des gedruckten Otto-Katalogs in den Briefkästen – höchste Zeit für die Angestellten des Versandriesen, im digitalen Zeitalter heimisch zu werden. Eine, die ihnen dabei hilft, ist Svenja Reinecke.

Bevor sie sich dem digitalen Wandel verschreibt, berät sie im Gartencenter zur Balkonbepflanzung und probiert sich beim Kinderfernsehen aus. "Es lohnt sich immer wieder, aus der Komfortzone zu gehen", sagt sie rückblickend. Nach dem Studium startet Reinecke 2015 bei Otto als Content Marketing Managerin. Im selben Jahr ruft die Konzernführung den "Kulturwandel 4.0" aus: weniger Hierarchie, mehr Technologie. Der Vorstand bietet seinen Angestellten das "Du" an. Und Svenja Reinecke eine Stelle als Kommunikationsstrategin.

Mit ihrer Arbeit will sie dazu ermutigen, "Dinge einfach mal anders zu machen". Mittlerweile ist ihr Team mit rund 450 weiteren Unternehmen, Behörden und NGOs vernetzt, die alte Gewohnheiten im Arbeitsalltag hinter sich lassen wollen – genau wie Otto das gedruckte Warenhaus hinter sich gelassen hat. Wie passend, dass Reinecke ihre Energie aus dem Vernetzen und Begeistern anderer zieht.

Svenja Reinecke
Geb. 1988 in Essen
2009: Studium Kommunikations-wissenschaft und -management in Münster, Leipzig und Ohio
2011: Praktikum bei Produktionsfirma Tvision und bei Tchibo
2015: Content Marketing bei Otto
2020: Projektleiterin Kulturwandel-Kollektiv bei Otto


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Porträt: Carl Achleitner, Trauerredner, Schauspieler und Autor.

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens: Mehr als 100 Filmproduktionen und über 3.000 Trauerreden – die Homepage von Carl Achleitner ist zweigeteilt. Links ist er Schauspieler, rechts Trauerredner. Das war nicht immer so. Achleitner wird streng katholisch erzogen, stottert und hat Schwierigkeiten in der Schule. Mit 15 Jahren geht er bei einem Linzer Theaterrestaurant als Koch und Kellner in die Lehre. Währenddessen packt ihn das Schauspielfieber. 1985 beginnt er seine Schauspielausbildung, zunächst in Zürich, später in New York.

Von Theater, Filmset und TV-Ruhm bis hin zu Monaten mit schlafraubenden Existenzängsten – Achleitner begegnet nicht nur den schönen Seiten der Branche. Der frischgebackene Vater zweifelt an "der nachhaltigen Sinnhaftigkeit seines Lebensentwurfes". Als seine Frau Ann-Birgit ihm den Beruf des Trauerredners vorschlägt, ist er zunächst mehr als skeptisch. "Kann ich das? Will ich das? Mich täglich mit dem Tod befassen, wo das Leben doch so schön ist?"

Trauer hat, wie die Schauspielerei, viele Gesichter: Leugnung, Verzweiflung, Wut, Unbeholfenheit, Dankbarkeit, Liebe – Carl Achleitner kennt sie alle. Er will Trauernden zur Seite stehen und ihnen mit Empathie begegnen. Dabei helfen auch Humor und Leichtigkeit. "Alles, was ich als Trauerredner für die Arbeit brauche, bin: Ich. Das aber ganz", lässt er wissen. Sein Beruf beanspruche die emotionale, mentale, intellektuelle und körperliche Ebene. Und gelegentlich auch die Nerven: "Ich habe gefühlte 2.000 Mal Andreas Gabaliers ‚Amoi sehn wir uns wieder‘ gehört. Das ist hart".

Achleitner will, dass sich die Trauernden nach seiner Rede ein wenig besser fühlen. Er möchte die Hinterbliebenen tröstend in ihr Leben zurückbegleiten und idealerweise "auch unsympathische Verstorbene oder Hinterbliebene zufriedenstellen". Damit habe er seine Berufung gefunden. Zwischen Filmset, Friedhof und Familie spielt in Carl Achleitners Leben die Liebe die Hauptrolle. Sie ist es schließlich, um die er die meisten seiner Reden aufbaut. "Ob das die Welt ein bisschen besser macht? Ich hoffe doch."

3 Karriere-Tipps von Carl Achleitner:
1. Cherish your fails. In Zeiten des Misserfolgs lernt man sich selbst und vor allem sein Umfeld kennen. Man weiß danach, wo seine Freunde sind.
2. Wünschen hilft. Sich Ziele zu setzen und diese mit aller Power anzustreben, ist sicher eine Option. Sich gelegentlich mal treiben zu lassen und zu schauen, was das Leben einem zufallen lässt, ist aber erfahrungsgemäß auch ein Weg.
3. Du musst keine Angst haben. Oder auf gut Wienerisch: Scheiß Dir nix, gönn Dir was.

Carl Achleitner
Geb. 1963 in Grieskirchen, Oberösterreich
1979: Ausbildung zum Koch und Kellner in einem Linzer Theaterrestaurant
1985: Schauspielausbildung, zunächst in Zürich, später in New York
2012: Beginn der Karriere als Trauerredner
2020: Buchveröffentlichung: "Das Geheimnis eines guten Lebens – Erkenntnisse eines Trauerredners


(Foto: Stefan Knittel)

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Porträt: Maik Graef, Experte für Employer Branding bei E.on.

Kommunikationsprofi: Maik Graef rät dazu, sich auszuprobieren, weil man dann oft unerwartete Stärken entdeckt. Das hört sich fast schon großväterlich abgeklärt an. Dabei ist der Experte für Employer Branding bei E.on gerade erst Vater geworden. Andererseits: Graef weiß, wovon er spricht. Ursprünglich wollte er mal Arzt werden. 2009 beginnt er eine Ausbildung in der Krankenpflege und arbeitet zwei Jahre lang auf einer neurochirurgischen Intensivstation. Irgendwann wird ihm das Warten auf einen Platz im Medizinstudium zu lang. Er orientiert sich neu.

Kommunikation mag der junge Mann und den Umgang mit Menschen sowieso. So was gibt’s als Studienfach: Wirtschaftspsychologie. "Sie wurde schnell zu meiner Leidenschaft", sagt Graef. Und er entwickelt ein besonderes Interesse an Employer Branding, wofür er "etwas schräg" angesehen wurde.

Nach seinem Abschluss startet er in der Personalmarketing-Agentur Westpress, 2018 wechselt er zu E.on. Den Energiekonzern soll er attraktiv für Digitalprofis machen. Graef folgt dafür seinem eigenen Ratschlag –
und probiert neue Wege in der Personalaquise aus.

Maik Graef
Geb. 1986 in Arnsberg
2009: Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger
2010: Studium Wirtschafts-psychologie in Bochum und an der University of Europe for Applied Sciences
2015: Consultant Employer Branding bei Westpress in Hamm
2018: Expert Employer Branding & Recruiting Strategy bei E.on


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